Kreditfinanzierung und -besicherung

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Grundpfandrechte - Hypothek und Grundschuld

Grundpfandrechte sind vor allem im Rahmen der langfristigen Kreditfinanzierung und -besicherung von großer Bedeutung. Es handelt sich um Rechte des Kreditgebers an Grundstücken, die unabhängig vom jeweiligen Eigentümer bestehen können. Während bei Pfandrechten eine Übergabe des Sicherungsgutes an den Gläubiger zu erfolgen hat, entsteht ein Grundpfandrecht durch eine entsprechende Eintragung in das Grundbuch.

Als Kreditsicherungsmittel kommt in der Praxis insbesondere der Hypothek und der Grundschuld besondere Bedeutung zu.

Hypotheken

Beispiel: Um eine Hypothek handelt es sich, wenn dem Kreditgeber Herrn Geiz ein Grundstück des Kreditnehmers Karl als Sicherheit dient. Käme der Letztere seinen Verpflichtungen bei der Rückzahlung des Kredites nicht nach, würde in der Regel eine Zwangsvollstreckung beim Karl bezüglich des Grundstücks durchgeführt. So werden dann die Ansprüche des Herrn Geiz beglichen.
Die Hypothek ist direkt vom Bestand bzw. der Höhe der Forderung abhängig (Akzessorität).

Je nach Gestaltung unterscheidet man verschiedene Arten von Hypotheken:

  • Die Verkehrshypothek ist die normale Form der Hypothek. Will der Gläubiger sein Pfandrecht geltend machen, wenn ein Kredit nicht pünktlich zurückgezahlt wird, muss er die Höhe der Forderung nicht mehr gesondert nachweisen. Sie wird meist durch den Hypothekenbrief, eine öffentliche Urkunde, bestätigt. Unterbleibt die Ausstellung eines Hypothekenbriefes, spricht man von Buchhypothek. Sie wird ausschließlich durch einen Eintrag im Grundbuch ersichtlich. Bei einer Ausgestaltung als Verkehrshypothek braucht ein Nachweis über den Bestand der Forderung nicht geführt werden, will der Kreditgeber sein Grundpfandrecht geltend machen.
  • Bei einer Sicherungshypothek kann sich der Gläubiger nicht allein auf das Grundbuch berufen. Vor Ausübung des Pfandrechtes muss er hier selbst den Nachweis über Höhe und Bestand der Forderung erbringen. Die Sicherungshypothek schließt die Existenz eines Hypothekenbriefes aus, sie kann nur als Buchhypothek gestaltet sein.
  • Wird ein Höchstbetrag ins Grundbuch eingetragen, bis zu dem das Grundstück haften soll, handelt es sich um eine Höchstbetragshypothek. Dabei muss der Kreditgeber ebenfalls die Höhe seiner Forderung nachweisen. Da die Höchstbetragshypothek nicht an eine vom Unfang her feststehende Summe gebunden ist, wird er häufig bei betragsmäßig schwankenden Krediten verwendet. Diese Art der Hypothek tritt ebenfalls stets als Buchhypothek auf.

Grundschuld

Bei einer Grundschuld hingegen wird ein Grundstück derart belastet, dass beispielsweise einem Kreditgeber "eine bestimmte Geldsumme aus dem Grundstück zu zahlen ist". Akzessorietät ist hier nicht gegeben, man spricht auch von der "Abstraktheit der Grundschuld". Sie eignet sich daher besonders für die Besicherung von Krediten mit variabler Schuldsumme oder bei verschiedenen Forderungen eines Gläubigers. Vor missbräuchlicher Verwertung ist der Kreditnehmer durch den Sicherungsvertrag geschützt. Abgesehen von der Nicht-Akzessorietät gelten für die Grundschuld dieselben rechtlichen Vorschriften wie für die Hypothek. Dementsprechend kann auch ein Grundschuldsbrief ausgestellt werden (Briefgrundschuld) oder nur ein Eintrag in das Grundbuch vorgenommen werden (Buchgrundschuld).
Die Grundschuld bringt folgenden Vorteil für den Kreditnehmer: Er kann für sich selbst eine Grundschuld ins Grundbuch eintragen lassen, dadurch entsteht eine Eigentümergrundschuld. Der Grundschuldsbrief wird dann an einen Kreditgeber abtreten. So ist aus dem Grundbuch nicht sofort ersichtlich, ob und bei wem der Eigentümer eines Grundstücks Kredit aufgenommen hat.

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Seite  1:  Kreditfinanzierung und -besicherung
Seite  2:  Personensicherheiten
Seite  3:  Sachsicherheiten
Seite  4:  Sicherungsübereignung
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Seite  6:  Der Lombardkredit
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Seite  8:  Abtretung von Forderungen
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