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Schweizer Kredit - Barex Inkasso

6.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Inkasso
 Von 
SpeedyIX
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schweizer Kredit - Barex Inkasso

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bin hier richtig. Ich habe folgendes Anliegen:

Ca. Mitte 2015 habe ich aus der Not heraus einen schufaneutralen Kredit bei der SIGMA Kreditbank über 3.500€ bzw. insgesamt dann 4.208€ abgeschlossen.

Gegen Ende 2015 war ich aufgrund eines Engpasses mit 2 Raten im Rückstand, daraufhin wurde der Vertrag direkt gekündigt und die Forderung an die Barex Inkasso, ebenfalls in Lichtenstein, abgetreten. Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.

Jetzt habe ich mir mal eine Forderungsaufstellung schicken lassen und bin dann fast vom Stuhl gefallen.

Mir wurden knapp 410€ nicht verbrauchte Zinsen abgezogen, hinzu kamen noch Kündigungskosten von 30€. Soweit ja noch "ok". Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde. Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...", wovon ich bislang noch nicht weiß, was das genau ist.

Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen. In 2016 habe ich insgesamt satte 470€ Verzugszinsen mitbezahlt!

Insgesamt habe ich 2016 Zahlungen in Höhe von 1.527€ geleistet aber nur knapp 900€ vom eigentlich Kredit getilgt. Die Differenz waren eben die Inkassokosten und die Verzugszinsen. Finde ich gelinde gesagt extrem grenzwertig und das war mir damals nicht wirklich klar, weshalb ich mir die Übersicht erst nach 1 Jahr zuschicken lies.

Mittlerweile geht es mir finanziell durch einen Jobwechsel wieder gut. Mein Plan war, dass ich die Forderung gegen Ende diesen Jahres mit meinem 13. Monatsgehalt tilge. Auch wenn ich da noch mit einem geringeren Restbetrag gerechnet habe...

Die Frage ist einfach, ob das alles rechtens ist oder ich da irgendwas unternehmen kann? Die Hauptforderung ist ja unstrittig aber die Inkassogebühren und Verzugszinsen finde ich extrem zweifelhaft. Wenn man überlegt, wie hoch die Zinsen für den Kredit sowieso schon waren und dann noch die ganzen Gebühren und Zinsen on top.

Ich weiß nicht genau, wie hoch die Verzugszinsen dieses Jahr sein werden - natürlich niedriger aber wenn ich mal von ca. 380€ ausgehe und ich dann Ende des Jahres tilgen würde, hätte ich insgesamt ca. 5.500€ gezahlt - 4.208€ ursprünglich + 347€ (+140€ ;) Inkassokosten + ca. 850€ Verzugszinsen - 3.500€ wurden mir damals ausgezahlt. Eigentlich unglaublich.

Es wäre super, wenn mir da jemand Rat geben könnte. Nutzt es bspw. was damit zu einem Anwalt zu gehen? Oder ist das sowieso aussichtslos? Dann kann ich nur schauen, dass ich die Forderung so schnell wie möglich tilge...aber das wird erst Ende 2017 möglich sein.

Danke und Gruss


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Inkasso


33 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
The Mentalist
Status:
Schüler
(333 Beiträge, 130x hilfreich)

Zitat:
hinzu kamen noch Kündigungskosten von 30€.

Steht das im Vertrag?
Zitat:

Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde

Bei einem Gegenstandswert von 4.208 EUR darf das Inkassobüro gem. dem RVG zum 1,3 fachen Satz 393,90 EUR zzgl. 20,00 EUR Auslagen = 492,54 EUR *fordern*. Die Frage ist, ob eine Beratung wie sie das RVG bei dem 1,3 fachen Satz festgelegt ist, überhaupt statt gefunden hat.
Zitat:

Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.
Zitat:
14% Verzugszinsen

Das ist ebenfalls Quatsch. Verzugszinsen kann man sich hier ausrechnen lassen: http://basiszinssatz.info/zinsrechner/

Zitat:
Die Frage ist einfach, ob das alles rechtens ist oder ich da irgendwas unternehmen kann?

