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Motorrad per Ratenzahlung verkauft, Käufer zahlt nicht, das Motorrad wurde bereits weiterverkauft,wo

13.3.2018 Thema abonnieren Zum Thema: Käufer verkauft Motorrad
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Motorrad per Ratenzahlung verkauft, Käufer zahlt nicht, das Motorrad wurde bereits weiterverkauft,wo

zum Fall :

"Person A" hat an "Person B" ein Motorrad auf Ratenzahlung verkauft.
Es wurde alles vertraglich festgehalten, dass "Person A" der Eigentümer,bis zur vollständigen Bezahlung bleibt.
Ebenso hat" Person A" auch noch den Fahrzeugbrief.


Leider zahlt "Person B" nicht die vertraglich vereinbarten Raten.

Ebenfalls hat "Person B" das Motorrad an "Person C" verkauft.

Meine Frage ist.

Auf welcher Gesetztesgrundlage hat sich "Person B" nun strafbar gemacht?
(strafrechtlicht gesehen)

Da das Motorrad nun bei "Person C" steht kann "Person A" nix von "Person B" einklagen,da Person B zahlungsunfähig ist.

meine 2te Frage wäre, da das Motorrad ja jetzt "verschwunden" ist, kann ich es als gestohlen melden?

Gegen Person B wurde bereits zivilrechtlich vorgegangen, wie bereits erwähnt ist diese Person zahlungsunfäihg

Ich würde mich über eine baldige Antwort freuen.



-- Editiert von BastiEXC am 13.03.2018 09:51

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Käufer verkauft Motorrad


31 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
fm89
Status:
Lehrling
(1467 Beiträge, 563x hilfreich)

Zitat:
Auf welcher Gesetztesgrundlage hat sich "Person B" nun strafbar gemacht?
(strafrechtlicht gesehen)

IMHO gar nicht, zumindest nicht durch den Verkauf des Motorrads.
Allerdings kommt evtl. Eingehungsbetrug in Frage, falls er zum Zeitpunkt des Kaufes bereits wusste, dass er die Raten nicht bedienen wird

Zitat:
meine 2te Frage wäre, da das Motorrad ja jetzt "verschwunden" ist, kann ich es als gestohlen melden?

Kannst du machen, aber du würdest dabei ja falsche Angaben machen. Denn es wurde ja nicht gestohlen.

Zitat:
Gegen Person B wurde bereits zivilrechtlich vorgegangen, wie bereits erwähnt ist diese Person zahlungsunfäihg

In welcher Form?


-- Editiert von fm89 am 13.03.2018 10:19

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#2
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(959 Beiträge, 546x hilfreich)

da A nach Sachverhalt noch Eigentümer ist besteht evtl die Möglichkeit sich das Motorrad von C zurück zu holen.

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#3
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von fm89):
Zitat:
Auf welcher Gesetztesgrundlage hat sich "Person B" nun strafbar gemacht?
(strafrechtlicht gesehen)

IMHO gar nicht, zumindest nicht durch den Verkauf des Motorrads.
Allerdings kommt evtl. Eingehungsbetrug in Frage, falls er zum Zeitpunkt des Kaufes bereits wusste, dass er die Raten nicht bedienen wird

Zitat:
meine 2te Frage wäre, da das Motorrad ja jetzt "verschwunden" ist, kann ich es als gestohlen melden?

Kannst du machen, aber du würdest dabei ja falsche Angaben machen. Denn es wurde ja nicht gestohlen.

Zitat:
Gegen Person B wurde bereits zivilrechtlich vorgegangen, wie bereits erwähnt ist diese Person zahlungsunfäihg

In welcher Form?


-- Editiert von fm89 am 13.03.2018 10:19




ein Gerichtsvollzieher hat Bgeprüft,ebenso musste B eine auskunft über alle Verdienste aufzeigen.

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#4
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(761 Beiträge, 251x hilfreich)

Als Strafbarkeit stehen Unterschlagung zum Nachteil des A und Betrug zum Nachteil des C im Raum. Kommt darauf an, wie B sich gegenüber C geäußert hat. Theoretisch könnte er mit offenen Karten gespielt haben; dann hätte er sich auch nicht strafbar gemacht. C hätte dann zwar noch nicht Eigentum erworben, aber möglicherweise noch ein Recht zum Besitz.

