Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
501.814
Registrierte
Nutzer

Suizid abwenden - Übertretung von Gesetzen zulässig?

 Von 
rothad
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 0x hilfreich)
Suizid abwenden - Übertretung von Gesetzen zulässig?

Hallo zusammen,

heute geht es um folgenden (fiktiven) Fall:

Mal angenommen Person A sitzt in ihrem Auto und möchte sich umbringen bzw. gegen eine Wand fahren. Mehrere Personen holen Person A aus dem Auto um sie an der Weiterfahrt zu hindern. Da Person A immer wieder zum Auto zurückkehren möchte und den Suizidversuch nicht aufgeben will, parkt Person B das KFZ von Person A bis zum Eintreffen der Polizei um die Ecke. Damit möchte Person B verhindern, dass Person A einen Suizid begehen kann (z. B. weil Person A droht mit dem Auto gegen eine Wand zu fahren).

Person B ist FahranfängerIn. Damit gilt für sie die Grenze von 0,0-Promille. Zum Zeitpunkt als sie das KFZ von Person A um die Ecke geparkt hat, hatte sie aber ein Bier getrunken. Begeht Person B eine Ordnungswidrikeit, wenn sie die einzig anwesende Person war, die zu diesem Zeitpunkt das KFZ führen konnte bzw. von Person A entfernen konnte?

Hat Person B Konsequenzen zu befürchten? Person B handelt in der Annahme, nur so den Tod von Person A bzw. einen großen Sachschaden zu verhindern. Ein Schaden entstand durch das Einparken durch Person B nicht bzw. es wurde durch Person B kein Unfall verursacht.

Beim Eintreffen der Polizei wurde Person B nicht kontrolliert und es wurde kein Alkoholtest gemacht, da seitens der Polizei kein entsprechender Verdacht bestand und Person B möglicherweise den Suizid von Person A verhindern konnte. Den Autoschlüssel übergab Person B der Polizei.

Zu einem späteren Zeitpunkt melden sich Zeugen bei der Polizei, die behaupten, zuvor Person B beim Biertrinken gesehen zu haben. Person B bestreitet dies und beruft sich darauf, dass ohne ein entsprechendes Verbringen des Autos die Person A ihren Suizid wahrscheinlich vollendet hätte.

Drohen Person B Konsequenzen in Bezug auf ihre Fahrerlaubnis? Kann im Nachgang überhaupt nachgewiesen werden, dass Person B alkoholisiert gefahren ist? Haben die Zeugenaussagen Konsequenzen? Ist die Annahme von Person B richtig, dass ihr keinerlei Konsequenzen drohen, weil sie so einen möglichen Suizid verhindern konnte?

Vielen Dank für eure Antworten.

-- Editiert von rothad am 01.01.2018 22:21

Verstoß melden

Wir
empfehlen

Unfallschaden kostenlos geltend machen

Erfahrene Anwälte regulieren komplett kostenfrei für Sie Ihren Unfallschaden mit der gegnerischen Versicherung.

Jetzt loslegen

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Polizei Fahrerlaubnis KFZ Entfernen


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(32144 Beiträge, 10926x hilfreich)

Hier dürfte ein Fall des § 16 OWiG vorliegen, so dass Person B straffrei bleiben würde.

Außerdem hätte ich ohnehin Zweifel, dass die Aussagen der Zeugen für eine Bestrafung reichen würden. Wie soll denn z.B. sicher nachgewiesen werden, dass es sich nicht um alkoholfreies Bier gehandelt hat.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Senior-Partner
(6332 Beiträge, 3482x hilfreich)

Hallo,

man könnte ja auch Saft aus der Bierflasche getrunken haben, mag ja so manchem evtl besser schmecken aus solchen Flaschen.

Allerdings stellt sich mir eine Frage, hätte es nicht ausgereicht, einfach nur den Schlüssel wegzunehmen?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden


#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(61549 Beiträge, 28467x hilfreich)

Zitat (von Dr. Kaiser):
Weshalb sollte es also erforderlich sein, dieses noch wegzufahren?

Es mag dem einen oder anderen unbekannt sein, aber mit einem Auto werden in der Regel mehrere Schlüssel geliefert ...



Zitat (von rothad):
Zu einem späteren Zeitpunkt melden sich Zeugen bei der Polizei, die behaupten, zuvor Person B beim Biertrinken gesehen zu haben.

Und? Es gibt viele Birer welche die Fahrtauglichkeit zu 0,0 beeinträchtigen.

Es ist im übrigen erlaubt eine Flasche Vodka zu trinken und unmittelbar danach ein Kfz zu führen. Oder Alkhol zu trinken, während man ein Kfz führt. Relevant ist, wann der Grenzwert im Blut überschritten ist.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Demonio
Status:
Schüler
(229 Beiträge, 35x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Es ist im übrigen erlaubt eine Flasche Vodka zu trinken und unmittelbar danach ein Kfz zu führen. Oder Alkhol zu trinken, während man ein Kfz führt. Relevant ist, wann der Grenzwert im Blut überschritten ist.
Sorry, aber das ist mal wieder komplett falsch.

1.) Vorliegend haben wir es mit einem Fahranfänger zu tun, für den ein grenzwertunabhängiges absolutes Alkoholverbot im Zusammenhang mit dem Führen eines KFZ gilt.

2.) Dürfen auch "alte Hasen" ebenfalls nicht eine Flasche Wodka trinken und dann noch fahren bis sie knapp unter dem Grenzwert liegen, da § 24a StVG auch für solche Schlauberger besagt, dass auch derjenige ordnungswidrig handelt, der eine Alkoholmenge im Körper hat, die zu einer Grenzwertüberschreitung im Sinne des §§ 24a, also einer BAK von 0,5‰ oder einer AAK von 0,25 mg/l führt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Auffahrunfall, wie ist die Haftungsquote?
Die Antworten findet ihr hier:


Unfall

Nach einem Verkehrsunfall gibt es viele Fragen: Wer hat Schuld, welche Schäden können ersetzt werden, wie hoch ist das Schmerzensgeld? Kann man einen Anwalt oder Sachverständigen einschalten, einen Ersatzwagen mieten, werden diese Kosten vom Verursacher des Unfalls übernommen? Was ist ein wirtschaftlicher Totalschaden? 123recht.net beantwortet alle Fragen zum Unfall im Verkehr - anhand von Ratgebern und Fällen oder durch einen Rechtsanwalt im Verkehrsrecht. mehr

Haftungsverteilung beim Auffahrunfall

Nach der alten Regel „wenn´s hinten kracht – gibt´s vorne Geld“ gehen die meisten Verkehrsteilnehmer davon aus, dass im Falle eines Auffahrunfalls der auffahrende Fahrzeugführer automatisch die Alleinschuld am Unfall trägt... mehr

Wer auffährt hat Schuld?

Auffahrunfall, Parkplatz, Winterreifen, Versicherung - Die größten Irrtümer bei einem Verkehrsunfall / Täglich nehmen unzählige Menschen mit ihrem Auto am Straßenverkehr teil. Mit dabei sind auch immer wieder rechtliche Irrtümer, die sich hartnäckig halten. mehr