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Verwalterbestellung nachträglich ablegen

19.6.2017 Thema abonnieren
 Von 
fb467259-88
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Verwalterbestellung nachträglich ablegen

Ich versuch mich mal kurzzufassen:

A und B sind eine Eigentümergemeinschaft.
A möchte einiges klären. B lehnt jede Kommunikation ab. A konnte daher bei Gericht einen Verwalter bestellen. Das Gericht hat sich für meinen Mann entschieden, der leider eine Bestellung zum ersten Mal mitmacht.

Im Urteil steht, dass sich die Bezahlung nach seinem Angebot zu richten hat. Für Grundleistungen ebenso wie für Sonderleistungen.

Immer wenn er tätig werden wollte, stellte sich B in den Weg. Jetzt will sie nochmal einen Vertrag unterschrieben haben. Leider (habe ihn dafür schon angemotzt) hat er nach der Bestellung keinen aufgesetzt. Dh nur A wusste wie viel er verlangt.

B hat seinen Vertrag jetzt abgeändert. Abgesehen davon dass er inhaltlich komplett geändert wurde, fällt die Bezahlung ins Bodenlose. Natürlich wird er für das Geld nicht tätig.

Die A will jetzt, dass er ohne Vertrag weiter tätig bleibt. Richtig tätig wurde er bisher noch nicht, da B sich gegen alles stellte. Ergo wurde er noch nicht bezahlt. Jetzt will A aber eine Versammlung etc und mein Mann möchte das erst erledigen, wenn der Vertrag von beiden unterschrieben wurde.

Folgende Fragen kommen auf:
Im Urteil steht, dass die Bezahlung wie im Angebot zu sein hat. Dann kann die B das doch nicht einfach ändern lassen? Auch nicht durch eine Anwältin?

Mein Mann will nicht tätig werden, bevor der Vertrag samt Bezahlung unterschrieben ist. Kann er das so?

Am liebsten würde er es sein lassen und quasi kündigen. Denn seit 6 Monaten bekommt er nichts geregelt, nur Ärger und keine Bezahlung. Kann er das? Wenn ja, wie?

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

Wieso bekommt er keine Bezahlung?
Der Verwalter hat doch Zugriff auf das WEG-Konto.
Er kann somit entsprechend dem Angebot eine Jahresrechnung erstellen und diese in der Jahresabrechnung der WEG entsprechend aufführen.

Ein gesonderter Vertrag ist gar nicht nötig.
Die Bestellung erfolgte ersatzweise durch das Gericht, dass auch die Bezahlung festgelegt hat.
Und zumindest die grundlegenden Aufgaben sind im WEG festgelegt.

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#2
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

Aufgrund welcher Qualifikation wurde dein Mann denn zum Notverwalter bestellt?

-- Editiert von Heike J am 19.06.2017 17:56

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#3
 Von 
fb467259-88
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

1. es gibt kein Konto, da bisher nichts mit den Personen geregelt werden kann und niemand einzahlt, bis auf eine Person.

2. Uns wurde vom Anwalt gesagt, dass es einen Vertrag sehr wohl geben muss. Trotz Bestellung.

3. Das Gericht entscheidet sich immer für das beste Angebot. Zusätzlich wohnen die beiden um die Ecke.

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#4
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

Dann hat der Verwalter ein Konto einzurichten, einen Wirtschaftsplan zu erstellen und Einzahlungen anzufordern.

Direkt nach der Bestellung wird der Verwalter doch zu einer Eigentümerversammlung geladen haben?

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#5
 Von 
fb467259-88
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Klar. Aber a) ohne Vertrag keine Kontoeröffnung möglich und b) erscheint die B zu nichts, redet über nichts, verneint und verbietet alle Kommunikation usw.

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#6
 Von 
fb467259-88
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Oder anders:

Mein Mann kann kein Konto eröffnen, denn die Bank verlangt einen Vertrag. Einen Vertrag gibt es nicht, da B ihn nicht unterschreibt.

Selbst wenn es ein Konto gäbe, nur A würde einzahlen. Mein Mann kann sich schlecht von ihr doppelt bezahlen lassen.

WEG Versammlungen wurden oft genug angekündigt. B erschien jedoch nie bzw lehnte das direkt ab. Mein Mann und A können sich ja schlecht über B hi wegsetzen.

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#7
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

§25
(3) Die Versammlung ist nur beschlußfähig, wenn die erschienenen stimmberechtigten Wohnungseigentümer mehr als die Hälfte der Miteigentumsanteile, berechnet nach der im Grundbuch eingetragenen Größe dieser Anteile, vertreten.
(4) Ist eine Versammlung nicht gemäß Absatz 3 beschlußfähig, so beruft der Verwalter eine neue Versammlung mit dem gleichen Gegenstand ein. Diese Versammlung ist ohne Rücksicht auf die Höhe der vertretenen Anteile beschlußfähig; hierauf ist bei der Einberufung hinzuweisen.

Sollte also kein Problem sein.
Wenn man sich als Notverwalter einer zerstrittenen WEG bewirbt, sollte man doch auch ein Konzept haben, wie man damit klar kommt. Dass genau solche Probleme auftreten, war doch vorher schon klar.

Wenn B nicht erscheint, auch bei der 2. Einberufung nicht, kann man prima Beschlüsse fassen.

Wenn B erscheint und alle Anträge ablehnt, muss A den negativen Beschluss vor Gericht anfechten.

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#8
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

Zitat:
Mein Mann kann kein Konto eröffnen, denn die Bank verlangt einen Vertrag
.

Das ist verwunderlich, da viele Verwalter nur aufgrund der Bestellung arbeiten und keinen gesonderten Vertrag abschließen.
D.h. das Protokoll der Bestellung (bzw. hier sogar die gerichtliche Bestellung) sollte zur Kontoeröffnung reichen.

Wie wird denn die normale Geschäftsführung (Energiekosten, städtische Gebühren usw) ohne WEG-Konto gehändelt?

-- Editiert von Heike J am 19.06.2017 20:03

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#9
 Von 
fb467259-88
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Also bisher hat die Bank eine Kontoeröffnung abgelehnt.

Energiekosten etc wurden bisher immer verzögert gezahlt. Es gab schon 8 Verwalter und seit fast 30 Jahren existiert der Streit.

Bisher kam auch immer irgendwas dazwischen, wenn es denn dann mal anfing zu laufen...

Bisher hatte mein Mann keine Probleme bei zerstrittenen WEGs. Bei denen herrscht allerdings ein einziges Chaos.

Ich frag hier auch für mich nach. Er weiß das alles sicher auch aber momentan führt dort nichts zu nichts. Und er und ich kennen uns noch nicht so lange, dass ich über das ganze WEG noch keinen Überblick habe. Bisher hatte ich das auch grob schon so verstanden wie Sie es erklärt haben. Lieben dank dafür noch einmal.

Die B ist leider eine extrem unangenehme Person. Sie tut quasi alles um die Verwaltung, in dem Fall meinen Mann los zu werden. Bspw um 2 Nachts sturmklingeln, weil A auf dem Hof parkt, was sie eigentlich darf. Eben so viel Terror machen wie möglich.

Und daher würde er sich gerade gerne gar nicht mehr um die beiden kümmern müssen.

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#10
 Von 
Heike J
Status:
Lehrling
(1895 Beiträge, 806x hilfreich)

Dann aus wichtigem Grund niederlegen.

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