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#5
 Von 
Tasti123
Status:
Lehrling
(1467 Beiträge, 433x hilfreich)

Zitat (von Droitteur):
C hätte dann zwar noch nicht Eigentum erworben, aber möglicherweise noch ein Recht zum Besitz.

Warum sollte C ein Recht zum Besitz haben? Ohne Papiere ist kein gutgläubiger Erwerb oder was auch immer möglich. Man sollte C eine Frist zur Herausgabe setzen. Falls C noch unbekannt ist, wird dieser sicher im Rahmen der Anzeige gegen B ermittelt werden können.

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#6
 Von 
Sir Berry
Status:
Junior-Partner
(5183 Beiträge, 1778x hilfreich)

Zitat (von Tasti123):
Warum sollte C ein Recht zum Besitz haben?

Weil C das Teil von B gekauft hat.

Zitat (von Tasti123):
Ohne Papiere ist kein gutgläubiger Erwerb oder was auch immer möglich.
Ich wüsste nicht, was dagegen sprechen würde einen Ersatzteilspender auch ohne KFZ-Brief zu kaufen. So etwas ist keineswegs ungewöhnlich.

Ob der Erwerb gutgläubig war oder nicht, hängt nicht nur von der Zulassungsbescheinigung ab.

Ein Selbstläufer wird die Herausgabe von C an A sicher nicht.

Berry

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#7
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(761 Beiträge, 251x hilfreich)

Richtig; soweit zwischen C und B der Kaufvertrag grundsätzlich ja wirksam sein kann, kann sich sich für C ein Recht zum Besitz ergeben. Darüber wird freilich gestritten; die Rechtsprechung scheint aber geneigt zu sein, das Recht für C anzuerkennen.

Der gutgläubige Erwerb ist zwar auch ohne Papiere möglich, allerdings meist kaum zu glauben.. Es bleibt freilich trotzdem dabei: ein Selbstläufer wird diese Herausgabe sicher nicht.

Im anderen Forum (wenn man das so nennen möchte) hat der Fragende bereits mitgeteilt, dass die Papiere nachgereicht werden sollten.

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#8
 Von 
Tiger123
Status:
Praktikant
(959 Beiträge, 546x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Zitat (von Tasti123):
Warum sollte C ein Recht zum Besitz haben?

Weil C das Teil von B gekauft hat.

Deswegen hat er noch lange kein Recht zum Besitz (gegenüber Eigentümer A!).
Ob gutglaubiger Erwerb ja/nein hängt vom Einzellfall ab und kann so natürlich nicht beantwortet werden, die fehlenden Papiere (als einziger Anhaltspunkt bisher) sprechen aber "eher" gegen gutgläubigen Erwerb.

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#9
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(761 Beiträge, 251x hilfreich)

Dass ein solches gegenüber A bestehen müsste, ist schon bekannt. Das wird in der Rechtsprechung aus der Übertragung des Anwartschaftsrechts des B hergeleitet iVm dem Argument, dass A von C nichts verlangen dürfte, was er gleich wieder würde zurückgeben müssen.

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#10
 Von 
spatenklopper
Status:
Junior-Partner
(5182 Beiträge, 2663x hilfreich)

Zitat (von Tiger123):
die fehlenden Papiere (als einziger Anhaltspunkt bisher) sprechen aber "eher" gegen gutgläubigen Erwerb.

Wenn es sich nicht grade um ein 10 Jahre altes Motorrad handelt, nein.

Bei einer Finanzierung beispielsweise liegen die Papiere, bzw. 1 Teil davon, in der Regel bei der Bank.
Bei einem Verkauf findet die Übergabe des Fahrzeugs in der Regel statt, bevor der Brief von der Bank eingetroffen ist.

Hier kommt es drauf an, welche "Märchen" B Person C erzählt hat.

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#11
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Droitteur):
Richtig; soweit zwischen C und B der Kaufvertrag grundsätzlich ja wirksam sein kann, kann sich sich für C ein Recht zum Besitz ergeben. Darüber wird freilich gestritten; die Rechtsprechung scheint aber geneigt zu sein, das Recht für C anzuerkennen.

