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Testkäufe, Schwierigkeiten nach einem Monat

12.1.2016 Thema abonnieren
 Von 
Kobalium
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 2x hilfreich)
Testkäufe, Schwierigkeiten nach einem Monat

Guten Tag,

ich war als Testkäufer für ein Unternehmen aktiv, welches Bewertungen vermittelt.
Die kassieren von ihren Auftraggebern (Den Leuten, die die Produkte anbieten) Geld und vermitteln daraufhin Leute, welche Produkte mit einem Gutschein kaufen und daraufhin bewerten.

Das ging auch ne zeitlang gut, allerdings gab es nun Schwierigkeiten.
Da ich wegen eines privaten Einkaufes auf der Plattform Zahlungsschwierigkeiten hatte, wurde mein Konto vorrübergehend gesperrt.
Das passierte kurz nach meiner Bestellung eines weiteren Artikels den ich bewerten sollte für 52,00€, welcher bereits per Gutschein bezahlt war.

Diese wurde automatisch storniert und das Geld auf mein Konto bei der Plattform gebucht.
Die Bewertung schrieb ich trotzdem sofort, da ich das Produkt bereits kannte und so meinen Senf dazu abgeben konnte.
Von der Plattform wurde diese dann als nicht verifiziert gewertet, aber dennoch veröffentlicht.

Nun wirft mir mein Auftraggeber Unterschlagung vor, da der Artikel storniert wurde und das Geld des Gutscheins nun auf meinem Konto bei der Plattform liegt.

Die Problematik dabei ist:
Das Geld kann nicht per Gutschein von dem Konto an meinen Auftraggeber zurückgegeben werden, ich müsste Echtgeld bezahlen was ich absolut nicht einsehe.

Ich würde den Beitrag per erneutem Kauf des Artikels wieder in Umlauf bringen, allerdings ist das derzeit noch nicht möglich und dies will mein Auftraggeber auch nicht, er lässt absolut nicht mit sich reden und ich finde das Verhalten ziemlich arm, aber darum geht's ja nicht.

Kann er verlangen, dass ich ihm nun den Betrag überweise?
Kann er mir was, wenn ich den Artikel trotzdem erneut kaufe um das Geld wieder los zu sein?
Ich persönlich würde am Liebsten gar nichts tun, weil ich das Verhalten des Auftraggebers erbärmlich finde.

Danke für die Hilfe.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Junior-Partner
(5692 Beiträge, 3045x hilfreich)

Hallo

Zitat:
Ich persönlich würde am Liebsten gar nichts tun, weil ich das Verhalten des Auftraggebers erbärmlich finde
Gehts noch??? Wenn hier ein Verhalten erbärmlich ist, dann deines!

Du hasdt jetzt das Geld, welches zum Kauf eines bestimmten Artikels zweckgebunden war (Gutschein) Es ist auch nicht durch das Fehlverhalten des AUftraggebers so gekommen, sondern einzig und alleine DURCH DEIN VEHLVERHALTEN!!!

Auch ist es ja so, wenn du dem Auftraggeber das geld überweist, hast du dadurch keinerlei Verlust, denn es ist ja auch deinem Onlinekonto weiterhin verfügbar, sobald das Konto entsperrt wurde!

Sei froh, das der Auftraggeber nur das Geld zurückfordert, er könnte auch noch eine Strafanzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) stellen, dann würdest du zusätzlich noch im Unterforum für Strafrecht posten können...

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#2
 Von 
hamburger-1910
Status:
Bachelor
(3146 Beiträge, 2871x hilfreich)

Zitat:
Kann er verlangen, dass ich ihm nun den Betrag überweise?

Selbstverständlich!

Zitat:
ich finde das Verhalten ziemlich arm

Das haben Sie richtig erkannt, dass Ihr Verhalten armselig ist!

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#3
 Von 
TheSilence
Status:
Lehrling
(1651 Beiträge, 897x hilfreich)

Zitat:
Die kassieren von ihren Auftraggebern (Den Leuten, die die Produkte anbieten) Geld und vermitteln daraufhin Leute, welche Produkte mit einem Gutschein kaufen und daraufhin bewerten.

Was allerdings für die Auftraggeber wettbewerbsrechtlich problematisch sein kann. Oder glaubt ein Richter im Zweifel, daß hier *keine* guten Bewertungen "gekauft" werden sollten?

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#4
 Von 
Kobalium
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 2x hilfreich)

Hi,

wo lege ich denn ein Fehlverhalten an den Tag?
Es ist erst aufgefallen, weil ich mich beim Auftraggeber gemeldet habe, wegen der stornierten Bestellung.
Ich habe ihm die Kooperation angeboten und mir wurde sofort unterstellt, etwas mit Absicht zu unterschlagen.
Das ist, vorallem weil es nicht stimmt, einfach eine Frechheit.
Ich habe mich nicht quergestellt und die Lösung angeboten den Artikel erneut zu bestellen, sobald das Konto frei ist.

