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Was bringt der Mutterschutz bei Zeitarbeit?

21.2.2009 Thema abonnieren Zum Thema: Mutterschutz
 Von 
Lena1979
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 3x hilfreich)
Was bringt der Mutterschutz bei Zeitarbeit?


Bis letzte Woche habe ich bei einer großen Spedition als Bürokraft über eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet. In dem Büro wo ich arbeitete waren wir 4 Zeitarbeiter. Da in letzter Zeit sehr wenig arbeit war, wurde entschieden, dass Sie nur noch 3 Zeitarbeiter beschäftigen können und ich gehen muss.
Zu meiner Person, ich bin in der 14. Schwangerschaftswoche und muss noch bis ende Juni arbeiten bis ich in die Mutterschutzzeit gehen darf.
Gestern hatte ich ein Gespräch bei meiner Zeitarbeitsfirma, wo ich zum Abruf stehe. Es wurde mir gesagt, dass Sie momentan keine Bürotätigkeit haben sondern nur Einsatzmöglichkeiten im Lager.
In habe einen Arbeitsvertrag als kaufmännische Angestellte E2, hier bin ich im Verband der AMP / CGZP.
Meine Fragen:
- ist in meiner Situation ein Arbeitsplatzwechsel von einer Bürotätigkeit in eine Lagertätigkeit zumutbar?
- kann ich auf einen Einsatz im Büro bestehen?
- kann ich Probleme bekommen, wenn ich einen Einsatz im Lager ablehne?
- wie soll ich in meiner Position am besten vorgehen, da ich mein Kind schützen möchte?

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Mutterschutz


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 234x hilfreich)

Hallo,
oh ein neuer Bürger^^. Glückwünsche dass alles klappt so wie Du / IHr das Euch vorstellt.


Das Mutterschutzgesetz gilt in der Zeitarbeit genauso wie überall.

In schwierigen Situationen sind loyale Mitarbeiter schon einmal geneigt der Firma , und damit auch sich selbst zu helfen.
Aber normalerweise wird eine so krasse Versetzung entgegen des Vertrages nicht vom Direktionsrecht des Arbeitgebers gedeckt.
Möglicherweise steht im genannten Tarifvertrag noch was drin.

Normalerweise....
Also Lagertätigkeit dürfte sich aufgrund des Mutterschutzgesetzes auch zum derzeitigen Zeitpunkt nicht anbieten:
http://bundesrecht.juris.de/muschg/__4.html

Steht da klipp und klar.

Weiß die ZAF schon von der Schwangerschaft ? Dann wird es mal Zeit dass der Firma schriftlich mitzuteilen. Dann hat sich das mit dem Lager erledigt.
Sind ja nicht nur die Gefahren durch herabfallende Gegenstände und schweres Heben. Lager sind meistens auch ziemlich dreckig und u.U. gasen die neuen Waren auch unbekannte Stoffe aus..

Ein Hinweis, der auch meiner Frau damals bei einer ZAF passiert ist:
Die Firma könnte auf die Idee kommen stumpfsinnige Arbeiten zuweisen um die Frau ins Beschäftigungsverbot zu treiben. Denn dann wird das Gehalt im Wesentlichen von der Krankenkasse übernommen und es gibt sozusagen bezahlten Urlaub.

Sollten die Umstände schwierig werden umgehend mit der Frauenärztin reden und ggfs. die Tränendrüse drücken.
Denn manche Halbgötter in Weiß haben keine Ahnung vom Leben ausserhalb ihrer Sprechzimmer und Golfplätze.



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#2
 Von 
Lena1979
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 3x hilfreich)


Vielen Dank für die super Antwort :-)

Meine Schwangerschaft habe ich der Zeitarbeitsfirma sowie auch der Spedition wo ich gearbeitet habe, bereits vor 4 Wochen schriftlich mitgeteilt.

Denke auch, dass die Zeitarbeitsfirma meinen Ausfall für die nächsten 4 Monate nicht bezahlen möchte und mich nun in ein Beschäftigungsverbot treiben will.

Ist das legal?

Oder kann ich auf einen Bürojob bestehen?

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#3
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16497 Beiträge, 6970x hilfreich)

Auch im Interesse all der Frauen, die nach Ihnen von dieser Zeitarbeitsfirma beschäftigt und schwanger werden:
Beharren Sie auf einen Bürojob! Sie könnten ja locker weiter in der bisherigen Firma arbeiten, wenn ein anderer Kollege versetzt wird. Also kann sich niemand damit rausreden, keine Stelle für Sie im Büro zu haben. Sie müssen nicht ins Lager, s.a. den Link von Maestro1000.