Der gutgläubige Erwerb ist zwar auch ohne Papiere möglich, allerdings meist kaum zu glauben.. Es bleibt freilich trotzdem dabei: ein Selbstläufer wird diese Herausgabe sicher nicht.

Im anderen Forum (wenn man das so nennen möchte) hat der Fragende bereits mitgeteilt, dass die Papiere nachgereicht werden sollten.

genau,B hat vertraglich mit C festgehalten ,dass B die Papiere nachreichen möchte.

Mein nächster Schritt wird jetzt der Weg zur Polizei sein um B wegen Betrug anzuzeigen.

C wurde von A darauf hingewiesen , dass C das Motorrad an A übergeben muss.
Daraufhin verneinte C das ganze mit der Aussage-er gibt nix raus solange er auf seinen ,durch B verursachten Schaden ,sitzen bleibt.

besteht eine Möglichkeit strafrechtlich etwas gegen C zu bewirken, als Bsp: das C das Motorrad von der Polizei entnommen wird?

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#12
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Zitat (von BastiEXC):
besteht eine Möglichkeit strafrechtlich etwas gegen C zu bewirken,

Nein. Welche Straftat soll er denn begangen haben?

Zitat (von BastiEXC):
als Bsp: das C das Motorrad von der Polizei entnommen wird?

Der Herausgabeanspruch muß zivilrechtlich geltend gemacht haben. Durchgesetzt wird er nötigenfalls vom Gerichtsvollzieher, nicht von der Polizei.

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#13
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10157 Beiträge, 4376x hilfreich)

Zitat (von Tiger123):
da A nach Sachverhalt noch Eigentümer ist....
Wie kommst du darauf? Neuer Eigentümer ist C. Es gab zwar einen Eigentumsvorbehalt gegenüber B, aber der gilt nicht für C welcher das Motorrad gutgläubig erworben hat. Das Motorrad wurde auch nicht gestohlen, aber das wäre nötig um einen Eigentumsübergang zu verhindern. Siehe dazu §932BGB

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#14
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von Tiger123):
da A nach Sachverhalt noch Eigentümer ist....
Wie kommst du darauf? Neuer Eigentümer ist C. Es gab zwar einen Eigentumsvorbehalt gegenüber B, aber der gilt nicht für C welcher das Motorrad gutgläubig erworben hat. Das Motorrad wurde auch nicht gestohlen, aber das wäre nötig um einen Eigentumsübergang zu verhindern. Siehe dazu §932BGB

kann ein gutgläubiger erwerb stattfinden wenn person C ein Händler ist und die Maschine von Person B ohne Papiere kauft/ im Vertrag steht " Papiere werden beantragt und nachgereicht"


wie kann A das z.b. verhindern?reicht es wenn er das Fahrzeug auf seinen Namen zulässt?

-- Editiert von BastiEXC am 16.03.2018 09:07

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#15
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10157 Beiträge, 4376x hilfreich)

Zitat (von BastiEXC):
kann ein gutgläubiger erwerb stattfinden wenn person C ein Händler ist und die Maschine von Person B ohne Papiere kauft/ im Vertrag steht " Papiere werden beantragt und nachgereicht"
Ja klar, warum denn nicht? Es kommt eigentlich öfter vor, dass die Papiere noch bei einer Bank als Sicherheit liegen. Im hier beschriebenen Fall sehe ich jetzt nichts was gegen einen gutgläubigen Erwerb sprechen würde, denn die Sache mit den Papieren wurde ja vertraglich geregelt.

Zitat (von BastiEXC):
wie kann A das z.b. verhindern?
Was möchte A denn verhindern???

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#16
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Es kommt eigentlich öfter vor, dass die Papiere noch bei einer Bank als Sicherheit liegen.

Schon, aber das spräche doch aus Sicht des Käufers eher dagegen, daß der Verkäufer Eigentümer des Fahrzeugs ist, also kein gutgläubiger Erwerb.

Also nicht daß gutgläubiger Erwerb ohne Papiere unmöglich wäre. Es kommt auf das Fahrzeug und die Umstände an.

