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Einbürgerung - Wie Nachweis über Aufenthaltsort der letzten 8 Jahre erbringen?

12.7.2018 Thema abonnieren
Geschlossen Neuer Beitrag
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)
Einbürgerung - Wie Nachweis über Aufenthaltsort der letzten 8 Jahre erbringen?

Hallo zusammen,

ich möchte mich gerade einbürgern lassen. Ich komme aus Ecuador und bin seit Anfang 2010 mit einem Deutschen verheiratet. Daher sind die 8 Jahre Aufenthalt für mich eigentlich nicht mehr relevant, obwohl ich diese dennoch erfülle.

Bei meinem Termin heute wollte die Sachbearbeiterin dennoch, dass ich irgendwie nachweise wo ich mich seit 2010 aufgehalten habe. 2010 bis 2015 war ich mit meinem Mann bei seinen Eltern wohnhaft und hatte keinen Mietvertrag oder sonstiges. In der Gemeinde war ich jedoch natürlich gemeldet. Soll ich nun eine Aufenthaltsbescheinigung von der Gemeinde über den Zeitraum einfordern um es damit nachzuweisen? Ich weiß nicht ob das geht.

Die Dame heute war sehr unfreundlich und auf die Frage wie ich das Nachweisen solle kam von ihr nur die Aussage: "Lassen Sie sich besser was einfallen wenn Sie Deutsche werden wollen"...

Ich würde mich über jede Art von Hilfe enorm freuen!

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24 Antworten
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#1
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Soll ich nun eine Aufenthaltsbescheinigung von der Gemeinde über den Zeitraum einfordern um es damit nachzuweisen? Ich weiß nicht ob das geht. Natürlich geht das - einfach mal dort anrufen und fragen, wie Sie das genau beantragen und wohin die Gebühr zu überweisen ist.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo muemmel,

vielen lieben Dank für deine Antwort! Also ist es möglich vergangene Aufenthalte damit nachzuweisen. Das ist sehr gut und hilft mir schon einmal weiter.
Durch die Ehe kann man nach Staatsangehörigkeitsrecht schon nach drei Jahren eingebürgert werden. Ich verstehe daher nicht warum ich die vollen acht Jahre nachweisen muss.

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Ich verstehe daher nicht warum ich die vollen acht Jahre nachweisen muss. Nun ja - das eine (die 8 Jahre) ist eine Ist-Regelung (§ 10 StAG), die andere (3 Jahre) eine Soll-Regelung (siehe § 9 des StAG, wo übrigens auch nichts von 3 Jahren steht). Es dürfte also klüger sein, sich deswegen nicht mit der Einbürgerungsbehörde anzulegen - das kann nämlich ziemlich lange dauern, auch wenn Sie am Ende vermutlich recht bekämen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich möchte mich auch nicht mit ihnen anlegen. Ich möchte eine Aussage wie ich die Aufenthalt nachweisen soll wenn ich in dem Zeitraum keine Miete gezahlt habe und auch ansonsten keine aussagekräftigen Rechnungen aus dem Zeitraum habe. Ich könnte noch ein Schreiben der Eltern meines Mannes vorlegen, wo Sie mir bescheinigen, dass ich in dem Zeitraum mit Ihnen gelebt habe. Das in Kombination mit der Aufenthaltsbescheinigung muss doch reichen.

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Das in Kombination mit der Aufenthaltsbescheinigung muss doch reichen. Natürlich - es sagt doch niemand was anderes...
Ich möchte eine Aussage wie ich die Aufenthalt nachweisen soll Haben Sie doch erhalten...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#6
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Ich verstehe daher nicht warum ich die vollen acht Jahre nachweisen muss. Nun ja - das eine (die 8 Jahre) ist eine Ist-Regelung (§ 10 StAG), die andere (3 Jahre) eine Soll-Regelung (siehe § 9 des StAG, wo übrigens auch nichts von 3 Jahren steht).

Die drei Jahre stehen nicht im Gesetz, jedoch auf der Seite des Freistaates Bayern.

Ein Ausländer, der sich seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland aufhält und die nachfolgendem Voraussetzungen erfüllt, kann auf seinen Antrag hin im Ermessenswege eingebürgert werden. Für Asylberechtigte, andere Flüchtlinge und Staatenlose ist die Aufenthaltsdauer auf sechs, für Deutsch-Verheiratete auf drei Jahre verkürzt.

