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Schweizer Kredit - Barex Inkasso

6.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Inkasso
 Von 
SpeedyIX
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Schweizer Kredit - Barex Inkasso

Hallo zusammen,

ich hoffe, ich bin hier richtig. Ich habe folgendes Anliegen:

Ca. Mitte 2015 habe ich aus der Not heraus einen schufaneutralen Kredit bei der SIGMA Kreditbank über 3.500€ bzw. insgesamt dann 4.208€ abgeschlossen.

Gegen Ende 2015 war ich aufgrund eines Engpasses mit 2 Raten im Rückstand, daraufhin wurde der Vertrag direkt gekündigt und die Forderung an die Barex Inkasso, ebenfalls in Lichtenstein, abgetreten. Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.

Jetzt habe ich mir mal eine Forderungsaufstellung schicken lassen und bin dann fast vom Stuhl gefallen.

Mir wurden knapp 410€ nicht verbrauchte Zinsen abgezogen, hinzu kamen noch Kündigungskosten von 30€. Soweit ja noch "ok". Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde. Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...", wovon ich bislang noch nicht weiß, was das genau ist.

Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen. In 2016 habe ich insgesamt satte 470€ Verzugszinsen mitbezahlt!

Insgesamt habe ich 2016 Zahlungen in Höhe von 1.527€ geleistet aber nur knapp 900€ vom eigentlich Kredit getilgt. Die Differenz waren eben die Inkassokosten und die Verzugszinsen. Finde ich gelinde gesagt extrem grenzwertig und das war mir damals nicht wirklich klar, weshalb ich mir die Übersicht erst nach 1 Jahr zuschicken lies.

Mittlerweile geht es mir finanziell durch einen Jobwechsel wieder gut. Mein Plan war, dass ich die Forderung gegen Ende diesen Jahres mit meinem 13. Monatsgehalt tilge. Auch wenn ich da noch mit einem geringeren Restbetrag gerechnet habe...

Die Frage ist einfach, ob das alles rechtens ist oder ich da irgendwas unternehmen kann? Die Hauptforderung ist ja unstrittig aber die Inkassogebühren und Verzugszinsen finde ich extrem zweifelhaft. Wenn man überlegt, wie hoch die Zinsen für den Kredit sowieso schon waren und dann noch die ganzen Gebühren und Zinsen on top.

Ich weiß nicht genau, wie hoch die Verzugszinsen dieses Jahr sein werden - natürlich niedriger aber wenn ich mal von ca. 380€ ausgehe und ich dann Ende des Jahres tilgen würde, hätte ich insgesamt ca. 5.500€ gezahlt - 4.208€ ursprünglich + 347€ (+140€) Inkassokosten + ca. 850€ Verzugszinsen - 3.500€ wurden mir damals ausgezahlt. Eigentlich unglaublich.

Es wäre super, wenn mir da jemand Rat geben könnte. Nutzt es bspw. was damit zu einem Anwalt zu gehen? Oder ist das sowieso aussichtslos? Dann kann ich nur schauen, dass ich die Forderung so schnell wie möglich tilge...aber das wird erst Ende 2017 möglich sein.

Danke und Gruss


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Inkasso


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
The Mentalist
Status:
Schüler
(330 Beiträge, 104x hilfreich)

Zitat:
hinzu kamen noch Kündigungskosten von 30€.

Steht das im Vertrag?
Zitat:

Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde

Bei einem Gegenstandswert von 4.208 EUR darf das Inkassobüro gem. dem RVG zum 1,3 fachen Satz 393,90 EUR zzgl. 20,00 EUR Auslagen = 492,54 EUR *fordern*. Die Frage ist, ob eine Beratung wie sie das RVG bei dem 1,3 fachen Satz festgelegt ist, überhaupt statt gefunden hat.
Zitat:

Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.
Zitat:
14% Verzugszinsen

Das ist ebenfalls Quatsch. Verzugszinsen kann man sich hier ausrechnen lassen: http://basiszinssatz.info/zinsrechner/

Zitat:
Die Frage ist einfach, ob das alles rechtens ist oder ich da irgendwas unternehmen kann?

Ich würde die Zahlungen einstellen und dem Inkassobüro schreiben "Die von mir gezahlten Beträge sind nur auf die Hauptforderung anzurechnen" + Widerspruch damit es keinen SCHUFA Eintrag gibt. Dann würde ich erstmal alle weiteren Bettelbriefe ignorieren. Wenn ein Mahnbescheid o.ä. kommt, unbedingt hier wieder fordern.

Signatur:Keine Rechtsberatung.
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#2
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
Es gab dann Inkassokosten von knapp 347€, was ich schon überzogen finde

Und per 2016 schlichtweg illegal.
Die hatten keine Zulassung.
Erst seit heute (man höre und staune) um kurz vor 11 haben sie offenbar eine Zulassung. Beim OLG Frankfurt, Aktenzeichen 3712/1-I/3-3873/08

Zitat:
Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen

Und auch das ist Wucher und schlichtweg illegal.

