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Katze anschaffen trotz "verbot".

7.12.2017 Thema abonnieren
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)
Katze anschaffen trotz "verbot".

Hallo liebe Community!
Dieses Jahr bin ich mit meiner Freundin in die erste eigene Wohnung gezogen.
Da wir beide mit Tieren aufgewachsen sind und sich eine Adoptionsmöglichkeit für einen Kater ergab, entschieden wir uns dafür, dass ein Tier her muss.

Natürlich zu früh gefreut.. im Mietvertrag (123recht.net Tipp: Mietvertrag Wohnung ) steht unter sonstigen Vereinbarungen: "Keine Haustiere in der Wohnung."

Ich weis jedoch dass diese Klausel ungültig ist, da sie auch Kleintiere ausschließt.
Daraufhin fragten wir bei der Mutter des Vermieters (diese ist quasi die Vermittlung und will uns im übrigen icht die Telefonnummer des eiegentlichen Vermieters geben) nach, ob die Haltung des Katers möglich wäre.
Zunächst meinte sie das sollte kein Problem sein, sie spreche sich mit ihrem Sohn ab.

Tage später bekamen wir auf erneute Nachfrage in einem sehr bösen Tonfall zu hören, ein Kater (übrigens kastriert, stubenrein und eine reine Hauskatze) sei zu unhygienisch?!
Uns wurde mehr oder weniger mit einem Rausschmiss gedroht und das nicht gerade höflich.

Meine Frage: Ob wir uns nun den Kater anschaffen oder nicht, so lasse ich nicht mit mir umspringen. Welchr Rechte habe ich und wie sollte ich dem Ganzen begegnen?

Danke schon einmal!

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52 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
quiddje
Status:
Student
(2896 Beiträge, 1560x hilfreich)

Du hast das Revcht, deinen Vermieter um Zustimmung zur Aufnahme der konkret bezeichneten Katze zu bitten.
Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern. Dann müsstest du sie einklagen. Vor Gericht wird festgestellt welche Gründe für die Katze sprechen und welche dagegen und dann entscheidet ein Richter. Das Verhältnis zum Vermieter ist unabhängig vom Ergebnis für die Katz.

Du solltest deinrn Vermieter anschreibrn und deine Gründe für die Katze darlegrn. Dabei keinesfalls so wir im Eingang argumrntieren: das klingt nämlich so, als ob ihr sowieso Tiere angeschafft hättet und das nur bei der Anmietung verschwiegen habt. Da könnte auch der Vermietet mit "so lasse ich nicht mit mir umspringrn" reagieren, denn da kann man sich schon vera... fühlen.

Also, beschreibt die Katze (gern auch ein Foto dazu) und beschreibt, eie ihr euch den Tagesablauf der Katze vorstellt und warum die praktisch nie allein in der Wohnung sein wird. Wenn ihr noch eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung in Aussicht stellt ist das auch nicht von Nachteil.

Auf jeden Fall solltest du von "so lasse ich nicht mit mir umspringrn" runterkommen. Ja, du hast Rechte aber eine Verhärtung der Fronten in diesem frühen Stadium - wozu?


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#2
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von quiddje):
Du hast das Revcht, deinen Vermieter um Zustimmung zur Aufnahme der konkret bezeichneten Katze zu bitten.
Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern. Dann müsstest du sie einklagen. Vor Gericht wird festgestellt welche Gründe für die Katze sprechen und welche dagegen und dann entscheidet ein Richter. Das Verhältnis zum Vermieter ist unabhängig vom Ergebnis für die Katz.

Du solltest deinrn Vermieter anschreibrn und deine Gründe für die Katze darlegrn. Dabei keinesfalls so wir im Eingang argumrntieren: das klingt nämlich so, als ob ihr sowieso Tiere angeschafft hättet und das nur bei der Anmietung verschwiegen habt. Da könnte auch der Vermietet mit "so lasse ich nicht mit mir umspringrn" reagieren, denn da kann man sich schon vera... fühlen.