Ich würde die Zahlungen einstellen und dem Inkassobüro schreiben "Die von mir gezahlten Beträge sind nur auf die Hauptforderung anzurechnen" + Widerspruch damit es keinen SCHUFA Eintrag gibt. Dann würde ich erstmal alle weiteren Bettelbriefe ignorieren. Wenn ein Mahnbescheid o.ä. kommt, unbedingt hier wieder fordern.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Zitat:
Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde

Und per 2016 schlichtweg illegal.
Die hatten keine Zulassung.
Erst seit heute (man höre und staune) um kurz vor 11 haben sie offenbar eine Zulassung. Beim OLG Frankfurt, Aktenzeichen 3712/1-I/3-3873/08

Zitat:
Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen

Und auch das ist Wucher und schlichtweg illegal.

Ich würde nun folgendes machen:
1. Strafanzeige gegen die Inkasso-Mitarbeiter wegen gewerblichen Wuchers. Dabei insbesondere die 14% Verzugszinsen hinweisen. Das ist mehr als das dreifache des derzeit erlaubten gesetzlichen Verzugszinses und sicherlich auch mindestens das Doppelte deines ursprünglichen Kreditzinses.

2. Beschwerde beim OLG Frankfurt. Die freuen sich sicher, wenn schon am ersten Tag der Registrierungen Beschwerden reinkommen.
Beschweren würde ich mich darüber, dass die in 2015/2016 keine Zulassung hatten und rechtswidrig gehandelt haben. Dass die keine Inkassogebühren fordern dürften und auch schon gar nicht irgendwelche frei erfundenen Positionen, wie "TLZ 0118".
Zudem würde ich mich über den Zinswucher beschweren. Die mögen dem Inkasso doch mal klar machen, dass so etwas nicht geht und die Forderungsaufstellung zu korrigieren ist.

Ansonsten würde ich brav die Raten abbezahlen, denn bezahlt werden muss ja noch so einiges. Sicherheitshalber würde ich im Verwendungszweck "nur HF" angeben. Dann würde ich abwarten, wie das Inkasso reagiert. Gerade auch hinsichtlich der Zinsen. Ob es sich direkt mit dem Aufsichtsgericht anlegt oder ob es sich reumütig zeigt und dir eine korrigierte Aufstellugn zukommen lässt.

Ich denke, nun, da dieser Betrugsladen endlich mal einer Aufsicht unterworfen ist, werden die nicht direkt in den ersten Tagen mit ihrem mist weiter machen wollen und ich denke, dass du gute Chancen hast, dass es am Ende auf vernünftigem Wege abläuft.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#3
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 181x hilfreich)

Zitat (von SpeedyIX):
Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.

Zitat (von The Mentalist):
Zitat:
Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.

Ja, aber nicht unbedingt so, wie du meinst. Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Sofern SpeedyIX eine solche aber nie unterschrieben hat, ist das tatsächlich Quatsch. Ansonsten kommt es darauf an, ob diese Gebühr in der unterschriebenen Raten-/Teilzahlungsvereinbarung enthalten ist.

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Zitat:
Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Dazu waren sie in 2016 nie berechtigt, da sie keine Zulassung hatten.
Insofern muss man hier auch nicht mit möglichen Positionen aus dem RVG spekulieren denke ich :-)

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#5
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 181x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Zitat:
Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Dazu waren sie in 2016 nie berechtigt, da sie keine Zulassung hatten.

Das nützt leider nichts, wenn - und nur wenn - diese 140€ auf einer schriftlichen Vereinbarung standen, welche SpeedyIX dann unterschrieben hat. Auch als Nicht-Inkasso darf Barex als Forderungsinhaber (wurde ja abgetreten) eine solche Gebühr verlangen. Über die Höhe und ob das dann Wucher ist, könnte man noch streiten.

Falls aber nichts schriftliches existiert, ist das egal, da in dem Fall tatsächlich Quatsch.

