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Schaden am Mietwagen // Vergleichsangebot erstellen lassen

12.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Schaden
 Von 
Thorsten237
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Schaden am Mietwagen // Vergleichsangebot erstellen lassen


Sehr geehrte Damen und Herren,

wir haben mit unserer Band ein Auto bei einer kleinen Autovermietung gemietet.
Leider haben wir einen kleinen Lackschaden verursacht. Der Schaden wurde dem Vermieter mitgeteilt. Die Selbstbeteiligung ist leider zu hoch sodass wir die Kosten für die Reparatur komplett selbst tragen werden. Nun hat der Vermieter ein Angebot bei einer Werkstatt eingeholt was uns mit ca. 1300€ (brutto) sehr teuer erschien. Ein Angebot einer Werkstatt hat er uns allerdings nicht zugeschickt. Die Informationen sind also nur direkt von ihm per Telefonat gekommen und nicht durch ein Dokument einer Werkstatt bestätigt. Zusätzlich hat er uns das Angebot gemacht das der Schaden auch unter der Hand für 900€ beglichen werden könnte. Wir haben uns ein wenig im Internet schlau gemacht und gelesen dass der Vermieter auch die Pflicht hat für uns den Schaden gering wie möglich zu halten, also bspw. keine überteuerte Werkstatt beauftragen darf. Wir haben ihm also direkt geschrieben dass wir ein Vergleichsangebot einholen möchten und wenn dies günstiger ist, er sich daran richten muss. Recht schnell konnten wir eine Einschätzung einer Werkstatt bekommen dass man den Schaden auch für ca. 700 (brutto) reparieren könnte. Dies haben wir dem Vermieter mitgeteilt. Ebenfalls teilten wir ihm mit dass wir ihm das Angebot weiterleiten werden sobald es uns vorliegt. Der Vermieter hat geantwortet dass er weiterhin meint die Werkstatt selbst aussuchen zu dürfen egal wie teuer sie wäre. Das Angebot selbst haben wir bei einer Meister- und Renault-Vertragswerkstatt in Auftrag gegeben welche über ihre Partner Lackierei das tatsächliche Angebot erstellen lies. Aufgrund der Weihnachts und Silvesterfeiertage hat es ein paar Tage gedauert bis wir ihm nun das Angebot weiterleiten konnten. Nun hat der Vermieter darauf geantwortet dass er den Schaden bei der teuren Werkstatt bereits reparieren lassen hat und uns die Tage die Rechnung dazu weiterleiten wird, unser Angebot wäre zu spät (zwischen dem Weitergeleiteten Vergleichsangebot und der Mail davor lagen 13 Werktage) bei ihm eingetroffen. Eine Ankündigung dass er dies einfach so macht, wir eine Frist hätten oder ähnliches hat es nicht gegeben. Wir sehen uns weiter im Recht. Wir möchten selbstverständlich für den Schaden aufkommen aber im vernünftigen Rahmen und fühlen uns nicht fair behandelt. Wie ist hier die Rechtslage. Hat der Vermieter rechtens gehandelt oder haben wir eine Chance den geringeren, angemesseneren Betrag zu zahlen?

Wir sind jetzt schon für jede Information dankbar!

Liebe Grüße

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Schaden


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3210 Beiträge, 1845x hilfreich)

Der Vermieter ist Eigentümer. Werkstattmaßnahmen an seinem Eigentum sind grundsätzlich seine Sache und nicht von dritten zu beauftragen und somit auch erst mal zu bezahlen.

Was ihr zahlen müsst, ist Schadenersatz. Der Schaden des Vermieters besteht grundsätzlich aus dem finanziellen Schaden, den er durch die Rechnung der Werkstatt erleidet.

Jetzt allerdings wird es interessant: Laut § 254 BGB ist bei einem Mitverschulden des Geschädigten der Umfang des Schadenersatzes "von den Umständen" ab.
Da kann man jetzt trefflich streiten. Wenn das ein großer gewerblicher Vermieter ist, würde ich schon sagen, dass der den Markt genügend kennen sollte, um nicht zufällig an eine überteuerte Werkstatt zu geraten. Wenn das hingegen so halbwegs privat geregelt war und der Eigentümer bereits seit 20 Jahren immer und alles nur in dieser Werkstatt alles machen lässt, was so anfällt, dann war er vielleicht wirklich nur etwas naiv.

Ihr könnte dem Vermieter ja mal mitteilen, dass laut Gutachten eurer Vergleichswerkstatt der Schaden nur ca. 700€ beträgt und ihr deswegen nicht bereits sehr, mehr als XXX Euro (sollten schon mindestens die 700 sein, eher mehr) zu zahlen. Dieses Geld überweist ihr dann auch innerhalb der angesetzten Frist auf das vom Vermieter geforderte Konto.

Den Rest müsste er dann gegebenenfalls einklagen.
Da kommt dann ins Spiel dass ihr schon etwas bezahlt habt: Die Gerichtskosten werden im Allgemeinen nach dem Ergebnis aufgeteilt (wenn er z.B. noch 500€ fordert und der Richter 100€ gerechtfertigt hält, zahlt er 4/5 und ihr 1/5; wenn der Richter euer Angebot für ausreichend hält, zahlt er alles).
Im Übrigen werden die Gerichtskosten auch geringer, wenn der Streitwert nicht so hoch ist.
Und schließlich könnte der Vermieter auf die Idee kommen, dass sich die Streiterei nicht lohnt.

Auf seiner "schwarzen Liste" werdet ihr natürlich landen.

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