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Reiserücktritt bei cronischem Krankheitsbild

9.12.2010 Thema abonnieren Zum Thema: Reiserücktritt
 Von 
sawadeee
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)
Reiserücktritt bei cronischem Krankheitsbild

Guten Tag,

ich fasse mal kurz zusammen und wäre für einen Ratschlag sehr dankbar.

Hintergrund: Bin aktuell 28 und leider seit gut 12 Jahren an der Krankheit Morbus Cron (cronische Magen/Darm Erkrankung).

Krankheitsbild: MC (Morbus Cron) tritt in Schüben auf, hatte in den 12 Jahren 3 davon jeweils knapp 3-6 Monate akkut.

Reise wurde Mai 2010 gebucht (für August 2010), dummerweise trat eine Schubphase auf 2 Wochen vor Reisebeginn, was mir den Antritt nicht ermöglichen konnte. Nun stellt sich die Versicherung Mondial Assistance quer und beruft sich auf § 2 Nr. 1 AVB-RR da ein Zusammenhang mit der Vorerkranung in meinem Attest nunmal so vermerkt worden ist.

Habe ich überhaupt eine Chance meine Kosten zurück erstattet zu bekommen?

Vielen Dank

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Reiserücktritt


12 Antworten
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#1
 Von 
quiddje
Status:
Student
(2913 Beiträge, 1575x hilfreich)

Wie sieht die Krankheit zwischendurch aus? Musst du da auch etwas machen, irgendwelche Tabletten oder so? Dann sieht es schlecht aus, guck mal hier

Wenn das aber etwas ist, was man jahrelang vergessen kann, bis es sich plötzlich meldet, dann ist die Sache wohl etwas differenzierter zu betrachten. Es tritt dann ja keine Verschlechterung eines bereits bestehenden Zustandes ein, sondern überhaupt erst ein Krankheitsbild.
Der genannte Paragraph redet über eine "unerwartete Krankheit". Das Auftreten eines akuten Schubes kam ja sicherlich unerwartet.

Leis auch mal das hier: Hast du bei Abschluss der Versicherung auf die Krankheit hingewiesen?
gibt es irgendwelche Selbsthilfegruppen zu deiner Krankheit? Dann frage auch mal da nach, ob da jemand Erfahrungen hat.

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#2
 Von 
sawadeee
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

Danke schon mal für die Antwort. Nein ich habe im Vorfeld nicht auf meine Krankheit hingewiesen, leider, dachte aber auch wirklich es sei nicht nötig. Also in den "Ruhephasen" ohne Schub muss ich keine Tabletten nehmen, und habe auch sonst keine Einschränkung(en). Naja ich hätte die Reise ja sehr gerne angetreten, aber nach rapider Verschlechterung meines Gesundheitszustand war dies eben nicht mehr möglich. Das Problem ist halt ich habe keine Rechtschutz und selbst wenn ich den mühsamen Klageweg antrete und am Ende Recht bekomme, so wird das wohl ein +/- 0 Geschäft werden. (Anwaltskosten,etc.)

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#3
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2721 Beiträge, 1022x hilfreich)

Die Versicherungen zahlt nicht bei vorhandenen Erkrankungen. Und eine Chronische Krankheit bedeutet ja das sie öfters kommt. Es wäre also klar gewesen das es ein Risiko gibt, das würde auch noch verschwiegen.
Hättest du es nicht verschwiegen hätte die Versicherung ablehnt dich zu versichern.

Du hast doch "UNTERSCHRIEBEN" keine chronische Vorerkrankungen zu haben. Was willst du jetzt.

Uwe

P.S. Gute Besserung

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#4
 Von 
guest-12311.12.2010 13:23:36
Status:
Frischling
(41 Beiträge, 14x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#5
 Von 
bernardoselva
Status:
Student
(2791 Beiträge, 1619x hilfreich)

Hallo,

wenn Sie in 12 Jahren nur 3 x akut an Ihrer Krankheit erkrankt sind, koennte man das durchaus als 'unerwartet aufgetretene Erkrankung' bezeichnen.

Mir ist in Erinnerung, dass in einem aehnlich gelagerten Fall der Betroffene mit Hilfe von aerztlichen Gutachten es erreicht hat, dass die RRV gezahlt hat. Die Begruendung war, dass aufgrund des Krankheitsbildes der Betroffene durchaus davon ausgehen konnte, dass die Krankheit als ausgeheilt anzusehen war, da er ueber Jahre nicht daran erkrankt war und auch nicht medikamentoes behandelt wurde. Also war die Erkrankung fuer ihn ploetzlich und unerwartet.