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Zitat:
Auch als Nicht-Inkasso darf Barex als Forderungsinhaber (wurde ja abgetreten) eine solche Gebühr verlangen

Ne, gerade nicht. Ich drücke es mal anders aus: Solche Vereinbarungen sind wegen Täuschung im Nachhinein immer angreifbar.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Junior-Partner
(5178 Beiträge, 1775x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Solche Vereinbarungen sind wegen Täuschung im Nachhinein immer angreifbar.

Jegliche Vereinbarung birgt die Gefahr in sich, dass sie im nachhinein rechtlich angegriffen wird. trotzdem ist sie so lange wirksam, bis ein Richter sie für unwirksam erklärt.

Gleiches gilt auch für vereinbarte Verzugszinsen.

Zitat (von SpeedyIX):
Nutzt es bspw. was damit zu einem Anwalt zu gehen?
wenn der Anwalt die vertraglichen Vereinbahrungen besser lesen kann als Du, vermutlich ja. Aber erst sollte man selbst in die Verträge gucken und zwar zu allen einem merkwürdig vorkommenden Punkten; also Kündigungsgebühr, Höhe der Verzugszinsen und TLZ. Falls zur TLZ dort nichts steht (meine Vermutung) Grund und Höhe schriftlich abklären.

Alles besser als mit unvollständigen Informationen Fragen zu stellen und verlässliche Antworten zu erwarten,

meint

Berry

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Zitat:
trotzdem ist sie so lange wirksam, bis ein Richter sie für unwirksam erklärt.

Das ist im Prinzip richtig. Oder halt andersherum: Da das Inkasso Geld will, wird es das am Ende einklagen müssen und dann begründen müssen, warum ihm das alles trotz fehlender Lizenz zusteht und nicht arglistig viele Jahre lang getäuscht wurde.

Dabei die Hintergrundinfo bedenken, dass sich das Inkasso viele Jahre munter geweigert hat, sich einer Aufsicht eines deutschen Gerichtes zu unterwerfen und die Aufsichtsgerichte haben es viele Jahre nicht geschafft, die Aufsicht zu erzwingen.

Was nun der Grund für den heutigen Eintrag im Rechtsdienstleistungsregister ist, weiß ich nicht. Ich habe ob des Themas hier heute Nachmittag geschaut, damit ich nichts falsches schreibe, und Bauklötze gestaunt. Aber ich werde es erfahren, denn meine zwei Bekannten, die geschädigte der Barex sind, haben ihre Beschwerden direkt heute per Fax ans OLG Frankfurt geschickt und ggf. erhält man von dort einen Hinweis, dass beispielsweise de Aufsicht aufgezwungen wurde o.ä.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#9
 Von 
Inkassosachbearbeiter
Status:
Schüler
(211 Beiträge, 149x hilfreich)

Zitat (von arnonym117):
Zitat (von SpeedyIX):
Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.

Zitat (von The Mentalist):
Zitat:
Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.

Ja, aber nicht unbedingt so, wie du meinst. Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung". ...

Das habe ich auch gleich gedacht, das TLZ für Teilzahlung bzw. Ratenzahlungsvereinbarung steht.

Auch weil die Höhe der geforderten Gebühren laut § 4 Abs. 5 RDGEG i.Vm. §§ 2, 13, 31b Nr. 1000 VV RVG zzgl. Nr. 7002 VV RVG passen würde.
20 % von 4.208,00 € = 841,60 €
1,0-Gebühr im Gebührenrahmen von 500,00 € - 1.000,00 € = 80,00 €
80,00 € × 1,5-facher Gebührensatz = 120,00 €
20 % von 120,00 € bzw. max. 20,00 € Auslagenpauschale
120,00 € + 20,00 € = 140,00 €


Zitat (von SpeedyIX):
... Ca. Mitte 2015 habe ich aus der Not heraus einen schufaneutralen Kredit bei der SIGMA Kreditbank ...

Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen. ...