Also, beschreibt die Katze (gern auch ein Foto dazu) und beschreibt, eie ihr euch den Tagesablauf der Katze vorstellt und warum die praktisch nie allein in der Wohnung sein wird. Wenn ihr noch eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung in Aussicht stellt ist das auch nicht von Nachteil.

Auf jeden Fall solltest du von "so lasse ich nicht mit mir umspringrn" runterkommen. Ja, du hast Rechte aber eine Verhärtung der Fronten in diesem frühen Stadium - wozu?

Ja Sie haben recht. Mit dieser Einstellung wäre ich jetzt dem Vermieter, bzw. seiner Mutter nicht gegenüber getreten. Auch wenn die Reaktion von ihr sehr überheblich und unhöflich war.
Hab mir hier nur während des Schreibens des Beitrags ein wenig Luft gemacht.
Mich quasi kurz ausge :kotz:

Es hies die Mutter unseres Vermieters solle vermitteln. Sollte ich mich nun an sie, oder an unseren tatsächlichen Vermieter wenden?

Danke quiddje für deine Antwort!

-- Editiert von amz479961-22 am 07.12.2017 09:15

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#3
 Von 
cauchy
Status:
Master
(4857 Beiträge, 2522x hilfreich)

Zur Einschätzung, ob die Katze unter vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache fällt, einige Anregungen bzw. Fragen. Soll das eine reine Wohnungskatze werden, wie groß ist die Wohnung, hat der Vermieter diese mit Einrichtungen (Schränke, Sofa, etc.) versehen?

Im übrigen kann es hilfreich sein, dem Vermieter den Abschluss einer Haftpflichtversicherung anzubieten, die auch Schäden durch eigene Haustiere im selbstgenutzten Wohnraum abdeckt. Häufig besteht bei Vermietern nämlich die Angst, auf solchen Schäden am Ende sitzenzubleiben. Dem kann man mit einer entsprechenden Versicherung entgegenwirken.

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#4
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zur Einschätzung, ob die Katze unter vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache fällt, einige Anregungen bzw. Fragen. Soll das eine reine Wohnungskatze werden, wie groß ist die Wohnung, hat der Vermieter diese mit Einrichtungen (Schränke, Sofa, etc.) versehen?

Im übrigen kann es hilfreich sein, dem Vermieter den Abschluss einer Haftpflichtversicherung anzubieten, die auch Schäden durch eigene Haustiere im selbstgenutzten Wohnraum abdeckt. Häufig besteht bei Vermietern nämlich die Angst, auf solchen Schäden am Ende sitzenzubleiben. Dem kann man mit einer entsprechenden Versicherung entgegenwirken.

Hallo cauchy!
Danke für die Antwort.
Die Wohnung hat rund 90qm und einen großen Balkon.
Der Kater ist ca 2 Jahre alt ubd würde weiterhin als reine Hauskatze gehalten werden.
Nur die Küche ist Eigentum des Vermieters. Diese wurde nicht abgelöst und wird auch nicht mitgemietet.

Wie beschrieben war das Einzige Argument gegen die Katze bis jetzt, es wäre zu unhygienisch.

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#5
 Von 
Banane123
Status:
Praktikant
(849 Beiträge, 46x hilfreich)

Ich erlaube mir in dieser Angelegenheit meine Erfahrung mit Tierhaltung mitzuteilen. Habe einige male Hund- oder Katzenhaltung erlaubt. Nach Auszug roch bzw. stank die Wohnung jedesmal entsprechend, was die Mieter nicht störte, jedoch die Nachmieter. Fazit: Ich musste die Wohnungen auf eigene Kosten renovieren und seither Schluss mit Katze oder Hund in der Wohnung. Es sei denn, der Mieter versichert mir die komplette Renovierung bei Auszug auf seine Kosten. Soviel ist keinem M sein
Tier wert, und das Haus bleibt tierfrei.
Wohlgemerkt, ich bin kein Tierfeind.