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#17
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10157 Beiträge, 4376x hilfreich)

Zitat (von bear):
Schon, aber das spräche doch aus Sicht des Käufers eher dagegen, daß der Verkäufer Eigentümer des Fahrzeugs ist, also kein gutgläubiger Erwerb.
Das ist nicht richtig. Nur weil man den "Brief" bei der Bank als Sicherheit hinterlegt hat ist man dennoch Eigentümer des Kfz. Die Bank wird dadurch also nicht Eigentümer. Auch ist es mittlerweile schon völlig normal, dass man ein Kfz verkauft und aus dem Verkaufserlös dann den Brief auslöst um diesen dann dem Käufer übergeben zu können.
Eine Hinterlegung bei der Bank würde also keinen gutgläubigen Erwerb entgegenstehen. Dass der "Brief" in Wirklichkeit aber noch beim Vorbesitzer liegt muss nicht von C vermutet werden. Allenfalls wenn das Motorrad noch angemeldet wäre und der alte Besitzer noch im "Schein" eingetragen wäre könnte man evtl. etwas konstruieren das gegen gutgläubigen Erwerb sprechen würde. Aber auch hier ist es oft so, dass die Zulassung nicht auf den tatsächlichen Eigentümer läuft. Der Wagen und das Motorrad meines Sohnes läuft z.B. auf meinen Namen. Ich bin aber trotzdem nicht der Eigentümer sondern nur der Halter. Um anzuzweifeln, dass C Eigentümer geworden ist muss man also schon mit besseren Argumenten kommen.

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#18
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von BastiEXC):
kann ein gutgläubiger erwerb stattfinden wenn person C ein Händler ist und die Maschine von Person B ohne Papiere kauft/ im Vertrag steht " Papiere werden beantragt und nachgereicht"
Ja klar, warum denn nicht? Es kommt eigentlich öfter vor, dass die Papiere noch bei einer Bank als Sicherheit liegen. Im hier beschriebenen Fall sehe ich jetzt nichts was gegen einen gutgläubigen Erwerb sprechen würde, denn die Sache mit den Papieren wurde ja vertraglich geregelt.

Zitat (von BastiEXC):
wie kann A das z.b. verhindern?
Was möchte A denn verhindern???


A möchte verhindern das C sich einen neuen Brief ausstellen lässt.
Das ganze sollte ja nicht möglich sein solang das Fahrzeug auf A angemeldet ist.

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#19
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von bear):
Schon, aber das spräche doch aus Sicht des Käufers eher dagegen, daß der Verkäufer Eigentümer des Fahrzeugs ist, also kein gutgläubiger Erwerb.
Das ist nicht richtig. Nur weil man den "Brief" bei der Bank als Sicherheit hinterlegt hat ist man dennoch Eigentümer des Kfz. Die Bank wird dadurch also nicht Eigentümer. Auch ist es mittlerweile schon völlig normal, dass man ein Kfz verkauft und aus dem Verkaufserlös dann den Brief auslöst um diesen dann dem Käufer übergeben zu können.
Eine Hinterlegung bei der Bank würde also keinen gutgläubigen Erwerb entgegenstehen. Dass der "Brief" in Wirklichkeit aber noch beim Vorbesitzer liegt muss nicht von C vermutet werden. Allenfalls wenn das Motorrad noch angemeldet wäre und der alte Besitzer noch im "Schein" eingetragen wäre könnte man evtl. etwas konstruieren das gegen gutgläubigen Erwerb sprechen würde. Aber auch hier ist es oft so, dass die Zulassung nicht auf den tatsächlichen Eigentümer läuft. Der Wagen und das Motorrad meines Sohnes läuft z.B. auf meinen Namen. Ich bin aber trotzdem nicht der Eigentümer sondern nur der Halter. Um anzuzweifeln, dass C Eigentümer geworden ist muss man also schon mit besseren Argumenten kommen.

C besitzt auch keine Zulassung,
C hat nur das Motorrad sowie den Kaufvertrag zwischen C und B