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#7
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Das in Kombination mit der Aufenthaltsbescheinigung muss doch reichen. Natürlich - es sagt doch niemand was anderes...
Ich möchte eine Aussage wie ich die Aufenthalt nachweisen soll Haben Sie doch erhalten...

Danke :-) Ich befürchte nur nach dem Gespräch heute mit der Sachbearbeiterin, dass Ihr das nicht reichen wird. Sie möchte "klare" Belege...

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Sie möchte "klare" Belege... Was kann denn nun noch klarer sein als die Bescheinigung einer dt. Meldebehörde?

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#9
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Nur weil man in Deutschland gemeldet ist muss man hier nicht leben war die Aussage. In dem Zeitraum habe ich nicht studiert oder gearbeitet. Das kann ihrer Meinung nach nicht sein. Ich war in der Zeit nun mal wirklich nur meinem Mann behilflich der selbstständiger Fotograf ist. Bei ihm angestellt war ich aber nicht.
Seit drei Jahren habe ich einen Job und kann für mich selbst sorgen. Das habe ich auch alles durch die Beiträge zur Rentenversicherung nachgewiesen. Es geht um den Zeitraum 2010-2015. Die Sachbearbeiterin glaub mir nicht in Deutschland gewesen zu sein in dieser Zeit. Die Firma meines Mannes ist auch in Deutschland angemeldet und er hat hier Umsätze gemacht. Wo hätte ich in der Zeit denn sein sollen?

Ich werde es jetzt mit der Aufenthaltsbescheinigung und einem Schreiben der Eltern probieren. Sollte es nicht reichen melde ich mich hier noch einmal. :-)

Vielen lieben Dank für die Hilfe auf jeden Fall!

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#10
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Nur weil man in Deutschland gemeldet ist muss man hier nicht leben war die Aussage. Die kann ja nun viel erzählen. Bescheinigung einreichen und abwarten - sollte sie die Einbürgerung ernsthaft negativ bescheiden, können und sollten Sie dagegen vorgehen. Aber sich über "ungelegte Eier", wie man so schön sagt, Gedanken zu machen, ist Zeitverschwendung.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#11
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1207 Beiträge, 446x hilfreich)

Mümmel hat recht, beantragen Sie die Bescheinigung, reichen Sie diese ein, und legen bei abschlägigem Bescheid Rechtsmittel ein. Das wird die schnellste Lösung sein.

Signatur:Meine persönliche Meinung
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#12
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen lieben Dank für die Ratschläge! Ich habe jetzt ein wesentlich besseres Gefühl. Ich werde das genau so machen und dann mal sehen was passiert.

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#13
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,

Ich habe nun eine erweiterte Meldebescheinigung, die aufzeigt, dass ich von 2010 bis 2018 hier in Deutschland gemeldet war. Ab 11. August bin ich 8 Jahre hier in Deutschland gemeldet. Entsprechend habe ich ab dem Zeitpunkt das Recht auf einen Anspruchsantrag und nicht auf einen Ermessensantrag. Die Sachbearbeiterin hat nun nochmal darauf hingewiesen, dass sie meinen Antrag nicht ohne weitere Nachweise über meinen Aufenthalt zwischen 2010 und 2015 bearbeiten wird. Ich sehe mich hier klar einer gewissen Willkür ausgesetzt. Ich habe alle offiziell erforderlichen Dokumente die für diesen Anspruchsantrag erforderlich sind.
Ich werde es jetzt wohl bei der Anwaltshotline versuchen, da ich an der Stelle jetzt nicht mehr weiter weiß. Ich habe keine weiteren Dokumente die belegen, dass ich zwischen 2010 und 2015 auch wirklich die meiste Zeit in Deutschland war.

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#14
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)
Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#15
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(714 Beiträge, 992x hilfreich)

Hier wird sehr leichtfertig von "Behördenwillkür" geredet. Eine Meldebescheinigung (auch die erweiterte Meldebescheinigung) ist natürlich kein Beweis für die (überwiegende) Anwesenheit am besagten Ort für den genannten Zeitraum. Nur zur Erinnerung: In diesem Forum gab es schon einige Fälle, in denen Themenstarter vor dem Problem standen, dass ihr Aufenthaltstitel erloschen war, obwohl sie doch durchgängig in Deutschland gemeldet waren und alle 6 Monate für ein paar Wochen zu Besuch kamen. Man kann z.B. jahrelang noch bei den Eltern gemeldet sein, ohne dort zu wohnen. Solange die Eltern (oder Schwiegereltern) Bescheid sagen, falls amtliche Post kommt, fällt das auch niemandem auf. Die Anmeldung beweist noch nicht mal, dass man überhaupt jemals dort gewohnt hat. Da gibt es einige höchstrichterliche Urteile, z.B. BGH XII ARZ 1/90 vom 7.2.1990:

Zitat:
Die polizeiliche Anmeldung ist für die Begründung eines Wohnsitzes weder erforderlich noch ausreichend (...). Sie kann allerdings ein Beweisanzeichen sein.