Der Threadtitel lautet ja "Schweizer Kredit - Barex Inkasso", ist die SIGMA Kreditbank denn eine Schweizer Bank?

Wie hoch sind denn die Verzugszinsen in der Schweiz?

Signatur:Meine Beiträge stellen ausdrücklich KEINE Rechtsberatung dar! Ich verweise auf § 675 Abs. 2 BGB.
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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Zitat:
ist die SIGMA Kreditbank denn eine Schweizer Bank?

Je nach Lesart. Beworben wird es mit "Schweizer Kredit". Es handelt sich aber eher um Rechtsflucht und Versuche, sich der deutschen Justiz zu entziehen. Die eigentlichen Hinterleute (***** Kreditvermittlung) kommen allsamt aus Deutschland und oft genug schließt man mit deutschen Banken diese Kredite ab, die dann einen Tag später verkauft werden.

Zitat:
Wie hoch sind denn die Verzugszinsen in der Schweiz?

Irrelevant, da man sich gezielt an deutsche Verbraucher wendet mit dem Angebot und sonst EU-Mitglied ist und damit gemäß Verordnungen (an denen größtenteils auch die Schweiz teilnimmt) deutsche Gesetze herrschen dürften.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#11
 Von 
SpeedyIX
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für eure Antworten! Ich werde mal Rechtsbeistand suchen und mich beraten lassen, welche Optionen ich habe bzw. was man konkret machen kann.

Denn wenn es so gewesen wäre, dass sie gar keine Forderungen hätten eintreiben dürfen, da hier nicht zugelassen - wären ja theoretisch die ganzen Inkassogebühren und Verzugszinsen hinfällig. Ob das wirklich so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Und selbst wenn doch, sind ggf. diese 14% Verzugszinsen nicht Rechtskonform - wenn es die üblichen 4-5% wären, hätte ich schon mal ca. 2/3 weniger Zinsen zu zahlen.

Kann hier dann gerne mal ein Update posten, sobald es in irgend eine Richtung geht.

LG

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#12
 Von 
Annanas2287
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo ich habe genau dasselbe Problem.
Da die gesamte Kreditsumme von Sigma an Barex ging,habe ich diese in Raten bezahlt und heute bekomme ich auf einmal eine E-Mail,ich muss aber zu der Forderung die ich nun getilgt habe die Verzugszinsen von 14% pa zahlen also 620€ für 2 Jahre.
Ich bin total schockiert,weil das nie erwähnt wurde,zwar einen Verzugszins aber nicht,dass da am Ende noch so ein Hammer kommt.
Ein Anwalt meinte im Telefonat,ich sollte die HF komplett begleichen und denen dann ein Angebot machen aber das werden die eh nicht annehmen habt ihr eine Idee?
Vielen Dank
Anna

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#13
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Die Verzugszinsen von 14% sind frei erfunden und lassen sich nicht mal ansatzweise (nach deutschem Recht) begründen.

Ich empfehle eine Beschwerde beim OLG Frankfurt Main (dort haben sie seit letzten Jahr eine Zulassung, kostet nur Briefporto), sowie eine Strafanzeige wegen Vermutung des Zinswuchers und der Nötigung. Die Verzugszinsen von 14% liegen mehr als das dreifache über dem derzeit erlaubten Verzugszins (4,12%).

Ich würde denen schreiben, dass du gemäß deutschem Gesetz ausschließlich 5% über Basiszins zugestehst als Verzugszins und dass du zudem wegen der Abtretung keine Inkassokosten anerkennst. Ich würde schreiben, dass sie in 2 Wochen eine korrigierte Forderungsaufstellung vorlegen sollen, andernfalls würdest du einen Anwalt hinzu ziehen und diesen eine negative Feststellungsklage machen lassen.

Dann würde ich mal abwarten.