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#20
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
Zitat (von bear):
Schon, aber das spräche doch aus Sicht des Käufers eher dagegen, daß der Verkäufer Eigentümer des Fahrzeugs ist, also kein gutgläubiger Erwerb.
Das ist nicht richtig. Nur weil man den "Brief" bei der Bank als Sicherheit hinterlegt hat ist man dennoch Eigentümer des Kfz. Die Bank wird dadurch also nicht Eigentümer. Auch ist es mittlerweile schon völlig normal, dass man ein Kfz verkauft und aus dem Verkaufserlös dann den Brief auslöst um diesen dann dem Käufer übergeben zu können.
Eine Hinterlegung bei der Bank würde also keinen gutgläubigen Erwerb entgegenstehen. Dass der "Brief" in Wirklichkeit aber noch beim Vorbesitzer liegt muss nicht von C vermutet werden. Allenfalls wenn das Motorrad noch angemeldet wäre und der alte Besitzer noch im "Schein" eingetragen wäre könnte man evtl. etwas konstruieren das gegen gutgläubigen Erwerb sprechen würde. Aber auch hier ist es oft so, dass die Zulassung nicht auf den tatsächlichen Eigentümer läuft. Der Wagen und das Motorrad meines Sohnes läuft z.B. auf meinen Namen. Ich bin aber trotzdem nicht der Eigentümer sondern nur der Halter. Um anzuzweifeln, dass C Eigentümer geworden ist muss man also schon mit besseren Argumenten kommen.

Also wenn der Käufer das Fahrzeug gutgläubig erwerben kann, wenn der "Brief" bei der Bank liegt, ist der "Brief" als Sicherheit nichts wert. Denn letztlich kann die Bank bei Zahlungsunfähigkeit genauso in die Röhre schauen wie in diesem Fall A.

Ich glaub ja, daß ein gutgläubiger Erwerb ohne Papiere möglich ist, nur sollte der Verkäufer dann auf andere Weise glaubhaft machen, daß er Eigentümer des Fahrzeugs ist.

Mindestanforderungen für einen gutgläubigen Erwerb von Kraftfahrzeugen
Wer – sei es von einem Kfz-Händler, sei es von einer Privatperson – einen Gebrauchtwagen kauft, muss sich mindestens die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) vorlegen lassen und diese prüfen. Unterlässt der Erwerber dies, handelt er schon allein aus diesem Grund grob fahrlässig i. S. von § 932 II BGB.

LG Berlin, Urteil vom 04.07.2013 – 37 O 190/12

https://autokaufrecht.info/2013/07/mindestanforderungen-fuer-einen-gutglaeubigen-erwerb-von-kraftfahrzeugen/

-- Editiert von bear am 16.03.2018 10:43

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#21
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(761 Beiträge, 251x hilfreich)

Es ist auch in der Tat so, dass die Bank sich das Eigentum übertragen lässt. Zumindest in allen mir bisher dazu bekannten Verträgen. Dürfte anders wirklich nicht viel Sinn machen.

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#22
 Von 
-Laie-
Status:
Gelehrter
(10157 Beiträge, 4376x hilfreich)

Bei mir war das z.B. definitiv nicht so, denn früher konnte ich Fahrzeuge nicht bar bezahlen.

Zitat (von Droitteur):
Dürfte anders wirklich nicht viel Sinn machen.
Eigentlich spielt es aber doch gar keine Rolle, denn wenn ein gutgläubiger Kauf möglich ist, dann spielt es doch überhaupt keine Rolle wer der tatsächliche Eigentümer ist.

Zitat (von bear):
Also wenn der Käufer das Fahrzeug gutgläubig erwerben kann, wenn der "Brief" bei der Bank liegt, ist der "Brief" als Sicherheit nichts wert.
Der "Brief" ist schon etwas wert, denn der neue Eigentümer bekommt ja nicht so einfach einen neuen ausgestellt. Dein verlinktes Urteil trifft hier allerdings überhaupt nicht wirklich zu. Hast du dir durchgelesen worum es ging? Ich denke nicht. In dem von dir verlinkten Urteil ging es darum, dass der Käufer den "Brief" vom Verkäufer bekommen, es allerdings unterlassen hat den Brief auf seine Richtigkeit zu kontrollieren, er hat es versäumt die Fahrgestellnummern zu vergleichen. Zitat aus der Urteilsbegründung:
Zitat:
Der Beklagte hat es unstreitig unterlassen, die in der gefälschten Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) angegebene Fahrgestellnummer mit der Fahrgestellnummer des verkauften Fahrzeuges zu vergleichen.

