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mehrere Tätigkeiten

 Von 
josepadilla
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 8x hilfreich)
mehrere Tätigkeiten

Hallo,

kann mir jemand zu dem SteuerklasseVI-Problem weiterhelfen?

Ich bin als Krankenpfleger über ein Jahrzehnt ausschließlich Freiberufler gewesen und arbeite auch jetzt noch bei 2 Intensiv-Pflegediensten. Beim einen immer noch als Freiberufler und beim anderen seit Juni letzten Jahres angestellt, da mein Chef vom einen Pflegedienst wegen dem Problem von Scheinselbständigkeit mich nicht mehr als Freiberufler beschäftigen wollte.

Bei meinem anderen Job als Freiberufler bin ich aus diversen Gründen nicht mehr zufrieden und suche eine neue zweite Stelle und habe bei meiner Suche festgestellt, daß sich wohl nichts mehr als Freiberufler finden wird in meinem Wohnbereich. Da ich den anderen Job mit ca. 75% unbedingt behalten möchte (400 km entfernt, daher keine Vollzeit), würde mein anderer Job also in Steuerklasse VI laufen.

Ist es tatsächlich so, daß ich auch mit der Steuererklärung am Ende des Jahres Abzüge von ca. 50% in dieser Steuerklasse habe? Oder ist diese Steuerklasse nur eine Grobeinteilung, um monatlich Steuern abzuführen, die bei Überzahlung mit der Steuererklärung wieder ausgeglichen werden?

Es ist für mich ansonsten nicht nachvollziehbar, wenn ich 2 Jobs mit z.B. jeweils 15.000 Euro habe und auf den 2. Job dann erhebliche Steuern zahlen muß, während ich bei nur einem Job mit 30.000 Euro in Steuerklasse III wesentlich weniger abführen muß.







-- Editiert von josepadilla am 13.01.2018 12:58

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Steuererklärung Steuerklasse Euro Freiberufler


7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24281 Beiträge, 13264x hilfreich)

Oder ist diese Steuerklasse nur eine Grobeinteilung, um monatlich Steuern abzuführen, die bei Überzahlung mit der Steuererklärung wieder ausgeglichen werden? So ist es. Allerdings entsteht hier eher eine "Unterzahlung", die desgleichen nach der Steuererklärung auszugleichen ist. Bleiben wir mal bei Ihrem Beispiel (allerdings mit den Klassen 1/6 und alternativ der Klasse 1): 15.000 Euro in Klasse 1 ergeben 348 Euro Steuer für das Jahr 2018, in Klasse 6 2.319 Euro. 30.000 Euro in Klasse 1 ergeben 3.782 Euro Steuer und Soli (Rechnung jeweils ohne Kirchensteuer). In der Kombination 1/6 sind also 1.115 Euro zu wenig gezahlt worden.

-- Editiert von muemmel am 13.01.2018 14:32

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32089 Beiträge, 10906x hilfreich)

Nach Steuererklärung ist es egal, ob Du die 30.000€ mit einem oder zwei Jobs verdienst.

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#3
 Von 
josepadilla
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 8x hilfreich)

o.k. - danke für die Info! 3782 Euro insgesamt sind auf jeden Fall besser als 7500 Steuern (50%) allein für den Zweitjob. Warum wird daraus immer ein Riesen-Drama gemacht, wenn man in Klasse VI ist und schlußendlich mit der "Jahres-Abrechnung" ebenso viel Steuern wie alle anderen mit gleichem Verdienst bezahlt oder sieht das ganze bei höherem Verdienst anders aus? Natürlich bezahle ich dann mehr Steuern, aber wenn ich angenommen mit 2 Jobs 60.000 Euro verdiene, nehme ich an, daß ich dabei ebenso viel Steuern zu zahlen habe wie mit einem Job bei ebenfalls 60.000 Euro Verdienst!?

Vielleicht sollte ich mir trotzdem einen Steuerberater dazuholen, da ich nebenbei auch noch auf 450Euro-Basis arbeite und darüber nachdenke, auch das auszudehnen und meine Frau ebenfalls Freiberuflerin ist bzw. sich jetzt mit einer Gesangsschule selbständig machen möchte. Außerdem haben wir noch ein 12jähriges Kind.

