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Paypal / Gastzahlung / KSP / Inkasso / ebay

8.1.2018 Thema abonnieren Zum Thema: Inkasso Paypal ksp
 Von 
Streunekater80
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Paypal / Gastzahlung / KSP / Inkasso / ebay

Hallo zusammen,

ich habe gegen Ende November 2017 von einem privaten Verkäufer auf ebay einen Artikel gekauft und per Paypal Gastzahlung (Lastschriftverfahren) gezahlt. Leider wurde das Geld nicht von meinem Konto abgebucht, da ich mich dummerweise bei der Eingabe der Kontodaten vertippt hatte. Wie dem auch sei: die Ware kam an.

Nun habe ich heute einen "netten" Brief von der Kanzlei "KSP" erhalten, der mich zur Zahlung des offenen Betrages plus Rücklastschriftgebühren plus Anwalts- und Mahnkosten auffordert.

Ich habe mich bei Paypal erkundigt: die "nette" Dame am Telefon meinte, dass ich den Paypal-AGBs nicht zugestimmt hätte, deswegen hätten sie mir keine Mahnung schicken dürfen.

Dass ich den offenen Betrag plus Rücklastschrift zahlen muss, leuchtet mir ein. Aber: ich habe keinerlei Mahnungen von Paypal erhalten - weder per Email noch per Post. Darum sehe ich es nicht ein, dass ich die "Nebenkosten" der KSP zahlen soll.

Wie seht ihr die Sache?

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Inkasso Paypal ksp


3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Legende
(18467 Beiträge, 12126x hilfreich)

Zitat:
Ich habe mich bei Paypal erkundigt: die "nette" Dame am Telefon meinte, dass ich den Paypal-AGBs nicht zugestimmt hätte, deswegen hätten sie mir keine Mahnung schicken dürfen.

Das ist völliger Blödsinn. Hättest du den AGB nicht zugestimmt, gäbe es gar keine Vertragsgrundlage und damit gar keinen Anspruch gegen dich und auch keine Gastzahlung.

Zitat:
Wie seht ihr die Sache?

Hauptforderung und nachvollziehbare Gebühren (etwa 3,65€ für Rücklastschrift, maximal 2,50€ für Zinsen und Briefporto) bezahlen. Mehr nicht.

Dieses überfallartige Einschalten von Inkassos wird in der Fachliteratur extrem kritisch gesehen bzw. größtenteils abgelehnt.

-- Editiert von mepeisen am 09.01.2018 06:32

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#2
 Von 
Streunekater80
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

danke für die Antwort.

Ich habe die Hauptforderung beglichen. Ein Anruf bei paypal sorgte dafür, dass mir die 4,16 € Rücklastgebühren erlassen wurden. Bei Paypal habe ich somit aktuell keine Schulden.

Nur die KSP nervt noch mit solchen Aussagen:

"in vorbezeichneter Angelegenheit nehmen wir Bezug auf Ihre E-Mail vom 09.01.2018 und
bestätigen Ihnen den Eingang Ihrer Zahlung in Höhe von EUR xx,xx.

Entgegen Ihrer Auffassung geht die Rücklastschrift zu Ihren Lasten. Unsere Mandantin
PayPal hat die Zahlung in Ihrem Auftrag an den Empfänger transferiert und ist dabei in
Vorkasse getreten. Anschließend versuchte PayPal, den Betrag im Wege des
Lastschriftenverfahrens von dem Ihrerseits angegebenen Konto einzuziehen, der
Lastschrifteneinzug schlug aber fehl.

So sind Sie mit dem Scheitern des Lastschrifteinzuges nach Maßgabe von § 286 Abs.
2 Nr. 4 BGB - ohne dass es einer Mahnung bedurfte - in Verzug geraten. Sie haben
durch die Ermächtigung, den Betrag im Wege des Lastschriftverfahrens einzuziehen, die
alsbaldige Leistung ausdrücklich angekündigt, was als Selbstmahnung zu qualifizieren ist.
Nachdem die streitgegenständliche Forderung im Wege des Lastschriftverfahrens nicht
eingezogen werden konnte, ist im Hinblick auf diese Selbstmahnung Verzug eingetreten (AG
Ludwigsburg WM 2007, 2198; Grüneberg in Palandt, BGB, 74. Auflage 2015, § 286 BGB Rn.
25).

Somit schulden Sie unserer Mandantin auch den Ersatz des bislang angefallenen
Verzugsschadens in Form der vorgerichtlichen Mahnkosten, der Kosten unserer
Inanspruchnahme sowie der gesetzlichen Verzugszinsen.
Wir müssen Sie daher erneut auffordern, den derzeit ausstehenden Gesamtbetrag von
EUR xx,xx bis zum 25.01.2018 auf unserem Konto zum Ausgleich zu bringen.

Andernfalls sind wir gehalten, das Verfahren gegen Sie fortzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen
KSP Rechtsanwälte

Dieses Schreiben wird elektronisch versandt und ist daher ohne Unterschrift gültig."

Ok, was nun? Aussitzen? Oder zahlen? Es auf eine Klage ankommen lassen?



-- Editiert von Streunekater80 am 23.01.2018 20:01

-- Editiert von Streunekater80 am 23.01.2018 20:02

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Legende
(18467 Beiträge, 12126x hilfreich)

Ich persönlich würde es auf eine Klage ankommen lassen, um dieses Thema "Inkasso-Überfall" mal zu klären. In der Fachliteratur wird das sogar bei den inkassofreundlichen Autoren weitestgehend abgelehnt. Das gilt aber nur für mich.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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