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Vorladung wegen Diebstahls (Alkoholeinfluss)

7.1.2015 Thema abonnieren Zum Thema: Vorladung Diebstahls
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)
Vorladung wegen Diebstahls (Alkoholeinfluss)

Hallo Zusammen!

Ich brauche mal ein paar Meinungen, vielleicht kennt sich jemand damit etwas aus und hat das selbst schon erlebt.

Ich habe eine Vorladung bekommen wegen Diebstahls. In der besagten Nacht war ich sehr betrunken (ich weiß, dass Alkohol doof ist, deswegen bitte keinerlei Kommentare, das war eher eine Ausnahmesituation) ... Ich bin wohl auf einmal auf einer Feierlichkeit von einem Unternehmen zu Weihnachten im Getränkeraum gewesen (wie ich da hingekommen bin weiß ich gar nicht mehr).

Dort sah ich auf einmal eine (ca.) 20er Packung Kurzen und irgendwie habe ich diese mit raus nehmen wollen, wie ich raus gekommen bin, weiß ich auch nicht mehr.

Draußen hat einer der Veranstalter das wohl gesehen und hinterher gerufen, ich bin nicht stehen geblieben, sondern weggerannt, dann sind ein paar der Veranstalter hinter mir her gerannt und haben mich letztlich bekommen. Ich hab mich losgerissen, ich glaube dabei die Kurzen fallen gelassen und wurde wieder eingeholt und zu Boden geworfen, dabei bin ich auf dem Kopf gefallen.

Dann haben mich bestimmt so 3-4 Veranstalter festgehalten, während ich auf dem Boden lag, einer saß auf meinem Rücken, ich teilte denen mit, dass mir das sehr weh tut, sie mich loslassen sollen und ich nicht mehr wegrennen würde - das wollten sie jedoch nicht. Dann kam die Polizei, die von denen gerufen wurde.

Ich konnte mich nicht ausweisen, deswegen wurde ich mitgenommen zur Wache.Dort hat ein Familienmitglied meine Identität bestätigt und mich abgeholt. Am "Tatort" selbst musste ich natürlich pusten: Etwas mehr als 2 Promille, glaub ich.

Da ich große Kopfschmerzen hatte, sind wir direkt weiter ins Krankenhaus gefahren. Dort wurde ich untersucht und habe ein Beruhigungsmittel bekommen, weil ich wohl stark außer mir war (am Zittern usw. ...). Es stellte sich nach gründlichem Durchchecken seitens der Ärzte heraus, dass es mir eigentlich für diese Umstände recht gut ging. Ich hatte natürlich eine kleine Schürfwunde und eine Beule am Kopf sowie Verdacht auf eine (leichte) Gehirnerschütterung, weswegen ich mich 24 Std. schonen sollte.

Am nächsten Tag wachte ich auf und wurde von einem Freund zum Veranstalter hingefahren, hab den Damen an der Rezeption eigentlich erzählt, was ich hier so geschrieben habe (weil die jenigen von der Vornacht Feierabend hatten und nicht anwesend waren), nur habe ich natürlich nichts zugegeben, ich sagte, ich wüsste nichts mehr und hätte nur gehört, wegen mir sei Stress verursacht worden, weil ich so betrunken war und wollte mich dafür einmal offiziell entschuldigen, da das sonst gar nicht meine Art sei (was sie auch wirklich nicht ist!).

Ich bin nicht vorbestraft und bin 24 Jahre alt.

Meinungen? Anwalt lohnt nicht, wegen sowas eher geringfügigem oder? Und wie verhält es sich, wegen der Sache mit dem Krankenhaus, ist das vielleicht positiv für mich, dass ich wegen der Leute an dem Abend, die mich fangen wollten, mich am Kopf verletzt habe und ins Krankenhaus gegangen bin? Oder dass ich mich am nächsten Tag zumindest für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigt habe? Und soll ich die Vorladung wahrnehmen, oder den Termin höflich absagen? Und wenn ich hingehe, gebe ich nur meine Personalien auf? Oder erzähle ich genau dies alles hier? Oder lasse ich Sachen weg? Oder soll ich es leugnen und sagen ich wüsste rein gar nichts mehr?