Ich habe aber das Urteil dazu nicht gefunden. Also koennen sich Nachforschungen durchaus lohnen.


Viele Gruesse
bernardoselva

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"Touristiker"

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#6
 Von 
quiddje
Status:
Student
(2913 Beiträge, 1575x hilfreich)

Ja, das hatte ich auch vermutet. Problem dürfte aber das in der Eröffnung erwähnte sein:

quote:
da ein Zusammenhang mit der Vorerkranung in meinem Attest nunmal so vermerkt worden ist.

Auch die Beschreibung der Krankheit bei Wikipedia verstehe ich so, dass da lebenslang Behandlung nötig sit. Wenn das definitiv nicht der Fall ist, könnte sich meiner Ansicht nach ein bisschen Beharrlichkeit lohnen. RRV anrufen, fall noch mal schildern, Arzt vielleicht um ein anderes Attest bitten, ...
Wenn die RRV nur ein Attest erhält, dass eine chronische Krankheit die Reise verhindert, hat sie natürlich erst mal Recht mit der Verweigerung. Aber auch ich würde es noch mal mit Anruf etc. probieren.

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#7
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2721 Beiträge, 1022x hilfreich)

Falsche Angaben im Vertrag verhindern auch mit einem neuen Attest die Zahlung. Wenn dort also gefragt wurde, wird das nichts.

Uwe

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#8
 Von 
sawadeee
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 3x hilfreich)

@Labersack: "falsche Angaben im Vertrag", ich habe die Reise über Opodo bestellt da gab es ein Feld "Reiserücktrittsversicherung Ja/Nein [+x Euro]". Naja das nächste mal bin ich schlauer und erfinde irgendeine dumme Story, als bei der Wahrheit zu bleiben, so fährt man scheinbar besser. Aber Danke für die Tipps, naja ich rufe nochmal an, aber Kulanz bei einer Versicherung, naja träumen darf man ja noch.

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-- Editiert am 11.12.2010 18:24

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#9
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2721 Beiträge, 1022x hilfreich)

§ 2 Unter welchen Voraussetzungen erbringt ELVIA die
Leistungen?
1.....
• unerwartete schwere Erkrankung;


Das wird dann nichts wenn man eine chronische Krankheit hat.

Aber viel Glück.





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#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(53753 Beiträge, 24160x hilfreich)

Wenn man Morbus Cron hat, dann hat man es, lebenslang.
Die Möglichkeit eines 'ausheilens' ist in der medizinischen Welt nicht bekannt.

Die Schübe sind kein auftreten der Krankheit, sondern schilcht ein (meist nur temporäres) verschlimmern der Krankheit.

Die Tatsache das die Krankheit sich in 12 Jahren nur 3x verschlimmert hat ist auch kein Anzeichen, das sie nur 'selten' auftritt. Ein Schub kommt unmittelbar ohne Anzeichen, es kann auch nicht erwartet werden das zwischen den Schüben regelmäßige Abstände sind.


Der TE war also bereits bei Abschluss der Versicherung erkrankt wenn auch nicht stark und dies wurde nicht angegeben.

Fazit: Keine Leistungspflicht der Versicherung



quote:
Naja das nächste mal bin ich schlauer und erfinde irgendeine dumme Story, als bei der Wahrheit zu bleiben, so fährt man scheinbar besser.

Davon kann ich nur abraten, Verischerung sind sehr erfahren darin 'irgendeine dumme Story' zu entlarven. Dann wird es richtig stressig ...





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

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#11
 Von 
guest-12306.05.2011 11:25:43
Status:
Student
(2721 Beiträge, 1022x hilfreich)

quote:
Naja das nächste mal bin ich schlauer und erfinde irgendeine dumme Story, als bei der Wahrheit zu bleiben, so fährt man scheinbar besser.

Du solltest eher einsehen das du zu den viele Menschen gehörst die nicht versicherbar sind: die Kranken.
Die müssen sich auch eine kleiner werdende Solidargemeinschaft verlassen. Und da ist eine Reiseversicherung nicht drin.

Uwe

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#12
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(53753 Beiträge, 24160x hilfreich)

Naja, so eien Versicherung macht schon Sinn. Bei Blinddarmdurchbruch oder Beinbruch hätte sie ja auch anstandslos gezahlt.

Nur zahlen sie halt nicht wenn die chronische Karnkheit stärker wird.





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