Es lief Monate im Vorraus ohne Probleme und dann soll ich einen interessanten Nebenjob wegen nem 52€-Gutschein einfach so wegwerfen? Das ist lächerlich.


Wenn man keine Kohle für solche Spielchen hat und mal eben auf 50 Tacken verzichten kann, ist sowas sicher nur peanuts - für mich ist das aber ne Menge.

Außerdem habe ich kein Geld, sondern einen Gutschein den ich nicht in Bargeld auszahlen lassen kann.

Zitat (von lesen-denken-handeln):

Sei froh, das der Auftraggeber nur das Geld zurückfordert, er könnte auch noch eine STrafanzeige stellen, dann würdest du zusätzlich noch im Unterforum für Strafrecht posten können...


Jetzt geht's aber los.
Auf welcher Grundlage denn?
Er kann mir nicht nachweisen, dass das Geld von mir absichtlich eingehalten wurde, geschweigedenn, dass ich mich aus niederen Beweggründen daran bereichern wollte.

Und so weit ich weiß sind damit die Vorwürfe von Betrug oder Unterschlagung schon nicht mehr gegeben, vorallem weil es nicht aus Absicht passierte, was ich belegen kann.

-- Editiert von Kobalium am 12.01.2016 18:39

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#5
 Von 
spatenklopper
Status:
Master
(4198 Beiträge, 2118x hilfreich)

Zitat (von Kobalium):
Er kann mir nicht nachweisen, dass das Geld von mir absichtlich eingehalten wurde, geschweigedenn, dass ich mich aus niederen Beweggründen daran bereichern wollte.

Wenn Sie die ursprünglichen 52€ und die aktuelle Forderung trennen gebe ich Ihnen ohne zu zögern Recht.
Das Problem ist aber, dass das die selbe Forderung ist und Sie sich aktuell weigern diese auszugleichen,
somit ist die Beweisführung jetzt nicht so schwer zu führen.

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#6
 Von 
Kobalium
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 2x hilfreich)

Natürlich weigere ich mich dem Auftraggeber Geld zu überweisen und mich so in eine finanziell schlechte Lage zu bringen.
Der Auftraggeber weigert sich schließlich auch, dass ich den Artikel einfach erneut bestelle.

Ich werde den Artikel trotzdem neu bestellen, so dürfte mir niemand was vorwerfen können.

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#7
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Junior-Partner
(5692 Beiträge, 3045x hilfreich)

Zitat:
so dürfte mir niemand was vorwerfen können
Das shee ich anders, man könnte evtl sogar darüber nachdenken, ob man dir nicht sogar Bewertungsbetrug begangen hast.

Wieso das, ganz einfach, du hast zwar ein Identisches Produkt bewertet, aber du hättest ganz sicher genau das gekaufte Produkt bewerten müssen. Genaugenommen hast du eine Bewertung für etwas geschrieben, für das du keinen AUftrag hattest, da du ein anderes Produkt beschrieben hast. Das ist jetzt zwar spitzfindig,aber genaugenommen wäre es so.

Aber gut, du kannst es ja notfalls auf einen Rechtsstreit ankommen lassen, den kann der AUftraggeber nämlich jederzeit führen wenn er will, egal ob du nochmal kaufst oder wie auch immer Wenn der Auftraggeber dir jetzt klar gemacht hat, dass er das Geld zurück will, kannst du dir ja selber denken wohin seine Intention jetzt geht...

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#8
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Junior-Partner
(5692 Beiträge, 3045x hilfreich)

Ach und dann noch etwas, sollte der AUftraggeber nicht jetzt schon die Zusammenarbeit mit dir eingestellt haben, wird er das sicherlich spätestens dann machen, wenn du nicht seiner Forderung nachkommst, sollte man auch mit bedenken, wenn du da evtl weiter machen willst in der Branche...

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#9
 Von 
Kobalium
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 2x hilfreich)

Wenn er es darauf anlegt kann ich immer noch sagen, dass ich diesen Auftrag nicht mal bestätigt habe.

Er schickt die Anweisung per Mail und sofort danach den Gutschein, ich habe mit keiner Silbe bestätigt, dass ich den Auftrag übernehme. Und schriftlich habe ich mich auch nie dazu verpflichtet.
Wenn er also meint kleinlich zu werden, kann ich daraus sicher was machen.

Nachdem ich nun aber weiß was der Aufttaggeber pro vermittelte Rezension kassiert, habe ich selber kein Interesse mehr an einer Zusammenarbeit.

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#10
 Von 
-Laie-
Status:
Richter
(8731 Beiträge, 3474x hilfreich)

Zitat (von Kobalium):
wo lege ich denn ein Fehlverhalten an den Tag?

Du gibst das Geld nicht zurück.

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