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Log-Files

8.1.2007 Thema abonnieren
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)
Log-Files

Sind Log-Files mit festgehaltenen IPs von Straftätern eigentlich Beweise die allein zur Verurteilung ausreichen würden oder nicht?

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Post von Polizei oder Staatsanwalt?

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22 Antworten
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#1
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9884 Beiträge, 1192x hilfreich)

Das kommt auf den jeweiligen Sachverhalt an.


Mit freundlichen Grüßen,

- Rönner -

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#2
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

Das kommt auf den jeweiligen Sachverhalt an.

Ok, mal angenommen Person A beleidigt Person B in einem Forum. Jetzt stellt der Forumsbetraiber das Log-File für Person A zur Verfügung um Strafanzeige (123recht.net Tipp: Strafanzeige stellen ) zu stellen (damit die IP verfolgt werden kann). Würde in diesem Fall das Log-File als Beweis ausreichen und/oder kann die Staatsanwalt noch eine zusätzliche Hausdurchsung anordnen, um zusätzliche Beweise dafür sicherzustellen (Cache Inhalte vom Browser etc.)?

Und was wäre dann, wenn bei der HD nichts gefunden wird? Stützt sich die Staatsanwaltschaft danna uf das Log-File oder wird alles eingestellt?

Ist eine Hausdurchsuchung eigentlich eine individuelle Entscheidung vom Staatswanwalt/Richter oder gibt es da genaue Bestimmungen die diesen Personen keine Wahl lassen?

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#3
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9516 Beiträge, 2022x hilfreich)

Kein Staatsanwalt der der Welt macht wegen einer beleidigung eine hausdurchsuchung.

das Verfahren wird eingestellt und auf den Privatklageweg verwiesen. Dann kann sich der Anzeigenstatter selber Gedanken machen, wie er die Beweise ranschafft.

Gruß Justice

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#4
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, aber ist das Log-File jetzt ein Beweis der zu einer Veruteilung ausreicht oder nicht ?

Ich meine, ist so ein Log-File als Beweisstück annerkannt oder kann es sein, dass durch leichte Manipulierbarkeit eines Log-Files dieses generell nicht anerkannt wird vor Gericht als Beweis einer Straftat?


Nehmen wir an, jemand ladet sich illegale Dateien aus dem Internet und im Zuge der Ermittlungen wird nichts bei der Hausdurchsuchung gefunden, dann müsste doch so ein Log-File ausreichen, oder wird dann auch alles eingestellt?

Anosnten könnte ja z.B. jemand einen Virus in Umlauf bringen oder einen Firmen-Server durch Hacken lahmlegen und ihm würde nichts passieren? In solchen Fällen müsste doch ein Log-File ausreichen bzw. die Ermittlung mit der IP.

Ich finde das etwas verwirrend, einerseits hörte ich, dass man durch ein Log File nicht umbedingt einen gerichtlich anerkannten Beweiss erbingen kann und andererseits müsste eine IP ausreichen (sonst würde man ja keinen mehr verfolgt der einfach vor der Hausdurchsuchung seine Festplatte und Datenträger wegwirft).

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#5
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

Habe noch eine Frage die mich interessiert: Wenn in einer WG wo drei Leute wohnen jemand eine Internetstraftat begeht und im nachhinein kann nicht festgestellt werden, wer der jenige in der WG war, wer wird dann eigentlich verurteilt ? Keiner oder alle ?

Oder der Anschlussinhaber des Internetanschlusses weil dieser ihm gehörte?

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#6
 Von 
PennyOne
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 15x hilfreich)

Hi.

Ich denke mal, das keiner verurteilt wird. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass der Computer und der Internetanschluss allen 3 Bewohnern in der WG zur Verfügung stellt. Allerdings müssen dazu alle 3 Personen vorgelade werden falls du die Tat abstreitest, dann müssten die anderen beiden das selbe tun. So könnte man niemanden verurteilen es sei denn es gibt Hinweise die auf eine Person führen. Z.b. E-Mail Adresse mit der du dich in dem Forum angemeldet hast o.ä.!!

LG

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#7
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

@PennyOne: Danke für Deine Antwort. Das war nur eine Beispiel, ich wohne in keiner WG ;)

Aber wenn das so wie Du sagst stimmt wäre ja das ja ein Hammer. Da könnte jemand sonstwas machen und keiner wird veruteilt ohne Beweise. Kann ich mir aber auch irgendwie nicht vorstellen.

-- Editiert von cumi am 08.01.2007 18:06:56

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#8
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9596 Beiträge, 1485x hilfreich)

Da könnte jemand sonstwas machen und keiner wird veruteilt ohne Beweise.

