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Kündigung in Probezeit - Überqualifiziert

 Von 
Kerl
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Kündigung in Probezeit - Überqualifiziert

Guten Tag,

ich habe mein Studium des Maschinenbaus beendet und mich auf eine in einer Zeitung ausgeschriebene Stellenanzeige für den Job eines "Technischen Zeichners" beworben.

Drei Tage nachdem ich die Bewerbung verschickt habe, habe ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten.

Ende der 2. Woche habe ich einen Arbeitsvertrag erhalten und unterschrieben, zunächst für 6 Monate auf Probe.
Am 07.12.2015 habe ich den Job angetreten.
Zwischen dem 16.12.2015 und dem 18.12.2015 habe ich den Arbeitsvertrag unterschrieben.
Am 04.01.2016, dem neuen Werktag im ersten Jahr habe ich meine Lohnabrechnung zusammen mit dem Kündigungsvertrag erhalten.
Gekündigt wurde ich unter Einhaltung der gesetzlich vereinbarten Kündigungsfrist von 2 Wochen zum 17.01.2016.

Der Ex-Chef (gelernter Kaufmann von Beruf) hat mir keine für mich verständliche Antwort geben, warum er mich entlassen hat.
Ich habe erfahren, dass er mich von der Arbeit freigestellt hat.

Erfahren habe ich von Mitarbeitern außerdem, dass die Firma im Jahr 2009 Insolvenz angemeldet hat und bis 2009 deutlich mehr Mitarbeiter hatte als jetzt.
Dass eine andere Technische Zeichnerin bereits den gleichen Job wie ich im Mai 2015 erledigt hat und ebenfalls nur einen Monat in der Firma beschäftigt gewesen ist und wie man mir sagte, freiwillig gegangen ist.
Während ich gegen meinen Willen entlassen/gekündigt wurde. Ich habe da mit der Arbeit weitergemacht, wo sie aufgehört hat.
In der 2. Woche meiner Arbeitszeit hatte ein anderer Technischer Zeichner ein Vorstellungsgespräch in der Firma, der anscheinend ebenfalls da weiterarbeiten wird, wo ich aufgehört habe.
Ob ihm das gleiche passieren wird wie mir, weiß ich nicht.

Am 05.01.2016 habe ich meinen Chef darauf angesprochen, ob er den Kündigungsvertrag zurücknehmen könnte und mir erklären könnte warum er mich gekündigt hat.
Er sagte mir, dass er mir eigentlich keine Rechenschaft schuldig sei warum er mich kündigt.

Nach einem Arbeitszeugnis habe ich gefragt und auch eines erhalten.

Der Kündigungsvertrag im Wortlaut:
""
Hiermit kündigen wir den am 07.12.2015 mit Ihnen geschlossenen Arbeitsvertrag zum 17.01.2016.
Die Kündidung erfolgt unter der vertraglich vereinbarten Frist für die Probezeit von 2 Wochen.
Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass Sie mit Erhalt der Kündigung umgehend beim Arbeits vorstellig werden müssen.
Mit freundlichen Grüßen
""

Was zum Teufel habe ich beim Arbeitsamt verloren?
Ich bin doch arbeiten gekommen um mein Geld in der Firma zu verdienen, in der ich mich für den Job beworben habe.

Im Arbeitszeugnis steht folgendes:
""
Herr MEIN_NACHNAME war in der Zeit vom 07.12.2015 bis 17.01.2016 in unserem Unternehmen als Konstrukteur beschäftigt.
Er hat die ihm übertragenen Arbeiten mit großer Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein zu unserer vollsten Zufriedenheit ausgeführt.
Wir haben ihn als zuverlässigen und selbstständigen Mitarbeiter kennen gelernt.
Sein Verhalten zu Vorgesetzten und Mitarbeitern war stets vorbildlich und korrekt.
Duch Outsourcing der Konstruktionsleistungen ist der Arbeitsplatz aktuell nur mit einem technischen Assisten zur administrativen Bearbeitung der Dokumentation zu besetzen.
MEIN_NACHNAME ist als Bachelor of Science in diesem Bereich überqualifiziert.
Für seinen weiteren Lebensweg wünschen wir ihm alle Gute.
""

Bezahlt wurde ich auch in der Zeit zwischen dem 04.01.2016 und 17.01.2016.
Obwohl ich ab dem 11.01.2016 nicht mehr zur Arbeit erschienen bin.

Ein paar Infos und Fragen die mir dazu derzeit durch den Kopf gehen:
- Warum gibt er mir einen Arbeitsvertrag für 6 Monate auf Probe wenn er mich direkt nach 2 Wochen (im Gespräch: ohne Angabe von Gründen, in Textform: aufgrund Überqualifikation) wieder entlässt?
- Die Stellenausschreibung ist immer noch auf der Internetpräsenz der Firma zu sehen, aber nicht mehr in der Regionalen Tageszeitung.

Ich verstehe die Welt nicht mehr und bitte um Rat.

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
JogyB
Status:
Bachelor
(3155 Beiträge, 3020x hilfreich)

In der Probezeit kann ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Zitat:
Was zum Teufel habe ich beim Arbeitsamt verloren?

Dich schleunigst arbeitssuchend melden. Wobei Du wohl noch keinen Anspruch auf ALG I haben dürftest, das wird wohl auf ALG II rauslaufen.

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#2
 Von 
blaubär+
Status:
Richter
(8121 Beiträge, 3528x hilfreich)

Du kommst frisch von der Ausbildung, unterschreibst einen Arbeitsvertrag und nun das Desaster: dir wird gekündigt. Und verstehst die Welt nicht mehr. Verständlich. Aber du musst die Kündigung keineswegs auf dich beziehen. Es kann da viele innerbetriebliche Gründe geben· das Zeugnis allerdings ist nur so mittelprächtig

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(26231 Beiträge, 10751x hilfreich)

Ich würde dafür sorgen, dass das Wort "überqualifiziert" aus dem Zeugnis verschwindet. Denn das zeigt was deutlich an: Besserwisser, der allen auf den Keks geht.

wirdwerden

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#4
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16701 Beiträge, 7102x hilfreich)

Zitat:
Duch Outsourcing der Konstruktionsleistungen ist der Arbeitsplatz aktuell nur mit einem technischen Assisten zur administrativen Bearbeitung der Dokumentation zu besetzen.
MEIN_NACHNAME ist als Bachelor of Science in diesem Bereich überqualifiziert.

Aber ohne das "überqualifiziert" fällt ja hier die logische Erklärung weg, weshalb gekündigt wurde.

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#5
 Von 
gabimaus
Status:
Praktikant
(906 Beiträge, 650x hilfreich)

Ach herje.
Steck den Kopf nicht in den Sand, akzeptiere die Kündigung in der Probezeit und mach was viele tausende neben Dir auch machen.
1. Melde dich Arbeitslos/Arbeitssuchend
2. Suche Dir einen Job, der zu Dir Passt oder auch nicht
3. Fang nicht an nach irgendwelchen Ausweglosigkeiten zu suchen, sondern nutze die Zeit um Punkt 2 schnellst möglich abarbeiten zu können.

Für Deinen weiteren Lebensweg wünsche ich und alle anderen hier alles gute.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(26231 Beiträge, 10751x hilfreich)

Dann formuliert man halt den Satz um. Nur, das überqualifziert, das muss raus. Aber abgesehen davon, bei der kurzen Arbeitszeit muss man ja nicht unbedingt bei Bewerbungen alles angeben. Da kann man auch sagen, man sei Aushilfe gewesen, habe es versucht, was auch immer. Nur, dieses Wort geht überhaupt nicht.

wirdwerden

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