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Wohngeldanspruch junge Familie

3.8.2017 Thema abonnieren
 Von 
Masternoob
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)
Wohngeldanspruch junge Familie

Hallo zusammen,

ich habe bereits versucht, mich einzulesen und mir auch den Wohngeldrechner zu Gemüte geführt. Dennoch werde ich nicht so wirklich schlau aus den Infos und würde daher gerne eine Frage stellen.

Hat man mit der folgenden Konstellation Anspruch auf Wohngeld oder wird man direkt auf ALG II verwiesen (was wir eigentlich unbedingt vermeiden wollen)?

Ausgangssituation wäre wie folgt:

Junger Mann, derzeit in erster Berufsausbildung, Nettoeinkommen aktuell ca. 700,- Euro, ab September 750,- Euro. Da er im November 25 wird, bin ich mir nicht sicher, ob er für die restliche Zeit der Ausbildung weiterhin Kindergeld erhält. Ich denke ja eher nicht.

Junge Frau, 22, derzeit arbeitssuchend gemeldet, seit kurzem schwanger, erwartet im Januar 2018 das gemeinsame Kind. Einkommen ca. 180,- Euro ALG I (also normales Arbeitslosengeld). Es besteht kein Kindergeldanspruch mehr, da die Berufsausbildung vor kurzem abgeschlossen wurde.

Beide wohnen derzeit noch bei ihren jeweiligen Eltern, wollen aber nun zusammenziehen (vor der Entbindung) und sind noch nicht verheiratet (Umzug soll im September, Heirat im November stattfinden)

Für eine kleine Wohnung für zwei Erwachsene + Kleinkind zahlt man hier ca. 400,- bis 450,- Euro kalt + ca. 100,- Euro NK. Dazu kämen dann noch ca. 80,- Euro Heikosten und Strom ebenfalls.

Bis Januar 2018 wäre es also ein Zwei Personenhaushalt, dann ein Drei Personenhaushalt. Einkommen dann 300,- Elterngeld + Kindergeld + eben 750,- Euro Ausbildungsentgelt vom Kindsvater.

Da ich von Mindesteinkommen gelesen habe, aber trotz mehrerer guter Hinweise nicht darauf kommen, wie ich das berechnen muss (bin ich wohl zu doof dafür) wäre ich über einen Tipp sehr froh.

Die Mietstufe wäre 2. Sonstiges Einkommen ist nicht vorhanden. Ein gewisser Grundstock als Vermögen, den man aufbrauchen könnte, wäre bei Bedarf möglich, ebenso gewisse freiwillige Unterhaltszahlungen der Eltern, falls das sinnvoller ist.

Vielen Dank schon mal fürs lesen.

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21929 Beiträge, 11653x hilfreich)

Mit so wenig Einkommen kann man Wohngeld knicken. Außerdem sind Azubis davon ausgeschlossen. Hier wird man sich also ans Jobcenter wenden müssen.
Da er im November 25 wird, bin ich mir nicht sicher, ob er für die restliche Zeit der Ausbildung weiterhin Kindergeld erhält. Ich denke ja eher nicht. Kommt drauf an - hat er Wehr- oder Zivildienst geleistet? Wenn ja, wird die Zeit noch "draufgeschlagen".

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Masternoob
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

vielen Dank für deine Antwort. Dass Auszubildende eigentlich - zumindest in den meisten Fällen - keinen Wohngeldanspruch haben, habe ich zwar gelesen aber das dürfte doch nicht gelten, wenn die beiden verheiratet sind bzw. spät. wenn das Kind ebenfalls im Haushalt wohnt.

Wehrdienst oder ähnliches hat er nicht geleistet.

Bzgl. des Einkommens. Unterhaltsleistungen zählen doch ebenfalls zum Einkommen, oder? Falls ja, welches Einkommen (also Lohn, Mindestelterngeld, Kindergeld, Unterhaltsleistungen, ...) wäre denn in etwa gesamt für die drei notwendig, um das Mindesteinkommen für den Wohngeldantrag zu erreichen? Dass sie zumindest für die Zeit der Ausbildung ohne Unterstützung nicht auskommen werden, darüber sind sich alle Beteiligten einig. Die Kindsmutter wird zwar dann auch wieder arbeiten gehen, die erste Zeit aber eher halbtags, so dass sich das Einkommen dort auch im kleinen Bereich bewegen wird.


-- Editiert von Masternoob am 03.08.2017 23:07

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21929 Beiträge, 11653x hilfreich)

Falls ja, welches Einkommen (also Lohn, Mindestelterngeld, Kindergeld, Unterhaltsleistungen, ...) wäre denn in etwa gesamt für die drei notwendig, um das Mindesteinkommen für den Wohngeldantrag zu erreichen? 80% des Alg-2-Anspruches. Das wären derzeit 2x368 Euro plus 63 Euro (Mehrbedarf für Schwangere) plus ca. 600 Euro Miete (Strom zählt nicht zu den Mietkosten) = 1.399 Euro. Und davon 80 % ergibt 1.119 Euro.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Masternoob
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Nochmals vielen Dank.

Wenn das Kind dann da ist, nochmal 237,- Euro mehr, wenn ich das auf der Website der Bundesagentur für Arbeit richtig gelesen habe.(abzgl. der 63 Euro für Schwangerenmehrbedarf).

Damit lässt sich auf jeden Fall schon mal rechnen.

Vielen Dank, das hat mir sehr geholfen.

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Heiliger
(21929 Beiträge, 11653x hilfreich)

Wenn das Kind dann da ist, nochmal 237,- Euro mehr, wenn ich das auf der Website der Bundesagentur für Arbeit richtig gelesen habe.(abzgl. der 63 Euro für Schwangerenmehrbedarf). Dann sind es aber auch wieder 80 %. Also 237 Euro mehr minus 63 Euro Mehrbedarf = 174 Euro und davon 80 % = 139,20 Euro.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#6
 Von 
Masternoob
Status:
Frischling
(39 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo zusammen,

das Wohngeld wurde nun bewilligt. Leider hatten wir eines nicht auf dem Schirm. Kindergeld wird ja normalerweise zwar für die Plausibilitätsprüfung bzw. bei der Ermittlung des Mindesteinkommens berücksichtigt aber nicht als Einkommen bei der Berechnung des Wohngeldanspruchs.

In diesem Fall aber schon, da das Kindergeld ja noch für den jungen Mann gezahlt wird aber an seine Eltern fließt, die es dann wieder an ihn weiterleiten. Daher zählt das Kindergeld als Unterhalt und damit als Einkommen, was den Wohngeldanspruch dann leider erheblich schmälert.

Jetzt einen Abzweigungsantrag zu stellen, würde lt. Wohngeldamt und Familienkasse keinen Sinn machen, da die Eltern das Kindergeld ja weiterleiten und um zum anderen dauert die Bearbeitung eines solchen Antrags wohl länger als noch Kindergeld gezahlt wird (bis November diesen Jahres).

Es ist mir zwar nicht verständlich, warum es einen Unterschied machen soll, ob er das Kindergeld direkt oder indirekt durch Weiterleitung von seinen Eltern erhält aber es ist wohl rechtens und wir müssen damit leben.

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