Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
479.629
Registrierte
Nutzer

Weniger Urlaubs- als Arbeitsstunden

7.1.2015 Thema abonnieren
 Von 
Telli
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 3x hilfreich)
Weniger Urlaubs- als Arbeitsstunden

Hallo,

ich habe einen Arbeitsvertrag mit 20-Wochenstunden ohne genaue Regelung wie diese verteilt werden.
Jeder Mitarbeiter kann selbst entscheiden wie viele Stunden er arbeiten möchte. Zum Anfang des neuen Monats gibt es einen Arbeitsplan, in dem für jeden seine Sollstunden ersichtlich sind. Ich selbst bin immer Mo-Fr für jeweils 7,5 Arbeitsstunden eingetragen (Pausen schon abgezogen), der komplette Rest sind außerplanmäßig geleistete Überstunden.
Bezahlt wird nach Stunden.
Nun habe ich für den Januar Urlaub genommen. An allen Arbeitstagen bin ich mit mindestens 7,5 Areitsstunden eingetragen, an den Urlaubsstunden jedoch nur mit 4 Stunden. Der Chef beruft sich hierbei auf die Tatsache, dass ich ja nur einen 20-Stunden-Vertrag habe und alles darüber hinaus Überstunden sind. Ich habe im November und Dezember jeweils um die 220 Arbeitsstunden gehabt.
Die Tage werden korrekt gehandhabt mit 24 Urlaubstagen im Jahr, ist es rechtmäßig, dass man mir nur 4 Stunden Urlaub auszahlt, die an den Tagen eingetragen sind an denen ich normalerweise arbeiten würde?

-----------------
""

Verstoß melden

Wir
empfehlen

Arbeitsvertrag prüfen

Nicht alle Klauseln im Arbeitsvertrag sind wirksam, und je nach Ihrer Verhandlungsposition können Sie als Arbeitnehmer Klauseln im Arbeitsvertrag vor Ihrer Unterschrift ganz streichen oder zu Ihren Gunsten abändern. Wir helfen Ihnen dabei!

Jetzt loslegen



8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6250x hilfreich)

Es ist sehr ungünstig für Sie, dass Sie regelmäßig 37,5 Stunden arbeiten aber nur einen 20-Stunden Vertrag haben.
So wird der Arbeitgeber Ihnen im Krankheits- und Urlaubsfall immer viel weniger zahlen, obwohl ja die Überstunden gar keine Überstunden und auch keine Mehrarbeit sind, sondern ja ganz offensichtlich die Arbeitszeit geplant ist.

Dazu das Bundesurlaubsgesetz
§ 11 Urlaubsentgelt
(1) Das Urlaubsentgelt bemißt sich nach dem durchschnittlichen Arbeitsverdienst, das der Arbeitnehmer in den letzten dreizehn Wochen vor dem Beginn des Urlaubs erhalten hat, mit Ausnahme des zusätzlich für Überstunden gezahlten Arbeitsverdienstes.

Eine analoge Regelung gilt auch im Krankheitsfall.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Telli
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 3x hilfreich)

Falsch, wenn ich mit 7,5 Stunden eingetragen bin und krank bin bekomme ich auch 7,5 Krankstunden ausbezahlt. Bin ich mit 10 Arbeitsstunden eingetragen und krank bekomme ich 10 ausgezahlt.

Lediglich der Urlaub wird mir nicht mit meiner Regelarbeitszeit sondern mit nur 4 Stunden im Voraus eingetragen.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2473 Beiträge, 1151x hilfreich)

Harry hat dir das Bundesurlaubsgesetz entsprechend zitiert . Folglich ist die Praxis deines Arbeitgebers falsch und du kannst ihm das BurlG unter die Nase halten.
im übrigen verhält sich dein Arbeitgeber inkonsequent , wenn er im Krankheitsfall korrekt zahlt, den Urlaub aber nicht - in beiden Fällen bist du so zu stellen, als habest du gearbeitet .

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
Telli
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 3x hilfreich)

Das heißt die 7,5 Stunden die ich regelmäßig arbeite darf ich als Urlaubsstunden auch fordern oder nicht?
Wenn ich zu den 7,5 noch mal 2-3 Stunden pro Tag spontan und ungeplant arbeite kann ich die wahrscheinlich nicht einfordern, weil es ohnehin "Überstunden" sind.
Für mich sind die täglichen und geplanten 3,5 Mehrstunden relevant. Darf ich diese einfordern oder zählen auch die als Überstunden?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
clollilolli
Status:
Beginner
(131 Beiträge, 35x hilfreich)

Ich frage nur warum du überhaupt mehr als 20 in der Woche arbeiten gehst, wenn du in deinem Vertrag doch nur 20Stunden/Woche vereinbart hast?????



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
Telli
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 3x hilfreich)

Weil der Arbeitgeber nur 20-Stunden-Verträge abschließt, jedoch auf mehr beschäftigt. Ist das für die Argumentantion irgendwie wichtig?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
:blaubär:
Status:
Student
(2473 Beiträge, 1151x hilfreich)

Wenn das System ist, könntest du sogar auf einen 37,5-Stunden-Vertrag klagen. Und: ist das so unklar oder so wenig zu verstehen, dass du in Sachen Urlaub so zustellen bist wie du in den letzten 13 Wochen im Schnitt gearbeitet hast?

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
Telli
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 3x hilfreich)

Danke schön.
Für mich war unklar, ob die Stunden als Überstunden gelten würden oder nicht und ob ich sie entsprechend anrechnen Klassenkamerad oder nicht.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Überstunden bezahlen - hat man Anspruch?
Die Antworten findet ihr hier:


Überstunden - bekomme ich die bezahlt?

von Rechtsanwalt Alexander Bredereck
Die Rechte des Arbeitnehmers zur Überstundenabgeltung nach erfolgter Kündigung / Wann kann der Arbeitnehmer zusätzlichen Lohn für Überstunden ... mehr

Freizeitausgleich oder Vergütung für Überstunden

von Rechtsanwalt Alexander Bredereck
Wann hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Vergütung von Überstunden? / Überstunden/Mehrarbeit muss in der Regel vergütet werden, allerdings kann statt dessen ... mehr

Die Anordnung und Vergütung von Überstunden

Was Arbeitgeber und Arbeitnehmer über wirksame Vereinbarungen wissen sollten / Überstunden sind in deutschen Unternehmen keine Seltenheit. Sowohl bei Arbeitgebern als auch bei Arbeitnehmern herrscht in diesem Bereich jedoch oftmals Unsicherheit: ... mehr