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Vererbbarkeit von Rentenansprüchen / Nachzahlungen

8.1.2018 Thema abonnieren
 Von 
spike317
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Vererbbarkeit von Rentenansprüchen / Nachzahlungen

Guten Tag,

wir sind dringend auf der Suche nach Hilfe.

Meine Mutter und ich haben vergangenen Monat meinen Großvater verloren. Dieser hat jahrelang einen Kampf gegen seinen Arbeitgeber bei dem er 50 Jahre beschäftigt war, sowie gegen die Rentenversicherung geführt, da seine Beiträge für die Rentenversicherung vom Arbeitgeber scheinbar nicht ordnungsgemäß abgeführt worden sind. Dies behauptet zumindest die Rentenversicherung. Der Arbeitgeber behauptet natürlich das Gegenteil. Es ist jedoch unstrittig, dass meinem Großvater aufgrund der falschen Berechnung noch ein fünfstelliger Betrag zugestanden hätte. Er hatte bis zum Schluss gehofft, noch sein Recht zu erhalten und den Kampf zu gewinnen doch leider haben die Rentenversicherung und der Arbeitgeber die Schuld immer dem jeweils anderen zugeschoben und er hat es nicht mehr geschafft bevor er verstorben ist. Laut seiner Anwältin wäre es so gewesen, dass der Fall in Kürze vor Gericht gelandet wäre.

Nun nach seinem Tod haben wir mit der Anwältin gesprochen und diese möchte zwar gerne mit uns weiter kämpfen, hat uns jedoch gesagt, dass dies problematisch ist, da die Rente ein höchstpersönlicher Lebensanspruch ist und nicht weitervererbt werden könnte. Nach Recherche im Internet habe ich etwas zum Thema Sonderrechtsnachfolge gefunden, dies bezieht sich meines Verständnis nach aber nur auf laufende Rentenzahlungen und nicht auf Nachzahlungen. Meine Frage ist ob da jemand etwas genaueres weiß? Gibt es eine Möglichkeit auch Rentennachzahlungen vererbt zu bekommen? Uns geht es weniger um das Geld sondern mehr um die Gerechtigkeit für meinen Opa, der von der Rentenversicherung und/oder seinem Arbeitgeber betrogen worden ist. Da wir beide aber auch nicht viel Geld haben, müssen wir bevor wir einen teuren Rechtsstreit beginnen, natürlich wissen ob überhaupt eine Chance für uns besteht, nicht mit einem dicken Minus aus der Sache rauszukommen.

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe.

P.S. Da ich nicht so genau weiß ob der Post im Forum für Sozialrecht richtig aufgehoben ist, habe ich ihn auch noch einmal im Forum für Erbrecht gepostet. Ich hoffe das ist kein Problem :)

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(24124 Beiträge, 9133x hilfreich)

Das mit den höchstpersönlichen Ansprüchen, das ist so eine Sache. So waren bis vor einigen Jahren z.B. Schmerzensgeldansprüche höchstpersönlich, das ganze wurde dann abgeändert, so dass nunmehr auch die Erben klagen können.

Ich sehe hier zum Einstieg aber ein ganz anderes Problem. Der Streit geht seit Jahren. Wieso ist noch kein Verfahren anhängig? Was ist da schon verjährt? Das wäre doch vorab einmal zu prüfen.

wirdwerden

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#2
 Von 
spike317
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie gesagt haben sich der Arbeitgeber und die Rentenversicherung sich immer gegenseitig den schwarzen Peter zugeschoben. Mein Opa hatte es jahrelang ohne die Hilfe eines Anwalts versucht und sich erst vor gut einem Jahr eine Anwältin genommen. Diese war vor seinem Tod sehr positiv gestimmt, dass kurzfristig eine Einigung zwischen den beiden Parteien erzielt werden soll. Dann kam jedoch sein Tod dazwischen und nun meint sie, dass es für uns als Erben schwierig wäre das ganze fortzuführen, eben wegen des höchstpersönlichen Anspruches.

Verjährt ist von den ganzen Forderungen überhaupt nichts, da mein Opa seit knapp 15 Jahren regemäßig Einspruch gegen die Rentenbescheide eingelegt hat und auch dem Arbeitgeber ständig Briefe geschickt hat. Das ist nicht also nicht das Problem.

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#3
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(24124 Beiträge, 9133x hilfreich)

Bei sowas hab ich immer tiefes Misstrauen. Man hätte eine der gegnerischen Parteien, hier wahrscheinlich die Rentenversicherung das sinnvollste, verklagen können, dem Arbeitgeber den Streit verkünden. Und der Drops wär gelutscht gewesen. Dann hätte der Arbeitgeber ein Urteil auch gegen sich gelten lassen müssen, auch wenn es gegen die Rentenkasse geht.

Diese Spielregeln sollte eigentlich auch die Anwältin kennen. Und ein "man sei kurz vor," das ist doch Blödsinn. Man ist immer im Leben vor irgend was, ganz kurz, oder? Auch Widerspruch hilft doch nur begrenzt. Da sind dann nämlich auf Fristen da, in denen geklagt werden muss. Vielleicht weiss die Anwältin, dass alle oder zumindest viele Fristen vergeigt sind, sie deshalb auf Verhandlung setzte, keine Ahnung. Nur, das können wir hier nicht abschätzen.

wirdwerden

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