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Privathaftpflichtversicherung fragt nach bei Unfall 5-jährigem Kind mit KfZ

13.10.2017 Thema abonnieren Zum Thema: KFZ Unfall
 Von 
VitaminABC
Status:
Frischling
(8 Beiträge, 0x hilfreich)
Privathaftpflichtversicherung fragt nach bei Unfall 5-jährigem Kind mit KfZ

Hallo Gemeinde,

ich bräuchte mal euren Rat.

Meine 5-jährige Tochter ist in unserem Baugebiet (verkehrsberuhigt) mit dem Fahrrad umhergefahren (ca. 17:50 Uhr). Um ca. 18:00 Uhr kam sie auf einem Fahrradweg zurück. Unmittelbar hinter dem Fahrradweg kreuzt die Einfahrt zu einer Stadtvilla. Der Eigentümer der Stadtvilla wollte mit dem Auto in die Einfahrt fahren, sah aber die Fahrradfahne meiner Tochter und blieb stehen. Als meine Tochter das Auto gesehen hat konnte sie vor Schreck nicht mehr
reagieren und ist gegen das Auto gefahren.

Den Schaden habe ich meiner Privathaftpflichtversicherung gemeldet. Diese schreibt nun:
"der Schaden wurde durch Ihr Kind verursacht. Ihr Kind hat das 7. Lebensjahr noch nicht vollendet, so-
dass es für den Schaden nicht verantwortlich gemacht werden kann (§ 828 Abs. 1 BGB )."


So weit, so gut. Es geht weiter...
"Wir prüfen, ob Sie oder ein anderer Aufsichtspflichtiger den Schaden ersetzen müssen. Bitte teilen Sie uns mit, von wem und wie Ihr Kind zum Schadenzeitpunkt beaufsichtigt wurde. Sind Sie oder der Aufsichtspflichtige der Auffassung, das Kind ausreichend beaufsichtigt zu haben? Bedenken Sie dabei, dass die Beaufsichtigung auch vom Alter Ihres Kindes und der Situation abhängt.
Wie verhält sich Ihr Kind beim Fahrradfahren? Beherrscht Ihr Kind das Fahrrad, inklusive der Bremse?
Ist es ruhig oder lebhaft?"


Was soll man darauf antworten ohne die falschen Vokabeln zu benutzen und aufgrund dessen haftbar gemacht zu werden?

Es war so (wahrheitsgemäß): Meine Frau, meine Mutter, meine 1-jährige Tochter und ich standen, während meine Tochter im Baugebiet herumgefahren ist vor unserer Haustür. Meine größere Tochter ist öfters an uns vorbeigefahren. Den Tathergang haben wir nicht überblicken können, da zwischen dem Fahrradweg und unserer Standpunkt eine Hecke war. Wir sind der Meinung, dass wir unser Kind, welches Ende Oktober 6 Jahre alt wird und seit fast 3,5 Jahren Fahrrad fährt, ausreichend beaufsichtigt haben.
Aufgrund der langen Zeit, die das Kind schon Fahrrad fährt, beherrscht das Kind das Fahrradfahren. Es fährt in Begleitung der Eltern ins Dorf zum Einkaufen und begleitet uns bei kleineren Fahrradtouren. Selbstverständlich beherrscht es auch das Bremsen.
Wie definiert man ruhig oder lebhaft bei einem Kind? Ich würde sagen, es ist dem Alter angemessen lebhaft. Es wurde bei den unterschiedlichen U-Untersuchungen nichts auffälliges (in beide Richtungen) festgestellt.

Kann ich das Statement so abgeben oder verstricken ich mich dadurch?!

Danke euch für eure Zeit und Antworten,

Gruß

-- Editiert von VitaminABC am 13.10.2017 17:07

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KFZ Unfall


2 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(53762 Beiträge, 24163x hilfreich)

Zitat (von VitaminABC):
Kann ich das Statement so abgeben oder verstricken ich mich dadurch?!

Sollte man einen Anwalt fragen.
Denen ist per Gesetz Rechtsberatung im Einzelfall vor behalten.
Geht für kleines Geld gleich nebenan: http://frag-einen-anwalt.de/


Mir persönlich würde ja Gedanken machen, das da immer nur von "in Begleitung gefahren" steht, sie bei dem Unfall aber offenbar nicht in Begleitung fuhr.



Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
reckoner
Status:
Schlichter
(7424 Beiträge, 2896x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Was soll man darauf antworten ohne die falschen Vokabeln zu benutzen und aufgrund dessen haftbar gemacht zu werden?
Du machst dich gar nicht haftbar.

Bei der Nachfrage der Versicherung geht es darum, ob sie (die Versicherung) haften muss oder nicht. Es gibt nur zwei Szenarien:
1. Die Aufsicht war im Anbetracht der Fähigkeiten der Tochter und aller sonstigen Umstände ausreichen.
2. Du/ihr habt die Aufsicht vernachlässigt.

Im 2. Fall zahlt die Versicherung den Schaden, zumindest zum Teil*, und im ersten Fall nicht (sprich: der Autofahrer zahlt seinen Schaden alleine).

*zum Teil, weil der Autofahrer im Rahmen seiner Schuld mithaftet (imho mindestens 25 aus Betriebsgefahr, wahrscheinlich sogar zu mehr als 50% weil deine Tochter Vorfahrt hatte)

Was ist eigentlich mit eurem Schaden? Oder ist das Fahrrad unbeschädigt? Aber gut, in Anbetracht des Nachbarschaftsfriedens könnte man so manche Kleinigkeit vielleicht vernachlässigen.

Stefan


-- Editiert von reckoner am 14.10.2017 15:36

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