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Krankengeld als selbstständiger

12.3.2018 Thema abonnieren Zum Thema: Krankengeld
 Von 
Mann72
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 3x hilfreich)
Krankengeld als selbstständiger

seit 2010 habe ich den Krankengeld Wahltarif bei der AOK als Selbstständiger. Ich habe in allen Jahren den Höchstbeitrag zur Krankenkasse bezahlt. Im Jahr 2016 habe ich dann den MIndesbeitrag bezahlt, weil ich fast keinen Gewinn erzielt habe aufgrund hoher Investitionen. Das Jahr 2017 läuft dann wieder entsprechend besser. Allerdings bin ich Ende 2017 erkrankt und bis heute aktuell Arbeitsunfähig. Zur Krankengeldberechnung hat dann die AOK natürlich den Steuerbescheid von 2016 herangezogen mit einem Gewinn von unter 10.000€ und dies zur Berechnung der Krankengeldes verwendet. Damit war und bin ich nicht einverstanden da dieses Jahr in keinster Weise mein eigentliches Einkommen darstellt. Das "schlechteste Jahr" aus insgesamt 15 Jahren Selbstständigkeit.

Gegen den Bescheid habe ich erst einmal Einspruch eingelegt. Ich denke das die Krankenkasse dann doch zumindest von den MIndesbeitragssatz (den ich ja bezahlt habe) bzw. Mindeseinkommen von 2283,50€ ausgehen sollte bei der Berechnung.

Liege ich hier mit meiner Auffassung falsch? Gibt es hier vergleichbare Fälle.

-- Editiert von Moderator am 12.03.2018 21:59

-- Thema wurde verschoben am 12.03.2018 21:59

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Krankengeld


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(60633 Beiträge, 28324x hilfreich)

Zitat (von Mann72):
Liege ich hier mit meiner Auffassung falsch?

Kann sein oder auch nicht.
Kommt halt darauf an, was genau man vertraglich vereinbart hat.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
altona01
Status:
Weiser
(16644 Beiträge, 7062x hilfreich)

Und jetzt zur Abwechslung ein hilfreicher und weiterführender Rat::
Die Information kam in Form eines Bescheides?
Dann legen Sie nachweisbar per Einschreiben Widerspruch ein.
Die Berechnungsgrundlage ist ja nun offensichtlich falsch.

Signatur:Nur wer sich bewegt, hört seine Ketten rasseln.
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#3
 Von 
Mann72
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von altona01):
Dann legen Sie nachweisbar per Einschreiben Widerspruch ein.
Die Berechnungsgrundlage ist ja nun offensichtlich falsch.

Einspruch habe ich bereits eingelegt denn müsste ich jetzt nur genau begründen.

Zitat (von Harry van Sell):
Kann sein oder auch nicht.
Kommt halt darauf an, was genau man vertraglich vereinbart hat.

Es handelt sich ja um eine Zusatzversicherung einer gesetzlichen Krankenversicherung. Im Gespräch mit der zuständigen Sachbearbeiterin hatte diese durchblicken lassen das sie sich Ihrer Sache nicht sicher ist. Das ein selbstständiger einmal Krank wird damit rechnet man bei der Krankenkasse anscheinend nicht.Sie meinte das sie erst einmal eine Bescheid erstellt und ich ja Widerspruch einlegen kann. Ich dachte eventuell hätte hier jemand schon Erfahrung mit einem ähnlichen Fall oder kennt sich damit aus.

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#4
 Von 
Sir Berry
Status:
Junior-Partner
(5191 Beiträge, 1779x hilfreich)

Richtig,

die Krankentagegeldabsicherung ist ein Zusatzbaustein zur freiwilligen GKV Mitgliedschaft.

Anders als in der PKV wo ein fester Tagessatz vereinbart wird, richtet sich der Leistungsanspruch im Krankheitsfall bei der GKV nach dem Durchschnittsverdienst, nachzulesen in § 44 SGB V.

Berry

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#5
 Von 
eh1960
Status:
Lehrling
(1269 Beiträge, 401x hilfreich)

Zitat (von Mann72):
seit 2010 habe ich den Krankengeld Wahltarif bei der AOK als Selbstständiger. Ich habe in allen Jahren den Höchstbeitrag zur Krankenkasse bezahlt. Im Jahr 2016 habe ich dann den MIndesbeitrag bezahlt, weil ich fast keinen Gewinn erzielt habe aufgrund hoher Investitionen. Das Jahr 2017 läuft dann wieder entsprechend besser. Allerdings bin ich Ende 2017 erkrankt und bis heute aktuell Arbeitsunfähig. Zur Krankengeldberechnung hat dann die AOK natürlich den Steuerbescheid von 2016

Das ist m.W. korrekt. Es ist das letzte Einkommen als Berechnungsgrundlage zu nehmen. Und das ist bei einer Erkrankung im Jahr 2017 für das Jahr 2017 das Einkommen aus 2016.
Für das Krankengeld im Jahr 2018 ist dann das Einkommen von 2017 anzusetzen.

Es ist aber sicher nicht die schlechteste Idee, sich mit der Frage z.B. an einen Sozialverband zu wenden, dort sitzen auch Juristen, die sich in genau dieser Materie gut auskennen.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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#6
 Von 
Mann72
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Anders als in der PKV wo ein fester Tagessatz vereinbart wird, richtet sich der Leistungsanspruch im Krankheitsfall bei der GKV nach dem Durchschnittsverdienst, nachzulesen in § 44 SGB V.

Okay das habe ich mir durchgelesen, kann aber nichts finden dazu woraus sich das Krankengeld jetzt berechnet. Kann aber auch sein das ich es nicht richtig gelesen / verstanden habe. Für einen Laien ja auch nicht so einfach.

Zitat (von eh1960):
Das ist m.W. korrekt. Es ist das letzte Einkommen als Berechnungsgrundlage zu nehmen. Und das ist bei einer Erkrankung im Jahr 2017 für das Jahr 2017 das Einkommen aus 2016.
Für das Krankengeld im Jahr 2018 ist dann das Einkommen von 2017 anzusetzen.

Das werde ich der Krankenkasse auch einmal nahelegen. Damit wäre ich schon zufrieden.

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#7
 Von 
Sir Berry
Status:
Junior-Partner
(5191 Beiträge, 1779x hilfreich)

Hi,

das kommt davon, wenn man aus dem Kopf schreibt und nicht nachguckt.

Wirf bitte mal einen Blick in § 47 SGB V

Berry

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#8
 Von 
Mann72
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 3x hilfreich)

Zitat (von Sir Berry):
Wirf bitte mal einen Blick in § 47 SGB V

Ok das habe ich. Nur ich bin selbstständig, ich denke da findet der § keine Anwendung.

Ich habe einen Wahltarif, dazu habe ich

§ 53 SGB V Wahltarife gefunden, nur kann ich hier nichts finden wie das Krankengeld dann im Fall der Fälle berechnet wird.

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