Ich würde nun folgendes machen:
1. Strafanzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) gegen die Inkasso-Mitarbeiter wegen gewerblichen Wuchers. Dabei insbesondere die 14% Verzugszinsen hinweisen. Das ist mehr als das dreifache des derzeit erlaubten gesetzlichen Verzugszinses und sicherlich auch mindestens das Doppelte deines ursprünglichen Kreditzinses.

2. Beschwerde beim OLG Frankfurt. Die freuen sich sicher, wenn schon am ersten Tag der Registrierungen Beschwerden reinkommen.
Beschweren würde ich mich darüber, dass die in 2015/2016 keine Zulassung hatten und rechtswidrig gehandelt haben. Dass die keine Inkassogebühren fordern dürften und auch schon gar nicht irgendwelche frei erfundenen Positionen, wie "TLZ 0118".
Zudem würde ich mich über den Zinswucher beschweren. Die mögen dem Inkasso doch mal klar machen, dass so etwas nicht geht und die Forderungsaufstellung zu korrigieren ist.

Ansonsten würde ich brav die Raten abbezahlen, denn bezahlt werden muss ja noch so einiges. Sicherheitshalber würde ich im Verwendungszweck "nur HF" angeben. Dann würde ich abwarten, wie das Inkasso reagiert. Gerade auch hinsichtlich der Zinsen. Ob es sich direkt mit dem Aufsichtsgericht anlegt oder ob es sich reumütig zeigt und dir eine korrigierte Aufstellugn zukommen lässt.

Ich denke, nun, da dieser Betrugsladen endlich mal einer Aufsicht unterworfen ist, werden die nicht direkt in den ersten Tagen mit ihrem mist weiter machen wollen und ich denke, dass du gute Chancen hast, dass es am Ende auf vernünftigem Wege abläuft.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#3
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von SpeedyIX):
Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.

Zitat (von The Mentalist):
Zitat:
Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.

Ja, aber nicht unbedingt so, wie du meinst. Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Sofern SpeedyIX eine solche aber nie unterschrieben hat, ist das tatsächlich Quatsch. Ansonsten kommt es darauf an, ob diese Gebühr in der unterschriebenen Raten-/Teilzahlungsvereinbarung enthalten ist.

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#4
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Dazu waren sie in 2016 nie berechtigt, da sie keine Zulassung hatten.
Insofern muss man hier auch nicht mit möglichen Positionen aus dem RVG spekulieren denke ich :-)

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#5
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Zitat:
Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung").

Dazu waren sie in 2016 nie berechtigt, da sie keine Zulassung hatten.

Das nützt leider nichts, wenn - und nur wenn - diese 140€ auf einer schriftlichen Vereinbarung standen, welche SpeedyIX dann unterschrieben hat. Auch als Nicht-Inkasso darf Barex als Forderungsinhaber (wurde ja abgetreten) eine solche Gebühr verlangen. Über die Höhe und ob das dann Wucher ist, könnte man noch streiten.

Falls aber nichts schriftliches existiert, ist das egal, da in dem Fall tatsächlich Quatsch.

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#6
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
Auch als Nicht-Inkasso darf Barex als Forderungsinhaber (wurde ja abgetreten) eine solche Gebühr verlangen

Ne, gerade nicht. Ich drücke es mal anders aus: Solche Vereinbarungen sind wegen Täuschung im Nachhinein immer angreifbar.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Bachelor
(3869 Beiträge, 1013x hilfreich)

Zitat (von mepeisen):
Solche Vereinbarungen sind wegen Täuschung im Nachhinein immer angreifbar.

Jegliche Vereinbarung birgt die Gefahr in sich, dass sie im nachhinein rechtlich angegriffen wird. trotzdem ist sie so lange wirksam, bis ein Richter sie für unwirksam erklärt.

Gleiches gilt auch für vereinbarte Verzugszinsen.

Zitat (von SpeedyIX):
Nutzt es bspw. was damit zu einem Anwalt zu gehen?
wenn der Anwalt die vertraglichen Vereinbahrungen besser lesen kann als Du, vermutlich ja. Aber erst sollte man selbst in die Verträge gucken und zwar zu allen einem merkwürdig vorkommenden Punkten; also Kündigungsgebühr, Höhe der Verzugszinsen und TLZ. Falls zur TLZ dort nichts steht (meine Vermutung) Grund und Höhe schriftlich abklären.

Alles besser als mit unvollständigen Informationen Fragen zu stellen und verlässliche Antworten zu erwarten,

meint

Berry

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#8
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
trotzdem ist sie so lange wirksam, bis ein Richter sie für unwirksam erklärt.