Will heißen: Ein Meldung ist allenfalls ein Indiz dafür, dass man an den betreffenden Ort gezogen ist. Selbst dann: Wie häufig man sich dort aufgehalten hat, darüber sagt die amtliche Meldung nichts. Einen Einblick darin, welche Aussagekraft eine amtliche Meldung hat, konnte man durch öffentlich beachtete Prozesse um Steuerhinterziehung bekommen. Ein Beispiel, wo es um dasselbe Thema unter umgekehrten Vorzeichen ging: Ein deutscher Tennisspieler hatte über Jahre einen Wohnsitz in Deutschland (und war natürlich gemeldet), hatte aber beim Finanzamt angegeben, dass er sich den überwiegenden Teil des Jahres nicht in Deutschland aufgehalten habe, und verwies auf seinen Wohnsitz in Monaco. Folglich zahlte er keine Steuern. Hätte er sich wirklich überwiegend nicht im Inland aufgehalten, wäre das auch vollkommen korrekt gewesen. Die Meldung in Deutschland war für das Finanzamt natürlich kein Beleg dafür, wo sich der betreffende Sportler den überwiegenden Teil des Jahres aufgehalten hat.

Im Strafprozess musste die Justiz belegen, dass der Sportler doch überwiegend in Inland war, weil dem Angeklagten die Schuld nachgewiesen werden muss. Wer einen Antrag stellt, muss hingegen belegen, dass er die Bedingungen erfüllt. Und diese Bedingung ist nun mal nicht, dass man seit acht Jahren in Deutschland gemeldet ist, sondern dass man "seit acht Jahren rechtmäßig seinen gewöhnlichen Aufenthalt im Inland hat". In der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Staatsangehörigkeitsrecht ist hierzu nachzulesen:

Zitat:
8.1.1 (...) Eine Niederlassung im Inland liegt vor bei Besitz einer eigenen Wohnung oder eines Unterkommens im Inland in der erklärten oder sonst erkennbaren Absicht, sich dort nicht nur vorübergehend aufzuhalten. Dabei muss der Schwerpunkt der Lebensverhältnisse im Inland liegen.

Die Verwaltungsvorschrift unterscheidet also bei der Niederlassung im Inland das Unterkommen im Inland "in der erklärten oder sonst erkennbaren Absicht, sich dort nicht nur vorübergehend aufzuhalten" (das wäre erfüllt, wenn man in eine Wohnung tatsächlich einzieht und sich anmeldet) und im Folgesatz den "Schwerpunkt der Lebensverhältnisse im Inland". Allein durch Wohnraum und Anmeldung ist diese Bedingung also ausdrücklich keineswegs erfüllt.

Die Meldung ist ein Indiz. Natürlich kann der Behörde das nicht reichen, wenn es ansonsten für 5 Jahre keinerlei Hinweis auf einen tatsächlichen Aufenthalt in Deutschland geben sollte. So selten ist es nicht, dass Ausländer auch nach der Familienzusammenführung noch viel Zeit (manchmal auch den überwiegenden Teil des Jahres) in der Heimat verbringen. Der Aufenthaltstitel wird mitunter dazu genutzt, den Ehepartner jederzeit visafrei besuchen zu können. Außergewöhnlich wäre es natürlich, wenn es über 5 Jahre wirklich keinen anderen Beleg für den Aufenthalt geben sollte als die amtliche Meldung.