Ich habe einfach keine Lust auf eine mögliche Anzeige... Welche Folgen könnten noch auftreten - Sozialstunden, Geldstrafe, Hausverbot, oder gar, dass alles fallen gelassen wird? Nochmal mit dem Veranstalter sprechen? Ich will auch noch unbedingt erwähnen, dass ich - wenn es nicht unbedingt sein muss - dem Veranstalter was Böses will, nur wenn es mir irgendwie was helfen würde, z.B. anzuzeigen wegen Körperverletzung oder sowas... Ich wäre einfach froh, wenn ich so wenig wie möglich Stress mit alledem habe - gelernt daraus habe ich, ich werde nicht mehr so viel trinken wie an dem Abend, damit sowas nicht mehr passiert.

Grüße und sorry für die Textwall - aber besonders für diese Art von "Vorladung wegen Diebstahls" habe ich einfach nichts all zu vergleichbares gefunden.

-- Editiert gastyy am 07.01.2015 20:10

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Vorladung Diebstahls


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52990 Beiträge, 24009x hilfreich)

quote:
Ich habe einfach keine Lust auf eine mögliche Anzeige...

Tja, Pech gehabt



quote:
Welche Folgen könnten noch auftreten - Sozialstunden, Geldstrafe, Hausverbot, oder gar, dass alles fallen gelassen wird?

Korrekt.
Und natürlich Schadenersatz.

Irgenwelche Vorstrafen?



quote:
nur wenn es mir irgendwie was helfen würde, z.B. anzuzeigen wegen Körperverletzung oder sowas

Klar kann man das. Nur sind so kleine Blessuren beim Widerstand gegen die Festnahme Kollateralschaden, da wird also nichts bei herauskommen.









-----------------
"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#2
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8579 Beiträge, 6172x hilfreich)

quote:
Anwalt lohnt nicht, wegen sowas eher geringfügigem oder?

Stimmt.

quote:
Und wie verhält es sich, wegen der Sache mit dem Krankenhaus, ist das vielleicht positiv für mich, dass ich wegen der Leute an dem Abend, die mich fangen wollten, mich am Kopf verletzt habe und ins Krankenhaus gegangen bin?

Eher keine Auswirkungen.
Grundsätzlich: Du möchtest, dass die Angelegenheit "Diebstahl" möglichst geräuschlos und für dich folgenlos erledigt wird. Da ist es taktisch nicht so geschickt, wegen eines möglichen Fehlverhaltens des Veranstalterpersonals eine Welle zu machen.

quote:
Oder dass ich mich am nächsten Tag zumindest für entstandene Unannehmlichkeiten entschuldigt habe?

Schadet nichts.

quote:
Und soll ich die Vorladung wahrnehmen, oder den Termin höflich absagen? Und wenn ich hingehe, gebe ich nur meine Personalien auf?

Personalien wird die Polizei ja wohl schon haben.
Ansonsten: Eine Aussageverweigerung ist immer sinnvoll, wenn die Rechtslage unklar und/oder die Beweislage dürftig ist - denn dann besteht die Gefahr, dass man sich unbewusst tiefer reinreitet.
Wenn man auf frischer Tat ertappt wurde, dürften Rechts- und Beweislage eindeutig sein.

quote:
Oder erzähle ich genau dies alles hier? Oder lasse ich Sachen weg? Oder soll ich es leugnen und sagen ich wüsste rein gar nichts mehr?

Leugnen / Abstreiten dürfte bei "auf frischer Tat ertappt" ziemlich sinnlos sein.
Mit einer Aussage, dass man sich alkoholbedingt an nichts erinnern kann, aber dass es einem trotzdem leid tut und sicher nicht wieder vorkommen wird, macht man nichts falsch und stimmt den Staatsanwalt milde.

quote:
Ich habe einfach keine Lust auf eine mögliche Anzeige.

