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Verkäufer (Sony) beseitigt Mangel nicht

13.1.2016 Thema abonnieren
 Von 
gr00t
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Verkäufer (Sony) beseitigt Mangel nicht

Guten Tag liebe Community,

ich werde zunächst mal den kompletten Problemsverlauf schildern.
Ich habe vor knapp zwei Jahren (März 2014) eine Playstation 4 gekauft. Dazu einen zweiten Controller, man möchte ja auch mal mit einem Freund zusammen spielen. Seit Anfang an habe ich das Problem, dass sich das Gummi vom linken Stick des Controllers löst (Google ist voll mit dieser Problematik: https://www.google.de/?gws_rd=ssl#safe=off&;q=ps4+controller+rubber+issue). Nun gut, ich habe also artig jedes mal wenn der Controller bzw. das Gummi wieder seinen Geist aufgegeben hat, den Aufwand auf mich genommen und den Controller bei Sony eingeschickt.Ich muss dazu sagen, dass ich ein absoluter Gelegenheitsspieler bin. Oft spiele ich nur einmal die Woche mit einem Freund, dennoch hielt so ein Controller nie länger als einige Monate. Das Problem ist Sony schon lange bekannt und auch laut Sony schon lange behoben.
Jetzt habe ich hier wieder einen kaputten Controller und wollte auch diesen natürlich einschicken. Neuerdings kann man aber ausgetauschte Controller nur noch max. 3 Monate danach erneut reklamieren bzw. austauschen lassen. Also habe ich angerufen beim Support (man erreicht natürlich nie jemanden, der was zu sagen hat, nur Leute die das wiederholen was im Internet steht), da ich sowieso mal wissen wollte ob ich jetzt bis zum Lebensende die Controller reinschicken muss. Laut Supporter sei das Problem längst gelöst und ich hatte wohl immer noch Ersatz von der alten "Charge" bekommen, wo das Problem bestand. Das war auch alles was mir der Support sagen konnte, einschicken ging nicht mehr aus eben erwähntem Grund.

Ich muss gestehen, ich fühle mich hier von Sony gehörig verarscht. Soweit ich informiert bin, gilt das Garantierecht bei erhalt der ausgetauschten Ware auf's neue. Allerdings denke ich das es sich hierbei nicht mal um einen Garantiefall handelt, sondern eher um einen versteckten Mangel, aufgrund einer falschen Gummi-Mischung. Ich weiß jetzt nicht genau wo es im BGB steht, aber ich meine mich dunkel aus meiner Berufsschulzeit daran zu erinnern, dass Firmen nicht einfach die Gesetze des BGB aushebeln können.
Ich habe hier jetzt meinen mittlerweile 5. defekten Controller, wo sich das Gummi löst, was laut Sony schon kurz nach bekannt werden des Problems behoben sein sollte. Ich habe gerade mal die alten E-Mails rausgekramt, der kaputte Controller den ich jetzt habe, wurde Ende Dezember 2014 getauscht. Da sind die 3 Monate von Sony natürlich schon lange überschritten. Trotzdem dürfte zumindest die Garantie von mindestens einem Jahr noch gelten (hatte bereits Anfang Dezember 2015 das Produkt reklamiert) und selbst wenn nicht, dürfte es doch mindestens ein versteckter Mangel sein.

Man könnte jetzt natürlich sagen ok, sind 40€ so schlimm ist das nicht. Aber es geht mir um's Prinzip und die rechtliche Grundlage und ob ich mit meinen Erkenntnissen soweit richtig liege. Eine Klage wäre wahrscheinlich absolut lächerlich, aber ich finde es nicht gut das so ein Unternehmen mit dem Kunden machen kann was es will, obwohl der Fehler offensichtlich nicht auf meiner Seite liegt. Ich besitze eine Rechtsschutzversicherung, aber ich glaube nicht das man damit auch aktiv Klagen kann und schon gar nicht gegen ein solches Unternehmen. :P
Dennoch würde mich die rechtliche Grundlage für diesen Fall mal interessieren, denn jedes mal wenn ich den Controller in die Hand nehme ärgere ich mich tierisch, dass mich Sony so verarschen darf. Deshalb habe ich mich jetzt auch dazu durchgerungen hier nachzufragen, wie die rechtliche Lage überhaupt aussieht.

Für sachdienliche Beiträge will ich mich an dieser Stelle schon mal im Vorraus bedanken.

Liebe Grüße
gr00t

-- Editier von gr00t am 13.01.2016 16:18

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3100x hilfreich)

Sie haben die PS doch nicht direkt bei Sony gekauft!?

Garantie und Sachmängelhaftung (Gewährleistung) sind nicht identisch!

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#2
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10237 Beiträge, 4390x hilfreich)

Es gibt kein Garantierecht. Garantie oder Kulanz ist eine freiwillige Leistung von Sony zu deren eigenen Bedingungen.

Zitat:
Allerdings denke ich das es sich hierbei nicht mal um einen Garantiefall handelt, sondern eher um einen versteckten Mangel, aufgrund einer falschen Gummi-Mischung.

So hört es sich an und daher solltest du diesen Mangel beim Verkäufer anbringen und die Gewährleistung in Anspruch nehmen. Das hast du aber nicht getan. Für das von Sony bereits ausgetauschte Teil ist der Verkäufer nun nicht mehr zuständig.

-- Editiert von micbu am 13.01.2016 17:05

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#3
 Von 
gr00t
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, das habe ich natürlich nicht bedacht, natürlich habe ich das Produkt nicht direkt von Sony erworben. Aber wenn Sony in einem Garantiefall das Produkt austauscht und sich danach ein versteckter Mangel herausstellt, ist der Garantiefall bzw. die Behebung des Mangels doch nicht gegeben, weil das ausgetauschte Produkt ja erneut den gleichen Mangel aufwies oder nicht?

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#4
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 3100x hilfreich)

Ihr erster Ansprechpartner sollte immer der VK sein (nicht der Hersteller)!

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#5
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3016x hilfreich)

Zitat (von micbu):
Für das von Sony bereits ausgetauschte Teil ist der Verkäufer nun nicht mehr zuständig.

Gibt es dazu ein Urteil? Ich habe so meine Zweifel, dass das stimmt. Die Garantie ist Teil der vereinbaren oder zumindest üblichen Beschaffenheit der Ware, also gehen Folgen aus Garantiereparaturen aus meiner Sicht ebenfalls zu Lasten des Verkäufers.

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#6
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10237 Beiträge, 4390x hilfreich)

So könnte man das auch sehen, stimmt. Auf der anderen Seite ist es so, dass der VK der Gewährleistungsgeber ist. Der VK alleine entscheidet wie er mit der Nachbesserung umgeht. Es gibt kein Anrecht des K darauf, dass der VK die Ware an den Hersteller zur Reparatur sendet. Bei Kleinigkeiten, wie z.B. auch hier, ist es für den VK evtl. mit weniger Aufwand und Kosten verbunden das Gerät selbst zu reparieren, vor allem dann, wenn ein eigener Reparatuerservice vorhanden ist.
Ich denke, das ist etwas worüber man sich trefflich streiten kann. Ein entsprechendes Urteil kann ich nicht finden.

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