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Haus schenken, kaufen oder erben

20.10.2011 Thema abonnieren Zum Thema: Erben Haus
 Von 
go318167-89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Haus schenken, kaufen oder erben

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Hallo zusammen,
ich habe ein kleines Problem, vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen. Meine Großeltern haben ein Haus und 3 Kinder, ich bin der Enkel bin verheiratet und habe 2 Kinder (steuerklasse 5). Keiner der Kinder möchte das Haus richtig haben, sondern nur das Geld.

Was kommt mich am günstigsten wenn ich das Haus nehme?? Habe gelesen, das auch ich als Enkel einen Freibetrag habe bei einer Schenkung, stimmt das?? Muss ich das Haus taxen lassen und die anderen auszahlen?? Wenn ich es kaufe was ist ein realer Wert damit das Finanzamt nicht sagt das es eine versteckte Schenkung ist?? oder können meine Großeltern mich als Erben des Hauses eintragen lassen?? Muss ich dann die anderen drei Auszahlen?? Hab mir jetzt soviel durch gelesen und ehrlichgesagt den Überblick verloren.

Hoffe ihr könnt mir helfen und ein paar gute Tipps und Paragraphen nennen wo ich mal richtig nachlesen kann.

Tausend DANK.

Lg Jath

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Erben Haus


20 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Arcturus
Status:
Praktikant
(844 Beiträge, 300x hilfreich)

Schenken und Erben ist steuerrechtlich gleich zu bewerten.

Vorschlag:
Die Großeltern sollten einen Erbvertrag aufsetzen, in dem geregelt wird, wer Schlusserbe nach dem Längerlebenden wird.
Die anderen verzichten auf ihre Ansprüche gegen Zahlung der Summe x.
Außerdem ganz wichtig:
Die lebzeitige Versorgung des Längerlebenden muss unabhängig von den Kindern und anderen Beteiligten gesichert sein.

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"Lukas 7,23"

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#2
 Von 
go318167-89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antwort. Aber genau das ist mein Problem es wird keiner der Kinder (außer meine Mama) auf ihr Erbteil verzichten und ich werde die anderen beiden nicht auszahlen können.

Jath

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#3
 Von 
Arcturus
Status:
Praktikant
(844 Beiträge, 300x hilfreich)

Das wird in jedem Fall dann ein Problem.
Im Erbfall könne Kosten z.B. für den Erbschein anfallen, die nicht unerheblich sind.
Dann würden die enterbten Kinder vermutl. Ansprüche geltend machen, die sofort zu erfüllen wären.
Ähnliches könnte auch für eine Schenkung gelten, die sofort zu versteuern wäre.

Bei vertragl. Regelung könnte das Haus sofort den Eigentümer wechseln und statt des Kaufpreises würden die Kinder ausbezahlt.
Da das Haus als Sicherheit da ist, kommt zur Finanzierung eine Hypothek in Betracht.

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"Lukas 7,23"

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#4
 Von 
go318167-89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Verstehe ich dich jetzt richtig, wenn ich das Haus meiner Großeltern kaufe oder geschenkt bekomme, können die beiden Erben mir noch Ärger machen, außer Sie unterzeichnen gleichzeitig eine Verzichterklärung.

Kann man auch enterbt werden oder bekommt man immer einen Pflichtteil??

Danke dir für die Antworten auf meine Fragen.

Jath

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#5
 Von 
Arcturus
Status:
Praktikant
(844 Beiträge, 300x hilfreich)

Den Pflichtteil kann man insbesondere dann fordern, wenn man enterbt wurde.

Und ja: die Kinder werden aus dem Gefühl heraus übergangen worden zu sein, Ärger machen.
Das gilt besonders, wenn der Nachlass im wesentlich aus der Immobilie besteht.

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"Lukas 7,23"

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#6
 Von 
go318167-89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

und eine Verzichtserklärung würde daran nix ändern??

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#7
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3259 Beiträge, 1865x hilfreich)

Na ja, keine übertriebene Panikmache jetzt.
Erst mal leben die Großeltern ja offenbar noch. Solange sie leben, können sie mit ihrem Vermögen machen, was sie wollen. Wenn sie es dir also schenken, dann ist das eben so. Da musst du niemandem etwas auszahlen.

Also erst mal die Steuer:
Erst mal: lebt der Elternteil noch, dessen Eltern diese Großeltern sind? Wenn nein, beträgt dein Steuerfreibetrag 400.000€, Wenn nein, "nur" 200.000€. Da kommt es also auch auf den Wert der Schenkung an.
Beachte: Auch deine Kinder haben jeweils einen eigenen Freibetrag für Schenkungen von den Urgroßeltern, und zwar jeweils 200.00€. Man könnte also eventuell die Schenkung auf dich und die Kinder aufteilen.
Damit dürfte Schenkungssteuer wohl nicht mehr das Problem sein.


