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Inkasse ohne Mahnung ?

 Von 
terhi
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkasse ohne Mahnung ?

Hallo,

man nehme einen Fall, dass ein Kleinartikel für 3,95 Euro inkl. Porto im Internet bestellt wurde. Der Artikel wurde geliefert. Leider wurde versehentlich die Rechnung nicht bezahlt.
Etwas später gibt es von einem Inkasso-Unternehmen eine Rechnung über fast 30 Euro und den Hinweis, dass trotz Mahnungen nicht gezahlt worden sei. Es wurde aber nie eine Zahlungserinnerung oder Mahnung erhalten. Nach Rücksprache mit dem Verkäufer hätte er Mahnungen per Email versandt. Die Rücksprache mit dem Inkasse-Unternehmen bringt den Fall auch nicht weiter...

Fragen:
1. Ist die Rechnung des Inkasso-Unternehmens ohne Mahnung rechtens?
2. Ist die Inkasse-Gebühr mit fast 750% gerechtfertigt?
3. Wer muss ggf. einen gerichtlichen Mahnbescheid einreichen (der Verkäufer oder das Inkasso-Unternehmen)?
4. Was passiert, wenn die Originalrechnung an den Verkäufer bezahlt wird, aber die Inkasso-Rechnung nicht?

Vielen Dank vorab, auch für Tipps zu dem Fall über die konkreten Fragen hinaus.
Grüße...

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Mahnung Euro Rechnung Inkasso-Unternehmen


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13761 Beiträge, 6078x hilfreich)

quote:
1. Ist die Rechnung des Inkasso-Unternehmens ohne Mahnung rechtens?

Wenn Du im Verzug bist : JA
quote:
2. Ist die Inkasse-Gebühr mit fast 750% gerechtfertigt?

JA - Freie Marktwirtschaft - das IB "darf" diese Gebühren verlangen - ob durchsetzungsfähig steht auf einem anderen Blatt
quote:
3. Wer muss ggf. einen gerichtlichen Mahnbescheid einreichen (der Verkäufer oder das Inkasso-Unternehmen)?

Vermutlich der Verkäufer sofern er noch Forderungsinhaber ist
quote:
4. Was passiert, wenn die Originalrechnung an den Verkäufer bezahlt wird, aber die Inkasso-Rechnung nicht?

Abgesehen von konsequenzen ankündigenden allerdings durchaus nervenden Drohbriefen nichts
d.h mir ist bisher kein einziger fall bekannt in welchem die Gebühren eines externen Inkassobüros erfolgreich eingeklagt wurden
Die Rechtsprechung ist sehr uneinheitlich und deswegen geht kein Gläubiger dieses Risiko ein !
Im Vorfeld angefallene Kosten ( z.b Gebühren für eine Rücklastschrift ) sollten natürlich ebenfalls an den GL überwiesen worden sein


"http://www.youtube.com/watch?v=7NxcwCmpEvw&;feature=related"

-- Editiert am 07.01.2011 16:55

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#2
 Von 
terhi
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo thehellion,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Was genau ist unter "durchsetzungsfähig" bzgl. den Inkassogebühren zu verstehen?

Grüße...

-----------------
""

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#3
 Von 
thehellion
Status:
Philosoph
(13761 Beiträge, 6078x hilfreich)

quote:
Was genau ist unter "durchsetzungsfähig" bzgl. den Inkassogebühren zu verstehen?

Na ja - wenn ein hartnäckiger Mensch trotz Mahnbriefe die Gebühren nicht zahlt dann schläft das eben irgendwann ein - ergo die Inkassogebühren sind dann halt nicht durchsetzungsfähig gewesen

-----------------
"http://www.youtube.com/watch?v=7NxcwCmpEvw&;feature=related"

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