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(Versicherungs)-Rechtlich bedenklich, wenn eigenhändiger Sommer/Winterreifen-Tausch?

6.1.2004 Thema abonnieren
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)
(Versicherungs)-Rechtlich bedenklich, wenn eigenhändiger Sommer/Winterreifen-Tausch?

Stimmt das handwerkliche Vorwissen, die technischen Möglichkeiten und möchte man teils "unverschämte" Kosten sparen, tauscht man die Winter&Sommereifen auch mal selbst. Eigentlich kein Problem. Las hier woanders gerade "Gefährdung im Straßenverkehr o.ä. ... kann die aber auch trotz HU passieren" (da ging´s um die Frage, was passiert, wenn ohne HU...)
Da schoss mir wieder die Reifenwechselfrage durch den Kopf. Mich beunruhigt der Gedanke, dass a) Versicherungen immer mehr Hintertüren bei Schadensregulierungspflichten suchen und das b) immer mehr nach DIN-Normen geregelt wird wie auch technisch messbar und nachweisbar ist.
Angenommen, es "fliegt" morgen eines von vier Räder ab (und sei es nur aufgrund eines gewaltigen Schlaglochs und nicht aufgrund gravierend falscher Schrauben-Anzugs-Drehmomente), könnte es dann straf& versicherungsrechtliche Probleme geben, weil dieses Felge (wie auch alle anderen Felgen) nicht mit 100% preussisch-genauem Drehmoment angezogen waren?

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13 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28829 Beiträge, 8835x hilfreich)

Das sind sehr theoretische Annahmen.

Das Wechseln der Bereifung von Winter auf Sommer auf eigene Faust ist versicherungsrechtlich sicher zulässig, oder darf man demnächst auch das Reserverad nicht mehr aufziehen?

Wenn sich die Schrauben lösen, dann sind sie offensichtlich nicht korrekt angezogen worden und zwar nicht im Sinne von falschen Drehmoment. Durch ein Schlagloch bricht vielleicht die Achse oder das Rad ab. Schrauben lösen sich dadurch jedenfalls nicht.

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#2
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)

Najaaaa, sorry, das triffts ja kaum... Wenn´s wo brennt und ich trete die Tür ein, denn zeigt mich ja auch keiner wegen Einbruch an. Ein Reserverad zu wechseln ist ein "Notfall". Ferner ist die Frage ja nicht, ob es per se verboten ist, sondern was im Falle eines Falles straf, zivil und versicherungsrechtlich geschieht. Das sind ja in fast allen Lebensbereichen vollkommen getrennte Kisten.
Das für ggf "vorgeschädigte" Schrauben der letzte Tropfen des fast vollen Fasses nicht auch ein Schlagloch,... aber das diskutier ich jetzt hier nicht aus, das ist eigentlich nicht so wichtig.

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#3
 Von 
epoeri
Status:
Lehrling
(1699 Beiträge, 342x hilfreich)

Sehn Sie sich mal eine Kfz-Schadensmeldung an. Sie werden nirgens eine Frage finden, wer die Reifen gewechselt hat.
Zu bedenken ist auch, dass Schrauben brechen können, wenn sie mit einem Drehmomentschlüssel angezogen wurden.

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#4
 Von 
epoeri
Status:
Lehrling
(1699 Beiträge, 342x hilfreich)

Nachtrag:
die Frage nach einem Reifenwechsel kann meiner Meinung nach kommen, wenn ein Rad abgefallen ist, weil alle Schrauben sich lösten (=sehr unwahrscheinlich zum gleichen Zeitpunkt) aber auch dann wird wohl kaum ein Vorsatz erkennbar sein.

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#5
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)

... vielleicht reden wir ja wirklich von verschiedenen Dingen?! Die Beule des am Straßenrand parkenden Autos, in das man mit nur noch 3 Rädern reinschepperte meine ich ja auch nicht.
Ich hinterfrage auch nicht, was sinnvoll, logisch, billiger, und per se erstmal erlaubt ist - sondern was es für rechtliche Hintergründe gibt. Oft eine ganz andere Schublade.
In fast allen handwerklichen Bereichen des Alltags ist es doch aber nunmal so, man zwar vieles "darf" dass die Versicherungen aber Ärger machen können, wenn es einen Schaden durch (angeblich) unsachgemäße weil nicht vom Fachmann ausgeführte Arbeiten gibt. In dem Sinne auch die Reifenfrage.

Also, nicht die Beule am Straßenrand, ... sondern
man fährt auf der Autobahn, ... und dann..., in der Folge sind 10 Autos Schrott und 5 Sachverständige suchen Ursache und Bemühen sich um Schuldverteilung .... Ach ja, an DEM Auto, das nur noch drei Räder hat, da waren ja die Schrauben nicht alle mit genau xx Nm angezogen ... .... Und dann ?

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#6
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(28829 Beiträge, 8835x hilfreich)

Sicher können Versicherungen Ärger wegen unsachgemäßer Arbeit machen.

