Computer- Strafrecht

Mehr zum Thema: Strafrecht Rubrik, Festplatten, Computer, Strafrecht, Beschlagnahme, Datensicherung
0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

unverhältnismäßige Beschlagnahme eingebauter Festplatten

Wird im Rahmen eines strafrechtlichen Ermittlungsverfahrens ein geschäftlich genutztes Computersystem beschlagnahmt, kann es für das betroffene Unternehmen durchaus existenzbedrohend sein, wenn die forensische Auswertung der Dateien - wie nicht selten - mehrere Monate in Anspruch nimmt und in dieser Zeit auf dringend benötigte Daten nicht zugegriffen werden kann.

Das Amtsgericht Reutlingen (5 Gs 363/11) sieht in derartigen Fällen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit verletzt, wenn sich die Ermittlungsbehörde auch durch Fertigen einer Kopie einer fest eingebauten Festplatte auf einen externer Datenträger Zugang zu den benötigten Daten verschaffen kann. Nur wenn eine Datensicherung vor Ort nicht möglich ist, kann eine möglichst kurzfristige Mitnahme des gesamten Computersystems gerechtfertigt sein. Dieses muss dann aber nach alsbaldiger Herstellung einer 1:1-Kopie der Festplatte unverzüglich an den Eigentümer zurückgegeben werden.

Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Datenschutzrecht Schutz von Daten durch das Bundesdatenschutzgesetz - Ein Überblick über die Entwicklung des Datenschutzrechts
Strafrecht Der Strafbefehl