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#6
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Banane123):
Ich erlaube mir in dieser Angelegenheit meine Erfahrung mit Tierhaltung mitzuteilen. Habe einige male Hund- oder Katzenhaltung erlaubt. Nach Auszug roch bzw. stank die Wohnung jedesmal entsprechend, was die Mieter nicht störte, jedoch die Nachmieter. Fazit: Ich musste die Wohnungen auf eigene Kosten renovieren und seither Schluss mit Katze oder Hund in der Wohnung. Es sei denn, der Mieter versichert mir die komplette Renovierung bei Auszug auf seine Kosten. Soviel ist keinem M sein
Tier wert, und das Haus bleibt tierfrei.
Wohlgemerkt, ich bin kein Tierfeind.

Danke Banane123!

Also ein stubenreiner kastrierter Kater der nicht mehr markiert, hinterlässt meiner Erfahrung nach bei richtiger Pflege keine Gerüche. Selbst im Haus Familienangehöriger hat ein großer Hund mehrere Jahre auf einer Etage verbracht und niemand vermochte Gerüche zu vernehmen.

Sollte dies jedoch wirklich so gewesen sein, ist es ein verständliches Argument.

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#7
 Von 
cauchy
Status:
Master
(4857 Beiträge, 2522x hilfreich)

Ich empfehle dem Teilnehmer, die Posts des users Banane mit Vorsicht zu genießen. Rechtlich fundiert sind diese nämlich nur in Ausnahmefällen.

Der Vermieter muss ausreichende Gründe für ein Verbot der Katzenhaltung liefern. Bei einer reinen Wohnungskatze auf 90m^2 wird das schwierig werden. Negative Auswirkungen auf die Nachbarn sollten in diesem Fall eher die Ausnahme sein. Beschädigungen der Mietsache durch die Katze wären eh vom Mieter zu beheben.

Es ist aber letztlich unsinnig, jetzt alle möglichen Gründe abzuklappern. Es ist Aufgabe des Vermieters, seine Auffassung zu begründen. Unhygienisch alleine reicht nicht. Er muss ganz konkret individuelle Gründe liefern.

Eurer Problem ist jedoch folgendes: Wenn ihr ohne Genehmigung des Vermieters die Katze anschafft, so riskiert ihr eine Kündigung. Das wurde euch ja schon angedeutet. Im Kündigungsprozess wird dann beurteilt, ob die Katze vertragsgemäß ist oder nicht. 100% Sicherheit kann euch niemand geben, wie das Verfahren ausgeht. Es gibt also das Risiko eines Verfahrungsausgangs mit gravierenden Folgen für euch.

Um das zu vermeiden, könnten ihr im Vorhinein eine Feststellungsklage gegen den Vermieter einlegen. Dann wird vor Aufnahme der Katze von einem Richter geurteilt, ob diese gehalten werden darf. Der Vorteil dieser Variante ist, dass ihr nicht (direkt) das Mietverhältnis riskiert. Aber es kostet natürlich Zeit und Nerven. Und in dieser Zeit sollte dann die Katze auch nicht gehalten werden.

Ich würde empfehlen, mit dem Vermieter eine einvernehmliche Lösung zu suchen (z.B. eine Versicherung anbieten). Wenn das nicht klappt, geht nochmal in euch, wieviel euch die Katze bzw. die Wohnung wert ist.

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#8
 Von 
Banane123
Status:
Praktikant
(849 Beiträge, 46x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
ch empfehle dem Teilnehmer, die Posts des users Banane mit Vorsicht zu genießen. Rechtlich fundiert sind diese nämlich nur in Ausnahmefällen.

Hat der "Affe" hier einen Mitstreiter gefunden?

Nun aber zum Thema. Mit einer Individualvereinbarung ist auch eine Tierhaltung zu regeln. Sollte der Mieter dem nicht zustimmen ist das zu akzeptieren. Der M kennt i.d.R. sein Tier, so dass er auch die Zusicherung geben könnte, die Wohnung bei Auszug zu renovieren und damit auch Geruchsbelastungen zu entfernen. In meinem Miethaus funktioniert diese Vorgehensweise seit Jahren problemlos.