Aber eine Arbeit ist nicht deshalb unsachgemäß, weil sie von einem Laien durchfeührt wurde und sie ist auch nicht zwingend sachgemäß, weil sie von einem Fachmann ausgeführt wurde.

Das Drehmoment, mit denen die Schrauben angezogen worden sind, wird bestimmt nicht nachgemessen.

Und wenn die Schrauben abgerissen sind oder so locker waren, dass sie rausgefallen sind, dann ist die Arbeit von jemandem ausgeführt worden, der von sich selbst hätte wissen müssen, dass er die Arbeit besser gelassen hätte. So schnell passiert das nämlich nicht, auch nicht wenn man keinen Drehmomentschlüssel benutzt.

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#7
 Von 
joedanase
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Lieber hh und Torstenp,

ich habe zwar keine Ahnung wie die Antwort auf deine Frage lautet (Versicherungen finden immer mehr Schlupflöcher ...) aber ich habe das Gefühl ihr redet aneinander vorbei.
hh, der Pragmatische sagt:"Kann nicht passieren da Wahrscheinlichkeit bei sachgemäßer Montage 1:1000000000000000...)"
TorstenP, der Theroriker fragt"Was wenn doch?"
Obwohl ich wie gesagt keine Anhnung habe, denke ich, dass die Versicherung alles versuchen würde dem Dreirad die Schuld anzulasten. Der Dreirädrige müsste dann wohl nachweisen, dass er nun wirklich nicht zu blöde zum Reifenwechseln ist (ggf. Zeugen benennen o.ä.).

Der Unwissende

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#8
 Von 
epoeri
Status:
Lehrling
(1699 Beiträge, 342x hilfreich)

@ joedanase
woher soll denn die Versicherung wissen, dass der "Dreirädrige" die Schrauben selbst angezogen hat?

Zu überlegen ist auch noch folgendes:
Auch bei Montage in einem Fachbetrieb ist nicht sichergestellt, dass die Schrauben richtig angezogen sind.
Drehmomentschlüssel sind nämlich nicht geeicht ...

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#9
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)

jo! und? 1) Kann ich die Rechnung der Werkstatt vorlegen, kann´s mir doch egal sein, wieviel Schaden da zu regeln ist , mich trifft´s dann nicht ! 2) Wie schon gesagt, von der kleinen Beule rede ich nicht, da fragt vielleicht wirklich keiner. Aber bei einem Unfall auf der Autobahn mit zig "gecrashten" Autos, Verletzten und Toten, ... wenn da das Verursacher-Fahrzeug nur noch drei Räder hat, da wird doch gründlich nachgeforscht warum.
Und hat es 20x nicht an den "nur" mit der Hand angezogenen Schrauben gelegen, - 3x4 restliche Schrauben weisen unterschiedliche Drehmomente vor.
(Also, ... die Frage beschäftigt mich wirklich nur theoretisch. In der Praxis gehe ich davon aus, dass meine Kenntnisse & die Nachkontrolle nach einigen Kilometern sicherer ist als die auf den Newtonmeter genau festgezogenen Schrauben - mit Ausnahme des Rades, das mal eben vergessen wurde... ;)

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#10
 Von 
epoeri
Status:
Lehrling
(1699 Beiträge, 342x hilfreich)

Na, wenn Sie glauben, dass die Versicherung nachforscht, dann lassen Sie einfach die Räder in der Werkstatt wechseln - immer auf Rechnung!

Aber bitte nicht vergessen: Scheibenwasser (auf Rechnung) nachfüllen lassen, sonst kann die Versicherung evtl. nachweisen, dass Sie wegen nicht geputzter Scheibe einen Unfall verursachten! ;)

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#11
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)

naja, wenn Sie sogar das Wasser tauschen lassen, dann verstehe ich, dass es für Sie keine besonders interessante Frage ist ;)

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#12
 Von 
epoeri
Status:
Lehrling
(1699 Beiträge, 342x hilfreich)

...es war ein Rat für Sie, aber naja, kam wohl nicht so rüber...

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#13
 Von 
py27
Status:
Beginner
(65 Beiträge, 4x hilfreich)

sorry, ... erstens gibts doch die :) , :( , ;) , um die Äußerungen etwas besser einzuordnen. Und zweitens ist doch alles bei 123REcht mehr oder weniger theoretisch. Geht doch nicht um die Frage, "sagt mir, bin ich technisch mit den und den Fähigkeiten in der Lage und auf der sicheren Seite, Reifen zu wechseln, oder sollte ich besser gar das Wasser in der Werkstatt wechseln lassen" -sondern es geht doch um die Frage "technisch ist das alles sicher, da - wie jemand schon zu Recht zitierte, das Risiko 1: 1000000.. ist - aber dennoch ist das ganze rechtlich und versicherungstechnisch sehr gewagt, weil´s im diesem sehr kleinen Fall der Fälle sehr viel Ärger und Umstände gibt..."

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