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Rechte des Händlers bei einem Wiederruf

6.1.2012 Thema abonnieren
 Von 
Daniel M.
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 1x hilfreich)
Rechte des Händlers bei einem Wiederruf

Hallo Forum, ich habe einen kleinen Onlineshop und habe 3 kleine Fragen.

1. Ein Kunde setzt sein Wiederrufsrecht ein und verlangt auch die Rückzahlung des Hinversandes. Ich habe im Internet fleißig gegoogelt aber bin mit nun eher unsicher geworden.
Es gibt vile einträge wo steht das es im deutschen Recht keine Regelung zum Ersatz vom Hinversand gibt. Es gibt aber auch wieder Seiten wo steht das der Verkäufer auch den Hinversand zurückerstatten muss.

Was ist nun hier richtig?

2. Wenn es nun also stimmt das der Verkäufer den Hinversandzahlen muss, wie ist es dann für den Händler, kann der sich den Versand dann von z.B. von DHL wieder holen?

3. Laut Internet gibt es wohl die Möglichkeit das Wiederrufsrecht auszuschalten in dem man angibt das die Artikel im Shop für gewerbliche Kunden gedacht sind. Wenn nun Privatkunden etwas kaufen kann man Ihnen angeblich so das Wiederrufsrecht entziehen. Stimmt das? Oder gibt es eine andere Möglichkeit Privatkunden das Wiederrufsrecht zu entziehen?

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6 Antworten
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#1
 Von 
Dopavin
Status:
Schüler
(389 Beiträge, 100x hilfreich)

Die Hinsendekosten müssen meiner Meinung nach beim Widerruf (123recht.net Tipp: Widerruf ) erstattet werden.

http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=2205

Zitat:
Wenn es nun also stimmt das der Verkäufer den Hinversandzahlen muss, wie ist es dann für den Händler, kann der sich den Versand dann von z.B. von DHL wieder holen?

Nein, natürlich nicht. Wenn Du Händler bist, kalkulierst Du das mit in Deine Preise ein.

Zitat:
Oder gibt es eine andere Möglichkeit Privatkunden das Wiederrufsrecht zu entziehen?

Man kann dem Verbraucher meiner Meinung nach das ihm zustehende Widerrufsrecht beim Internetkauf nicht grundsätzlich entziehen.




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-- Editiert Dopavin am 06.01.2012 18:52

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#2
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2283x hilfreich)

quote:
Laut Internet gibt es wohl die Möglichkeit das Wiederrufsrecht auszuschalten in dem man angibt das die Artikel im Shop für gewerbliche Kunden gedacht sind. Wenn nun Privatkunden etwas kaufen kann man Ihnen angeblich so das Wiederrufsrecht entziehen. Stimmt das? Oder gibt es eine andere Möglichkeit Privatkunden das Wiederrufsrecht zu entziehen?

Nein, das ergibt sich alles aus den §§ 312b ff. BGB, das ist nicht abdingbar.

Sobald du an "Herrn" oder "Frau" und nicht an "Firma" verkaufst.

Die Hinsendekosten müssen in jedem Fall erstattet werden, bloß die Kosten der Rüccksendung können unter der Voraussetzung des § 357 II BGB bis 40 EUR Warenwert dem Verbraucher berechnet werden.

DHL haftet dafür selbstverständlich nicht, das kann nicht dein Ernst sein.

Das gilt aber alles nur, wenn korrekt i.S. des § 312c BGB belehrt wurde. Da du davon offensichtlich noch nie etwas gehört hast, solltest du dich damit und auch sonst mit den Fallen in den AGB eingehend auseinandersetzen.

http://dejure.org/gesetze/BGB/312c.html
http://dejure.org/gesetze/EGBGB/246.html

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(52632 Beiträge, 23937x hilfreich)

quote:
2. Wenn es nun also stimmt das der Verkäufer den Hinversandzahlen muss, wie ist es dann für den Händler, kann der sich den Versand dann von z.B. von DHL wieder holen?

Wenn es so in deinem Vertrag mit DHL steht, selbstverständlich.





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"Die Beiträge stellen ausschließlich meine persönliche Meinung/Interpretation dar !

"

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#4
 Von 
Dopavin
Status:
Schüler
(389 Beiträge, 100x hilfreich)

quote:
Die Hinsendekosten müssen in jedem Fall erstattet werden, bloß die Kosten der Rüccksendung können unter der Voraussetzung des § 357 II BGB bis 40 EUR Warenwert dem Verbraucher berechnet werden.


Und ab 2013 trägt der Käufer grundsätzlich die Rücksendekosten, unabhängig vom Bestellwert.

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#5
 Von 
guest-12322.08.2012 17:44:40
Status:
Senior-Partner
(6927 Beiträge, 2283x hilfreich)

quote:
Wenn es so in deinem Vertrag mit DHL steht, selbstverständlich.

Was soll man dazu sagen, am Besten gar nichts.

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#6
 Von 
lesen-denken-handeln
Status:
Junior-Partner
(5691 Beiträge, 3045x hilfreich)

quote:
Und ab 2013 trägt der Käufer grundsätzlich die Rücksendekosten, unabhängig vom Bestellwert.
Auch wieder nur so eine halbherzige Sache :-( hätte man es doch gleich richtig gemacht und auch die Hinsendekosten immer dem Käufer auferlegt, solange es sich um den bestellten Artikel handelt...

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