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#9
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für alle Antworten.

Ich werde nun bei Zeiten nochmals unsere Ansprechpartnerin kontaktieren. Evtl. rückt sie ja endlich auch die Nummer unseres Vermieters raus, der ist nämlich umgezogen und wir haben keine aktuelle Adresse von ihm. Demnach bringt uns auch das Telefonbuch nichts...

Werde vorerst nochmals versuchen alles in einem Gespräch zu klären, falls sie mit sich reden lassen. Ansonsten werde ich mir die Frage stellen müssen, ob ich überhaupt noch unter solchen Vermietern wohnen will.

Viel Zeug haben wir eh nicht.
Umgezogen sind wir gleich :cheers:

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#10
 Von 
Banane123
Status:
Praktikant
(849 Beiträge, 46x hilfreich)

Zitat (von McMayhem):
Danke Banane123!

Also ein stubenreiner kastrierter Kater der nicht mehr markiert, hinterlässt meiner Erfahrung nach bei richtiger Pflege keine Gerüche. Selbst im Haus Familienangehöriger hat ein großer Hund mehrere Jahre auf einer Etage verbracht und niemand vermochte Gerüche zu vernehmen.

Sollte dies jedoch wirklich so gewesen sein, ist es ein verständliches Argument

Du sagst es, es kommt halt überwiegend auf den Tierhalter an wie er sein Tier haltet und pflegt. Wir hatten selbst auch einen Kater,
der nach kanpp 20 Jahren starb. Ich kenne das Bedürfnis der Menschen nach Tierhaltung, nur sehen die meisten nicht das Wohl der Tiere im Vordergrund. Richtige Tierhaltung kosten viel Zeit, Geld und sehr viel Tierliebe, dessen sind sich viele Tierhalter nicht bewußt, leider.

Bei richtiger Pflege/Haltung kommt es kaum zu Schäden oder Geruchsbelastung, und sollte es dennoch so sein, ist es nicht mehr als rechtens dies als Tierhalter zu beheben. Nur meine Meinung.

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#11
 Von 
wirdwerden
Status:
Unsterblich
(23604 Beiträge, 9010x hilfreich)

Ich habe ja nun seit Jahren Katzen in reiner Wohnungshaltung. Für mich kein Problem. Nur die Annahme, dass diese Tiere, weil sie nur in Wohnungshaltung leben, keine Schäden anrichten, die ist einfach naiv. Zerfetzte Tapeten, zerkratzte Türen, Unsauberkeit, die gerade am Anfang vorkommt, das muss man einkalkulieren. Geruch - nö, gabs bei mir nie. Auch Raucher hinterlassen ja Gerüche, menschliche Pflegefälle, das ist doch nicht das Problem. Dazu kommt noch die zusätzliche Belastung der Mülltonnen, denn Katzenklos sollten regelmäßig gereinigt werden.

Ich schlag in so Fällen immer vor, dass in allen Einzelheiten mit dem Vermieter zu besprechen. Also nicht nach dem Motto, ich will das, das steht mir zu. Und eventuell eine Zusatzvereinbarung zu treffen bezüglich Müll u.s.w. Und dann sollte es auch klappen.

wirdwerden

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#12
 Von 
McMayhem
Status:
Frischling
(9 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Ich habe ja nun seit Jahren Katzen in reiner Wohnungshaltung. Für mich kein Problem. Nur die Annahme, dass diese Tiere, weil sie nur in Wohnungshaltung leben, keine Schäden anrichten, die ist einfach naiv. Zerfetzte Tapeten, zerkratzte Türen, Unsauberkeit, die gerade am Anfang vorkommt, das muss man einkalkulieren. Geruch - nö, gabs bei mir nie. Auch Raucher hinterlassen ja Gerüche, menschliche Pflegefälle, das ist doch nicht das Problem. Dazu kommt noch die zusätzliche Belastung der Mülltonnen, denn Katzenklos sollten regelmäßig gereinigt werden.

