Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
479.629
Registrierte
Nutzer

Sperrung des Internetanschlusses trotz bezahlter Rechnung

7.1.2016 Thema abonnieren Zum Thema: Rechnung
 Von 
pandakuss88
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Sperrung des Internetanschlusses trotz bezahlter Rechnung

Hallo erstmal ,ich habe momentan etwas Probleme mit meinem Telefonanbieter O2 wofür ich etwas ausholen muss.
Im Oktober sind bei uns leider aufgrund zu später Deckung die Telefon/Internetkosten zurückgebucht worden in Höhe von 40 Euro. Einen Tag später bemerkte ich es und überwies den Betrag sofort an meinen Festnetz/Internetanbieter, einen Monat später wartete ich auf die Abbuchung (Konto war gedeckt) jedoch wurde ohne vorherige Mahnung/Info plötzlich mein Internetanschluss gesperrt, da ich 4 Euro Rücklastschriftgebühren nicht überwiesen hatte und sie daher das Lastschriftverfahren eingestellt haben, ohne das ich es wusste. Dadurch entstanden 17 Euro Sperrgebühren, denen ich mehrfach widersprochen habe und im selben Zug entzog ich O2 das Recht weiterhin etwas mit Lastschrift von meinem Konto einzuziehen (Trotzreaktion). Die offene Rechnung von Novemver sowie die Rücklastschriftgebühr von Oktober wurde von mir jedoch sofort nach bekanntwerden bezahlt.
Im Dezember wurde trotz des Entzuges wieder der Rechnungsbetrag von meinem Konto abgebucht welches ich dann absichtlich wieder zurückgeholt habe. Kurz vor Weihnachten zahlte ich jedoch im O2 Shop meine Dezemberrechnung bar.
Nun wurde mir am 5. 1 eine Mahnung zugestellt (Briefdatum der 30.12) in dem sie mir 3 Tage zeit geben die noch offene Rechnung von 44 Euro (Einzahlung wurde nicht berücksichtigt und es wurden Rücklastschriftgebühren draufgeschlagen )begleichen sonst wird wieder das Internet gesperrt. Daraufhin schaute ich auf mein Onlinekundenkonto und sah , daß sie meine Einzahlung mit den Sperrgebühren verrechneten, gegen die ich mehrfach Widerspruch eingelegt habe und auch ausdrücklich zu verstehen gab, das ich nicht gewillt bin diese zu zahlen. Durch die Verrechnung war natürlich nicht genügend Geld eingezahlt worden um die Dezemberrechnung komplett zu begleichen, weshalb sie mir heute 7.1 wieder das Internet sperrten und erneut 17 Euro Sperrgebühren verlangen, was ich aber nicht einsehen.
Nun zu meinen Fragen
Darf trotz Widerspruch eine Einzahlung einfach mit allem verrechnet werden was noch offen ist oder muss diese für den vorgesehen Zweck verwendet werden hier die Dezemberrechnung?
Kann ich eine sofortige Entsperrung verlangen?
Muss ich die 4 Euro Rücklastschriftgebühr zahlen, obwohl ich das Lastschriftmandat entzogen habe?
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

Verstoß melden

Wir
empfehlen

Mahnschreiben vom Anwalt

Sie möchten einen Schuldner mahnen und wollen Ihrer Forderung mit einem anwaltlichen Mahnschreiben mehr Druck verleihen? Wir erstellen und versenden für Sie eine anwaltliche Mahnung.

Jetzt loslegen

Nicht genau ihre Frage? Wir haben 433 weitere Fragen zum Thema
Rechnung


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Laut TKG darf eine Sperre eigentlich erst ab 70€ Rückstand erfolgen. Ebenso sind solche Sperrgebühren normalerweise nicht erlaubt.

Zitat:
Darf trotz Widerspruch eine Einzahlung einfach mit allem verrechnet werden was noch offen ist oder muss diese für den vorgesehen Zweck verwendet werden hier die Dezemberrechnung?
Kann ich eine sofortige Entsperrung verlangen?
Muss ich die 4 Euro Rücklastschriftgebühr zahlen, obwohl ich das Lastschriftmandat entzogen habe?

Meine Meinung: Nein und Nein.
Ich würde ein Einschreiben hin schicken, in dem ich überdeutlich sowohl die Entsperrung verlangen würde als auch die Streichung der unerlaubten Gebühren. Die Entsperrung auch wegen mehrfachen Verstoßes gegen das TKG. Ankündigen, dass man, wenn das Internet nicht binnen 7 Tagen wieder läuft, eine fristlose Kündigung ausspricht und sich einen neuen, seriösen Provider sucht.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Albarion
Status:
Lehrling
(1215 Beiträge, 527x hilfreich)

Eine Sperre ist sogar erst nach 75€ erst rechtens (vgl. §45 k TKG ).
Damit wären die Gebühren für die unrechtmässigen Sperre zu streichen. Weiterhin darf sogar in diesem Falle der aktuelle Rechnungsbetrag um den Zeitraum der unrechtmässigen Sperre reduziert werden (Schadensersatz).
Eine Frist zur Entfernung der Sperre plus Androhung dieses Vorgehen der Bundesnetzagentur zu melden, hilft meistens binnen 48 Stunden.
Vermutlich kommt dann auch Post von dem Vertragsanwalt Bissel, die Du dann gepflegt ignorieren bzw. einmal auf die bisher hier erwähnte Vorgehensweise beantworten kannst.
Wichtig: Unbedingt den Provider anschreiben und eine Sperre der Weitergabe der Daten an die Schufa mitteilen, denn hier bist nicht wirklich Du die Person, die ihrer vertraglichen Pflichten nicht 100% nachgekommen ist, sondern der Provider.
Eine Ankündigung zur Anschlusssperre muss dir ebenfalls zeitig mitgeteilt werden, ohne weiteres dürfen die nichts sperren (o.g. TKG Paragraph, es gilt eine Frist von zwei Wochen).

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen

Post vom Inkassobüro, was jetzt?
Die Antworten findet ihr hier:


Inkassogebühren Verzugskosten Anwaltsgebühren

von Rechtsanwalt Sascha Lembcke
Wenn einmal eine Forderung oder Rechnung nicht bezahlt worden ist, kann es für den Schuldner und Gläubiger schnell teuer werden. Dieser Artikel soll Ihnen dabei ... mehr

Inkassounternehmen drohen zu Unrecht mit der Schufa

von Rechtsanwalt Dr. Ulrich Schulte am Hülse
Am 01.12.2011 veröffentlichte der Bundesverband der Verbraucherzentralen das Ergebnis einer Studie unter der Überschrift "Unseriöses Inkasso ist eine bedrohliche Plage". ... mehr

Dubiose Zahlungsaufforderung eines Inkassobüros? Keine Panik!

von Rechtsanwalt Thilo Wagner
Viele Verbraucher reagieren verunsichert, wenn sie überraschende Post eines Inkassounternehmens im Briefkasten finden und sich plötzlich einer bis dato völlig unbekannten Forderung ausgesetzt sehen ... mehr

Inkassogebühren - was ist erlaubt?

Brief vom Inkassobüro. Welche Forderungen sollte man zahlen, welche nicht? / Inkassounternehmen berechnen Zinsen, Inkassokosten, Schreibgebühren, Kontoführungsgebühren und vieles mehr. Welche Positionen können sie gerichtlich durchsetzen, welche muss man nicht zahlen? mehr