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uneinbringliche titulierte Forderung - bezahlen oder nicht

14.11.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Forderung bezahlen
 Von 
Dino777
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
uneinbringliche titulierte Forderung - bezahlen oder nicht

Hallo,

ich war mehrere Jahre im Ausland, und als ich 2013 zurückkehrte, gab es ein paar Überraschungen.
Es waren wohl nicht alle Rechnungen vor Antritt des Auslandsaufenthalts beglichen worden.
Nun denn, ich habe alle mir bekannten Forderungen beglichen.

Jetzt steht aber in meiner SCHUFA Datei, dass eine "uneinbringliche titulierte Forderung" in höhe von cca. €1.300,- besteht.
Eingetragen sind die Telefonica Germany GmbH (abgetreten an die InfoScrore Forderungsmanagement).
Dies ist eine "Abschlusserklärung" oder so ähnlich, und wird nach 4 Jahren automatisch gelöscht, d.h. zum 32.12.2018.
Als "uneinbringlich" vermerkt im August 2013.

Da ich durch einen Umzug viele Dokumente und Unterlagen verloren habe, bin ich mir jetzt nicht mehr 100% sicher, ob ich auch diese Forderung beglichen habe. Es sollte eigentlich alles bezahlt sein, da ich
- alle an mir bekannten und an mich gerichteten Forderungen bezahlt habe
- ich schon im Frühjahr 2013 wieder amtlich in Deutschland gemeldet war, und dementsprechend auch postalisch erreichbar war, aber keine Zahlungsaufforderungen kamen.

Jetzt bin ich im folgendem Dilemma:
- Falls ich mich an die Infoscore richte, die unverzügliche Löschung zu veranlassen, bzw. genauer die Bestätigung des Ausgleiches der Zahlung zu erhalten (diese hat eine Speicherfrist von 3 Jahren und der SCHUFA Eintrag ist dann über diese Frist)
- Falls ich aber nicht die Forderung beglichen habe, so muss ich €1.300 zahlen, und der Vermerk wird ggf. erst 3 Jahre nach dieser Einzahlung gelöscht.

Eigentlich sollte ich doch Post erhalten haben, innerhalb der letzten 4 Jahre. Aber es keine Zahlungsaufforderungen bei mir eingegangen. Falls ich der InfoScore noch Geld schulden würde, so würden die sich doch bestimmt melden.
Daher gehe ich davon aus, dass ich auch diese Zahlung vollständig beglichen habe. Im Hinterkopf habe ich noch, dass ich mich über die Höhe der Telekommunikationsrechnung sehr geärgert habe.

Was ist in so einer Situation zu tun?
OK, wenn ich jemandem (auch wenns Betrüger sind) was schulde, so zahle ich das zurück
Aber dann wäre der "böse" Eintrag ja noch für folgende 3 Jahre (nach Erledigung) in der SCHUFA?

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Forderung bezahlen


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17648 Beiträge, 11831x hilfreich)

Besorge dir von der damaligen Bank die Kontoauszüge. Kostet ggf. etwas, die nochmals ausstellen zu lassen. Damit kannst du schon mal prüfen, ob du das bezahlt hast.
Ansonsten besorge dir vom ausstellenden Amtsgericht mit dem Aktenzeichen eine Titelkopie, was hoffentlich beides in der Schufa steht. Wichtig ist, dass du beispielsweise bei Zustellfehlern des Titels sofort aktiv wirst. Wie genau kann man hier oder bei einem Anwalt erfragen.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#2
 Von 
Dino777
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Kontoauszüge liegen nicht mehr vor.
Habe damals alles was offen war über Bareinzahlung bei einer Postbank getätigt.
Wie gesagt, sind mir diese Unterlagen beim Umzug verloren gegangen.
Ich sehe keine Möglichkeit zu prüfen, ob diese Stelle noch offen ist, als bei InfoScore direkt nachzufragen.
Betreffs der Titel steht in dem SCHUFA Eintrag nur eine Zeichenfolge der Art
O123456789012345

Mir ist aufgefallen das immer genau die gleiche Zeichenfolge benutzt wird. Also „Telefonica hat unter O123... eine nicht Vertragswidriges ... diese wurde dann unter O123... tituliert.

Da steht nichts von Amtsgericht o. Ä.
Es ist doch komisch, das ein Titel genau die gleiche Kennung hat, wie das ursprünglich von Telefonica gewählte Aktenzeichen.

Ich würde die Sache gerne klarstellen.
Nur möchte ich natürlich nicht, dass dadurch der SCHUFA Eintrag noch weitere 3 volle Jahre bestehen bleibt.

Ich denke bei einem Streitwert von €1.300,- sollten die Anwaltskosten nicht höher als 250€ sein.

Soll ich einfach warten oder macht es Sinn hier aktiv zu werden. Wie gesagt wird der Eintrag ja nach jetzigem Stand am 31.12.2018 gelöscht.

