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Wie viel Resturlaub muss gewährt werden?

20.6.2018 Thema abonnieren Zum Thema: Resturlaub
 Von 
Julia_fragt123456
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Wie viel Resturlaub muss gewährt werden?

Guten Abend liebe User und Userinnen,

ich bitte euch, mich bei folgender Frage bzw. dem vorliegenden Sachverhalt zu unterstützen.

Arbeitnehmer A hat seit April 2015 ein unbefristetes Arbeitsverhältnis mit einer Zeitarbeitsfirma.
Nun hat A ein Vertragsangebot zum 01.08.2018 in einer Direktanstellung (bei einer ganz neuen Firma).*

Er kündigt nun das Arbeitsverhältnis mit der Zeitarbeitsfirma fristgerecht zum 31.07.2018.
Laut Arbeitsvertrag mit der Zeitarbeitsfirma gilt die Kündigungsfrist gemäß § 622 Abs. (2) BGB .
Hier schon die erste Frage. Ist das Kündigungsdatum richtig?

Nun geht es zum Urlaub und wir werden einfach nicht schlau.
A hat laut Vertrag einen Urlaubsanspruch von 26 Arbeitstagen/Jahr.
Davon hat er bereits 5 genommen und bis zum Austritt werden noch 9 dazu kommen. Ein Tag davon ist Sonderurlaub wegen Hochzeit.
Aus dem Jahr 2017 wurden 15,3 Arbeitstage in das Jahr 2018 mitgenommen.

Ergänzend zu diesen Informationen noch die Auflistung der Lohnabrechnung von April (Mai liegt noch nicht vor):
Resturlaub Vorjahr: 15,34 (steht auf jeder Lohnabrechnung)
Urlaubsanspruch aktuell: 8,67
genommen im laufenden Jahr: 20,00
Arbeitszeitkonto aktuell: plus 31,34 Stunden

Wie wird jetzt der Resturlaub berechnet?

Ich befürchte, dass im Vertrag mit der Zeitarbeitsfirma eine pro rata temporis-Klausel eingebaut wurde.
"Scheidet ein Mitarbeiter im Laufe eines Kalenderjahres aus (...), so erhält er für jeden vollen Monat des Bestehen des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des ihm zustehenden Jahresurlaubs."

Der neue Arbeitgeber gewährt 30 Arbeitstage/Jahr, wobei der Anspruch erst nach einem halben Jahr entsteht.

Könnt ihr ein bisschen Licht ins Dunkele bringen?
Wir wären sehr dankbar.



* Der neue Arbeitsvertrag liebt bereits unterschrieben vor. A möchte aber sicher gehen, dass sich die Kündigungsfrist nicht überschneidet und hat ihn deshalb noch nicht unterschrieben zurück geschickt.

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Resturlaub


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Jawoll1701
Status:
Schüler
(180 Beiträge, 59x hilfreich)

Die Kündigungsfrist ist richtig.
Wenn A in diesem Jahr schon 20 Tage genommen hat ist der Resturlaub 2017 bereits erledigt.
Wenn die 2018ner Urlaub gezwölftelt wird, stehen A 15,16 Tage zu.
Auch beim neuen AG entsteht ein Anspruch für 2018 in Höhe von 12,5 Tagen. Dieser muss jedoch erst ab Februar 2019 gewährt werden.
Bekommt A in der aktuellen Firma die gesamten Jahresurlaub, muss der Anteil dann beim neuen AG abgezogen werden. Doppelansprüche entstehen nicht.

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#2
 Von 
Julia_fragt123456
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank, Jawoll, für deine Antwort.

Du hast das gut erklärt.

Zitat:

Wenn die 2018ner Urlaub gezwölftelt wird, stehen A 15,16 Tage zu.

In diesen 15-16 Tagen ist der beantragte Urlaub von 9 Tagen inkl. einem Tag Sonderurlaub noch nicht drin oder?
Weil die genommenen Tagen aus dem Resturlaub von 2017 plus 5 Tage vom aktuellem Jahr sind?
Oder hat A dann nur noch 7 Tage bis zum Austritt, weil die 8 bzw. 9 Tage zwar genehmigt sind, aber noch nicht abgerechnet wurden?

Eigentlich könnte A ja einfach die Zeitarbeitsfirma fragen. Aber die Auskunft von dort ist immer eher mau.
Er ist mit ihr super zufrieden und die sind immer sehr freundlich, machen meiner Meinung nach aber einen rechtlichen Fehler.

Vertraglich festgelegt sind 37,5 h.
In seinem Dreischicht-System ist er immer drüber! An Frühschichten (zweimal im Monat) sogar 8h wöchentlich. Urlaub muss er dann auch so einreichen, wie als würde er arbeiten. In Frühschichten also +8h für eine normale Woche.
Wenn er krankgemeldet ist, wird er nicht für die ursprüngliche Arbeitszeit bezahlt, sondern pauschal 37,5 h pro Woche. Wenn er für die Nachtschicht krankgemeldet ist, entfallen die Nachtschichtzuschläge.
Letzteres steht auch in seinem Vertrag: "Zuschläge werden nur für tatsächlich geleistete Stunden vergütet".
Das Arbeitszeitkonto wird monatlich abgerechnet.
In einem Monat hat es sich ergeben, dass er hälftig bei Firma X eingesetzt war (Stundenlohn 9,50 Euro) und dann 9 Tage bei Firma Y (Stundenlohn 11,50). In Firma X wurde er häufiger früher nach Hause geschickt.
Er hat noch vor Ort seine Arbeit aktiv angeboten und jedes Mal die Zeitarbeitsfirma angerufen bzw. gemailt, dass er trotz aktiven Arbeitsangebot nach Hause geschickt wurde. So ergaben sich um die 24 Minusstunden.
Bei der Firma Y hat er dann 10 Stunden pro Tag gearbeitet, die Überstunden wurden aber "verrechnet" und er bekam dann 9,50 Euro ausgezahlt statt 11,50 Euro.
Das war aber auch das einzige, was in den drei Jahren Betriebszugehörigkeit arg Negatives passiert ist.


In der Kündigung wurde gebeten, dass Resturlaub sowie Überstunden mit der letzten Lohnabrechnung (Juli) auszuzahlen ist. Werden die Überstunden dann mit seinem Lohn seiner jetzigen von 10,35 Euro (Firma Z) berechnet oder mit dem ursprünglichen Betrag von 9,irgendwas Euro?
Das geht aus dem Arbeitsvertrag auch nicht hervor.

Vielen Dank für die Hilfen!

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