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Vorsätzliche Flugverspätung

5.1.2010 Thema abonnieren Zum Thema: Flugverspätung
 Von 
Lifeguard
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Student
(2817 Beiträge, 1187x hilfreich)
Vorsätzliche Flugverspätung

Angenommen Reisender R fliegt aus Land A über Land B nach Land C mit einer Airline aus Land B vermittelt durch eine Airline aus Land A. (Also Buchung über HP von Airline aus Land A, Flugnummern jedoch mit Airline aus Land B).
Alle drei Länder innerhalb der EU. Weiterhin hat er eine Busverbindung von C nach D bereits fest gebucht und bezahlt. Hier hat er 110 Min Puffer eingeplant.
Flug B-C boardet, bleibt jedoch noch 1 Stunde bevor mitgeteilt wird, daß man noch auf Reisende aus Übersee wartet. Die Reisenden kommen nach 20 Min, jetzt wird weitere 30 Min auf den Slot gewartet, also +110 Min.
Gelandet wird zwar nur mit +95, jedoch läßt sich dann der Bus zeit, so daß man das Terminal mit +118 erreicht.
Fahrzeit des Busses von C nach D sind 5h. Reisender R geht in C zum Büro der Airline (B) und fragt, was er nun machen soll. Dort erfährt er, daß die Airline nicht mehr für ihn zuständig sei.
Ist hier das Montrealer Abkommen Art. 19 anwendbar. Und wie weit erstreckt sich der Schadensersatz?
Angenommen der Bus C-D kostet prepaid 25€ und braucht 5h. Ein Flug C-D kostet 300€ und braucht 45min, käme jedoch gleichzeitig in D an, wie der Verpasste bus.
Ein Bus 2Stunden Später braucht auch 5h, und kostet 50€ (da nicht prepaid).
Wer muss Schadensersatz leisten.
Weil Stand heute ist, Airline A sagt, B hats verbockt, und B sagt, Ticket war von Airline A.

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Flugverspätung


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2759 Beiträge, 1617x hilfreich)

Hallo,

meiner Auffassung nach ist die Fluggesellschaft "A" als Vermittler fuer "B" aufgetreten, also ist "B" vertraglicher Luftfrachtfuehrer.

Auf die EU-Fluggastverordnung kann man sich nicht berufen, da die Verspaetungszeit zu kurz ist. Also zaehlt hier Artikel 19 Montrealer Uebereinkommen. Danach haette "B" den Schaden zu ersetzen, den die Verspaetung ausgeloest hat.

Vermutlich wird sich "B" aber auf die Position zurueckziehen und behaupten, dass Sie dazu beigetragen haben, dass der Schaden ueberhaupt entstehen konnte, da die Uebergangszeit von ca. 110 Minuten zu kurz ist (bei rail&fly werden grundsaetzlich 180 Minuten empfohlen). Dann waere "B" nach Artikel 20 Montraeler Uebereinkommen zumindest teilweise aus der Haftung.

Ich wuerde wegen ca. Euro 25,00 / 50,00 nicht klagen und kuenftig hoehere Uebergangszeiten einplanen, wird auch nach den juengsten Vorkommnissen notwendig werden.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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#2
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2817 Beiträge, 1187x hilfreich)

Jetzt geht mir grad echt der Hut hoch.
Selbe konstellation nur zurück. Muss dazu sagen, Ticket war in restricted C.(Ticketklasse).

Die Airline aus B eiert schon seit einer Woche zwischen B und Übersee rum. Immer mit +3h. (Also nix unerwartetes.) Und der Flug von B nach C war jetzt jeden Tag so +60 - 100.

Und heute hat es mich voll erwischt. Ich hab die Airline am Samstag noch angerufen, und gesagt, daß die mich notfalls rechtzeitig umbuchen sollen, da ich bereits am Vormittag aus D anreise.

Klar das dann der Flieger aus B erst am Nachmittag kommt. Und klar das dann der Rückflug keinen Slot mehr bekommt. Im Flieger dann um Transfair direkt zum Anschluss gebeten. Natürlich nicht bekommen. (Bei 5 min)

Ende vom Lied, um 23 Uhr wieder in A gelandet. Anstelle von 17 Uhr.
Ich hätte um 20 Uhr die Nachtschicht machen sollen. Macht nun ein anderer Freier, der jetzt natürlich nicht aufhört, wenn er mal angefangen hat.

Kann ich die entgangene Schicht der Airline berechnen?

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#3
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2759 Beiträge, 1617x hilfreich)

Bei Verspaetungen ueber 4 Stunden greift die EU - Fluggastverordnung. Nur ich sehe das Problem, dass z.Zt. die Verspaetungen durch die Wetterverhaeltnisse ausgeloest werden, es gibt ja ueberall auf der noerdlichen Halbkugel massiv Probleme.

Und wenn sich die Verspaetung tatsaechlich auf******rungsverhaeltnisse begruendet, waere das hoehere Gewalt. Und das kann man einer Airline nicht zurechnen.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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#4
 Von 
Lifeguard
Status:
Student
(2817 Beiträge, 1187x hilfreich)

Also angenommen die Airline betreibt eine Verbindung WAW-NYC und WAW-ORD. Angenommen, hier stehen nicht genügend Flugzeuge bereit, so daß die Verspätung über 10 Tage geht und nicht aufhört. Angenommen hierdurch kommen die Anschlussflüge täglich zu spät.
Nun kommt noch ein Unwetter dazu was Zentraleuropa betrifft. Kann dann der Fluggast am Anfang der Reise verlangen z.b. über HEL mit AY umgebucht zu werden, da hier alles pünktlich läuft? Oder muss der Kunde in das Schneechaos nach WAW fliegen, und sich dann mit der Ausrede Wetter abfinden?

Weiterhin angenommen. Der Kunde kommt verspätet um 17:40 anstelle von 15:20 an. Sein gebuchter Weiterflug geht planmäßig 16:00. Tatsächlich jedoch 18:05.
Wenn man in WAW ankommt, ist jedoch zuerst der Transfer desk, und dann kommen Monitore, so daß dies der Kunde nicht sieht, und wird noch im Flugzeug von den FB zum Transferdesk geschickt. Am Desk bekommt er tickets für den späteren Flug ab 19:05. In der Haupthalle sieht er nun, daß der Ursprüngliche Flug da ist, und rennt dort hin, um zu erfahren, daß der Flieger voll ist, weil eine partnerfluglinie den 17:00 flug annuliert hat.
Kann man hier überbuchung geltend machen?

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#5
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2759 Beiträge, 1617x hilfreich)

Fuer Probleme, die durch Wetterverhaeltnisse auftreten, kann man eine Fluggesellschaft nicht haftbar machen, denn das ist hoehere Gewalt.

Wartet die Fluggesellschaft für einen Weiterflug jedoch Anschlussfluege ab, und man hat fuer den Weiterflug ein ok-Ticket, und man meldet sich sofort nach Weisung des Personals der Fluggesellschaft am Schalter fuer den Weiterflug und man wird dort abgewiesen, da die Maschine ueberbucht ist, dann hat die Fluggesellschaft den Fluggast nach der EU-Fluggastverordnung zu entschaedigen.
Jedenfalls meiner Auffassung nach und so steht es auch in der EU-Fluggastverordnung.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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