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Anspruch auf staatliche Leistung nach Elternzeit?

 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)
Anspruch auf staatliche Leistung nach Elternzeit?

Guten Tag,

folgender Sachverhalt ist eingetreten, bei dem ich um Hilfestellung bitte.
Paar, nicht verheiratet, lebt zusammen und hat ein gemeinsames Kind.
Die Mutter hat für ein Jahr Elterngeld erhalten. Kind und Mutter waren bisher im Rahmen der Elternzeit versichert.
Die Zahlungen sind nun mit Abschluss 12/2016 beendet, folglich ist die Mutter nicht mehr versichert und soll die Zahlung für die Krankenversicherung selbst zahlen.
Während der Schwangerschaft wurde der Mutter ein ärztliches Berufsverbot erteilt und bis zum Ende des Mutterschutzes Krankengeld/Mutterschutzgeld bezahlt. Beim Arbeitsamt meldete die Mutter arbeitssuchend (ist auch derzeitger Status).
Hat die Mutter als Unverheiratete nun Anspruch auf ALG1 oder sonstige Ansprüche auf staatliche Unterstützung? Ich gehe davon aus, dass das Arbeitsamt sofort versuchen will, die Mutter in ein Arbeitsverhältnis zwingen wird.
Da die Mutter aber nur im "Billig-lohn-Bereich" arbeiten kann (der letzte Job brachte etwa 1.300 € brutto in Vollzeit). Wenn die Mutter nun eine halbe Stelle antreten würde, müsste eben ein derzeit nicht vorhandener Kindergartenplatz her, der ja auch bezahlt werden müsste. Ist das zumutbar?
Der Vater zahlt momentan die Miete alle weiteren Kosten.
Hätte die Mutter Anspruch auf Unterstützung oder nicht?
Vielen Dank und ein schönes Wochenende

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
ALG1 Mutter Krankenversicherung Elternzeit


16 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24351 Beiträge, 13282x hilfreich)

Hat die Mutter als Unverheiratete nun Anspruch auf ALG1 Sie meinen, ohne Arbeitsbereitschaft? Nö.
oder sonstige Ansprüche auf staatliche Unterstützung? Klar, Alg 2. Da wird dann aber das Einkommen des Partners mit angerechnet. Und natürlich wären auch Wohngeld oder Kinderzuschlag zu prüfen.
folglich ist die Mutter nicht mehr versichert und soll die Zahlung für die Krankenversicherung selbst zahlen. Daran ist dann wohl nichts zu ändern, es sei denn, es bestünde tatsächlich ein Anspruch auf Alg 2.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Künstlerin
Status:
Schüler
(195 Beiträge, 90x hilfreich)

Hallo,
Wie alt ist denn das Kind?
Soweit ich weiss müsste doch die Krankenversicherung für die Dauer der Elternzeit kostenlos sein, oder verwechsle ich da was?
Die Elternzeit kann genommen werden bis zum dritten Geburtstag des Kindes udn ist ni ht abhängig vom Elterngeld.
In einigen Bundesländern könnte nach Ende des Elterngeldes evtl. Auch Betreuungsgeld oder Landeserziehungsgeld gezahlt werden. Hier könnte es sich lohnen einfach mal für das eigene Bundesland zu googlen.

Viele Grüße Künstlerin

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#3
 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)

Hallo Danke für die Antworten!

@ Muemmel, die Fragestellung auf den Anspruch von Alg2 gilt es dann bei der Arge zu klären?

@ Künsterlin,

ich würde dann mit der zuständigen Familiengeldstelle in Verbindung treten, um eine Verlängerung der Elternzeit zu erfragen.

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#4
 Von 
Künstlerin
Status:
Schüler
(195 Beiträge, 90x hilfreich)

Was hat die Mutter denn vor der Elternzeit gemacht?
Üblicherweise teilt man die Dauer der Elternzeit beim Arbeitgeber mit bzw. Ggf. der Agentur für Arbeit.
Ich würde hier direkt bei der Krankenkasse anrufen und fragen, warum denn Beiträge gefordert werden, und darauf hinweisen, dass sie die Mutter noch bis zum 3. Geburtstag des Kindey in Elternzeit befindet.