Es ist davon auszugehen, dass das Verfahren bereits läuft.

quote:
Welche Folgen könnten noch auftreten - Sozialstunden, Geldstrafe, Hausverbot, oder gar, dass alles fallen gelassen wird?

Sozialstunden sind eine Strafe des Jugendrechts - hier also nicht.
Geldstrafe ist im Prinzip möglich, bei fehlender Vorbelastung aber unwahrscheinlich.
Bei dem geringen Wert des Diebesguts (sehe ich das richtig?) dürfte die Hoffnung auf eine Einstellung berechtigt sein - entweder ganz ohne Folgen oder gegen geringe Geldbuße.
Ob der Veranstalter ein Hausverbot ausspricht oder nicht, das darf dieser ganz alleine entscheiden. Das kannst du kaum beeinflussen.

quote:
Ich will auch noch unbedingt erwähnen, dass ich - wenn es nicht unbedingt sein muss - dem Veranstalter was Böses will, nur wenn es mir irgendwie was helfen würde, z.B. anzuzeigen wegen Körperverletzung oder sowas.

Wiederholung:
Du möchtest, dass die Angelegenheit "Diebstahl" möglichst geräuschlos und für dich folgenlos erledigt wird. Da ist es taktisch nicht so geschickt, wegen eines möglichen Fehlverhaltens des Veranstalterpersonals eine Welle zu machen.

quote:
Ich wäre einfach froh, wenn ich so wenig wie möglich Stress mit alledem habe -

Dann sollte man selbst den Ball flach halten: Tat im Grundsatz zugeben, an Details kann man sich alkoholbedingt nicht erinnern, Bedauern zum Ausdruck bringen, Besserung geloben.

quote:
ich werde nicht mehr so viel trinken wie an dem Abend, damit sowas nicht mehr passiert.

Lobenswert.


-----------------
"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#3
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

Okay vielen Dank für den bisher guten Rat!

Also zusammenfassend ist die Empfehlung, schon zu der Vorladung zu erscheinen? Berufsbedingt ist das natürlich etwas doof (wie lange dauert sowas eigentlich? Ich gehe mal davon aus, dass das er eine Sache ist, die unter 1 Std. dauert?).

Es gibt ja sonst bestimmt auch die Möglichkeit, da schriftlich eine Aussage hinzuschicken, wenn man aus irgendwelchen Gründen verhindert ist. Dennoch: Persönlich ist besser? Oder macht das alles keinen Unterschied?

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#4
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8579 Beiträge, 6172x hilfreich)


Eine eigene Aussage ist auch immer eine Chance, Entschuldigung und Bedauern zum Ausdruck zu bringen - und sich selbst als "vernünftiger Kerl" und grundsätzlich anständige Person ins rechte Licht zu rücken.
Außerdem wird ja wohl schon die Aussage der Veranstalter-Mitarbeiter in der Akte sein. Man weiß natürlich nicht so genau, was die ausgesagt haben, aber es ist ja nun nicht ganz fernliegend, dass dereren Aussage nicht so günstig für dich ist. Und wenn eine für dich ungünstige Aussage die einzige Aussage in der Akte ist, ist das vielleicht nicht so hilfreich für dich.

Es gibt (viele) Konstellationen, wo eine Aussageverweigerung sinnvoll ist. Eindeutige Fälle mit klarer Beweislage - wie hier also - gehören im Regelfall aber nicht dazu.

quote:
Also zusammenfassend ist die Empfehlung, schon zu der Vorladung zu erscheinen?

Muss man immer selbst entscheiden. Unter dem Aspekt "sich selbst als "vernünftiger Kerl" und grundsätzlich anständige Person ins rechte Licht zu rücken" würde ich aber zu einem Erscheinen tendieren.

quote:
Es gibt ja sonst bestimmt auch die Möglichkeit, da schriftlich eine Aussage hinzuschicken, wenn man aus irgendwelchen Gründen verhindert ist. Dennoch: Persönlich ist besser? Oder macht das alles keinen Unterschied?

