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Mit der Freundin zusammenziehen?

7.1.2008 Thema abonnieren Zum Thema: Freundin
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)
Mit der Freundin zusammenziehen?

Hi zusammen,

vorweg, ich hab schon ein wenig im Forum gelesen und mich auch bei google erkundigt, jedoch werde ich aus den ganzen Sätzen und Regelungen nicht wirklich schlau. Vielleicht könnt ihr mir da ja weiterhelfen.

Die Situation ist folgende: Ich würde im Sommer gerne mit meiner Freundin zusammenziehen, da sie alleinerziehende Mutter ist und ihr Sohn (5) dann in die Schule kommt. Daher wollten wir dann zusammen in eine neue Wohnung ziehen, damit einiges leichter wird.

Sie ist 25 und bekommt derzeit Hartz 4, macht aber eine schulische Ausbildung. Ich bin ebenfalls 25 und Student ohne eigenes Einkommen. Bekomme kein Bafög, sondern meine Eltern ermöglichen mir mein Studium.

Wir würden nun gern zusammenziehen, da ihr Sohn in die Schule kommt und ich dann auch mal früher da bin um auf ihn aufzupassen wenn sie länger in der Schule ist. Weil alleine kann sie das ja nicht, wenn er mal früher frei hat.

Wäre es ratsam in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen oder würde ihr dann das Hartz oder etwas anderes gekürzt werden? Natürlich haben wir noch keine eheähnliche Gemeinschaft, da wir erst seit nem knappen halben Jahr zusammen sind und weder auf die Konten des anderen Zugriff haben, noch in Notsituationen für einander einstehen können.

Blicke da bei dem ganze Wirrwarr nicht wirklich durch und wäre für jede Hilfe dankbar.

Viel dank schonmal für eure Mühen...

lg burok

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Freundin


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10637 Beiträge, 2031x hilfreich)

@burok

leider werdet ihr als bg eingestuft, da ein kind im haushalt ist.
heißt, statt 347€ bekommt jeder von euch 312 € zugestanden. der alleinerziehenden zuschlag fällt ebenfalls weg.
daher rate ich zu einer wohngemeischaft, also eine whg in der es getrennte betten gibt.

sunbee

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#2
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15957 Beiträge, 6263x hilfreich)

Ich wäre da sehr vorsichtig mit. Das kann mit einer Anzeige wegen Sozialbetrug enden.
Nebenbei wären dann getrennte Schlafzimmer Voraussetzung.

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#3
 Von 
Sunbee 1
Status:
Gelehrter
(10637 Beiträge, 2031x hilfreich)

@hamburgerin

uuups, ich meinte damit natürlich getrennte zimmer und nicht, dass eine isomatte aufm flur liegt...
leider ist es einem hartz4 empfänger nicht vergönnt, erstmal offen auszuprobieren, ob es eine sogen. lebensgemeinschaft wird oder ob grad das zusammenleben zeigt, es reicht eben nicht für den rest d. lebens.

sunbee

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#4
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Ist es dabei denn egal ob das kind von mir ist oder nicht? Weil es ist ja nicht von mir.

edit: und unterhaltsmäßig komme ich für den Kleinen auch nicht auf.


-- Editiert von burok am 07.01.2008 17:20:51

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#5
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

edit: und unterhaltsmäßig komme ich für den Kleinen auch nicht auf.

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#6
 Von 
nataly
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 428x hilfreich)

Im SGB 2 findet man dazu folgende Vorschrift § 7 Abs. 3 und 3 a:

(3) Zur Bedarfsgemeinschaft gehören

1.
die erwerbsfähigen Hilfebedürftigen,
2.
die im Haushalt lebenden Eltern oder der im Haushalt lebende Elternteil eines unverheirateten erwerbsfähigen Kindes, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und der im Haushalt lebende Partner dieses Elternteils,
3.
als Partner der erwerbsfähigen Hilfebedürftigen

a)
der nicht dauernd getrennt lebende Ehegatte,
b)
der nicht dauernd getrennt lebende Lebenspartner,
c)
eine Person, die mit dem erwerbsfähigen Hilfebedürftigen in einem gemeinsamen Haushalt so zusammenlebt, dass nach verständiger Würdigung der wechselseitige Wille anzunehmen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen,

4.
die dem Haushalt angehörenden unverheirateten Kinder der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, soweit sie die Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen beschaffen können.