Bin über jedwede Hilfe dankbar.

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17648 Beiträge, 11831x hilfreich)

Zitat:
Es ist doch komisch, das ein Titel genau die gleiche Kennung hat, wie das ursprünglich von Telefonica gewählte Aktenzeichen.

Das Aktenzeichen des Gläubigers/Inkassos und das des Amtsgerichtes sind ganz sicher nicht identisch.
Die Aktenzeichen der Mahngerichte haben IMHO immer eine 13stellige Nummer.

Zitat:
Nur möchte ich natürlich nicht, dass dadurch der SCHUFA Eintrag noch weitere 3 volle Jahre bestehen bleibt.

Das Problem ist, dass der Eintrag derzeit unerledigt ist und deswegen theoretisch auf ewig drin stehen bleibt.

Das Wort "uneinbringlich" heißt weder, dass die auf die Forderung verzichten, noch dass sie bezahlt ist.

Zitat:
Habe damals alles was offen war über Bareinzahlung bei einer Postbank getätigt.

Hattest du auch ein Konto bei der Postbank und es lief über dein Konto oder warst du nie bei der Postbank?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#4
 Von 
Dino777
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Nur als Nachtrag
Eine Anfrage bei Boniversum Creditreform ergab einen Score von 97%
Öffentliche Vermerke
Mahn oder Inkasso Verfahrenn
Etc
Liegen KEINE Informationen vor.

Ich denke, dass gar keine echter Titel im Sinne eines richterlichem Beschlusses vorliegen kann. So etwas hätte infoscore doch sicherlich auch an Boniversum (als zweiten großen Scorer in D) weitergegeben.

Score bei Boni 97% :)

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#5
 Von 
Jonathon
Status:
Schüler
(442 Beiträge, 146x hilfreich)

Ganz Ehrlich,
ich glaube Du hast da ein anderes Problem als die Schufa.

Wenn wirklich ein Titel gegen Dich vorliegt, dann ist dieser zuerst einmal 30 Jahre gültig, sprich es kann 30 Jahre gegen Dich vollstreckt werden.
Auch wenn es gewisse Möglichkeiten gibt auf Verwirkung in der Zukunft zu hoffen, sehe ich das in Deinem Falle schrierig, denn ich fürchte, die haben schon versucht Dich aufzutreiben, jedoch ohne Erfolg weil Ausland.

Ich an Deiner Stelle würde aktiv werden, denn wenn es den Titel gibt kann man immer noch etwas dagegen unternehmen, vor allen Dingen wenn dieser Dich nicht erreicht hat.
Sollte es keinen Geben ist die Sache bereits verjährt und der Eintrag muss sofort gelöscht werden.

Signatur:Meine Beiträge stellen keinerlei Rechtberatung dar, sondern ich teile micht euch nur Tips aus meiner
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#6
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1542 Beiträge, 555x hilfreich)

Schau Dir mal diesen Wikipedia-Abschnitt zum Thema an: https://de.wikipedia.org/wiki/Inkassounternehmen_(Deutschland)#Daten.C3.BCbermittlung_an_Auskunfteien

Entscheidend bei Dir ist, ob tatsächlich berechtigtes Interesse bestand (Beweislast dafür liegt beim Melder).

Es müsste geprüft werden, was wortwörtlich eingetragen ist und ob dies der Wahrheit entspricht (hinsichtlich Melder und Gläubiger), außerdem muss entweder geprüft werden, ob die Ermächtigung hierfür ordnungsgemäß erfolgt ist oder nach einem Forderungsverkauf, ob der Titel ordnungsgemäß umgeschrieben worden ist.

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#7
 Von 
Xipolis
Status:
Lehrling
(1542 Beiträge, 555x hilfreich)

Müsste normalerweise nach Datenschutzrecht verschoben werden.

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#8
 Von 
Ex Inkassomitarbeiter
Status:
Praktikant
(778 Beiträge, 229x hilfreich)

Zitat (von Dino777):
Nur als Nachtrag
Eine Anfrage bei Boniversum Creditreform ergab einen Score von 97%
Öffentliche Vermerke
Mahn oder Inkasso Verfahrenn
Etc
Liegen KEINE Informationen vor.

Ich denke, dass gar keine echter Titel im Sinne eines richterlichem Beschlusses vorliegen kann. So etwas hätte infoscore doch sicherlich auch an Boniversum (als zweiten großen Scorer in D) weitergegeben.

Score bei Boni 97% :)

Wie kommst du denn darauf, dass die Auskunfteien sich gegenseitig ihre Einträge melden? Daraus zu schließen, dass kein VB oder Urteil vorliegt ist schon äußerst gewagt um es vorsichtig auszudrücken .

Fordere die Titelkopie an und kläre ersteinmal ob ordentlich zugestellt wurde.

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