Natürlich ist auch eine schriftliche Einlassung möglich.
Ich persönlich denke aber, dass man sich persönlich besser verkaufen kann, als in einem unpersönlichen Brief.
Aber es gibt sicher auch Leute, die bei einem persönlichen Termin zu aufgeregt / zu unsicher sind.
Entscheidungshilfe:
Bei einem Alter von 24 hat man ja möglicherweise das eine oder andere Vorstellungsgespräch im Berufsleben hinter sich. Wenn man da immer gut zurecht gekommen ist, dann sollte man auch bei einer Vorladung zurecht kommen. Hat man Vorstellungsgespräche bislang regelmäßig versiebt, wäre eine schriftliche Einlassung vielleicht besser.



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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22712 Beiträge, 5324x hilfreich)

quote:
Ich habe einfach keine Lust auf eine mögliche Anzeige..


Wenn es eine Vorladung gibt, ist die Anzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) bereits erstattet worden.

quote:
Anwalt lohnt nicht, wegen sowas eher geringfügigem oder?


Kommt drauf an. Was steht denn genau in der Vorladung für ein Tatbestand?

Denn:

quote:
dann sind ein paar der Veranstalter hinter mir her gerannt und haben mich letztlich bekommen. Ich hab mich losgerissen, ich glaube dabei die Kurzen fallen gelassen und wurde wieder eingeholt und zu Boden geworfen


...wenn das rot markierte nicht zutreffend ist, sind wir in einem Bereich, wo tatbestandlich auch ein "räuberischer Diebstahl" in Frage kommt, §§ 252 iVm. 249 StGB . Und dann sprechen wir hier von einer Mindeststrafe von 1 Jahr Freiheitsstrafe, bzw. -im minderschweren Fall- vvon 6 Monaten. In diesem Fall bestünde ohnehin Anwaltspflicht, so dass es diesbezgl. gar keiner Überlegung bedarf.


-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#6
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

Nee also die habe ich ganz sicher fallen gelassen und ich wurde dann ja auch ungefähr 3 Meter weiter gefasst bzw. zu Boden geworfen.

In der Vorladung steht nur "Diebstahl".

Wie genau ist das denn mit dem Alkoholwert? Verringerte Schuld, z.B.?

Und was mich auf jeden Fall noch brennend interessieren würde: Wer ist bei der Vorladung alles anwesend? Wie muss ich mir das vorstellen? Wie lange dauert das ca.? Und kann bzw. sollte ich danach noch andere Sachen erfragen, z.B. wie es jetzt weiter geht?

-- Editiert gastyy am 08.01.2015 15:15

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22203 Beiträge, 11782x hilfreich)

Wie genau ist das denn mit dem Alkoholwert? Verringerte Schuld, z.B.? Über 2 Promille können zur verminderten Schuldfähigkeit führen.
z.B. wie es jetzt weiter geht? Und dann wird der Bearbeiter sagen: "Ich gebe das jetzt an die Staatsanwaltschaft und die entscheidet dann, ob eingestellt oder angeklagt wird." Darüber hinaus kann der Bearbeiter Ihnen allenfalls seine Vermutungen zu dem Thema mitteilen.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

-- Editiert muemmel am 08.01.2015 15:39

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#8
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8579 Beiträge, 6172x hilfreich)


quote:
In der Vorladung steht nur "Diebstahl".

Das ist gut.
"räuberischer Diebstahl" spielt, wie von !!Streetworker!! gesagt, in einer anderen Liga.
Aber Voraussetzung des räuberischen Diebstahls ist, dass der Dieb selbst Gewalt anwendet, um seine Beute gegen die Verfolger zu verteidigen. (Beispiel: Ladendieb wird ertappt und schlägt den Ladendetektiv nieder um mit der Beute entkommen zu können.)

quote:
Wie genau ist das denn mit dem Alkoholwert? Verringerte Schuld, z.B.?