Deswegen wird ja bei Straftaten von erheblicher Natur auch eine Durchsuchung angeordnet, um Beweismittel sicherzustellen.

Ansonsten ist das doch nichts neues, daß zu einer strafrechtlichen Verurteilung auch hieb- und stichfeste Beweise gehören - oder würden Sie gerne ohne weitere Indizien dafür haften, was man mit Ihrem Fahrrad, Ihrem Küchenmesser oder Ihrem Gartenzwerg für Straftaten begeht?

Generell genügt allein der Besitz der Tatwaffe eben nicht für eine Verurteilung.

Im Zivilverfahren könnte möglicherweise auch der Anschlußinhaber als Mitstörer haften (etwa bei Urheberrechtsverletzungen).

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#9
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

oder würden Sie gerne ohne weitere Indizien dafür haften, was man mit Ihrem Fahrrad, Ihrem Küchenmesser oder Ihrem Gartenzwerg für Straftaten begeht?

Nein, aber ich dachte bisher immer, dass der Anschlussinhaber auch dafür haftet, was über den Internetzugang passiert.

Im Zivilverfahren könnte möglicherweise auch der Anschlußinhaber als Mitstörer haften (etwa bei Urheberrechtsverletzungen).

Habe ich das richtig verstanden, das dies aber nur zivilrechtlich relevant ist und nicht strafrechtlich?

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#10
 Von 
Johnny112
Status:
Schüler
(465 Beiträge, 96x hilfreich)

Hallo.

Komischer Thread irgendwie...

Klingt für mich son bisschen nach: OH echt, man braucht Beweismittel??

Dann kann ich... äähhhh, jeder ja sowas machen....

Klingt nur irgendwie so finde ich....

Generell reicht die Ip nicht immer als Beweismitttel, da ja auch irgendein hacker über diese Ip Straftaten begehen kann, oder da mehrere Personen im Haushalt zugang zu dem Pc haben usw. usf.
Aber sie sollten nicht denken, das der Staatsanwalt da keine Beweise feststellen kann. So perfekt kann einn VErbrechen gar nicht begangen werden, das nix zurückbleibt.
Das gilt besonders für den Pc, wo eh alles und jedes gespeichert und protokolliert wird....

Gruss

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#11
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3293 Beiträge, 342x hilfreich)

@Johnny112:

quote:
Das gilt besonders für den Pc, wo eh alles und jedes gespeichert und protokolliert wird...

Wenn man weiß wie, kann man durchaus Einfluß darauf nehmen, ob und was auf dem eigenen Rechner protokolliert wird oder ansonsten auf der Festplatte hinterlassen wird. Wenn man sich wirklich gut auskennt und eine passende Sicherheitslücke findet, kann man vielleicht auch verräterische Spuren auf Servern vernichten oder gar deren Entstehung verhindern.

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#12
 Von 
Michael32
Status:
Senior-Partner
(6339 Beiträge, 1245x hilfreich)

Habe das jetzt gelesen und frage mich:

Sind dann alle Tauschbörsennutzer mit einem ungesicherten Wlannetz praktisch nicht verfolgbar, sofern man keine urheberrechtlich geschützte Dateien auf ihrem Rechner findet ?

Gruß

Michael

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#13
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9596 Beiträge, 1485x hilfreich)

ich dachte bisher immer, dass der Anschlussinhaber auch dafür haftet, was über den Internetzugang passiert

Nein, jedenfalls nicht strafrechtlich.

Sind dann alle Tauschbörsennutzer mit einem ungesicherten Wlannetz praktisch nicht verfolgbar, sofern man keine urheberrechtlich geschützte Dateien auf ihrem Rechner findet?

Das ist so wie die Frage 'Ist dann ein Ladendieb nicht verfolgbar, wenn man keine gestohlene Ware bei ihm findet?' :)

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#14
 Von 
Michael32
Status:
Senior-Partner
(6339 Beiträge, 1245x hilfreich)

Die Frage hat eigentlich einen tieferen Sinn....

Wenn jemand mit seinem Kumpel professionel Raubkopien vertreibt über das Internet. Beide wohnen nebeneinander, der eine hat das Wlannetz, der in der Nachbarwohnung nutzt es.
Dann kann doch prcktisch bei einer Durchsuchung dem Inhaber des Anschlusses nichts passieren.

Bzw. will die Phonoindustrie doch jetzt hart gegegn Raubkopierer eingreifen und schickt nach Ermittlung der IP-Adresse Abmahnungen mit Schadensersatzforderung (3000 EUR/angebotenen Titel in den Tauschbörsen). Soweit ich weis OHNE Hausdurchsuchung, sondern nach einem neuen Gesetz, welches ermöglicht die IP vom Provider zu bekommen.