Jetzt der Pflichtteilsergänzungsanspruch der Kinder: Dieser kommt zum tragen, wenn die Kinder bei Tod eines Großelternteils nicht mindestens so viel erben, wie ihr Pflichtteil gewesen wäre. Wenn jetzt der Opa stirbt, steht der Witwe ein Pfichtteilsanspruch von 1/4 des Vermögens und den drei Kindern jeweils 1/12 des Vermögens zu. Zum Vermögen zugezählt wird das Haus, allerdings wird für jedes volle Jahr, das es bereits verschekt ist, 1/10 von dessen Wert abgezogen (nach 10 Jahren kommt also 0 dazu).
Jedes Kind, welches mindestens 1/12 dieses errechneten Vermögenswertes erbt, hat keinen Anspruch mehr; ansonsten den Ausgleich bis zu diesm Zwölftel.
Stirbt dann im Beispiel die Oma, so ist der Anspruch (sofern Oma nicht zwischendurch neu geheiratet hat) pro Kind 1/6. Inzwischen können aber ja auch ieder ein paar Jahre ins Land gegangen sein, das Haus wird entsprechend wieter abgezehntelt.

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#8
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3259 Beiträge, 1865x hilfreich)

Ah, sorry, ich habe das "außer meine Mama" überlesen. Also 200.000€ Steuerfreibetrag für dich und für jedes Urenkelkind, sowohl bei Schenkung als auch bei Erbe.

Wenn deine Mutter schon mal auf ihren Ergänzugsnanspruch verzichtet, erhöht das übrigens NICHT den Anspruch der anderen beiden.Also: wieder eine Sorge weniger, es ist definitiv nicht nötig, dass "alle oder keiner" verzichtet.

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#9
 Von 
go318167-89
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Tausend dank. jetzt bin ich schon weiter.

also es LEBEN, gott sei dank, noch alle und das haus gehört im moment allein meiner oma. ich denke mal da das haus auf dem land ist und in einer region wo solche häuser im schnitt mit 90.000 - 100.000 € gehandelt werden, komme ich dann nicht über meinen Freibetrag wo ich was ans finazamt zahlen muss. Wenn ich dich richtig verstanden habe muss meine oma noch 10 Jahre leben (hoffentlich länger) dann kann mir keiner mehr was?

lg jath

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#10
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4850 Beiträge, 3090x hilfreich)

Maßgeblich ist, was die Großeltern (bzw. die Oma) möchte(n). Mann sollte sich beim Notar beraten lassen, der Vertrag muss notariell beurkundet werden.

Wenn ich dich richtig verstanden habe muss meine oma noch 10 Jahre leben (hoffentlich länger) dann kann mir keiner mehr was?
Das ist richtig.

Nicht vergessen sollte man auch, dass die Schenkung "rückgängig" gemacht werden kann, wenn Geld z.B. für ein Pflegeheim benötigt wird.



-- Editiert cruncc1 am 20.10.2011 19:06

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#11
 Von 
fb318223-28
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen lieben DANK für die Hilfe die ich von euch bekommen habe.

Mir ist da noch was eingefallen, was ist wenn sagen wir mein mann das haus kauft, unter wert so für sagen wir 20.000€. Er ist kein Erbe, zählt dann trotzdem die 10 Jahreregel, da wir verheiratet sind?? Ist ja dann offiziell verkauft an keinen Verwandten, in dem Sinne.

Würde es nicht auch gehen wenn die beiden eine Verziehtserklärung unterzeichnen??

Lieben Dank.

Jana

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#12
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4850 Beiträge, 3090x hilfreich)

Mir ist da noch was eingefallen, was ist wenn sagen wir mein mann das haus kauft, unter wert so für sagen wir 20.000€.
Das funktioniert nicht! Alles was unter Verkehrswert "verkauft" wird, ist eine gemischte Schenkung.



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#13
 Von 
quiddje
Status:
Bachelor
(3259 Beiträge, 1865x hilfreich)

... und der Schenkungssteuer-Freibetrag deines Ehemannes ist wesentlich geringer als deiner! In deinem Beispiel wären noch 80.000€ an den Ehemann geschenkt worden, bei seinem Freibetrag von 20.000€ und dem für ihn gültigen Steuersatz von 30% ein eher ungünstiges Vorgehen.

