Verfahrenskostenhilfe - Vorsicht vor falschen oder unvollständigen Angaben

Mehr zum Thema: Familienrecht Rubrik, Familienrecht, Zivilprozess, Verfahrenskostenhilfe, Antrag, Wahrheitspflicht
0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Anforderungen der Verfahrenskostenhilfe / Prozesskostenhilfe im Familienverfahren - Was muss der Antragssteller beachten?

Vorbemerkung: Erklärung über persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse

Wer eine Prozesskostenhilfe oder Verfahrenskostenhilfe anstrebt, muss zunächst die Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse ausfüllen und mit Belegen versehen.

Wer bereits eine oder mehrere Instanzen mit Anwaltskosten und Gerichtskosten hinter sich gebracht hat und gleichzeitig nach eigenen Angaben nicht über Einkommen oder Vermögen verfügt, aber nicht darlegt, wie er seinen Lebensunterhalt und die Vorinstanzen bestritten hat, muss davon ausgehen, dass in der nächsten Instanz die Verfahrenskostenhilfe bzw. Prozesskostenhilfe zurückgewiesen werden.

Elisabeth Aleiter
seit 2013 bei
123recht.net
Rechtsanwältin
Schubertstraße 6
80336 München
Tel: 089/ 29161431
Tel: 089 / 29161423
Web: http://www.kanzlei-aleiter.de
E-Mail:
Wirtschaftsrecht, Strafrecht, Erbrecht, Familienrecht, Arbeitsrecht
Preis: 50 €
Antwortet: ∅ 13 Std. Stunden

Sachverhalt - Antrag auf Verfahrenskostenhilfe vor OLG

Brösel führt eine streitige Scheidung vor dem Amtsgericht durch. Er ist anwaltlich vertreten. Er wird u.a. zu einer hohen Zahlung von Unterhalt und Zugewinnausgleich verurteilt. Brösel legt Beschwerde ein gegen die Beschlüsse und kommt zum OLG. Er beantragt für diese Instanz VKH (Verfahrenskostenhilfe). Nach eigenen Angaben verfügt er über kein regelmäßiges Einkommen. Er erklärt nichts dazu, wie die Anwaltskosten der ersten Instanz bestritten wurden. Ebenso führt er nichts dazu aus, wie er seinen Lebensunterhalt aktuell bestreitet.

Rechtliche Bewertung - falsche Angaben führen zu einer Strafbarkeit

Bei der Stellung von Prozesskostenhilfeanträgen bzw. Verfahrenskostenhilfeanträgen ist unbedingte Vorsicht geboten.Alle Angaben in der Erklärung über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse müssen wahr, vollständig und nachvollziehbar sein.

Ist das nicht der Fall, bzw. gibt es aufgrund der Auskünfte Missverständnisse, die dazu führen, dass irrtümlich Prozess- oder Verfahrenskostenhilfe gewährt wird, obwohl diese nicht zu gewähren wäre, macht der Antragsteller sich strafbar.


Wir
empfehlen

Berechnung Unterhalt

Wieviel Unterhalt müssen Sie zahlen oder wieviel Unterhalt bekommen Sie oder Ihre Kinder bei Trennung oder Scheidung? Haben Sie einen Anspruch und wie setzen Sie ihn durch?
Nutzen Sie die kostenlose Ersteinschätzung.

Jetzt loslegen

Anträge müssen korrekt und vollständig ausgefüllt werden

Schon fahrlässig falsche Angaben führen zu einer Strafbarkeit.Eine Strafbarkeit in diesem Rahmen führt ähnlich wie bei Falschaussage oder Urkundenfälschung zu sehr empfindlichen Strafen. Schon bei Erstbestrafung kann es zu einer Freiheitsstrafe führen.

Ein solcher Antrag, der zu den wichtigsten Fragestellungen alles offen lässt, macht eine Ablehnung durch das Gericht unausweichlich. Wurde in der ersten Instanz ein Anwalt bezahlt, müssen ausführliche Erklärungen dazu erfolgen, warum in 2. Instanz kein Anwalt mehr bezahlt werden kann. Verluste des Arbeitsplatzes oder Übernahme der Anwaltskosten durch Dritte können Gründe hierfür sein.

Fazit

: Prozesskostenhilfeanträge bzw. Verfahrenskostenhilfeanträge sind unbedingt aufmerksam und sorgfältig auszufüllen.Strafbar macht sich sowohl der Mandant wie auch der Rechtsanwalt, der die Unterlagen nicht sorgsam prüft.

Wichtig!

Dieser Beitrag ersetzt keine eingehende Prüfung und rechtliche Beratung im Einzelfall. Eine Haftung hierfür kann daher nicht übernommen werden.

Sollten Sie Fehler finden oder Anmerkungen haben, sind wir für einen Hinweis immer dankbar.

Rechtsanwältin Elisabeth Aleiter
Schubertstraße 6 / an der Oktoberfestwiese

80336 München
Tel.: 089/29161431
Fax: 089/29161437

E-Mail:elisabeth.aleiter@kanzlei-aleiter.de
Web: http://www.kanzlei-aleiter.de
Wollen Sie mehr wissen? Lassen Sie sich jetzt von diesem Anwalt schriftlich beraten.
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Familienrecht Das neue Stalkinggesetz
Familienrecht Wann müssen Eltern ihr Vermögen für Unterhalt einsetzen?
Familienrecht Wichtig für Unterhaltsschuldner: Was ist Einkommen aus unzumutbarer Tätigkeit
Familienrecht Müssen Sie als Unterhaltspflichtiger das ganze Einkommen für Unterhalt verwenden?