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Antrag auf Übernahme der Beerdigungskosten sinnvoll?

14.10.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Antrag Übernahme
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 18x hilfreich)
Antrag auf Übernahme der Beerdigungskosten sinnvoll?

Hallo liebe Forengemeinde!

Folgende Konstellation:

Opa (Grundsicherung) stirbt. Es gibt den einzigen direkten Erben - einen Sohn, Alleinverdiener, 3300/Monat (netto). Seine Frau ist Hausfrau, dazu gibt es zwei Kinder in Grundschulalter und dementsprechend Kindergeld. Beerdigungskosten von Opa belaufen sich auf 4500. Der Sohn wird die Erbe ausschlagen, da es nichts zu Erben gibt. Wie groß sind die Erfolgschancen der Familie, eine Kostenübernahme von Sozialamt bewilligt zu bekommen? Macht das beim Einkommen überhaupt Sinn? Mir ist klar, dass hier keiner eine Glaskugel hat. Einfach eine Einschätzung erbeten. Dankeschön im Voraus.

-- Editiert von alya_teufelchen am 14.10.2017 19:02

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Antrag Übernahme


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15919 Beiträge, 6237x hilfreich)

Die Kosten der Beerdigung wird die Grundsicherungsstelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht übernehmen, da es Ihnen als Sohn aufgrund der Höhe Ihres Einkommens zuzumuten ist, die Kosten selber zu tragen.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#2
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Die Kosten der Beerdigung wird die Grundsicherungsstelle mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht übernehmen, da es Ihnen als Sohn aufgrund der Höhe Ihres Einkommens zuzumuten ist, die Kosten selber zu tragen.
Hallo altona01. Danke für Ihre Einschätzung. Ich (weiblich) habe allerdings mit dem Fall nichts zu tun. Fall ist aus dem Kollegenkreis. Trotzdem Nachfrage: wird bei Ihrer Eischätzung berücksichtigt, dass vom dem Einkommen vier Personen leben?

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#3
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15919 Beiträge, 6237x hilfreich)

Die Zumutbarkeitsgrenzen sind doch recht gering, so dass das Einkommen auch bei 3 Unterhaltsberechtigten zu hoch ist, als dass die Behörde übernimmt.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#4
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Die Zumutbarkeitsgrenzen sind doch recht gering, so dass das Einkommen auch bei 3 Unterhaltsberechtigten zu hoch ist, als dass die Behörde übernimmt.
Hallo altona01, Danke wieder. Gibt es da eine Vorschrift oder Richtlinie? Wüssten Sie, nach welchen Stichpunkten diese gesucht werden kann? Oder hätten Diese auch zu Hand? Gibt es vielleicht eine Art Rechners, so wie es ALG1- oder Krankengeld-Rechner gibt? Würde mich interessieren. Gruß, Alya

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#5
 Von 
AxelK
Status:
Gelehrter
(11219 Beiträge, 3432x hilfreich)

@alya:

Zitat:
Beerdigungskosten von Opa belaufen sich auf 4500.


Zunächst einmal stellt sich schon die Frage, wer die Beerdigung, und daraus resultierend die entstandenen Kosten, veranlasst hat. Ich gehe aufgrund der Kostenhöhe mal davon aus, dass darin Kosten enthalten sind, die ohnehin nicht über die Sozialhilfe gedeckt sind. Ist aber nur eine Vermutung.

Im Übrigen schließe ich mich der Einschätzung von @altona an. Bei einem Nettoeinkommen von 3.300,- € ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Sozialamt hier einspringt nahezu = null.

Bevor die Hinterbliebenen zur Kostentragung herangezogen werden, ist natürlich der Nachlass zur Deckung der Bestattungskosten einzusetzen.

Zitat:
Gibt es da eine Vorschrift oder Richtlinie?


Es gibt sicherlich örtliche Richtlinien dazu, welche Kosten angemessen und damit erstattungsfähig sind, und welche nicht. Ob diese Richtlinie für den hier maßgeblichen Ort veröffentlich sind, müsste geprüft werden. Vermutlich eher nicht.

Die Berechnung der Einkommensgrenze ist in § 85 SGB XII geregelt. Neben dem Einkommen ist ggf. auch vorhandenes Vermögen einzusetzen.

Gruß,

Axel

Signatur:Ausführliche Infos zu ALG II finden Sie auf meiner Website: http://www.axelkrueger.info
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#6
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von AxelK):
Zunächst einmal stellt sich schon die Frage, wer die Beerdigung, und daraus resultierend die entstandenen Kosten, veranlasst hat. Ich gehe aufgrund der Kostenhöhe mal davon aus, dass darin Kosten enthalten sind, die ohnehin nicht über die Sozialhilfe gedeckt sind. Ist aber nur eine Vermutung.
Die Beerdigung ist (meiner Informationen nach) gem. Ritus einer Religionsgemeinschaft abgewickelt, der der Verstorbene ein Leben lang angehört hat. Weitere Details liegen mir nicht vor.

Zitat (von AxelK):
Im Übrigen schließe ich mich der Einschätzung von @altona an. Bei einem Nettoeinkommen von 3.300,- € ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Sozialamt hier einspringt nahezu = null.
Zitat:
Danke für Ihre Einschätzung. Im Prinzip entspricht sie meiner gefühlsmäßigen Einschätzung ja auch ... werde die Infos so weiter geben. Vielen Dank !

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21966 Beiträge, 11676x hilfreich)

Übrigens kann er das steuerlich absetzen, wobei allerdings eine "zumutbare Belastung" von so ca. 2.400 Euro von den Kosten abgezogen werden wird (bei geschätztem Jahreseinkommen von 60.000 Euro).

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
alya_teufelchen
Status:
Frischling
(47 Beiträge, 18x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Übrigens kann er das steuerlich absetzen, wobei allerdings eine "zumutbare Belastung" von so ca. 2.400 Euro von den Kosten abgezogen werden wird (bei geschätztem Jahreseinkommen von 60.000 Euro).
Ihre Schätzung des Einkommens ist richtig. Danke für den Tipp - werde ich ebenfalls so weiter geben.

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21966 Beiträge, 11676x hilfreich)

Gern - sollte so 600 bis 650 Euro bringen, plus Soli und ggf. Kirchensteuer.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#10
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21966 Beiträge, 11676x hilfreich)

Nachtrag: Um die Rückzahlung zu erhöhen, sollte man auch nach sonstigen "außergewöhnlichen Belastungen" fahnden: Arzt, Zahnarzt, Augen lasern, Brille, Krankenhauszuzahlung - alles aB, die sich normalerweise nicht auswirken, jetzt aber schon, da halt die Grenze zur "zumutbaren Belastung" gerissen wurde.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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