Eine Bestätigung durch die Schwiegereltern ist da wenigstens eine Aussage über den tatsächlichen Aufenthalt - und nur darum geht es. Wobei die Frage ist, wie konkret die Bestätigung durch die Schwiegereltern ist (nur allgemein oder ganz konkrete Zeiträume z.B. mit Hinweis auf Urlaubsreisen im Ausland?). Wenn die Sachbearbeiterin erklärt, die Nachweise würden noch nicht ausreichen, soll das dem Antragsteller erstmal helfen. Denn so vermeidet man, dass unzureichend begründete Anträge abgelehnt werden und für den Antragsteller unnötig Kosten und Mühen entstehen. Es geht auch nicht darum, ob die Sachbearbeiterin einem "glaubt", dass man in Deutschland war, es geht darum, ob ihr die Nachweise reichen. Jetzt kann man sich entscheiden, ob man den Antrag so stellt und gegen einen abschlägigen Bescheid vorgeht. Gut möglich, dass das, wie Osmos geschrieben hat, der schnellste Weg ist. Oder man überlegt, welche sonstigen Belege man für den Aufenthalt in Deutschland hat, z.B. über Behördenkontakte, Arztbesuche, absolvierte Sprachkurse, Teilnahmebescheinigungen bei VHS-Kursen oder Seminaren, eine (schriftliche) Bestätigung von Bekannten, dass man am Wohnort regelmäßig Kontakt hatte usw. Und dann reicht man den Antrag ein und wartet, entweder auf den Bescheid oder dass die Behörde schriftlich weitere Belege fordert.

Bevor man über so etwas wie Petitionsausschuss nachdenkt, sollte man mehr haben als die mündliche Einschätzung der Sachbearbeiterin, dass die vorliegenden Dokumente noch nicht ausreichen.

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#16
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Jetzt kann man sich entscheiden, ob man den Antrag so stellt und gegen einen abschlägigen Bescheid vorgeht. Der Antrag ist längst gestellt und wird nicht bearbeitet (Antwort Nr. 13). Im Übrigen hat die TE ja schon darauf hingewiesen, daß ein 8jähriger Aufenthalt hier gar nicht erforderlich ist.
Und dann reicht man den Antrag ein und wartet, entweder auf den Bescheid oder dass die Behörde schriftlich weitere Belege fordert. Sie (die Behörde) tut offensichtlich weder das eine noch das andere. Und was man dagegen tun kann, hatte ich ja schon geschrieben...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#17
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(714 Beiträge, 992x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Jetzt kann man sich entscheiden, ob man den Antrag so stellt und gegen einen abschlägigen Bescheid vorgeht. Der Antrag ist längst gestellt und wird nicht bearbeitet (Antwort Nr. 13). Im Übrigen hat die TE ja schon darauf hingewiesen, daß ein 8jähriger Aufenthalt hier gar nicht erforderlich ist.

Schon mal dran gedacht, dass die Aufenthaltserlaubnis erloschen wäre, wenn die TE sich innerhalb der 5 Jahre nicht überwiegend in Deutschland aufgehalten hätte? Dann wäre der Aufenthalt in den letzten 3 Jahren auch nicht rechtmäßig gewesen. Folglich auch keine Möglichkeit zur Ermessenseinbürgerung.

Zitat (von muemmel):
Und dann reicht man den Antrag ein und wartet, entweder auf den Bescheid oder dass die Behörde schriftlich weitere Belege fordert. Sie (die Behörde) tut offensichtlich weder das eine noch das andere. Und was man dagegen tun kann, hatte ich ja schon geschrieben...

Dass die TE den Antrag wirklich schon gestellt hat, konnte ich da nicht herauslesen. Es hieß lediglich, dass die Sachbearbeiterin angekündigt habe, dass sie den Antrag "nicht ohne weitere Nachweise über meinen Aufenthalt zwischen 2010 und 2015 bearbeiten wird" - ob das nach Antragstellung war oder bei der Vorbesprechung, bleibt unklar. Denn natürlich sind Behördenmitarbeiter gehalten, Antragsteller gerade vor Abgabe des Antrags Hinweise zu geben, wenn nach Meinung der Behörde Unterlagen fehlen. Falls der Antrag gestellt wurde, sind wir uns bei der Empfehlung einerseits vollkommen einig:

Zitat (von muemmel):
sollte sie die Einbürgerung ernsthaft negativ bescheiden, können und sollten Sie dagegen vorgehen.

Zitat (von Felicite):
Jetzt kann man sich entscheiden, ob man den Antrag so stellt und gegen einen abschlägigen Bescheid vorgeht. Gut möglich, dass das, wie Osmos geschrieben hat, der schnellste Weg ist.

