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Zoll auf Porto?

1.3.2001 Thema abonnieren
 Von 
K. - P. Hoder
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Zoll auf Porto?

Ich habe festgestellt, daß nach einer Bücherlieferung aus dem Ausland Zoll nicht nur für den reinen Warenwert, sondern auch für das Porto erhoben wird. Meine Nachfrage im Zollamt ergab, daß dies Rechtens sei. Wer weiß wieso? Stimmt diese Aussage so immer?

Klaus - P. Hoder

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
pkleine
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, das ist richtig. Leider finde ich die genaue Gesetzesgrundlage nicht. Aber man kann es sich auch verdeutlichen. Der Wert der Bücher im Inland ist ja der Preis + Porto, denn wenn das Buch weiterverkauft wird, schlägt man die Versandkosten drauf, um nicht selber miese zu machen. Daher ist der Warenwert Buch + Porto. Und auf diesen zahlt man Zoll.

Peter Kleine

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#2
 Von 
K. - P. Hoder
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Herr Kleine,

Vielen Dank für die prompte Antwort. Macht irgendwie Sinn. Ich kann mir leider ein lautes "BÄH!" trotzdem nicht verkneifen. :-)

Grüße, K.- P. Hoder

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#3
 Von 
guest123-1267
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 6x hilfreich)

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#4
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(356 Beiträge, 87x hilfreich)

Um das einmal etwas zu erläutern:

Laut Zollkodex setzt sich der Zollwert (aus dem später der Zoll berechnet wird) unter anderem aus dem reinen Warenwert (=Kaufpreis) und den Transportkosten (in Ihrem Fall = Porto) zusammen.

Als dieses Gesetz geschaffen wurde, hatten die europäischen Gesetzgeber wohl mehr an Speditions- oder Verschiffungskosten von Großsendungen gedacht. Nichtsdestotrotz sind Portokosten somit auch Transportkosten und damit in die Berechnung einzubeziehen.

Die Zöllner haben damit die Abgaben richtig berechnet.

Da die Zolleinnahmen der EU zufließen, besteht hier auch kein Ermessensspielraum.

Und noch etwas für Tobias Claren: Sollten Sie meinen Aussagen ebenfalls nicht trauen, schauen Sie doch mal bei zoll.de vorbei oder lesen sich den Zollkodex und die dazugehörige DVO selbst durch.

Einen schönen Tag noch.

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#5
 Von 
guest123-1267
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 6x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#6
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(356 Beiträge, 87x hilfreich)

@ Tobias Claren

Zitat: Also auf die Informationen die der Zoll selbst gibt gebe ich dazu am wenigsten .
Es sollte schon eine unabhängige Quelle sein.

Schon einmal schlechte Erfahrungen mit dem Zoll gemacht? :grins:

Zitat: Ich weiß dass irgendwo auch die Information stand, dass bei Privatleuten das Porto nicht mitgerechnet wird.

Hörensagen? :grins:

Zitat: Wenn die Probleme machen hoffe ich doch hinterher irgendwoher (Begrüßung, Schriftstück, Unterschrift...) denen ihre Namen zu haben.....

Und dann? :???:

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#7
 Von 
guest123-1267
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 6x hilfreich)

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#8
 Von 
guest123-998
Status:
Schüler
(410 Beiträge, 48x hilfreich)

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#9
 Von 
guest123-1267
Status:
Beginner
(78 Beiträge, 6x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#10
 Von 
Louis Cypher
Status:
Schüler
(356 Beiträge, 87x hilfreich)

@ Lawrence Westwood

Zitat: Trotzdem hätte ich gerne aus Interesse mal danach geschaut, wo denn genau festgelegt wird, welche Rechnungspositionen (?) zu verzollen sind.
Kann jemand genaueres sagen, wo das zu finden wäre. [[AO, ZollVG, ZollV...]]

Das mache ich doch gern.

Die Berechnung des Zollwertes ist in den Artikeln 28 ff des Zollkodex (VO EWG Nr. 2913/92) geregelt.

In diesem Fall greift hier der Art. 32 Abs. 1 e) i) (Ja, es wird wirklich so geschrieben):

Artikel 32

Absatz 1
Bei der Ermittlung des Zollwerts nach Artikel 29 sind dem tatsächlich gezahlten oder zu zahlenden Preis hinzuzurechnen:
.
.
.
e) i) Beförderungs- und Versicherungskosten für die eingeführten Waren ...


Das Porto eines Pakets würde ich definitiv als Beförderungskosten bewerten.

Ich hoffe, ich konnte etwas helfen und wünsche noch ein schönes Wochenende.

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#11
 Von 
akbor
Status:
Beginner
(123 Beiträge, 27x hilfreich)

Hallo miteinander,

ich greife dieses uralte Thema mal wieder auf. Wie ist denn die aktuelle Lage?

Ich höre von vielen Freunden, die z.B. irgendwas bei eBay aus China kaufen, dass sowohl der Warenwert, als auch die Versandkosten verzollt werden. Die Frage ist hier nicht eindeutig bewertet worden und ich hätte gern gewusst, was rechtens ist.

Da die Zollabgaben für "Standardartikel" wie z.B. irgendwelche Kleinigkeiten und Unterhaltungselektronik im Allgemeinen der Umsatzsteuer in Deutschland (zurzeit also 19%) entsprechen und die Portokosten in Deutschland umsatzsteuerfrei sind, sehe ich hier keine gleiche Behandlung. Die Zollabgaben auf Portokosten wären somit gegen den Gleichheitssatz und sind eventuell sogar Verfassungswidrig.

Kann das bitte jemand kommentieren? Danke im Voraus!

Gruß

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#12
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3974x hilfreich)

Es hat sich überhaupt nichts geändert, Portokosten werden zum Warenwert hinzugezählt. Verfassungswidrig ist da überhaupt nichts.

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#13
 Von 
akbor
Status:
Beginner
(123 Beiträge, 27x hilfreich)

Aber Porto in Inland ist steuerfrei und auf Porto aus dem Ausland soll der Enpfänger Zollabgaben zahlen und so soll es sein, weil es so ist und alles ist supi?

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#14
 Von 
Flo Ryan
Status:
Senior-Partner
(6121 Beiträge, 3974x hilfreich)

Genau. Und auch im Inland ist nicht jedes Porto umsatzsteuerbefreit. Weiterhin betrifft das ja nur das Nicht-EU-Ausland.

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