Wie viel hast du denn bisher gezahlt und wie hoch war die Kreditsumme damals noch? Sprich: Wenn du sowieso noch etwas abzubezahlen hast, würde ich parallel vorläufig stur die Raten weiterzahlen. Keinen Grund geben, dass die wegen fehlenden Raten auch noch die Vereinbarung gekündigt bekommst.
Oder könntest du die Restsumme zahlen?

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#14
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,

wir haben hier eigentlich dasselbe Problem. Mein Freund hat sich 2016 einen Kredit bei der SIGMA Bank geholt und hat dann glaub 3 Monate nicht bezahlen können. Dann kam´s im nachhinein natürlich dicke. Er hat dann kurzzeitig einen Finanzcoach zur Rate gezogen, dieser hat dann mit der BAREX eine Ratenzahlung gemacht. Mittlerweile mach ich die ganzen Finanziellen Angelegenheiten und habe mir jetzt eine aktuelle Forderungsaufstellung senden lassen. DIese habe ich mir jetzt angesehen und das ich nicht vom Stuhl gefallen bin war wirklich alles. Er bezahlt seit 07.11.2016 regelmäßig und pünktlich seine Raten. Laut deren Aufstellung bezahlt mein Freund 14% Zinsen. Die Hauptforderung betrug am 22.09.16 3817,80 € bisher gezahlt haben wir 2850.00 €.

Da ich in verschiedenen Beiträgen gelesen habe, dass diese 14% unzulässig sind, stellt sich mir die Frage ob es ratsam ist, sich mit einem Anwalt in Verbindung zu setzen? Mein Freund hat halt diesen Vertrag von SIGMA nicht mehr in dem man evtl. nach lesen könnte was er da eigentlich unterschrieben hat.

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#15
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Hat dein Freund damals etwas unterschrieben, mit denen er irgendwas anerkannt hat? Insbesondere zu den Zinsen und den Inkassogebühren?
Es geht nicht um den Vertrag mit der Sigma, sondern um irgendetwas hinsichtlich des Inkassos.

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#16
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

laut ihm wurde das nur telefonisch mit denen ausgemacht, da es kurz vor der Lohnpfändung war.

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#17
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Kannst du die Aufstellung mal einscannen, anonymisieren und hier verlinken? Damit man schauen kann, ob weiterer Blödsinn drin versteckt ist.

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#18
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich kann das auch gern per E-mail senden wäre auch kein Problem.

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#19
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

http://www.directupload.net/file/d/5078/zas9ou5e_pdf.htm

Hier hab ich den Link für die PDF :)

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#20
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Also gut. Räumen wir mal auf.

1. Seite: Insgesamt 41,50€ Mahngebühren sind frei erfundener Quatsch. Maximal 3€. Vielleicht etwas mehr für Briefporto aus der Schweiz. Aber mehr wie 5€ würde ich nicht akzeptieren.
30€ Kündigungskosten sind frei erfundener Quatsch.

2. Seite usw: Inkassogebühr ist zu streichen wegen Konzernabhängigkeit zwischen Bank und Inkasso
14% Zinsen sind völliger Blödsinn

Ich würde denen folgendes schreiben:
---
Wertes Inkasso. Sie werden unverzüglich folgende Bereinigung der Forderungsaufstellung vornehmen:
1. Senken der Mahngebühren auf insgesamt 5€.
2. Streichen der frei erfundenen "Kündigungskosten"
3. Streichen der frei erfundenen Inkassogebühr aufgrund Konzerninkasso (personelle Verbindung zwischen Sigma und Barex Inkasso, §2 RDG)
4. Reduzieren der Verzugszinsen auf 5% über Basiszins
Sie werden unverzgülcih eine bereinigte Forderungsaufstellung vorlegen. Sie haben 14 Tage Zeit. Bei Weigerung oder fruchtlosem Ablauf wird ohne weitere Vorwarnung folgendes passieren:
A) Strafanzeige wegen Verdacht des gewerblichen Betruges, des Zinswuchers und der Nötigung
B) Antrag auf Lizenzentzug beim zuständigen Aufsichtsgericht
C) Negative feststellungsklage via Anwalt.
Ich diskutiere nicht, ich gewähre keine Fristverlängerung.
Bei jeglichem Vollstreckungsversuch o.ä. werde ich ebenfalls die angekündigten drei Schritte unternehmen.
---

Dann abwarten, wie sie reagieren. Da ja noch einiges zu bezahlen ist, würde ich parallel und vorläufig stur weiterhin die Raten bezahlen. Zumindest rund 1000€ sind ja mindestens noch zu bezahlen.
Ansonsten muss man dann mal sehen, wie das mit den Zinsen dann ausschaut.

