Gynäkologen zur Zahlung von 250.000,00 € verurteilt

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Die werdende Mutter litt an Bluthochdruck und äußerte mehrfach den Wunsch nach einer Entbindung per Kaiserschnitt. Die behandelnden Ärzte gingen hierauf nicht ein - "pflichtwidrig", wie das Landgericht Freiburg jetzt feststellte (Urt. vom 7.8.2007 - 5 O 10/05).

Das Gericht veurteilte die Mediziner aus Müllheim in Baden-Württemberg wegen dieses Operationsfehlers bei der Geburt zur Zahlung von mindestens 250.000 Euro Schmerzensgeld an das mit einem Hirnschaden zur Welt gekommene Kind.
Der Gutachter hatte festgestellt, dass der Hirnschaden des heute sechsjährigen Kindes bei der Entbindung verursacht worden war: "Mit einem Kaiserschnitt wäre die erhebliche geistige Behinderung des Kindes vermeidbar gewesen".
Bereits bei der Geburt ihres ersten Kindes wurde der Frau geraten, jede weitere Geburt ebenfalls mit Kaiserschnitt durchführen zu lassen. Die Ärzte gingen auf diese Hinweise indes nicht weiter ein.

Neben dem Schmerzensgeld verurteilte das Landgericht Freiburg die Gynäkologen auch zum Ersatz für die künftigen materiellen und immaterielle Schäden, die durch die Fehlbehandlung entstanden sind und entstehen werden. Schon jetzt "ist absehbar, dass möglicherweise bei größerem Alter des Kindes eine Heimunterbringung erforderlich werden könnte sowie Verdienstausfall in beträchtlicher Höhe droht".

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