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Retrograde DNA-Erfassung

10.3.2009 Thema abonnieren
 Von 
hoenig76
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 2x hilfreich)
Retrograde DNA-Erfassung

Hallo meine Lieben,


habt ihr schon mal was von eine retrograden DNA-Erfassung gehört ?


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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Pachlus
Status:
Lehrling
(1930 Beiträge, 343x hilfreich)

Vermutlich eine kriminalistische Maßnahme, um Verbrechen aus der Vergangenheit mittels DNA aufzuklären. (Aus dem Wort abgeleitet)
Pachlus :banana:

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#2
 Von 
hoenig76
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 2x hilfreich)

Ja das dachte ich auch und habe mal meine Vorladung angeschaut.

Da steht Vorladung zu einer Retrograden DNA-Erfassung ohne Rechtsgrundlage oder ähnliches.

Auf freiwilliger Basis und wenn nicht würde ein Gerichtsbeschluss ergehen.

Ich habe keine nennenswerte Vorstrafen lediglich zweimal wegen Beleidigung, die auch mit sozialstunden und einer Geldstrafe beim zweiten mal belegt wurden!!!

Auch habe ich keinen Beschluss bekommen wie angekündigt...

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#3
 Von 
hoenig76
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 2x hilfreich)

Ja eben nicht!!!!

Ich habe eine Vorladung von der Polizei bekommen wo ich aufgefordet wurde mich einer solchen DNA-Erfassung (retrograden) zu unterziehen.
Gleichzeitig wurde keine Rechtsgrundlage benannt, oder der Vorwurf einer Straftat in den Raum gestellt.

Dies würde auf freiwilliger Basis erfolgen, bei nicht folge leisten würde ein Richterlicher Beschluss ergehen.

Ich habe keine nennenswerte Straftaten begangen lediglich einmal Beleidigung und einmal Nötigung.
Bis heute ist auch kein Beschluss erwirkt worden, zudem hat das Gericht in seinem Urteil eine positive Prognose der zukünftigen Straf freiheit von mir gestellt.

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#4
 Von 
Rechtsmacher
Status:
Lehrling
(1528 Beiträge, 293x hilfreich)

quote:
Gleichzeitig wurde keine Rechtsgrundlage benannt, oder der Vorwurf einer Straftat in den Raum gestellt.

Brauch ja auch nicht Sie wurden ja gebeten und nicht aufgefordert. Ich kann Sie ja auch bitten die Queen zu küssen. Machen müssen Sie es nicht. Können Sie aber. (Bitte machen Sie mich dann nicht für die Folgen verantwortlich)

Bei der DNA Erfassung verhält es sich genau so.

Sie werden zunächst gebeten eine DNA Probe abzugeben (freiwillig) zwingen kann Sie dazu derzeit niemand, die DNA Probe soll, so vermute ich mit an irgendeinem Tatort gefundenen DNA Spuren verglichen werden, nur für dieses Verfahren geben Sie Ihre Probe frei, die Probe wird nicht in die BKA Datenbank aufgenommen.

Wenn Sie die Probe nicht freiwillig abgeben, wird die Staatsanwaltschaft um Sie als Täter auszuschließen oder um Sie zu belasten (beides ist Aufgabe der StA) beim zuständigen Ermittlungsrichter beantragen Ihnen eine solche Probe zu entnehmen. Dies kann dann auch unter Zwang erfolgen.

Der Ermittlungsrichter wird nach Sachlage, sprich nach der Lage der Beweise, und Tatsachen, Verdachtsmomente ect.pp. entscheiden ob Sie hinreichend verdächtig sind das Mann Sie zu einer solchen Maßnahme zwingen kann oder eben auch nicht.

Ergeht der Beschluss haben Sie das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde binnen einer Woche ab Zustellung, des Beschlusses. Das Rechtsmittel sollten Sie durch einen Rechtsanwalt einlegen lassen.

Aber wenn Sie nix zu verbergen haben, können Sie die Probe auch abgeben, wie gesagt Sie wird nicht gespeichert.

-----------------
"MFG
Rechtsmacher PvDE-Mitte

Wer Rechtschreibfehler findet kann Sie behalten. "

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#5
 Von 
hoenig76
Status:
Frischling
(23 Beiträge, 2x hilfreich)

Wo kommen wir denn da hin das ohne dringenden Tatverdacht ohne Begründung ohne Straftat eine solche Maßnahme erfolgt.

Und ich Stelle mich nicht auf eine Stufe mit Sexualstraftäten. Und aus eigener Berufserfahrung weiß ich das DNA-Material was einmal abgegeben wurde und im Polas(Hessisches Hepolis) eingestellt ist ,nicht mehr gelöscht wird.

Ich habe mal gegoogelt und gelesen , das Hessen alle verurteilten Straftäter in so einer Datei aufnehmen will.

Ist das überhaupt rechtmäßig? ich habe doch das recht auf freie Selbstbestimmung!!!!

Na ja aber ich denke das hat sich auch erledigt,denn ich habe keinen Beschluss bekommen. Ist auch schon ne weile her.

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#6
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3293 Beiträge, 342x hilfreich)

Nun, ich gehe mal davon aus, dass auch bei DNA-Proben zwischen solchen für das Strafverfahren und für vorbeugende Bekämpfung von Straftaten zu unterscheiden wäre, kann jedoch nur davor warnen, auch schriftliche Zusicherungen, dass die Daten nur für das eine Strafverfahren wären zu glauben. Wenn man schon für das Verfahren solche Daten abgibt, dann sollte man auch durch Anfragen bei Landespolizei und BKA kontrollieren, dass die nicht in den Datenbanken der Landespolizei oder beim BKA länger gespeichert werden, obwohl wohl kaum mit Artikel 2 Grundgesetz vereinbar, leider ist das keine Garantie dafür, dass nicht trotzdem Daten aufbewahrt werden (und sei es nur auf Backup-Tapes).
Dass einmal gespeicherten Daten allen entgegenlautenden Beteuerungen wieder auftauchen können, zeigte sich bei den Göttinger Spudok-Skandal, für mich ist das schon Grund genug, der Polizei in Sachen Datenspeicherung grundsätzlich zu misstrauen, zumal die TäterInnen bei der Polizei dafür ja wie in Niedersachsen auch noch politische Rückendeckung erhalten.

Deswegen würde ich auch auf keinen Fall freiwillig dort hingehen und schon gar nicht irgendwelche Gerichtsentscheidungen von Amts- oder Landgerichten bezüglich einer vorbeugenden Speicherung akzeptieren, sondern von der Tendenz her zur Verfassungsbeschwerde gegen Beschlüsse des Landgerichts raten. Es gibt leider Anzeichen, dass die Amts- und Landgerichte Maßnahmen nach §81g StPO relativ großzügig anordnen, ganz im Gegensatz zur Praxis der Verwaltungsgerichte beim §81b StPO 2.Alternative relativ restriktiv zu entscheiden. Hier droht nicht nur die von manchen Politikern gewünschte Gleichsetzung und sogar eine Aufweichung der Rechtssprechung zum §81b StPO . Ich kann nur hoffen, dass sich diesbezüglich Anwälte ihrer Verantwortung bewusst sind und sich das von Strafgerichten nicht gefallen lassen.

-- Editiert am 10.03.2009 23:21

-- Editiert am 10.03.2009 23:24

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