Kündigungsschutzklage: Warum es sich für den Arbeitnehmer lohnt, wehrhaft zu sein

Mehr zum Thema: Arbeitsrecht Rubrik, Kündigungsschutzklage, Arbeitnehmer, Abfindung, Fachanwalt, Arbeitsrecht
0 von 5 Sterne
Bewerten mit: 5 Sterne 4 Sterne 3 Sterne 2 Sterne 1 Stern
0

Nach einer Kündigung haben manche Arbeitnehmer Angst, zum Anwalt zu gehen und sich gegen die Kündigung zu wehren. Warum das falsch ist und warum der Arbeitnehmer stattdessen wehrhaft für sein Recht einstehen sollte, erklärt Arbeitsrechtler und Kündigungsschutz-Experte Alexander Bredereck.

Arbeitgeber denken in der Regel wirtschaftlich: Wenn im Team etwas schief läuft oder die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens gefährdet ist, greift man schnell zur Kündigung als „Allheilmittel“. Das Unternehmen soll dadurch „schlanker“ werden und „effizienter“. Manch ein Chef will sich die Kosten einer Supervision oder einer Konfliktberatung sparen. Auch strukturelle Missstände will man manchmal lieber nicht angehen. Da ist der Rauswurf, die Kündigung eines missliebigen Mitarbeiters oft die kostengünstige Lösung, jedenfalls kurzfristig.

Alexander Bredereck
seit 2009 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeitsrecht, Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Prenzlauer Allee 189
10405 Berlin
Tel: 030/40004999
Web: http://www.arbeitsrechtler-in.de
E-Mail:

Arbeitnehmern fällt es häufig nicht so leicht, rein wirtschaftlich zu denken. Viele Mitarbeiter hängen an ihrem Unternehmen, da haben sich Loyalitäten aufgebaut, die auch nach einer Kündigung spürbar sind. Manche Arbeitnehmer fürchten sich vor Nachteilen. Als Arbeitsrechtler kann ich jedem Arbeitnehmer nur raten, folgendes zu bedenken: Jeder Arbeitnehmer ist durch das Arbeitsrecht geschützt, beispielsweise gegen Willkür und Diskriminierung. Häufig geht der Schutz weit darüber hinaus, wenn etwa das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist oder ein Sonderkündigungsschutz greift. Diesen arbeitsrechtlichen Arbeitnehmerschutz sollte jeder Mitarbeiter versuchen, so gut, wie möglich für sich zu nutzen.

Man kann es auf folgenden Nenner bringen: Mit einer Kündigungsschutzklage hat der Arbeitnehmer die Chance, seinen Kündigungsschutz entweder einzuklagen und damit seinen Arbeitsplatz wieder zu bekommen. Oder man verhandelt vor dem Arbeitsgericht eine Abfindung, deren Höhe sich daran orientiert, wie weitreichend sein Kündigungsschutz ist.

Darum: Jeder sollte seinen Kündigungsschutz als Wert begreifen, den er vor Gericht einklagen oder „veräußern“ kann. Nicht jeder wird auf seinem nächsten Arbeitsplatz genauso gut vor einer Kündigung geschützt sein; nicht immer wird einen beispielsweise das Kündigungsschutzgesetz vor einer betriebsbedingten Kündigung schützen. Man sollte eine Kündigungsschutzklage als Chance begreifen, einen verhältnismäßig sicheren Arbeitsplatz zu behalten oder wenigstens eine satte Abfindung herauszuholen!

123recht.net Tipp:

Schreiben Sie mit unserem interaktiven Muster Ihre Arbeitnehmerkündigung. Mit Berechnung des Resturlaubs und Fristen!

Jetzt Arbeitsvertrag kündigen
Ein Beitrag von Rechtsanwalt Alexander Bredereck, Berlin
Fachanwalt für Arbeitsrecht
Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht

Prenzlauer Allee 189
10405 Berlin
Tel.: (030) 4 000 4 999
Mail: Berlin@recht-bw.de
Diskutieren Sie diesen Artikel
Das könnte Sie auch interessieren
Arbeitsrecht Kündigung von Whistleblowern: Arbeitnehmer, die auf Missstände hinweisen, riskieren den Arbeitsplatz
Arbeitsrecht Arbeitsplatzabbau bei Opel (PSA)? Tipps zum Thema Aufhebungsvertrag
Arbeitsrecht Kündigung wegen Arbeitsverweigerung: Wann darf der Arbeitgeber das?
Arbeitsrecht Kündigung wegen Krankheit: Worauf Arbeitnehmer achten müssen