Ich schlag in so Fällen immer vor, dass in allen Einzelheiten mit dem Vermieter zu besprechen. Also nicht nach dem Motto, ich will das, das steht mir zu. Und eventuell eine Zusatzvereinbarung zu treffen bezüglich Müll u.s.w. Und dann sollte es auch klappen.

wirdwerden

Klar. Aber auch im ernstfall haben wir ja Kaution hinterlegt. Was nicht heißt dass Schäden von uns nicht repariert werden würden.
WENN sie nochmals mit sich reden lassen wäre das der Weg den ich sowieso eingeschlagen hätte.
Nur verhandlungsbereit sieht bei denen irgendwie anders aus. Naja mal sehen ich werd das schon irgendwie klären!
Danke ihr wart alle sehr hilfreich!

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#13
 Von 
cauchy
Status:
Master
(4857 Beiträge, 2522x hilfreich)

Zitat (von Banane123):
Mit einer Individualvereinbarung ist auch eine Tierhaltung zu regeln. Sollte der Mieter dem nicht zustimmen ist das zu akzeptieren. Der M kennt i.d.R. sein Tier, so dass er auch die Zusicherung geben könnte, die Wohnung bei Auszug zu renovieren und damit auch Geruchsbelastungen zu entfernen. In meinem Miethaus funktioniert diese Vorgehensweise seit Jahren problemlos.
Mir ist komplett wurscht, was in deinem Mietshaus wie funktioniert und was du so alles anstellst. Die Aussagen des BGH sind klar: Es hat eine individuelle Abwägung der Interessen zu erfolgen. Ein pauschales Nein genügt ebenswenig wie eine pauschale Forderung nach Endrenovierung. Solltest du wirklich so vorgehen, dann verstösst du ganz einfach laut BGH gegen das Gesetz. Mit Personen, die sich selber übers Recht stellen, würde ich keine Verträge abschließen wollen.

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#14
 Von 
Akkarin
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 261x hilfreich)

Zitat (von Banane123):


Nun aber zum Thema. Mit einer Individualvereinbarung ist auch eine Tierhaltung zu regeln.


Das kann man nicht ausschließen, nur habe ich noch nie eine Individualvereinbarung zur Tierhaltung gesehen, die am ende nicht doch eine AGB war.

Mal zum Thema: Ihr seit verpflichtet den Vermieter um Zustimmung zu bitten. Dies macht ihr bitte schriftlich. Um nicht unnötig Druck aufzubauen, Wiedervorlage in 14 Tagen , wenn dann keine schriftliche Reaktion kam, freundlich nachfassen und da dann auch reinschreiben, dass in 14 Tagen schweigen als Zustimmung gewertet wird.

Der Vermieter ist vertraglich verpflichtet euch den "üblichen" Gebrauch der Mietsache zu gewähren, es kommt als darauf an, ob die Haltung der Katze zum üblichen Gebrauch gehört. Für Deutschland lässt sich das grundsätzlich bejahen. Auch reicht ein "Nein" nicht aus, er muss die Ablehnung begründen, warum in diesem Haus, in dieser Wohnung genau diese Katze nicht geht.

Unter normalen Umständen ist die Ablehnung von 1-2 Katzen in einer 90 qm Wohnung nicht zu begründen und der Vermieter ist verpflichtet, die Zustimmung zu erteilen. Erteilt er sie nicht, hat quiddje schon die halbe Wahrheit dazu geschrieben

Zitat (von quiddje):

Der Vermieter kann die Zustimmung verweigern. Dann müsstest du sie einklagen. Vor Gericht wird festgestellt welche Gründe für die Katze sprechen und welche dagegen und dann entscheidet ein Richter. Das Verhältnis zum Vermieter ist unabhängig vom Ergebnis für die Katz.


