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kein Hartz 4, aber keine Elternunterstützung

3.1.2010 Thema abonnieren Zum Thema: Hartz
 Von 
Weihnachtsbraten
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 8x hilfreich)
kein Hartz 4, aber keine Elternunterstützung

Mal angenommen ein Betroffener bekommt kein Hartz vier, weil die Eltern vermögend sind, bekommt aber von diesen keine finanzielle Unterstützung.

Er kann die Krankenkasse nicht bezahlen und auch nicht zu Vorstellungsgesprächen fahren.

Welche Möglichkeit der Unterstützung kann der Betroffene beantragen um überleben zu können? Gibt es für Ihn Möglichkeiten eine Unterstützung bei der Wohnungssuche zu erhalten?

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Hartz


6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11250 Beiträge, 3448x hilfreich)

@Weihnachtsbraten:

Vor der Beantwortung Deiner Fragen sind weitere Informationen notwendig:

1. Wie alt ist der Betroffene?

2. Wohnt derjenige noch bei den Eltern?

3. Hat der Betroffene bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung oder bemüht er sich um eine Ausbildungsstelle?

4. Ist bezgl. der Krankenversicherung ggf. eine Familienversicherung über die Eltern möglich?

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#2
 Von 
Weihnachtsbraten
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 8x hilfreich)

1. 29
2. ja

3. Ausbildung Bürokaufmann, Studium aber ohne Abschluss (gute/alle Noten)...
x Onlinebewerbungen wurden geschrieben. 1. Vorstellungsgespräch am Dienstag. (Praktikum €550, mtl. Fahrkosten wären €300).


4. nein

Wie könnte der betroffene aus der Situation herauskommen/Geld erhalten?

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#3
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11250 Beiträge, 3448x hilfreich)

@Weihnachtsbraten:

Der Betroffene bildet, auf Grund seines Alters, keine Bedarfsgemeinschaft mit seinen Eltern, sondern allenfalls eine Haushaltsgemeinschaft nach § 9 Abs. 5 SGB II. Ob tatsächlich eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt, ist im Einzalfall zu prüfen und von der ARGE nachzuweisen.

Davon ausgehend, dass eine Haushaltsgemeinschaft vorliegt, wird nach § 9 Abs. 5 SGB II unterstellt, dass der Betroffene von seinen Eltern finanziell unterstützt wird, soweit diesen das finanziell möglich ist.

Auch dieses ist im Einzelfall zu prüfen. Dabei ist zunächst das Einkommen der Eltern um die Freibeträge nach §§ 11 und 30 SGB II zu bereinigen (Freibetrag max. 310 Euro pro erwerbstätiger Person). Als weiterer Freibetrag sind die Regelleistungen der Eltern (jweils 323 Euro) in doppelter Höhe, also 1.292 Euro, die auf die Eltern entfallenden Kosten der Unterkunft, beispielsweise 500 Euro, insgesamt also 1.792 Euro + 50% hieraus (= 896 Euro), zu berücksichtigen. Der Freibetrag liegt demnach, in meinem Beispiel, bei insgesamt 2.688 Euro. Erst wenn das bereinigte Nettoeinkommen der Eltern über diesem Betrag liegt, darf von einen finanziellen Unterstützung des Betroffenen ausgegangen werden (§ 9 Abs. 5 SGB II in Verb. mit § 1 Abs. 2 ALG II VO).

Die gesamte Aufwendige Prüfung erledigt sich, wenn keine Hauhaltsgemeinschaft vorliegt. Hierfür benötigt der Betroffene eine eigene Wohnung. Hierbei kann es sich auch um eine getrennte Wohnung im elterlichen Haus, mit Untermietvertrag, handeln. Wenn der Betroffene einen eigenen Haushalt hat, besteht uneingeschränkter Anspruch auf ALG II, inklusiver angemessener Kosten der Unterkunft. Der gleich Anspruch besteht auch, wenn zwar eine Haushaltsgemeinschaft besteht, die o.g. Einkommensgrenzen der Eltern aber nicht überschritten werden. Je nach Höhe des elterlichen Einkommens besteht ggf. zumindest ein Teilanspruch auf ALG II.

