Wer zahlt die Beerdigung?

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§ 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) bestimmt:

„Der Erbe trägt die Kosten der Beerdigung des Erblassers."

§ 1990 BGB bestimmt aber zum Schutz der Erben: Für die Nachlassschulden haftet nur die Erbmasse. Also, nicht der Erbe mit seinem eigenen Vermögen.

Wenn das Erbe aber überschuldet ist, schlagen viele Erben aus Vorsicht das Erbe aus. Dann haften sie also nicht für die Beerdigung nach § 1968.

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In diesem Fall ist derjenige gar nicht erst Erbe geworden. Durch das Ausschlagen rücken Erben der gesetzlichen Reihenfolge entsprechend nach. Sie können dann ebenfalls das Erbe ausschlagen, um die Beerdigungskosten zu vermeiden.

Gibt es keine Erben haften Familienangehörige nicht aus dem Erbrecht aber aus dem Unterhaltsrecht.

§ 1615, Absatz 2 BGB lautet:

„Im Falle des Todes des Berechtigten hat der Verpflichtete die Kosten der Beerdigung zu tragen, soweit ihre Bezahlung nicht von dem Erben zu erlangen ist."

Der Berechtigte ist der Verstorbene und der Verpflichtete sind entweder die überlebende Ehefrau oder der überlebende Ehemann. Oder die Kinder.

War der Verstorbene verheiratet, so haftet zunächst sein Ehepartner - übrigens auch dann, wenn die beiden getrennt lebten. Die Witwe oder der Witwer müssen notfalls ihr Vermögen aufbrauchen, um die Beerdigungskosten zu begleichen.

Hat der Ehepartner nichts oder zu wenig, werden die Kinder in Anspruch genommen. Unabhängig von einer Erbschaft können also die Ehegatten oder die Kinder für die Beerdigung haften. Denn Kinder sind zum Unterhalt gegenüber ihren Eltern verpflichtet, sofern diese bedürftig sind. Kümmert sich niemand der Angehörigen um die Beerdigung, wird das Ordnungsamt aktiv und sorgt dafür, dass der Tote eine letzte Ruhestätte findet. Für die Kosten werden dann die Angehörigen in Regress genommen, wenn es sie gibt.

Egal ob Erbe oder nicht haften also Familienmitglieder für ihre nächsten Verwandten.

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