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Unternehmen durch Fremden falsch dargestellt

12.1.2014 Thema abonnieren
 Von 
Elenloth
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Unternehmen durch Fremden falsch dargestellt

Hallo,

ich hoffe mir kann irgendjemand weiter helfen. Es geht um einen Betrieb der privat zum Verkauf angeboten wird. Interessenten die von weiter her kamen erkundigten sich natürlich erstmals über die Umgebung sowie Name des Betriebs. Komisch kam es uns teilweise schon vor, das wir häufiger zu hören bekamen, das unser angebotenes Objekt komplett anders beschrieben sei und zudem auch das Objektbild sich drastisch von den uns gesendeten unterscheiden würde. In erster Linie gingen wir davon aus, das einfach kein Interesse bestünde, doch irgendwann hakte ich bei einem damaligen Interessenten nach, wie er darauf käme das unsere Bilder gegenüber anderen Darstellungen wesentlich abweichen würden. Uns war bis dahin nicht ganz klar, wo denn diese Bilder her kommen sollten. Dieser damalige Käufer, schickte mir einen Link der dann auch alles erklärte. Gibt man bei google den Namen des Betriebs ein, so erscheint die Adresse, und ein Bild was alles andere als unser Unternehmen darstellt. Es wurde von einer uns nicht bekannten Person anscheinend über die Plattform Panoramio zur Verfügung gestellt. Name des Users mit in der Verlinkung.direkt unter unserer Firmenandresse und dem falschen Bild.
Ist sowas Rechtens? Tatsache ist das etwas falsches präsentiert wird ohne unser Einverständnis. Eventl. Käufer die sich vorab dadurch haben abschrecken lassen und wir, wenn man nicht nachgefragt hätte, nichtmals was davon mit bekommen hätten. Was kann man jetzt dagegen tun?
Ich danke schon mal vorab für Eure Hilfe

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17809 Beiträge, 11883x hilfreich)

quote:
Es geht um einen Betrieb der privat zum Verkauf angeboten wird.

Das ergibt irgendwie keinen Sinn. Oder meinst du, dass das nicht über Internet angeboten wurde?

quote:
Ist sowas Rechtens?

Nö.

quote:
Was kann man jetzt dagegen tun?

Soweit der Urheber bekannt ist, diesen zur sofortigen Löschung auffordern. Ggf. mittels Anwalt dort Nachdruck verleihen, wenn es nicht gelöscht wird.
Wenn der Urheber nicht ermittelbar ist, den Anbieter der Plattform deutlich darauf hinweisen, dass es sich um Falschangaben handelt und man sofortige Löschung/Sperre verlangt.


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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#2
 Von 
TheCat
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 694x hilfreich)

quote:
Das ergibt irgendwie keinen Sinn. Oder meinst du, dass das nicht über Internet angeboten wurde?

Vermutlich meint er das im Gegensatz zu "über einen Makler".

quote:
dass es sich um Falschangaben handelt und man sofortige Löschung/Sperre verlangt

Nur aus Neugier: die Formulierung legt nahe, daß du an BDSG als Rechtsgrundlage denkst. Das ist aber bei Firmendaten nicht einschlägig.

Ein Unterlassungsanspruch kann aber wg. Eingriff in ausgeübten Gewerbebetrieb bestehen.

Aus praktischen Gründen dürfte es sich anbieten, den Anspruch gegen die Plattform (Panoramio) geltend zu machen, da man den Nutzer erst ermitteln müßte und dieser wiederum dann ggfs. an die Plattform herantreten müßte etc. Macht die Sache nur kompliziert.

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#3
 Von 
Mumpitzmaster
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 21x hilfreich)

Ist dadurch nicht sogar ein Schaden entstanden den man geltend machen könnte? Stichwort Schadensersatz.
Schließlich haben diese falschen Angaben potenzielle Käufer verunsichert bzw. gar vergrault.

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#4
 Von 
little-beagle
Status:
Lehrling
(1557 Beiträge, 860x hilfreich)

quote:
Schließlich haben diese falschen Angaben potenzielle Käufer verunsichert bzw. gar vergrault.

Das kannst Du wie beweisen?

Und welcher Schaden konkret (Summe, bezifferbar, belegbar) ist Dir entstanden?

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#5
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17809 Beiträge, 11883x hilfreich)

quote:
Nur aus Neugier: die Formulierung legt nahe, daß du an BDSG als Rechtsgrundlage denkst. Das ist aber bei Firmendaten nicht einschlägig.

Nö, ich denke an nichts anderes als an Störerhaftung.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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#6
 Von 
Mumpitzmaster
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 21x hilfreich)

Also mir ist ja schonmal nix entstanden little-beagle, wenn dann Elenloth. ;)

Wegen der Beweisbarkeit könnte man ja mal die Ablehnenden Interessenten Fragen dachte ich mir.

Schaden wäre doch dann die Summe um die es sich bei den Verkaufsverhandlungen dreht.

Das waren zumindest die Gedanken die mir in meinem Laienkopf so rumschwirrten als ich das las. Kann natürlich sein das das Rechtlich nicht zählt. Dann wäre ich über ein Licht im dunkel sehr erfreut. :grins:

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#7
 Von 
TheCat
Status:
Lehrling
(1031 Beiträge, 694x hilfreich)

quote:
Nö, ich denke an nichts anderes als an Störerhaftung.

Ich dachte das deswegen, weil du "Falschangaben" und "Sperrung/Löschung" geschrieben hast (beides Begriffe aus dem BDSG) und nicht bloß "Unterlassung".

quote:
Wegen der Beweisbarkeit könnte man ja mal die Ablehnenden Interessenten Fragen dachte ich mir.

Könnte trotzdem schwierig werden. Nur weil der Interessent nicht von den Fotos abgeschreckt wurde, ist ja nicht gesagt, daß er den Vertrag auch abgeschlossen hätte. Der hätte ja noch aus drölfhundert anderen Gründen nicht zustande kommen können.

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17809 Beiträge, 11883x hilfreich)

quote:
Schaden wäre doch dann die Summe um die es sich bei den Verkaufsverhandlungen dreht.

Nein, Schaden wäre IMHO die Differenz zu einem nachgewiesenen erläsbaren Verkaufspreis, der durch die Falschdarstellung torpediert wurde, und dem am Ende erzielten Erlös eines regulären Verkaufs bzw. dem vernünftigen Realwert der Sache.

quote:
Ich dachte das deswegen, weil du "Falschangaben" und "Sperrung/Löschung" geschrieben hast (beides Begriffe aus dem BDSG) und nicht bloß "Unterlassung".

In der Tat :-)
Aber daran dachte ich nicht. Sperre/Löschung meinte ich als technischen Begriff und Falschangabe wortwörtlich.

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"Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt."

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