Außerdem kann der Pflichtteilsergänzungsanspruch nicht nur gegenüber Verwandten, sondern gegenüber jedem Bescheknten geltend gemacht werden.

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#14
 Von 
fb318223-28
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

DANKE an Euch für die Infos. Ich glaub das Haus wird nicht in unserer Familie bleiben. Was ich eigentlich wollte. :-(
Liebe Grüße
Jana

Falls ihr noch eine Möglichkeit seht sagt bescheid.
Ps mit dem Schenken ist nicht einfach, denn meine Oma hatte vor kurzem ihren ersten Schlaganfall. Werden jetzt auch erstmal das Haus schätzen lassen, damit ich weiß wenn dann, wieviel Kosten auf mich zu kommen werden, falls meine Oma vor den 10 Jahren geht.
DANKE

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#15
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4850 Beiträge, 3090x hilfreich)

Ps mit dem Schenken ist nicht einfach, denn meine Oma hatte vor kurzem ihren ersten Schlaganfall.
Wenn die Oma nicht mehr geschäftsfähig ist, kannst du dir die ganze Diskussion sparen. Wenn keine entsprechende (notarielle) Vollmacht vorhanden ist, muss ein ein Betreuer eingesetzt werden und das Betreuungsgericht muss zustimmen. Dieses wird einer Verminderung des Vermögens nicht zustimmen.

Werden jetzt auch erstmal das Haus schätzen lassen, damit ich weiß wenn dann, wieviel Kosten auf mich zu kommen werden, falls meine Oma vor den 10 Jahren geht.
Weshalb willst du denn das Haus jetzt schätzen lassen (das ist nicht gerade billig!)? Gibt es denn schon ein entsprechendes Testament deiner Großeltern, dass du als Erbe in Frage kommst? Falls nein, ist deine Großmutter überhaupt noch testierfähig?


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#16
 Von 
fb318223-28
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

hi,
also oma ist im kopf noch voll da, nur in ihrer bewegung eingschränkt, deshalb ist sie aber voll geschäftsfähig.

wie komme ich dann an den wert des hauses??

lg jana

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#17
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4850 Beiträge, 3090x hilfreich)

Man könnte sich bei der Immobilienabteilung einer ortsansässigen Bank oder beim Gutachterausschuss der Stadt/Gemeinde erkundigen.

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#18
 Von 
aidualc86
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo, ich habe auch eine schenkung hinter mir. mein opa hat mir sein haus geschenkt um den Pflichtteil seiner Tochter (kein Kontakt+Versuch zu Enterben)(nicht meine Muttter) zu schmälern!wir mussten natürlich auch zu einem notar, aber sicher kann der für so einen termin auch nach hause kommen (denke ich mal!?)Er muss ja einschätzenund auch rechtlich vertreten ob deine oma bei klarem verstand den vertrag unterschrieben hat!!!! das gute ist, das pro Jahr ab Schenkung 10% des Hauses(bzw. Wert des Hauses) an dich übergehen und somit weniger Pflichtteil an die übrigen abzutreten ist! mein opa hat damals bei der schenkung angegeben dass er die notwenigen kosten (notar, schenkungssteuer,etc.) bezahlt. also wenn deine oma unbedingt möchte dass das haus im familienbesitz bleibt und genug "kleingeld" hat, wäre das eine option!sicherlich sollte sie(oma) sich ein wohnrecht, etc eintragen lassen! bei meinem opa dachten wir auch schon so manches mal dass er von uns geht, aber erstaunlicherweise rappelt er sich immer wieder auf und jetzt sind schon gute 5 jahre vergangen und 50% in "Sicherheit" !! ;-)
vielleicht konnte ich dir etwas helfen!? LG

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-- Editiert aidualc86 am 28.10.2011 16:29

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#19
 Von 
cruncc1
Status:
Master
(4850 Beiträge, 3090x hilfreich)

bei meinem opa dachten wir auch schon so manches mal dass er von uns geht, aber erstaunlicherweise rappelt er sich immer wieder auf und jetzt sind schon gute 5 jahre vergangen und 50% in "Sicherheit" !! ;-)
Wenn sich dein Opa ein (umfassendes) Wohnrecht bzw.den Nießbrauch vorbehalten hat, ist gar nichts in "Sicherheit"!!

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#20
 Von 
aidualc86
Status:
Frischling
(22 Beiträge, 3x hilfreich)

hallo, er hat das wohnrecht für das EG, damit ist das wohnrecht doch eingeschränkt!?? meinst du das?
aber interessant ist warum das nicht in sicherheit ist wenn volles wohnrecht besteht!? was genau ist da dann noch zu beachten?

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