Bei der Gelegenheit nochmal eine Frage, ob es im Internet mittlerweile ähnliche Plattformen zur Steuerberater-Suche gibt wie es z.B. bei Ärzten mit Jameda der Fall ist. Ich habe mit mehreren Steuerberatern bisher eher schlechte Erfahrungen gemacht.



-- Editiert von josepadilla am 14.01.2018 00:14

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#4
 Von 
Eugenie
Status:
Student
(2557 Beiträge, 938x hilfreich)

sich auf Foren zu verlassen, davor warne ich! Diese können immer nur Hinweise geben - und die Aussage " schlechte Erfahrungen mit Steuerberatern" kann ich nicht nachvollziehen ohne konkrete Hinweise - bin selber Stb und kann mir das daher nicht vorstellen - aber es kommt auch auf die vollständige Angabe aller Einzelheiten an - oft wird vieles weggelassen, gerade bei Fragen in Foren!
E.

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#5
 Von 
josepadilla
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 8x hilfreich)

Ich brauche keinen Steuerberater um die Daten aus Belegen und Rechnungen in die Erklärung zu hämmern - das kann ich selbst machen. Ich benötige einen Berater, um mir Möglichkeiten der Steuererleichterung aufzuzeigen. Entweder gibt es bei mir nichts mehr einzusparen, weil ich mich bereits vor einigen Jahren durch Konz und Co. relativ viel informiert habe und dementsprechend meine Steuererklärungen erstellt habe, oder es gibt in meinem Fall evtl. auch nicht viel Möglichkeiten, da ich als freiberuflicher Krankenpfleger ohne Kapitaleinsatz relativ übersichtliches Einspar-Potenzial habe. Es ist auf jeden Fall bei mehreren Steuerberatern wenig bis gar nichts passiert und es gab maximal kleine Hinweise, die aber sicher nicht soviel Ersparnis brachten, daß auch nur annähernd die Kosten für den Steuerberater gedeckt waren. Gibt es nicht bei Steuerberatern ebenso gute wie schlechte wie z.B. auch bei Anwälten???

Ich verlasse mich auch nicht blind auf Foren, aber man kann doch zumindest erste Hinweise dadurch erhalten.

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32089 Beiträge, 10906x hilfreich)

Zitat:
3782 Euro insgesamt sind auf jeden Fall besser als 7500 Steuern (50%) allein für den Zweitjob.

Die Zahlen von muemmel gelten für Steuerklasse 1, d.h. für einen Single.

Zitat:
Natürlich bezahle ich dann mehr Steuern, aber wenn ich angenommen mit 2 Jobs 60.000 Euro verdiene, nehme ich an, daß ich dabei ebenso viel Steuern zu zahlen habe wie mit einem Job bei ebenfalls 60.000 Euro Verdienst!?

Richtig, für die Höhe der Steuer kommt es alleine auf das Gesamteinkommen an. Es kommt weder auf die Zahl der Jobs, noch auf den Zeitaufwand für das Erzielen des Einkommens an. Ein pauschalbesteuerter 450€-Job zählt jedoch nicht mit.

Zitat:
Ich brauche keinen Steuerberater um die Daten aus Belegen und Rechnungen in die Erklärung zu hämmern

Die Antwort von Eugenie war so gemeint, dass wir hier keine vollständigen Angaben haben und es auch nicht selten vorkommt, dass Fragesteller unbewusst wichtige Details weglassen. Das kann dann zu falschen Antworten führen.

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#7
 Von 
josepadilla
Status:
Beginner
(57 Beiträge, 8x hilfreich)

Ja, das ist richtig. Wenn ich vollständige Angaben machen würde, dann wäre hier wahrscheinlich der Rahmen gesprengt..

Danke nochmal für die Infos. Für den Rest werde ich wohl nochmal versuchen, einen Steuerberater zu Rate zu ziehen.

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