(3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner

1.
länger als ein Jahr zusammenleben,
2.
mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
3.
Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
4.
befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.

-- Editiert von nataly am 07.01.2008 17:48:26

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#7
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, so wie ich das nun nachgelesen und verstanden habe, würde für uns eine Bedarfsgemeinschaft bestehen. Weil wir wollen schon im gleichen Bett schlafen und auch den Staat nicht hinters Licht führen.

Aber wie sieht es denn dann mit einer Förderung für mich aus. Ich bin ja Student, bekomme kein Bafög und haben auch keine Ersparnisse oder dergleichen. Kann also meinen Lebensunterhalt nicht allein finanzieren.

Müssten dann meine Eltern auch Ihre Finanzen offen legen und gegebenfalls für uns aufkommen, oder bekomme ich dann Sozialgeld oder eine andere Leistung?

Tut mir leid das ich soviel fragen muss, hab grad versucht mich da reinzulesen, steig da aber grad überhaupt nicht durch und finde es sehr verwirrend. Auch was dann die übernahme der Miete betrift.

Wäre sehr dankbar dafür wenn mir das nochmal jemand etwas verständlich machen könnte. Würde gern mit ihr zusammen ziehen, aber wenn dann noch weniger geld zur Verfügung steht als ohnehin schon wird das wohl kaum möglich sein.

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#8
 Von 
nataly
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 428x hilfreich)

Auf Seite 22 des nachfolgenden Dokuments wird ausgeführt, dass gelegentliches Babysitten für das Kind der Partnerin noch keine BG ausmacht:

http://www.my-sozialberatung.de/files/HW%207%202007-31-05.pdf

Es handelt sich um Durchführungshinweise der Bundesagentur für Arbeit, wenn man die gründlich durchliest, sieht man, worauf es ankommt, wenn man eine BG vermeiden will.


-- Editiert von nataly am 07.01.2008 17:58:10

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#9
 Von 
nataly
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 428x hilfreich)

Sie ist 25 und bekommt derzeit Hartz 4, macht aber eine schulische Ausbildung.

Was für eine Ausbildung ist das?

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#10
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Eine Ausbildung zur Erzieherin, bei der sie auch ihren Realschulabschluss gleich mit nachholt.

Einen Lohn/Gehalt bekommt sie dafür allerdings nicht.

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#11
 Von 
nataly
Status:
Lehrling
(1238 Beiträge, 428x hilfreich)

Burok: Ich nehme an, du bekommst deshalb kein BAföG, weil das Einkommen der Eltern zu hoch ist?
Dann erhältst du kein ALG 2, weil das Studium dem Grunde nach mit BAföG gefördert werden könnte ( 7 Abs. 5 SGB 2). Deine finanzielle Situation dürfte sich durch die BG nicht ändern und ich sehe auch nicht, dass die Unterhaltsleistungen deiner Eltern das ALG 2 deiner Freundin mindern könnte. Die Arge wird auch keine Einkommensunterlagen von deinen Eltern fordern können, da du keinen ALG-2-Anspruch hast.
Im Hinblick auf die Kosten für Unnterkunft und Heizung dürfte es so sein, dass der Freundin die Hälfte der gesamten Kosten anerkannt wird.

-- Editiert von nataly am 07.01.2008 18:16:25

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#12
 Von 
burok
Status:
Frischling
(10 Beiträge, 0x hilfreich)

Das wäre ok, denn die Finanzen hätten wir auch nicht offengelegt.

Aber das würde dann ja trotzdem noch bedeuten, dass ihr Satz von 347€ auf 312€ gekürzt wird, obwohl sich an der Lebenssitution nichts ändert und sie keinerlei Mehrleistungen durch mich erhält, oder seh ich das falsch?!

Und ja, genau aus dem Grund erhalte ich kein Bafög, obwohl weder Mutter noch Vater arbeiten.

Danke schonmal für die netten Antworten...

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