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#21
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Vielen Dank ich werde den Schriftsatz morgen aufsetzen und am Montag direkt per Einschreiben/Rückschein das Ding raus hauen und dann warten wir mal ab.. :)

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#22
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich hab jetzt in seinen Unterlagen doch noch etwas gefunden. Am Brief Ende steht bezüglich der Zinsen noch etwas.

http://www.directupload.net/file/d/5078/jlorhr5n_jpg.htm

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#23
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Das Bild zeigt es mir leider nicht an.

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#24
 Von 
FranziskaKlingemann
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=0e4fb5-1525594321.jpg

Dann versuchen wir es nochmal :)

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#25
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Der Satz ist nett, aber schlichtweg frei erfunden. Das ergibt auch keinerlei Sinn. Denn wenn die Bank 14% Refinanzierungskosten hätte, würde sie das Geld ja nicht für beispielsweise ursprüngliche 7% o.ä. verleihen können. Rein kaufmännisch ergibt das 0 Sinn.

Andere Sichtweise: Die Bank hatte das Geld längst verliehen zu sagen wir 7%. Wenn der Kredit ordnungsgemäß abgewickelt worden wäre, würde sie das Geld auch nie vollständig sofort zurückbekommen, sondern viele weitere Raten abwarten müssen. Und sie würde maximal die 7% kriegen. Niemals mehr. Da sie nun 14% fordert, würde die Bank deutlich früher deutlich mehr Geld zurückbekommen, als sie jemals bei korrekter Abwicklung des Vertrages bekommen hätte. Sie macht sich also die Taschen voll. Ohne Grund.

Ich bin mir nahezu 99,9999% sicher, dass die Sigma nie einen Beweis vorlegen kann, warum sie 14% Zinsen bekommen muss.

An der Stelle lässt man sich einfach nicht auf eine Diskussion ein. 5% über Basiszins oder eine Klärung vor Gericht. Das sind die einzigen zwei Optionen, die man dem Inkasso lässt. Und wenn man nur überzeugend auftritt, wird die Bank bzw. das Inkasso einlenken. Denn die wissen, dass sie vor Gericht keine Chance haben.


-- Editiert von mepeisen am 06.05.2018 10:22

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#26
 Von 
patrick1801
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Abend zusammen,

ich verfolge diesen Beitrag schon etwas länger und finde sehr spannend, welche Infos man alles bekommen. Ich habe heute einen schriftlichen Email-Verkehr mit dem Direktor des OLG Frankfurts gehabt. Der fand dies alles sehr interessant und daraufhin sollte ich postalisch ihm alles senden. Ich habe auch Probleme mit der Sigma bzw Barex. Da ich sämtliche Kosten zu zahlen habe ohne das ich was unterschrieben habe oder mir mündlich eine Beratung dazu gegeben worden ist. Ich werde mich melden sobald ich Infos vom OLG habe.
mfg

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#27
 Von 
mepeisen
Status:
Heiliger
(20167 Beiträge, 13725x hilfreich)

Du kannst dich gerne mal per PM bei mir melden. Denn ich habe bisher nur vom OLG Frankfurt bekommen, dass A) jegliches Aufsichtsverfahren ein Geheimverfahren ist, wo dem Beschwerdeführer ganz grundsätzlich keine Information zukommt, wie das Verfahren ausgeht und B) die Beschwerdepunkte (Konzerninkasso, Wucher-Zinsen usw.) folgenlos für die Barex bleiben, um nicht zu sagen, dort beim OLG exakt niemanden zu interessieren scheint und C) Beschwerdeverfahren über viele Jahre verschleppt werden, geradezu vorsätzlich...