Gruß

Michael

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#15
 Von 
cumi
Status:
Frischling
(31 Beiträge, 0x hilfreich)

Soweit ich weis OHNE Hausdurchsuchung, sondern nach einem neuen Gesetz, welches ermöglicht die IP vom Provider zu bekommen.

Welches neue Gesetz ist das denn? Ich habe bisher immer nur gehört, dass nur der Staatsanwalt mit der IP Personendaten vom Provider anfordern kann im Zuge eines Strafverfahrens und demnach weiter ermitteln muss in dem Fall.



Wenn jemand mit seinem Kumpel professionel Raubkopien vertreibt über das Internet. Beide wohnen nebeneinander, der eine hat das Wlannetz, der in der Nachbarwohnung nutzt es.
Dann kann doch prcktisch bei einer Durchsuchung dem Inhaber des Anschlusses nichts passieren.


Das kommt bestimmt darauf an, was gefunden wird auf dem PC. Vielleicht hat dann der Mitbenutzer Pech gehabt, der illegal genutze Software auf dem PC installiert hatte. Andererseits wäre es in einer WG jedem möglich, diese Software installiert zu haben (oder über wlan wurde auf andere rechner zugegriffen).

-- Editiert von cumi am 09.01.2007 16:42:15

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#16
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3293 Beiträge, 342x hilfreich)

Es wird wohl überlegt, Geschädigten unmittelbaren Anspruch auf die Herausgabe der Daten einzuräumen. Als Gesetz beschlossen ist das meines Wissens noch nicht, ebensowenig wie die Vorratsdatenspeicherung.

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#17
 Von 
Wammbachsee
Status:
Beginner
(63 Beiträge, 7x hilfreich)

Hallo
Ich habe hier im forum die antwort gelesen,das ein Provider(alice,arcor,u.a.)beiden man gemeldet ist die IP Adresse nur so lange speichern ,bis Sie Ihre Abrechnungsdaten für die Rechnungen erstellt haben.Danach würde gelöscht werden.stimmt dies oder nicht ,gruss josef

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#18
 Von 
Steffi Klein
Status:
Schüler
(385 Beiträge, 29x hilfreich)

Hallo,

nach aktueller Rechtssprechung dürfen Provider die Flat Rate Angebote vertreiben gar keine IP daten vorspeichern, bzw. sie müssen es nicht. T-Online (inkl. aller Backbones, wie 1&1,congster etc)wird ab sofort Daten nur noch 7Tage vorhalten, arcor speichert 8Tage. Der grund liegt auch darin das diese Provider von auskünften nach IP Adressen nahezu überschwemmt werden..


grüße
steffi

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#19
 Von 
Chronoton
Status:
Praktikant
(896 Beiträge, 58x hilfreich)

das stimmt so nicht ganz. eine generelle antwort gibt es hiezu nicht. seit kurzem speichert zb die telekom die ip adressen ihrer flatratekunden nur mehr 7 tage. andere provider speichern zum teil gar nicht, zum teil länger. bei zeit oder volumentarifen ist es wiederum anders.
klarheit bringt nur eine anfrage beim provider und die antwort auf die frage wessen reseller sie sind. es nützt natürlich nichts, wenn der reseller-provider nicht loggt, aber der übergeordnete provider dies doch tut.

mfg
chronoton

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#20
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3293 Beiträge, 342x hilfreich)

Bei ihrem Kunden Holger Voss darf die T-Online jedenfalls die Daten, nachdem das Urteil des LG Darmstadt nach Nichtzulassung der Revision durch den BGH rectskräftig ist, nur noch bis zum Ende der jeweiligen Verbindung speichern, sonst droht ein Zwangsgeld von 100000 Euro ersatzweise 6 Monate Haft für den Vorstand. Auf der Internetseite kein www.kein1984.de finden sich Hinweise wie man dass für sich selbst auch hinbekommen kann.

-- Editiert von danielB am 28.02.2007 00:55:59

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#21
 Von 
Maddino
Status:
Beginner
(122 Beiträge, 11x hilfreich)

@DanielB: Seit ein paar Tagen gilt das für alle (Kunden der zwei großen Unternehmen bzw. deren Reseller)

http://www.heise.de/newsticker/result.xhtml?url=/newsticker/meldung/85609&words=Telekom%20Voss

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#22
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3293 Beiträge, 342x hilfreich)

Den Artikel kenne ich schon, allerdings ist das nunmehr rechtskräftige Urteil des Landgerichts Darmstadt (siehe Link im Artikel) weitreichender, da es schon die Löschung beim Verbinbundsabbruch fordert, allerdings nur für den Vertrag zwischen Herrn Voss und T-Online.

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