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Nutzungsänderung bei Haus mit Bestandsschutz

5.1.2015 Thema abonnieren Zum Thema: Haus
 Von 
Barley
Status:
Frischling
(18 Beiträge, 0x hilfreich)
Nutzungsänderung bei Haus mit Bestandsschutz

Hallo,
wir leben in einem Landschaftsschutzgebiet mit landwirtschaftlicher Nutzung im Hochtaunuskreis, sind selbst aber keine Landwirte. Das Haus wurde nachgewiesenermaßen 1914 gebaut und seitdem mehrfach umgebaut und vergrößert (war genehmungspflichtig, wurde erteilt). Das Haus war und ist noch in Familienbesitz.

Nun ist geplant, das Erdgeschoss wegen Familiengründung zu renovieren und gleich umzubauen. Es soll:

- mindestens eine tragende Wand verändert werden,
- mindestens 3 neue Fensteröffnungen angelegt werden, bzw grundlegend verändert werden
- zwei Balkontüren gesetzt werden, eine davon mit einer nach aussen führenden Treppe direkt in den Garten
- die baufällige Terasse erneuert werden
(Anbau, fall es mehr als zwei Kinder werden, da der Wohnraum jetzt schon für die Anzahl der Bewohner knapp ist)

LBO und BauGB habe ich schon konsultiert, da sollte bis auf den eventuellen Anbau nichts genehmigungspflichtig sein? Oder ist es hier wegen des Landschaftsschutzsgebietes anders?

(Zusatzfragen: dürfte ich eine Laube mit Stromanschluss - ist im Garten an diversen Punkten gelegt, müsste nur angeschlossen werden - zur Lagerung von Gerätschaften und gelegentlichen Unterbringung von Gästen errichten?
- Was ist, wenn das Wohnhaus durch Beschädigung unbewohnbar geworden ist. Darf ich ein gleichartiges Haus nach Abriss des alten errichten?)

Wer weiss da mehr als ich? Möchte mich ein bisschen vorab informieren, damit ich beim Experten nicht vom Stuhl falle...

Vielen lieben Dank im Voraus!

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Haus


1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
Blaki
Status:
Praktikant
(867 Beiträge, 670x hilfreich)

Guten Abend,

ich gehe davon aus, dass sich das Gebäude im Außenbereich befindet.

Um es vorweg zu nehmen: Das Gebäude ist vor dem Landschaftsschutzgesetz (LSG) entstanden und geniesst deshalb in diesem Sinne "Bestandsschutz". Fällt der Bestand einem Unglück zum Opfer, z. B. Brand, müsste die Erstellung eines neuen Gebäudes an alter Stellte baugenehmigt werden. Diesem Neubau könnte das LSG entgegen stehen.

Die Veränderung eines Bestandsgebäudes im Außenbereich ist stark von den Ausnahmeregelungen der jeweiligen Landesbauordnung abhängig. Wesentliches Augenmerk dürfte darauf liegen, ob das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes mehr oder weniger beeinflussend verändert wird.

Im Regelfall müssten Sie für Ihr Vorhaben eine Baugenehmigung einholen. Hierbei könnte geprüft werden, ob für das Vorhaben eine Privelegierung vorliegt. Eine Previlegierung könnte bei landwirtschftlich genutzten Grundstücken vorliegen (hierzu muß der Inhaber kein Landwirt sein).

Ein Gerätehaus ist ein Gerätehaus. Die Landesbauordnung gibt vor, bis zu welchem Umfang derartige Gebäude baugenehmigungsfrei erstellt werden können. Bei Gebäuden die - auch nur gelgentlich - zu Wohnzwecken errichtet werden sollen, sieht die Rechtslage ganz anders aus. Es gilt Regelungen des Brandschutzes, der ENEV, der Abwasserklärung uvm. zu beachten. Im Übrigen können auch Gerätehäuser im Außenbereich genehmigungspflichtig sein.

Es wäre Ihnen zu raten, mit einem ortsansässigem Architekten zu sprechen.



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