Kann man so machen, muss man aber nicht. Sollte man auch nicht. Denn der Mieter muss dann vor Gericht beweisen, dass die Haltung einer Katze zum vertragsgemäßen Gebrauch gehört. Das ist zwar grundsätzlich kein Problem, aber man hat halt das Problem der Beweislast.

Viel einfacher ist es den Vermieter zu informieren, dass man die Katze angeschafft hat, da keine nachvollziehbare begründung für die Ablehnung kam und man daher davon ausgeht, dass es keine Gründe gegen die Katze gibt.
Dann muss der Vermieter nämlich auf Unterlassung der Katzenhaltung klagen und dann trifft ihn die Beweislast, dass die Haltung einer Katze kein vertragsgemäßer Gebrauch sein soll. Viel Spaß!

Dazu kommt, dass Vermieter keine Rechte aus einer fehlenden Zustimmung ableiten dürfen, wenn Sie zur Erteilung der Zustimmung verpflichtet wären, da dies rechtsmissbräuchlich wäre. Dies betrifft vor allem Tierhaltung und Lebensgefährten.

"Auch wenn diese vorliegend nicht erteilt wurde, ist es dem Kläger im Rahmen der für die dolo-agit-Einrede geltenden Grundsätze, verwehrt, sich auf die fehlende Zustimmung zu berufen. Nach den Grundsätzen der dolo-agit-Einrede fehlt es an einem schutzwürdigen Interesse, wenn eine Leistung verlangt wird, die alsbald zurückzugewähren wäre (vgl. Palandt, BGB; § 242 Rdnr. 52)."

zu Tierhaltung AG Waiblingen, 14.06.2013 - 9 C 327/13 ebenso AG Bremen, 01.06.2017 - 6 C 32/15

Signatur:If you are going through hell, keep going. - Winston C.
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#15
 Von 
Banane123
Status:
Praktikant
(849 Beiträge, 46x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von Banane123):
Mit einer Individualvereinbarung ist auch eine Tierhaltung zu regeln. Sollte der Mieter dem nicht zustimmen ist das zu akzeptieren. Der M kennt i.d.R. sein Tier, so dass er auch die Zusicherung geben könnte, die Wohnung bei Auszug zu renovieren und damit auch Geruchsbelastungen zu entfernen. In meinem Miethaus funktioniert diese Vorgehensweise seit Jahren problemlos.
Mir ist komplett wurscht, was in deinem Mietshaus wie funktioniert und was du so alles anstellst. Die Aussagen des BGH sind klar: Es hat eine individuelle Abwägung der Interessen zu erfolgen. Ein pauschales Nein genügt ebenswenig wie eine pauschale Forderung nach Endrenovierung. Solltest du wirklich so vorgehen, dann verstösst du ganz einfach laut BGH gegen das Gesetz. Mit Personen, die sich selber übers Recht stellen, würde ich keine Verträge abschließen wollen.

Ich verhalte mich übrigens ganz bewusst nur "rechtskonform". Mit meiner Vorgehensweise in Bezug auf Tierhaltung komme ich -und auch meine Mieterschaft - sehr gut zurecht. In meinen Wohnungsinseraten wird bereits angegeben, dass es keine Hunde oder Katzen geben soll. Seit längerer Zeit melden sich auch nur Interessenten die weder Hund noch Katz haben wollen.
Ich habe i.d.R. langjährige Mieter im Haus, und alle sind glücklich, dass es weder Hundegebell noch Katzensch...im Treppenhaus gibt.
Jeder VM sollte so verfahren wie es für sein Miethaus und deren Bewohner am gedeihlichsten ist.

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#16
 Von 
AltesHaus
Status:
Junior-Partner
(5015 Beiträge, 1054x hilfreich)

Mal abgesehen davon, was ich von "jetzt halte ich mal eben ein Tier, weil es so sein muss" halte, ist die Klausel im MV, wenn sie denn tatsächlich so formuliert wurde, eh ungültig, insofern no problem.

