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Leidensgerechten Arbeitsplatz beantragen

4.1.2017 Thema abonnieren Zum Thema: Arbeitsplatz
 Von 
Yannik123
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)
Leidensgerechten Arbeitsplatz beantragen

Hallo Leute,

Habt ihr Ideen für mich, wie grundsätzlich der Antrag einer innerbetrieblichen Umsetzung an die Personalabteilung aussehen soll?
Anstatt den letzten Schritt des Anwaltes zu wählen möchte ich ohne Fehler die Umsetzung beantragen.

Ich habe ein Attest vom Betriebsarzt und habe einige Vakanzen gefunden, die optimal zu meiner gesundheitliche Situation passen.
Ich weiß nur nicht ob es so gut formuliert ist:

Sehr geehrter XXX,

hiermit bewerbe ich mich für die am 28.11.2016 veröffentlichte Vakanz "...........Xx.xx.cxx x" bewerben. Ein Gespräch mit dem Leiter der Abteilung hat stattgefunden.
Mit der Stelle des.........werden alle Bedingungen für einen leidensgerechten Arbeitsplatz erfüllt.
Gemäß der ärztlichen Bescheinigung vom 13.11.2016 können Tätigkeiten mit folgenden Voraussetzungen verrichtet werden:
- leidensgerechter Arbeitsplatz, ruhig
- ohne Kundenkontakt für zunächst zwei Jahre
.........
....

Der Leiter hat mir zugesichert, dass die oben genannten Voraussetzungen gegeben sind.


Um einen Leidensgerechter Arbeitsplatz zu verlangen muss ich ja konkret mitteilen, wie ich mir die Tätigkeit vorstelle und eine konkrete Vakanz benennen. Das habe ich mit diesem schreiben getan oder?
Wie findet ihr es? Habt ihr Ergänzungen?

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Arbeitsplatz


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
altona01
Status:
Wissender
(15950 Beiträge, 6252x hilfreich)

Klären Sie doch erstmal grundsätzlich, wie eine Umsetzung im Betrieb angeschoben werden kann. Ein Schreiben an die Personalabteilung z.B. hätte da wo ich arbeite keinerlei Auswirkung.
Gibt es einen Betriebsrat? Der könnte helfen. Gibt es einen Schwerbehindertenbeauftragten? Letzterer muss nicht für Sie zuständig sein, er kennt aber die Abläufe.

-- Editiert von altona01 am 04.01.2017 10:05

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23546 Beiträge, 8996x hilfreich)

Man sollte sich unter den Erwartungen, die man hat, grundsätzlich nur auf Arbeitsstellen bewerben, in welchen eben kein Kundenkontakt statt findet. Und eine Bescheinigung eines Arztes, na ja, was ist die wert?

wirdwerden

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#3
 Von 
Yannik123
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Man sollte sich unter den Erwartungen, die man hat, grundsätzlich nur auf Arbeitsstellen bewerben, in welchen eben kein Kundenkontakt statt findet. Und eine Bescheinigung eines Arztes, na ja, was ist die wert?

wirdwerden


Ist die Bescheinigung des Betriebsarztes etwa nichts wert?
Deiner Meinung nach wäre das einfordern der Rücksichtsnahmepflicht überflüssig?

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23546 Beiträge, 8996x hilfreich)

Auch Behinderte müssen ihren Job voll ausfüllen. Und in einer Bank den Kollegen zuzumuten, für einen den Kundenkontakt (nur mal als Beispiel) zu pflegen, das ist einfach vermessen und stört den Betriebsfrieden massiv. Mach Dir endlich mal klar, dass Du dieselbe Leistung wie ein Nichtbehinderter erbringen musst, dass Du nicht erwarten kannst, dass alle Engel im Himmel zwar rosa und hellblaue Höschen anhaben, Du aber goldene anhast. Bewirb Dich auf Plätze, die Deinen Möglichkeiten entsprechen. Und dann kann man darüber diskutieren, warum man Dich da nicht nimmt.

wirdwerden

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#5
 Von 
Yannik123
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Auch Behinderte müssen ihren Job voll ausfüllen. Und in einer Bank den Kollegen zuzumuten, für einen den Kundenkontakt (nur mal als Beispiel) zu pflegen, das ist einfach vermessen und stört den Betriebsfrieden massiv. Mach Dir endlich mal klar, dass Du dieselbe Leistung wie ein Nichtbehinderter erbringen musst, dass Du nicht erwarten kannst, dass alle Engel im Himmel zwar rosa und hellblaue Höschen anhaben, Du aber goldene anhast. Bewirb Dich auf Plätze, die Deinen Möglichkeiten entsprechen. Und dann kann man darüber diskutieren, warum man Dich da nicht nimmt.

wirdwerden


Okay. Danke für den Tipp.