Bei solchen Bagatell-Delikten wirkt sich der Alkoholwert nicht nennenswert aus. Weder zugunsten noch zuungunsten des Beschuldigten.

quote:
Und was mich auf jeden Fall noch brennend interessieren würde: Wer ist bei der Vorladung alles anwesend?

Normalerweise: Du und der/die sachbearbeitende Polizist/in. Manchmal eine Schreibkraft, die alles gleich mittippt.

quote:
Wie lange dauert das ca.?

Das müsste man in einem Hellseher-Forum nachfragen. Aber da du ja nicht so rasend viel erzählen kannst (an Details kannst du dich ja alkoholbedingt nicht erinnern), wird es wohl nicht so lange dauern.

quote:
Und kann bzw. sollte ich danach noch andere Sachen erfragen, z.B. wie es jetzt weiter geht?

Bringt nichts. Wenn alle Aussagen da sind, geht die Akte an die Staatsanwaltschaft und die entscheidet wie es weitergeht.
Dazu kann die Polizei wenig sagen.
Außerdem sind Auskünfte von Polizisten zu Rechtsfragen oft mit Vorsicht zu genießen. Rechtskunde ist nur ein sehr kleiner Teil der Polizeiausbildung und bei vielen Polizisten halt auch schon lange her.



-----------------
"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#9
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

Okay vielen Dank, das ist alles schon mal etwas beruhigender... Wie man sich vorstellen kann, malt man sich natürlich zunächst das Schlimmste aus, wenn man mit sowas noch nie zuvor in Berührung gekommen ist.

Zu:

quote:
Wenn alle Aussagen da sind, geht die Akte an die Staatsanwaltschaft und die entscheidet wie es weitergeht.

Wenn es fallen gelassen wird, bekommt man dann Post / eine Info, oder hört man einfach nie wieder was? Wie lang dauert so etwas ungefähr - ich weiß, dass das wahrscheinlich stets anders ist - nur spricht man da von Tagen, Wochen, Monaten?

Wenn es nicht fallen gelassen wird - selbige Fragen.

Wenn das alles durch ist, werde ich auf jeden Fall hier für andere berichten, wie es ausgegangen ist, falls das von Interesse ist.

Grüße!

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#10
 Von 
drkabo
Status:
Richter
(8579 Beiträge, 6172x hilfreich)

quote:
Wenn es fallen gelassen wird, bekommt man dann Post /

Ja.

quote:
Wie lang dauert so etwas ungefähr - ich weiß, dass das wahrscheinlich stets anders ist - nur spricht man da von Tagen, Wochen, Monaten?

Wochen bis Monate.

quote:
Wenn es nicht fallen gelassen wird - selbige Fragen.

Beim "Fallen gelassen" gibt es bekanntlich zwei Varianten:
a) einfach so, ohne Folgen (§153 StPO )
b) gegen Zahlung einer Geldauflage (§153a StPO )

Bei "b" bekommt man dann einen Brief, dass die Staatsanwaltschaft anbietet, dass Verfahren "fallen zu lassen", wenn man innerhalb einer genannten Zeit die genannte Summe zahlt. Zahlt man rechtzeitig, ist das Verfahren dann endgültig beendet.

Variante "b" ist ja nun nicht ganz unrealistisch.

Falls man selbst zur Gruppe der "Geringverdiener" gehört, könnte es deshalb sinnvoll sein, bei der Vorladung Angaben zu seinem Einkommen zu machen. (Oft wird man automatisch während der Vorladung nach der beruflichen Situation gefragt, wenn nicht, sollte man das selbst anschneiden.) Damit verhindert man, dass eine etwaige Geldauflage zu hoch ausfällt.
Gehört man dagegen zu den "Gutverdienern" sollte man das nicht unbedingt allen Verfahrensbeteiligten auf die Nase binden. Das könnte dazu führen, dass bei einer Geldauflage etwas höher gegriffen wird.

quote:
Wenn das alles durch ist, werde ich auf jeden Fall hier für andere berichten, wie es ausgegangen ist, falls das von Interesse ist.