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#4
 Von 
Lena1979
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 3x hilfreich)

Hallo nochmals,

zu dem Beschäftigungsverbot habe ich noch fragen.

- Welche Nachteile können mir hierbei entstehen?
- Muss ich die Kosten des Attestes vom Arzt selber bezahlen?
- Zählt die Zeit vom Beschäftigungsverbot auch zu den errechenbaren Monaten des Erziehungsgeldes. Da ich erst vor zwei Jahren von Russland nach Deutschland gekommen bin, komme ich nur auf 11 Monate incl. der Zeit des Beschäftigungsverbotes. Würden die z.B. 4 Monate vom Beschäftigungsverbot nicht zählen hätte ich nur 7 Monate. Wie ist hier das Recht?

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#5
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 234x hilfreich)

Hallo,

quote:

- Welche Nachteile können mir hierbei entstehen?


Manchen Leuten fällt zu Hause vor Langeweile die Decke auf den Kopf ;)
=> Nicht das ich wüsste.
Habe in untenstehender Quelle gelesen, dass bei Teilbeschäftigungsverboten auch andere zumutbare Tätigkeiten zugewiesen werden könnten.
Musst Du den AG aber nicht auf die Nase binden, muss er schon selber drauf kommen.

http://www.gwi.de/eletterissue.asp?id=607&letterid=37

quote:

- Muss ich die Kosten des Attestes vom Arzt selber bezahlen?


Wenn der AG eins verlangt muss er die Kosten zurückerstatten.
siehe auch Link.
Meine Frau hat damals nichts für das Attest bei der FA bezahlen müssen. Einfach mal fragen ob das was kostet.


quote:

- Zählt die Zeit vom Beschäftigungsverbot auch zu den errechenbaren Monaten des Erziehungsgeldes. Da ich erst vor zwei Jahren von Russland nach Deutschland gekommen bin, komme ich nur auf 11 Monate incl. der Zeit des Beschäftigungsverbotes. Würden die z.B. 4 Monate vom Beschäftigungsverbot nicht zählen hätte ich nur 7 Monate. Wie ist hier das Recht?



Keine Sorge.
Hatte bei unserem Kind keinen Einfluss, wobei ich mir jetzt nicht sicher bin ob es noch einen Unterchied zwischen Elterngeld und Erziehungsgeld gibt.
Meine Frau hatte auch mehrere Monate Beschäftigungsverbot. Da wurde nachher nur das Mutterschutzgeld mit dem Elterngeld verrechnet.

Aber nicht vergessen die Anträge rechtzeitig zu stellen und wg. dem Mutterschutzgeld mit der Krankenkasse zu sprechen damit alles glatt läuft.

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#6
 Von 
Lena1979
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 3x hilfreich)


Besten Dank an Maestro für die super Info's :-)

Noch eine Frage:

Ich habe einen befristeten Arbeitsvertrag bis 30. August 2009.

Kann die Zeitarbeitsfirma mich aus Nachfolgendem Grund vor dem 30. August 2009 kündigen???

"Als weitere Möglichkeit besteht für den Arbeitgeber die Möglichkeit, bei der für ihn zuständigen Arbeitsschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung für die Kündigung einer Schwangeren zu beantragen. Der Arbeitgeber muss in diesem Fall der Arbeitsschutzbehörde den Grund nachweisen, warum die Kündigung sofort und nicht erst nach Ablauf des Kündigungsschutzes erfolgen muss. Als Begründung können beispielsweise wirtschaftliche Gründe aufgeführt werden."





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#7
 Von 
guest-12313.03.2009 19:03:35
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 234x hilfreich)

Hallo,

das Arbeitsverhältnis läuft dann einfach am Fristende aus, die Arbeitsagentur verlangt dann aber auch keine Arbeitsaufnahme bzw. Bewerbungsverfahren.
Wichtig ist es, sich trotzdem 3 Monate vor Ende eines befristeten Arbeitsverhältnis bei der AfA zu melden.


Diese Behörde dürfte nur bei schweren Verfehlungen der werdenden Mutter (z.B. Straftaten) ihre Zustimmung erteilen. Seitdem es die Umlage von der Krankenkasse gibt, wo sich die Firmen das Arbeitsentgelt für Mütter im Beschäftigungsverbot im Wesentlichen zurückholen können, entfallen auch die wirtschaftlichen Gründe.
Erst recht bei einer großen Firma.

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#8
 Von 
Lena1979
Status:
Frischling
(27 Beiträge, 3x hilfreich)


Super, dann weiss ich das auch schon...

Dann müsste ich mich spätestens ende Mai melden, habe zuerst gedacht es reicht 3 Monate bevor das Elterngeld ausläuft!?

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