Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
480.252
Registrierte
Nutzer

Verstoß gegen das BtMG

7.1.2008 Thema abonnieren Zum Thema: BTMG Verstoß
 Von 
Loltroll
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Verstoß gegen das BtMG

Hallo zusammen und im schoneinmal vielen Dank für den Rat!

Ich (17 Jahre) wurde in Hamburg angehalten direkt nachdem ich für 80€ (ca. 10-15g) Marihuana gekauft hatte. Auf der Polizeiwache zeigte ich mich geständig und kooperativ. Deswegen muss ich jetzt in dem betreffenden Fall auch als Zeuge gegen den Verkäufer vor einem Hamburger Gericht aussagen. Da ich in Niedersachsen wohne wird wahrscheinlich gegen mich vor einem niedersächsischen Amtsgericht Anklage erhoben. Kann ich bei der Menge auf die Einstellung des Verfahrens wegen geringer Schuld hoffen? Wenn nicht, welches Strafmaß erwartet mich als Minderjähriger? Zu beachten gilt, dass ich kooperativ war...
Vielen Dank

Verstoß melden

Wir
empfehlen

Prognose Strafmaß - Was droht?

Was erwartet Sie nach einer Straftat? Gefängnis, Geldstrafe, Einstellung, Strafbefehl oder Bewährung?
Wie geht es weiter, was sollten Sie jetzt tun?
Nutzen Sie die kostenlose Ersteinschätzung.

Jetzt loslegen

Nicht genau ihre Frage? Wir haben 376 weitere Fragen zum Thema
BTMG Verstoß


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unsterblich
(22700 Beiträge, 5318x hilfreich)

Dass bei Ihnen als Jugendlichem das sog. 'Tatortprinzip' nicht zum tragen kommt, sondern das 'Wohnortprinzip', haben Sie bereits richtig erkannt. In Niedersachsen ist eine Menge Cannabis zum ausschliesslichen Eigenkonsum bis maximal 15g gemäß § 31a BtmG einstellungsfähig.

Bei Ihnen ist weiterhin § 31 BtmG (ohne 'a' ;) zu berücksichtigen, da Sie über Ihren eigenen Tatbeitrag hinaus weitere Angaben gemacht haben , die zur Aufklärung einer Straftat beitragen, d.h. gegen Ihren Dealer ausgesagt haben, bzw, diese Aussage nochmals als Zeuge vor Gericht wiederholen werden. Dies hat in diesem Fall besonderes Gewicht, da der Dealer (zumindest wenn er 21 Jahre alt oder älter ist) sich des Verbrechenstatbestandes des § 29a, Abs. 1, Nr. 1 BtmG schuldig gemacht hat, indem er als Person über 21 Jahre BTM an eine Person unter 18 abgegeben hat. Das bedeutet für ihn, dass er eine Mindest strafe von 1 Jahr Freiheitsentzug sicher hat.

Für Sie kommt wie gesagt § 31 BtmG zum tragen:

Das Gericht kann die Strafe nach seinem Ermessen mildern (§ 49 Abs. 2 des Strafgesetzbuches) oder von einer Bestrafung nach § 29 Abs. 1, 2, 4 oder 6 absehen, wenn der Täter

1.

durch freiwillige Offenbarung seines Wissens wesentlich dazu beigetragen hat, dass die Tat über seinen eigenen Tatbeitrag hinaus aufgedeckt werden konnte, oder

2.

freiwillig sein Wissen so rechtzeitig einer Dienststelle offenbart, dass Straftaten nach § 29 Abs. 3, § 29a Abs. 1, § 30 Abs. 1, § 30a Abs. 1, von deren Planung er weiß, noch verhindert werden können.


Es kommt daher bei Ihnen durchaus ein 'Absehen von Strafe' in Betracht, oder aber die Auferlegung von einigen, wenigen Stunden gemeinnütziger Arbeit nach §§ 45 , 47 JGG oder §§ 10 ff. JGG .

-- Editiert von !streetworker! am 07.01.2008 21:00:10

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Ich soll als Zeuge aussagen, was kommt auf mich zu?
Die Antworten findet ihr hier:


Falschaussage - was nun?

von Rechtsanwalt Rolf Tarneden
Falsche Angaben vor der Polizei oder Gericht ziehen unangenehme Folgeverfahren nach sich. Die Betroffenen stehen vor der Frage, wie sie sich nun verhalten sollen. Dieser Artikel gibt Betroffenen Hinweise, welche Strafen drohen und was der Betroffene, der dem Vorwurf, falsche Angaben gemacht zu haben, ausgesetzt ist, sinnvoller Weise tun kann... mehr

Strafbarkeit der Falschaussage - Was man als Zeuge vor Gericht beachten sollte

von Rechtsanwalt Kerem Türker
Ein kurzer Überblick über die Aussagedelikte. Dem Zeugen, der vor Gericht erscheinen soll, werden nützliche Tipps an die Hand ... mehr

Vorladung als Zeuge – Was Sie dazu wissen sollten

Wegbleiben, lügen, Aussage verweigern? Im Strafverfahren sind Zeugen mit das wichtigste Beweismittel. / Strafprozesse können jeden betreffen. Auch in "kleineren" Prozessen werden vor Gericht meist Zeugen geladen und vernommen. ... mehr