Hier auch noch ein Link zum Thema: https://www.krankenkassenzentrale.de/elternzeit/#

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#5
 Von 
guest-12313.09.2017 08:51:03
Status:
Student
(2276 Beiträge, 581x hilfreich)

Zitat (von hundesitter):
Hat die Mutter als Unverheiratete nun Anspruch auf ALG1

Hat nix mit Unverheiratet zu tun. Das ist eine Versicherungsleistung, ob man die Voraussetzungen erfüllt, sagt einem die Arbeitsagentur.

Zitat (von hundesitter):
Ich gehe davon aus, dass das Arbeitsamt sofort versuchen will, die Mutter in ein Arbeitsverhältnis zwingen wird.

Ja, und auch das Jobcenter.

Zitat (von hundesitter):
Wenn die Mutter nun eine halbe Stelle antreten würde, müsste eben ein derzeit nicht vorhandener Kindergartenplatz her, der ja auch bezahlt werden müsste. Ist das zumutbar?

Ja. Dafür kann es kommunale Hilfen bei ALG2-Bezug geben.

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#6
 Von 
Künstlerin
Status:
Schüler
(195 Beiträge, 90x hilfreich)

Nunja, das Jobcenter wird akzeptieren müssen, wenn die Mutter bis zum dritten Geburtstag des Kindes in Elternzeit ist. EINE vermittlung kann in dieyem Zeitraum nicht stattfinden.
Anders sieht das allerdings bei ALG I aus. Hier ist die Voraussetzung tatsächlich, dass die Mutter sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt, die Elternzeit also beendet.

Die zentrale Frage scheint hier aber eher zu sein, was die Krankenkasse da fordert. In der Elternzeit ist diese nämlich beitragsfrei.

Wenn ey nach Ende des Elterngeldes finanziell eng wird für die Familie, würde ich persönlich zuerst alle anderen Möglichkeiten prüfen, bevor ich mich ans Jobcenter wende.

Wie oben schon geschrieben, gibt es in einigen Bundesländern Landeyerzeihungsgeld und/oder Betreuungsgeld.
Auch Wohngeld und Kinderzuschlag könnten eine Möglichkeit sein (dafür gibt es online-Rechner, die auch einen Hinweis auf die mögliche Höhe der Leistungen liefern.).
Evtl. Könnte die Mutter auch einen kleinen Nebenjob finden, bei dem die Arbeitszeit so gelegt werden kann, dass der Vater in dieser Zeit das Kind betreuen kann. (Wie sich das auf evtl. Krankenkassenbeiträge auswirkt müsste bei der Krankenkasse erfragt werden).

Viele Grüße
Künstlerin

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24351 Beiträge, 13282x hilfreich)

In einigen Bundesländern könnte nach Ende des Elterngeldes evtl. Auch Betreuungsgeld oder Landeserziehungsgeld gezahlt werden. Das sind nur noch Bayern und Sachsen - Informationen im Netz können veraltet sein, da einige Länder es abgeschafft haben oder gerade abschaffen (z. B. BW und Thüringen).
Muemmel, die Fragestellung auf den Anspruch von Alg2 gilt es dann bei der Arge zu klären? Sollte man machen, da das eher kompliziert ist - der Anspruch kann evtl. einfach dadurch entstehen, daß man knapp über dem Satz liegt und durch die Krankenversicherungsbeiträge wieder drunterrutscht. Dann bekäme man zumindest einen Zuschuß zu den KV-Beiträgen...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#8
 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)

Ok soweit verstanden.
Das Kind ist 1 Jahr alt. Die Mutter war vor Schwangerschaft befristet auf 1 Jahr in einem Krankenhaus beschäftigt. Vor bekanntwerden der Schwangerschaft sollte der Vertrag verlängert werden, wurde er dann aber nicht.
Leider wurde auf dem Antrag für das Elterngeld eine Elternzeit für ein Jahr angegeben. Kann das jetzt überhaupt noch geändert werden? Ich denke die Beitrage für die Krankenkasse wurden von der Elterngeldstelle bezahlt.
Ich danke Euch für die tolle Unterstüzung hier und werde mich wie angekündigt mit der Elterngeldstelle und dem Arbeitsamt in Verbindung setzen.