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#6
 Von 
blaubär+
Status:
Senior-Partner
(6117 Beiträge, 2306x hilfreich)

Ich habe meine Zweifel, ob/dass es überhaupt sinnvoll ist oder sogar sein kann, sich auf eine freie Stelle zu bewerben und das mit gesundheitlichen Einschränkungen zu begründen. Die Aussage einer Bewerbung sollte doch sein: das ist der Job, für den ich die Voraussetzungen mitbringe und meinen Beitrag zu den Unternehmenszielen optimal beisteuern kann. Zusätzlich mag dann noch aufscheinen, dass ein persönliches Problem damit zugleich auch gelöst ist.
Die Argumentation mit Beeinträchtigungen wäre ein Notschrei "es geht auf keinen Fall mehr" und dann sollte man wohl auch schon die Behindertenvertretung mit beiziehen und den BR.

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#9
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23546 Beiträge, 8996x hilfreich)

@ Blaubär: Du hast mir aus der Seele geschrieben. Yannick ( 31) arbeitet seit längerem dran, in irgendeiner Form einen maßgeschneiderten Arbeitsplatz zu bekommen. Und das läuft nicht. Wenn zu meiner Zeit als Personalerin jemand zu mir gekommen wäre, gesagt hätte, er habe einen GdB von 40 (so in etwa ist es bei Y. nach meiner Erinnerung) und möchte einen leidensgerechten Arbeitsplatz, da hätten bei mir alle, wirklich alle Alarmglocken geschrillt. Tut man sowas seiner Abteilung an? Mutet man das den Kollegen zu? Wohl eher nicht. Denn man hat auch eine Fürsorgepflicht den anderen Mitarbeitern gegenüber.

Deshalb muss die Reihenfolge immer, wirklich immer sein: einen Arbeitsplatz finden, der seinen Qualifikationen entspricht und auch "leidensgerecht" ist. Und wenn man den hat, dann kann man schauen, ob noch besondere Maßnahmen möglich sind. Umgekehrt, das läuft nicht. Aber sich auf einen Platz zu bewerben, der z.B. Kundenkontakt voraussetzt, dann aber erklären, man könne nicht mit Kunden arbeiten, das sei nicht leidensgerecht, das funktioniert nicht.

wirdwerden

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#10
 Von 
fb367463-2
Status:
Student
(2430 Beiträge, 1093x hilfreich)

Der Arbeitgeber muss keinen Arbeitsplatz stricken. Gibt es eine geeignete Vakanz, gut. Wenn nicht, Pech gehabt. Es muss kein Arbeitsplatz geschaffen oder frei geräumt werden.

Versuchen sie zuerst mal die Gleichstellung zu bekommen, dafür ist das Arbeitsamt zuständig. Schlauen Sie sich hier auf: https://www3.arbeitsagentur.de/web/content/DE/BuergerinnenUndBuerger/MenschenmitBehinderung/Gleichstellung/index.htm

Dann, wenn Sie gleichgestellt sind, machen sie die nächsten Schritte in Abstimmung mit der SBV!

Wenn Sie einen "geringerwertigen" Arbeitsplatz nehmen, besteht kein Gehaltsschutz. Mit einer Gleichstellung haben Sie auch keinen Anspruch auf den Zusatzurlaub, den ein Schwerbehinderter mit einem GdB über 50 bekommt.

Ergänzung: das Attest nutzt nicht viel, damit haben Sie keinen Anspruch auf einen Ihnen genehmen Arbeitsplatz. Der AG kann dem folgen, ist aber in letzter Instanz nicht dazu verpflichtet.

-- Editiert von fb367463-2 am 04.01.2017 12:55

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