Die andere Empfehlung mit dem Petitionsausschuss kann ich hingegen nicht nachvollziehen. Was soll das bringen, sich aufgrund einer mündlichen Erklärung einer Sachbearbeiterin, dass sie noch zusätzliche Belege brauche, an einen Petitionsausschuss zu wenden? Man braucht entweder einen schriftlichen Bescheid oder man wartet, ob die Behörde für eine längere Zeit nicht regiert. Dann ist der anzuratende Weg eine Untätigkeitsbeschwerde oder Untätigkeitsklage. Wenn man das für den richtigen Weg hält, könnte man sich auch vorher an die Behördenleitung wenden und sich über die Sachbearbeiterin beschweren.

Vor allem ging es in meinem Beitrag darum, dass die Meldebescheinigung ein Beweis für den tatsächlichen Aufenthalt sein sollte. Das wurde fast in jedem Beitrag so behauptet und das stimmt nicht.

-- Editiert von Felicite am 22.07.2018 18:07

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#18
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Ausführlichen Beiträge! Die Einbürgerung wurde beantragt, jedoch habe ich eine "Liste" bekommen mit Dokumenten die ich noch nachzureichen habe. Entsprechend ist der Antrag gestellt, denke ich.

Bei den Dokumenten die ich noch liefern muss heißt es:
a)Nachweise über Ihren Aufenthalt zwischen 2010 und August 2015
b)Erweiterte Meldebescheinigung

Ich werde es nun mit der Meldebescheinigung und dem Schreiben der Schwiegereltern versuchen. Ich habe wirklich über diesen Zeitraum quasi keine weiteren Nachweise. Sprachkurs habe ich beispielsweise nicht benötigt, da ich zweisprachig (deutsch/spanisch) aufgewachsen bin.

Mal sehen was jetzt dabei rauskommt. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Wünsche noch einen schönen Sonntag!

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#19
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Schon mal dran gedacht, dass die Aufenthaltserlaubnis erloschen wäre, wenn die TE sich innerhalb der 5 Jahre nicht überwiegend in Deutschland aufgehalten hätte? Dann wäre der Aufenthalt in den letzten 3 Jahren auch nicht rechtmäßig gewesen. Und dafür gibt es welche Anhaltspunkte? Eine AE besaß und besitzt die TE ganz offensichtlich.
Was soll das bringen, sich aufgrund einer mündlichen Erklärung einer Sachbearbeiterin, dass sie noch zusätzliche Belege brauche, an einen Petitionsausschuss zu wenden? Das soll Behördenwillkür aufdecken und beenden. Es gibt offenbar keinerlei Anhaltspunkte für einen Nicht-Aufenthalt der TE in D - das wird doch hier einfach nur unterstellt. Und beispielsweise der Paß der TE scheint überhaupt nicht zu interessieren, obwohl der doch Aus- und Einreisen, zumindest wenn der Schengenraum verlassen wird, aufdecken würde.
Wenn man das für den richtigen Weg hält, könnte man sich auch vorher an die Behördenleitung wenden und sich über die Sachbearbeiterin beschweren. Tja - raten Sie mal, an wen sich der Petitionsausschuß wenden würde. Und dann würde die Dame ihr Vorgehen zu erläutern haben...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#20
 Von 
max_es
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Schon mal dran gedacht, dass die Aufenthaltserlaubnis erloschen wäre, wenn die TE sich innerhalb der 5 Jahre nicht überwiegend in Deutschland aufgehalten hätte? Dann wäre der Aufenthalt in den letzten 3 Jahren auch nicht rechtmäßig gewesen. Und dafür gibt es welche Anhaltspunkte? Eine AE besaß und besitzt die TE ganz offensichtlich.

Der Vollständigkeit halber:
Seit 2016 habe ich eine Niederlassungserlaubnis.

:-)

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#21
 Von 
DumitruKurier
Status:
Schüler
(289 Beiträge, 65x hilfreich)

NImm dir einen Anwalt !

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#22
 Von 
Neuanmeldung ya 380
Status:
Schüler
(411 Beiträge, 208x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Und beispielsweise der Paß der TE scheint überhaupt nicht zu interessieren, obwohl der doch Aus- und Einreisen, zumindest wenn der Schengenraum verlassen wird, aufdecken würde.

Bei Ausländern, die sich mit einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland aufhalten, wird der Pass auch bei einer Aus- oder Wiedereinreise aus/nach Deutschland von der Bundespolizei nicht getempelt.
Wenn das Herkunftsland ebenfalls auf Ein- und Ausreisestempel verzichtet, bietet der Pass keinerlei Nachweis dafür, dass der Betreffende das Land verlassen hat.