Gerne!



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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

-- Editiert drkabo am 08.01.2015 16:53

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22203 Beiträge, 11782x hilfreich)

Wenn es fallen gelassen wird, bekommt man dann Post / eine Info Teils, teils - einerseits steht im Gesetz nur, daß man informiert werden muß, wenn man als Beschuldigter angehört wurde: Also nur, wenn Sie zu der Vernehmung gehen. Und andererseits wird es auch dann mitunter schlicht vergessen. Selbstverständlich kann man jederzeit nachfragen, aber da würde ich jetzt erst mal ein halbes Jahr warten - kommt in der Zeit nichts, kann man mal (schriftlich) nachfragen.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#12
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

quote:
aber da würde ich jetzt erst mal ein halbes Jahr warten - kommt in der Zeit nichts, kann man mal (schriftlich) nachfragen.

Nach dem Motto: Wenn erst einmal nichts kommt, bloß nicht nachfragen, bevor man dann wieder jemand auf etwas aufmerksam macht, oder wie?

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""

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#13
 Von 
muemmel
Status:
Unsterblich
(22203 Beiträge, 11782x hilfreich)

Nein, nach dem Motto: Die Justiz braucht ziemlich lange. Natürlich kann man auch jede Woche nachfragen, aber erstens ändert sich in so kurzer Zeit meist nichts und zweitens macht man sich dadurch nicht beliebter. Manche meinen, man sollte grundsätzlich nie nachfragen, um die berühmten "schlafenden Hunde" nicht zu wecken, aber ich halte es für unwahrscheinlich, daß die Justiz ein komplettes Verfahren einfach vergißt, während der Bescheid über die Verfahrenseinstellung halt öfter mal vergessen wird. Man kann natürlich auch einfach bis zur Verjährung warten - das wären hier 5 Jahre, und zwar ab der Vernehmung. Kommt in den 5 Jahren nichts, kann man aufatmen...

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#14
 Von 
gastyy
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 5x hilfreich)

So - lange ist's her, für die, die mal was ähnliches haben, oder einfach wissen wollen, wie es ausgegangen ist, hier der Statusbericht:

Bei der Vorladung war ein netter Polizist da. Er hat sofort alles auf das Betrunkensein abgestempelt, hat quasi mir schon gesagt, was er da am besten für mich niederschreiben kann, sodass sich alles am besten anhört. So z.B. auch, dass es keine Absicht war, etwas zu stehlen, sondern, dass mein betrunkenes Ich das einfach so plötzlich in der Hand hatte.

Er hat außerdem gesagt, ich solle besser direkt noch mal mit dem Veranstalter reden wegen Schadensersatz. Solange behält er alle Sachen noch da, bevor er die an den Staatsanwalt übergibt.

Laut seiner ersten Einschätzung würde das wegen der Geringfügigkeit fallen gelassen werden, entweder gegen einer Bezahlung in ungefährer Höhe von 100-200 Euro, oder auch "einfach nur so".

Der Veranstalter, nach langem hin und her (es ist ein großer Laden, da fühlte sich keiner verantwortlich anscheinend) wollen sie 15 Euro haben. Und 25 Euro Bearbeitungsgebühr, wofür auch immer.

Nun habe ich sogar die schriftliche Äußerung, dass sie die Anzeige zurückziehen möchten. Dem Polizisten habe ich dieses weitergeleitet (er stand mir gut zur Seite bei allen Fragen per Mail).

Also, rückwirkend mein Tipp: Wenn man selbst so etwas mal hat - nicht verrückt machen! Einfach nett mit der Polizei zusammenarbeiten und mit dem Geschädigten noch einmal reden, auch wenn dieser das zuerst gar nicht möchte. Dann regelt sich es irgendwie schon von selbst :)

Vielen Dank an alle!

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