Im Fall hier war aber explizit vereinbart, dass die Zulassungsbescheinigung noch erbracht wird. Ob die noch nicht vorhandene ZBS hier einem gutgläubigen Erwerb entgegensteht??? Kann sein, kann aber auch nicht sein. Ich würde immer noch eher dazu tendieren, dass ein gutgläubiger Erwerb stattgefunden hat, denn hier hat der Käufer ja tatsächlich das Motorrad erhalten was er auch kaufen und der Verkäufer verkaufen wollte. Genau das war aber in dem von dir genannten Urteil eben nicht der Fall.

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#23
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Zitat (von -Laie-):
In dem von dir verlinkten Urteil ging es darum, dass der Käufer den "Brief" vom Verkäufer bekommen, es allerdings unterlassen hat den Brief auf seine Richtigkeit zu kontrollieren, er hat es versäumt die Fahrgestellnummern zu vergleichen.

Aber das Vorlegenlassen der Zulassungsbescheinigung Teil II gehört explizit zum gutgläubigen Erwerb, das Kammergericht Berlin hat das nach Berufung in einem Hinweisbeschluß klargestellt:

Der Beklagte hat das streitgegenständliche Fahrzeug nicht gutgläubig erworben (§ 932 BGB). Ihm ist infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt geblieben, dass das Fahrzeug nicht dem Veräußerer gehörte. Das Landgericht hat in jeder Hinsicht zutreffend in der angefochtenen Entscheidung ausgeführt, dass der Beklagte grob fahrlässig gehandelt hat, weil er das Fahrzeug gekauft hat, ohne sich die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief) vorlegen zulassen.

https://autokaufrecht.info/2013/07/mindestanforderungen-fuer-einen-gutglaeubigen-erwerb-von-kraftfahrzeugen/

Also das nicht Vorlegenlassen an sich ist grob fahrlässig. Aus welchem Grund ist nicht präzisiert. Sonst hätten wir wahrscheinlich einen schwunghaften Handel mit Mietfahrzeugen usw.

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#24
 Von 
Droitteur
Status:
Praktikant
(761 Beiträge, 251x hilfreich)

Es ist richtig; wenn man bejaht, dass der Erwerber guten Glaubens war, spielt es keine Rolle, bei wem tatsächlich das Eigentum lag. Umgekehrt lässt sich, meine ich, argumentieren, wenn der Brief bei der Bank liegt, müsste ein Erwerber mindestens skeptisch sein, ob nicht die Bank Rechte an dem Fahrzeug hat/Eigentümer ist. Festlegen will ich mich spontan nicht.

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#25
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)
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#26
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Also das beste Vorgehen ist jetzt: Die Herausgabe des Motorrads von C fordern, da immer noch Eigentum von A (kein gutgläubiger Erwerb), schriftlich mit Nachweis und Fristsetzung. Bei Weigerung Klage (mit Anwalt).

Optional zusätzlich: Strafanzeige gegen B.

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#27
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Um einen weiteren Kostspieligen Rechtsstreit mit C zu vermeiden, werde ich Anzeige gegen B wegen Betrug,Hehlerei/Unterschlagung stellen, und Anzeige gegen C wegen Hehlerei/Unterschlagung.(C hatte das Motorrad ebenfalls zum verkauf angeboten)

Da C nach eigenen Aussagen: A(mir) das Motorrad nicht ohne weiteres zurück gbit(bis sein Kaufpreis+Aufwand ersetzt wurde) werde ich darauf setzen das die Polizei mein Eigentum zu meinen gunsten einzieht.

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#28
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

So, Strafanzeige gegen B wurde gestellt,
gegen C leider nicht möglich bzw. holt die Polozei leider nicht,wie erhofft,das Motorrad von C ab :/

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#29
 Von 
guest-12311.06.2018 09:37:31
Status:
Bachelor
(3698 Beiträge, 1285x hilfreich)

Zitat (von BastiEXC):
holt die Polozei leider nicht,wie erhofft,das Motorrad von C ab :/

Das haben wir doch oben geschrieben.

Vielleicht jetzt doch schriftlich beweisbar C zur Herausgabe auffordern, mit Frist. Wenn das nicht hilft, dann klagen auf Herausgabe.

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#30
 Von 
BastiEXC
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

C wurde zur Herausgabe aufgefordert.
Nun fordert C von A die Papiere ein, da er seiner Meinung nach Eigentümer ist.

Das ganze wird wohl vor Gericht gehen.

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