Mein Ratschlag: Mit 29 Jahren endlich raus aus dem "Hotel Mama", eine eigene Wohnung suchen und selbständig werden.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#4
 Von 
Weihnachtsbraten
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 8x hilfreich)

quote:
Mein Ratschlag: Mit 29 Jahren endlich raus aus dem "Hotel Mama", eine eigene Wohnung suchen und selbständig werden.

Der Betroffene hatte ein eigenes zimmer (Studentenwohnung) musste aber wegen der Diplomarbeit umziehen. Da die Arbeit dort aber nicht abgeschlossen werden konnte, hatte B Miete zu zahlen, ohne Job. Er kam nicht vorher aus dem Vertrag raus. B ist wieder zu den Eltern gezogen ....und braucht nun Unterstützung zum neustart (beruf).

B ist seit vielen Jahren Mitglied in einem Verein bezügl. Autismus.
Er hat es von einem sehr durchschnittlichen Schüler (Wdh.) zu einem sehr guten Studenten geschafft. Gegen ende des Studium vielen alle Sozialkontakte weg, außerdem wurde er gemobbt.

E haben Kinder nicht unterstützt (Fassade) obwohl Schwester S schon immer sehr auffällig war (zusätzliche Belastung für B).
B wurde dringend von einer Diagnose abgeraten (Nachteile), feste Termine zu bekommen ist nahezu unmöglich.
Eltern haben Buch entdeckt, reden nicht darüber, distanzieren sich.
B kann ohne Geld keine Wohnung finden.

B ist kein nesthocker, sondern ein Kämpfer; aber aktuell rel. hilflos/unfrei.
B braucht seine eigene Wohnung um wieder klar denken zu können....

Eltern verdienen €3000



-- Editiert am 03.01.2010 14:45

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#5
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11250 Beiträge, 3448x hilfreich)

@Weihnachtsbraten:

quote:
Eltern verdienen €3000

Brutto oder netto? Bei brutto ist der oben berechnete Freibetrag, bei dem es sich um einen Nettobetrag handelt, sicher nicht überschritten und es besteht Anspruch auf ALG II.

quote:
B ist kein nesthocker, sondern ein Kämpfer; aber aktuell rel. hilflos/unfrei.
B braucht seine eigene Wohnung um wieder klar denken zu können....

Okay. Dann soll B jetzt anfangen zu kämpfen, um dann auf eigenen Füßen zu stehen. Der erste Schritt (neben der Arbeitssuche) sollte sein, gemeinsam mit einem Beistand zur zuständigen ARGE zu gehen, die Situation zu schildern und ALG II zu beantragen; schriftlich/nachweislich.

Gleichzeitig sollte B sich nach den Angemessenheitsgrenzen für Wohnungen bei der ARGE erkundigen und anfangen eine Wohnung im Rahmen dieser Angemessenheitsgrenzen zu suchen. Wenn der SB irgendwie kooperationsbereit ist, dann soll B sich schriftlich bestätigen lassen, dass der Umzug notwendig ist. Dann muss ggf. auch eine fällig werdende Mietkaution von der ARGE (als tilgungsfreies Darlehen) übernommen werden.

Bevor er jedoch einen Mietvertrag unterschreibt, muss er schriftlich/nachweislich die Zusicherung zur Übernahme der Unterkunftskosten bei der ARGE beantragen. Wenn es soweit ist, am besten wieder hier melden, damit da keine Fehler gemacht werden, die später nur noch schwer, oder gar nicht, zu korrigieren sind. Gegebenenfalls besteht dann auch Anspruch auf eine Erstausstattung für die Wohnung.

Gruß,

Axel

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"Ausführliche Infos zu ALG 2 auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info"

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#6
 Von 
Weihnachtsbraten
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 8x hilfreich)

danke,

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