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#9
 Von 
Künstlerin
Status:
Schüler
(195 Beiträge, 90x hilfreich)

@muemmel: ok, dass das nur noch die beiden sind, war mir nicht bewusst. (Wohne in Bayern...)
Ich bin allerdings immernoch der Meinung, dass die Mutter keine Krankenversi herungsbeiträge zu zahlen braucht, da sie in der Elternzeit beitragsfrei ist. Mir scheint eher, hier ist bei der Krankenkasse etwas schief gelaufen, was sie evtl mit einem kurzen Anruf beri htigen lässt.

Mein Hinweis insb. Auf Kinderzuschlag und Wohngeld rühert daher, dass der TE in seinem eryten Beitrag davon sprach, dass die Mutter vor der Schwangerschaft im Niedriglohnbereich beschäftigt war. Das Elterngeld kann hier dann aber nicht so wirklich hoch gewesen sein, soe dass das Problem evtl. Ohne jobcenter gelöst weden kann (was auf jeden Fall deutlich angenehmer sein dürfte)

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#10
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24351 Beiträge, 13282x hilfreich)

Ja, und auch das Jobcenter. Nö. Die Künstlerin hat recht - das JC akzeptiert eine Nicht-Arbeit bis zum 3 . Geburtstag des Kindes, während Alg 1 an die Vermittelbarkeit geknüpft ist.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#11
 Von 
Künstlerin
Status:
Schüler
(195 Beiträge, 90x hilfreich)

Ja, das kann natürlich noch geändert werden. Wie genau, würde ich direkt bei der Krankenkasse erfragen.

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#12
 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)

Alles klar.
Für Pflichtversicherte gibt es eine Beitragsbefreiung bis zum 3. Jahr der Elternzeit.
Wie eine Verlängerung dieser zu erreichen ist kläre ich mit Elterngeldstelle und oder KV.
Ob Anspruch auf weitere unterstützende Leistung (ALG2) unterliegt einer Sachverhaltsprüfung des Jobcenters und muss mit denen geklärt werden.
Soweit richtig?

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#13
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24351 Beiträge, 13282x hilfreich)

Wenn die KV geklärt ist, kann man das viel einfacher haben: Ansprüche auf Wohngeld, Kinderzuschlag (kann man mit WG kombinieren) und Alg 2 (kann man nicht mit den anderen Leistungen kombinieren) läßt man sich von einem der entsprechenden Rechner im Web ausrechnen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#14
 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)

So, kurzes update.
Die Krankenkasse verweigert die Beitragsfreistellung, da die Mutter vor Schwangerschaft nicht mehr beschäftigt war. Wie bereits erwähnt wurde der befristete Arbeitsvertrag mit Bekanntwerden der Schwangerschaft nicht verlängert. Damit müsse man eben eine private Krankenversicherung abschließen.
Dann stellt sich mir die Frage, wovon das bezahlt werden soll. Einziges "Einkommen" der Mutter ist das Kindergeld. Das allerdings gehört ja auch nicht der Mutter, sondern dem Kind. Natürlich bezahlt der Vater derzeit die Wohnung, Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfes für Mutter und Kind. Die Frage ist, kann er dazu verpflichtet warden? Immerhin sind die Eltern nicht verheiratet. Für das Kind ist selbstredend Unterhalt zu leisten.
In nächsten Woche gibt es einen Termin für eine Erstberatung.

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#15
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16686 Beiträge, 7089x hilfreich)

Wie hoch ist denn das Einkommen des Vaters?
Bis zum 3. Geburtstag ist der Vater sowieso auch für die Mutter unterhaltspflichtig.

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#16
 Von 
hundesitter
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 2x hilfreich)

Das Einkommen des Vaters liegt bei derzeit ca. 1900 €. In Vorbereitung auf eine Insolvenz wird dieser Betrag dann allerdings auf rund 1500 Euro fallen. Der Vater ist nicht unterhaltspflichtig gegenüber der Mutter, weil sie nicht verheiratet sind. So wurde dem Vater das zumindest bei der Berücksichtigung unterhaltsberechtigter Personen im Haushalt mitgeteilt. Derzeit ist unterhaltsberechtigt nur die Tochter.

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