Das ist im Prinzip richtig. Oder halt andersherum: Da das Inkasso Geld will, wird es das am Ende einklagen müssen und dann begründen müssen, warum ihm das alles trotz fehlender Lizenz zusteht und nicht arglistig viele Jahre lang getäuscht wurde.

Dabei die Hintergrundinfo bedenken, dass sich das Inkasso viele Jahre munter geweigert hat, sich einer Aufsicht eines deutschen Gerichtes zu unterwerfen und die Aufsichtsgerichte haben es viele Jahre nicht geschafft, die Aufsicht zu erzwingen.

Was nun der Grund für den heutigen Eintrag im Rechtsdienstleistungsregister ist, weiß ich nicht. Ich habe ob des Themas hier heute Nachmittag geschaut, damit ich nichts falsches schreibe, und Bauklötze gestaunt. Aber ich werde es erfahren, denn meine zwei Bekannten, die geschädigte der Barex sind, haben ihre Beschwerden direkt heute per Fax ans OLG Frankfurt geschickt und ggf. erhält man von dort einen Hinweis, dass beispielsweise de Aufsicht aufgezwungen wurde o.ä.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#9
 Von 
Inkassosachbearbeiter
Status:
Schüler
(210 Beiträge, 141x hilfreich)

Zitat (von arnonym117):
Zitat (von SpeedyIX):
Statt der ursprünglichen knapp 105€ habe ich dann ab 01/16 monatlich 118€ gezahlt.


Zitat (von The Mentalist):
Zitat:
Einen Monat später kamen noch mal 140€ dazu - da steht nur "TLZ 0118...

Das ist Quatsch.


Ja, aber nicht unbedingt so, wie du meinst. Offenbar berechnen sie hier 140€ für eine Ratenzahlungsvereinbarung (TLZ interpretiere ich hier als "Teilzahlung". ...


Das habe ich auch gleich gedacht, das TLZ für Teilzahlung bzw. Ratenzahlungsvereinbarung steht.

Auch weil die Höhe der geforderten Gebühren laut § 4 Abs. 5 RDGEG i.Vm. §§ 2, 13, 31b Nr. 1000 VV RVG zzgl. Nr. 7002 VV RVG passen würde.
20 % von 4.208,00 € = 841,60 €
1,0-Gebühr im Gebührenrahmen von 500,00 € - 1.000,00 € = 80,00 €
80,00 € × 1,5-facher Gebührensatz = 120,00 €
20 % von 120,00 € bzw. max. 20,00 € Auslagenpauschale
120,00 € + 20,00 € = 140,00 €



Zitat (von SpeedyIX):
... Ca. Mitte 2015 habe ich aus der Not heraus einen schufaneutralen Kredit bei der SIGMA Kreditbank ...

Aber der wirkliche Hammer sind die 14% Verzugszinsen. ...


Der Threadtitel lautet ja "Schweizer Kredit - Barex Inkasso", ist die SIGMA Kreditbank denn eine Schweizer Bank?

Wie hoch sind denn die Verzugszinsen in der Schweiz?

Signatur:Meine Beiträge stellen ausdrücklich KEINE Rechtsberatung dar! Ich verweise auf § 675 Abs. 2 BGB.
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#10
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
ist die SIGMA Kreditbank denn eine Schweizer Bank?

Je nach Lesart. Beworben wird es mit "Schweizer Kredit". Es handelt sich aber eher um Rechtsflucht und Versuche, sich der deutschen Justiz zu entziehen. Die eigentlichen Hinterleute (***** Kreditvermittlung) kommen allsamt aus Deutschland und oft genug schließt man mit deutschen Banken diese Kredite ab, die dann einen Tag später verkauft werden.

Zitat:
Wie hoch sind denn die Verzugszinsen in der Schweiz?

Irrelevant, da man sich gezielt an deutsche Verbraucher wendet mit dem Angebot und sonst EU-Mitglied ist und damit gemäß Verordnungen (an denen größtenteils auch die Schweiz teilnimmt) deutsche Gesetze herrschen dürften.

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#11
 Von 
SpeedyIX
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für eure Antworten! Ich werde mal Rechtsbeistand suchen und mich beraten lassen, welche Optionen ich habe bzw. was man konkret machen kann.

Denn wenn es so gewesen wäre, dass sie gar keine Forderungen hätten eintreiben dürfen, da hier nicht zugelassen - wären ja theoretisch die ganzen Inkassogebühren und Verzugszinsen hinfällig. Ob das wirklich so ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Und selbst wenn doch, sind ggf. diese 14% Verzugszinsen nicht Rechtskonform - wenn es die üblichen 4-5% wären, hätte ich schon mal ca. 2/3 weniger Zinsen zu zahlen.

Kann hier dann gerne mal ein Update posten, sobald es in irgend eine Richtung geht.

LG

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