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#23
 Von 
Felicite
Status:
Praktikant
(714 Beiträge, 992x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Das soll Behördenwillkür aufdecken und beenden. Es gibt offenbar keinerlei Anhaltspunkte für einen Nicht-Aufenthalt der TE in D - das wird doch hier einfach nur unterstellt.

Was sollte hier denn unterstellt worden sein? Man fragt einen Antragsteller nach Belegen für den Aufenthalt in Deutschland, denn das ist eine zentrale Voraussetzung für die positive Bescheidung des Antrags. Dass die Behörde irgendwelche Behauptungen aufgestellt hat, habe ich nicht gelesen. Dass man sich 5 Jahre in Deutschland aufhält, aber keine Spuren hinterlassen haben sollte, wäre ungewöhnlich. Deshalb wird nach weiteren Belegen gefragt. Die TE legt die Erklärung der Schwiegereltern vor, und es kann gut sein, dass es damit schon hat. Im Zweifel wartet man den Bescheid ab, kann dann dagegen vorgehen und zwar ganz konkret.

Ob die Behörden noch irgendwelche anderen Anhaltspunkte haben, wissen wir nicht - wir haben hier im Forum ja immer nur die Schilderung von einer Seite. Vielleicht wurde die EBH auf irgendeine Unstimmigkeit aufmerksam gemacht? Ohne jede Ahnung einfach zu sagen, die EBH hätte "keinerlei Anhaltspunkte", ist seinerseits eine Vermutung.

Zitat (von muemmel):
Wenn man das für den richtigen Weg hält, könnte man sich auch vorher an die Behördenleitung wenden und sich über die Sachbearbeiterin beschweren. Tja - raten Sie mal, an wen sich der Petitionsausschuß wenden würde. Und dann würde die Dame ihr Vorgehen zu erläutern haben...

Also könnte man sich bei der Behördenleitung beschweren, aber es soll mit dem Petitionsausschuss direkt das ganz große Fass aufgemacht werden? Man sollte sich mal anschauen, welche wichtigen, dringenden Probleme sinnvollerweise vor den Petitionsausschuss kommen und sich dann überlegen, ob dieser Fall dazugehört. Welcher Petitionsausschuss sollte sich hier mit einer einzelnen Beamtin befassen, wenn die betroffene Bürgerin noch nicht mal den Weg der Beschwerde bei der übergeordneten Stelle gegangen ist?

Schließlich geht es der TE darum, eingebürgert zu werden. Im Zweifel geht es um eine Ermessenseinbürgerung. Da fragt man sich, was die Ratschläge sollen, die nur eskalieren, aber absolut nicht zielführend sind.

Zitat (von DumitruKurier):
NImm dir einen Anwalt !

Unbedingt nötig ist das im Moment noch nicht. Nur falls es in diesen 5 Jahren doch eine zu lange Unterbrechung beim Aufenthalt gegeben haben sollte, sollte die TE dringend mit einem Anwalt sprechen. Ansonsten gilt: Der Antrag ist gestellt, die Erklärung der Schwiegereltern wird nachgereicht. Erst, wenn man gegen eine Ablehnung vorgehen will oder noch andere Probleme auftauchen sollten, sollte man einen Anwalt nehmen. Natürlich kann es nie schaden, sich beraten zu lassen. Ein Anwalt ist nicht nur Profi, sondern hat einen direkten Einblick in die Unterlagen, anders als wir Forumsteilnehmer.

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#24
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(24483 Beiträge, 13321x hilfreich)

Man sollte sich mal anschauen, welche wichtigen, dringenden Probleme sinnvollerweise vor den Petitionsausschuss kommen und sich dann überlegen, ob dieser Fall dazugehört. Ja - verraten Sie uns das doch mal. Probleme von Einzelpersonen scheinen Ihrer Meinung ja nicht dazuzugehören. Was macht der Ausschuß dann eigentlich?
Schließlich geht es der TE darum, eingebürgert zu werden. Im Zweifel geht es um eine Ermessenseinbürgerung. Da fragt man sich, was die Ratschläge sollen, die nur eskalieren, aber absolut nicht zielführend sind. Aha - man würde ihr die Einbürgerung also verweigern, wenn sie von ihrem jedem Einwohner zustehenden Petitionsrecht Gebrauch macht. Ich hätte jetzt nicht gedacht, daß Sie solchen finsteren Verschwörungstheorien anhängen...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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