Mich würde wirklich mal interessieren, wieso der Präsident des OLG eine vollständig andere Meinung dir gegenüber hat, als die von ihm eingesetzten Mitarbeiter zur Bearbeitung von Aufsichtsbeschwerden gegenüber der Barex. Umgekehrt: Wenn es dir nichts ausmacht, den Kontakt herzustellen, würde mich eine persönliche Antwort des Präsidenten des OLG zu einigen Beschwerdeverfahren und der Praxis, die beschwerdepunkte allsamt zu ignorieren und geheimverfahren daraus zu machen, brennend interessieren.

Wir können das gerne hier im Forum besprechen oder auch per PM, wie du magst.

-- Editiert von mepeisen am 12.05.2018 00:09

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#28
 Von 
Schnulla123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Erschreckend zu sehen, wie viele "Betroffene" es von Barex / Sigma gibt. Ich habe gestern eine Sicherungsabtretung/Lohnpfändung von meinem Arbeitsgeber erhalten, wo die Barex AG einen Betrag von 972,-€ pfänden möchte.
Nach einem sehr unfreundlichen Telefonat mit einer MA der Barex AG sowie der Sigma-Bank, die mich an Barex verweist, bin ich nun unsicher, was ich machen soll. Mein Arbeitsgeber hat irgendeinen Vordruck ausgefüllt, welchen ich jedoch nicht gesehen habe, und diesen dann zurück an Barex geschickt (wohl eine Lohnoffenbarung). Ich stehe mit drei Raten aus dem Jahre 2016 in Rückstand, die regüläre Laufzeit des Kredites ging bis April 2018, demnach habe ich 3 von 40 Raten nicht bedient (aus eigener Schusseligkeit). Die Barex AG hat die Forderung am 29.12.2016 von Sigma "übernommen" (an dem Tag war sie ja scheinbar noch nicht offiziell in D registriert)...
Die reguläre und auch korrekte Rstforderung beträgt noch 316,20€ (drei Raten á 105,40€ ), welche ich nun zum ersten des Monats einfach an die Barex überweisen würde, aber die restlichen Gebühren von knapp 655,80€ (Inkassogebühren, Verzugszinsen, TLZ-Gebühren) werde ich definitiv erst einmal nicht zahlen, oder wie seht ihr das?

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#29
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(60516 Beiträge, 28299x hilfreich)

Zitat (von Schnulla123):
aber die restlichen Gebühren von knapp 655,80€ (Inkassogebühren, Verzugszinsen, TLZ-Gebühren) werde ich definitiv erst einmal nicht zahlen

Brauchst Du auch nicht, denn die wird der Arbeitgeber von Deinem Lohn abziehen und überweisen.


Da müsste man also mal schauen, in wie weit die 650 EUR berechtigt sind und wie man dagegen vorgehen könnte.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#30
 Von 
Schnulla123
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)


Brauchst Du auch nicht, denn die wird der Arbeitgeber von Deinem Lohn abziehen und überweisen.

Aber dafür muss Barex doch sicher erst einmal einen Titel bzw eine Pfändungsverfügung vom Amtsgericht erwirken, oder? Und wenn ich gegen diesen Bescheid dann Einspruch einlege und die geforderten Gebühren anfechte, darf doch sicher erst einmal gar nichts von diesen Gebühren gepfändet werden, oder sehe ich das falsch?

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Wann verjährt eine Zahlungsaufforderung?
Die Antworten findet ihr hier:


Zum Jahresende droht Verjährung

von Rechtsanwalt Markus Koerentz
Gemäß § 194 BGB unterliegt das Recht von einem anderen ein Tun oder Unterlassen zu verlangen (Anspruch) der Verjährung / Regelmäßige Verjährungsfrist ... mehr