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Anwalt möchte Kosten doch nicht über Beratungsschein abrechnen

 Von 
fb430679-75
Status:
Beginner
(60 Beiträge, 1x hilfreich)
Anwalt möchte Kosten doch nicht über Beratungsschein abrechnen

Hallo.
Im März haben wir mit Beratungsschein einen Anwalt aufgesucht. Wir haben schriftlich den Termin vereinbart und mit rein geschrieben, dass wir einen Beratungsschein haben. Auch beim ersten Gespräch haben wir den Anwalt gefragt, ob der Beratungsschein ok ist. Der Anwalt meinte er würde alles darüber abrechnen und hat den Schein auch behalten. Der Streit läuft gegen unseren Vermieter. Der Anwalt hat uns dann geraten, 25 % Mietminderung zu machen und hat sich für jeden Brief immer mind. 2 Wochen Zeit gelassen.
Als wir dann im Urlaub waren (der Anwalt wusste, dass wir verreisen), schickte er uns eine Rechnung. Wir schrieben ihn sofort an, wieso wir eine Rechnung bekommen trotz Beratungsschein. Darauf kam keine Antwort. Nach einer Woche konnten wir ihn dann mal erreichen und da sagte er uns, die Abrechnung über den Beratungsschein wäre ihm zu gering und daher rechnet er nun alles über uns ab. Er drohte auch die Mandantschaft niederzulegen, sollten wir die Rechnung nicht sofort begleichen. Wie können wir jetzt vorgehen? Eine weitere Zusammenarbeit kommt eigentlich nicht in Frage, da er uns so betrogen hat. Aber mit dem Vermieter sind wir nun auch in Streit und er droht uns schon mit der Kündigung. Es kommt also definitiv zum Verfahren gegen den Vermieter und ohne Anwalt können wir ja keine Prozesskostenbeihilfe beantragen.

-- Editiert von Moderator am 14.06.2018 18:03

-- Thema wurde verschoben am 14.06.2018 18:03

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Rechnung Mandat Anwalt Beratungsschein


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(61381 Beiträge, 28436x hilfreich)

Zitat (von fb430679-75):
ohne Anwalt können wir ja keine Prozesskostenbeihilfe beantragen.

Doch, kann man: https://justiz.de/formulare/index.php

Fürs Formulare ausfüllen braucht man keinen Anwalt.



Zitat (von fb430679-75):
da sagte er uns, die Abrechnung über den Beratungsschein wäre ihm zu gering und daher rechnet er nun alles über uns ab.

Vermutlich nur telefonisch? Oder in welcher Form genau?

Das ist sein Problem wenn ihm das zu wenig Geld ist. Der hat die Bedingung akzeptiert,damit ist die Sache durch.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
drkabo
Status:
Unparteiischer
(9487 Beiträge, 6919x hilfreich)

Zitat:
Das ist sein Problem wenn ihm das zu wenig Geld ist. Der hat die Bedingung akzeptiert,damit ist die Sache durch.

Richtig.

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Anwalt das Mandat kündigen kann, wenn er keine Lust mehr hat. (Ehrlich gesagt: Es bringt auch nichts, wenn ein Anwalt widerwillig an einem Mandat arbeitet.)
Das was er bislang getan hat, muss er aber über den Beratungshilfeschein abrechnen.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(61381 Beiträge, 28436x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass der Anwalt das Mandat kündigen kann, wenn er keine Lust mehr hat.

Stimmt, aber ein unmotiviertern Anwalt der so krumme Dinger abzieht, dem würde ich kündigen. Großer Anwaltsmangel ist derzeit ja noch nicht abzusehen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
fb430679-75
Status:
Beginner
(60 Beiträge, 1x hilfreich)

danke für eure Antworten. Ja er hat telefonisch gesagt, er will nicht über den Beratungsschein abrechnen. Doch was ist, wenn er einfach hartnäckig behauptet, er hätte keinen Schein bekommen?
Wenn wir Prozesskostenhilfe beantragen, können wir uns damit einfach einen neuen Anwalt suchen?

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#5
 Von 
AntoineDF
Status:
Schüler
(447 Beiträge, 338x hilfreich)

Hallo "fb430679-75",

Zitat (von fb430679-75):
er hat telefonisch gesagt, er will nicht über den Beratungsschein abrechnen.

was der Anwalt hier will oder nicht ist unerheblich. Der Anwalt ist nach § 49 a Abs. 1 BRAO verpflichtet, die in dem Beratungshilfegesetz vorgesehene Beratungshilfe zu übernehmen.

Es stellt sich hier nur die Frage, ob man wirklich einen Anwalt über einen Beratungshilfeschein mandatieren möchte, wenn er gar nicht wirklich gewillt ist, darüber abzurechnen.

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