Jedoch sollten Sie bedenken, dass Sie - in den Augen des Vermieters - sich nicht vertragskonform verhalten, wurscht ob die Klausel nun gültig ist oder nicht, er wird ihnen nicht mehr wohlgesonnen sein und da stellt sich die Frage, ob man den Haussegen deswegen schief hängen lassen will.

Anfragen zur Tierhalten (wie mE übrigens alle anderen Anfragen zum MV auch) sollte man stets schriftlich stellen und auch um eine schriftliche Antwort bitten. Dann hat man, für den Fall der Fälle, auch immer was zur Hand.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#20
 Von 
cauchy
Status:
Master
(4857 Beiträge, 2522x hilfreich)

Leute, es nervt. Und das bezieht sich auf Orang-Utan-Klaus genauso wie Banane. Hier hat ein Teilnehmer eine konkrete Rechtsfrage und ihr spamt den Thread zu. Und nicht nur diesen. Der eine mit Beleidigungen und persönlichen Angriffen, der andere mit irgendwelchen Privaterfahrungen abseits der Rechtslage. Was soll das? Sucht euch einen anderen Sandkasten zum spielen.

Zum Thema zurück:
@Akkarin: Der Vermieter muss nicht zwingend auf Untersagung der Katzenhaltung klagen. Er kann nach Abmahnung auch kündigen (123recht.net Tipp: Kündigung Mietvertrag ) und dann auf Räumung klagen. Das treibt das Risiko des Mieters nach oben. Aber da die Mieter offenbar eh nicht wirklich an der Wohnung hängen, ist der Verlust des Mietvertrages vielleicht nicht so schwerwiegend wie bei anderen Mietern. Geld und Nerven wie die Aktion aber so oder so kosten.

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#22
 Von 
AltesHaus
Status:
Junior-Partner
(5015 Beiträge, 1054x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zum Thema zurück:
@Akkarin: Der Vermieter muss nicht zwingend auf Untersagung der Katzenhaltung klagen. Er kann nach Abmahnung auch kündigen und dann auf Räumung klagen. Das treibt das Risiko des Mieters nach oben. Aber da die Mieter offenbar eh nicht wirklich an der Wohnung hängen, ist der Verlust des Mietvertrages vielleicht nicht so schwerwiegend wie bei anderen Mietern. Geld und Nerven wie die Aktion aber so oder so kosten.

Bei ungültiger Klausel kann er klagen, bis ihm die §§ um die Ohren fliegen, hilft nix.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
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#25
 Von 
Akkarin
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 261x hilfreich)

Cauchy: es ist umstritten ob er wirklich kuendigen darf. Sehr viele beachtliche Meinungen gehen davon aus, dass die Kuendigung unzulässig ist, und er auf Unterlassung klagen muss.

Die Kuendigungsmoeglichkeit steht dem Vermieter eigentlich nur zu, wenn :
Der Gebrauch unzulässig ist und
Es dem Vermieter nicht zuzumuten ist, den Weg der Unterlassungsklage zuerst zu bestreiten.
Dafür muss die Vertragsverletzung mindestens schwerwiegend sein.
Hier geht es um eine Katze. Ich habe ja viel Fantasie aber bei einer Katze Krieg ich das beim besten Willen nicht konstruiert. Bei 10 Katzen + auf 27 qm saehe das natürlich anders aus.

Eine Raeumungsklage die auf die Kuendigung wegen der einen Katze gestützt ist, fährt gegen die Wand.

Signatur:If you are going through hell, keep going. - Winston C.
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#28
 Von 
Fritz Küppers
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)

Es reicht Sperre.

-- Editiert von Moderator am 08.12.2017 10:05

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#29
 Von 
cauchy
Status:
Master
(4857 Beiträge, 2522x hilfreich)

Zitat (von Akkarin):
Cauchy: es ist umstritten ob er wirklich kuendigen darf. Sehr viele beachtliche Meinungen gehen davon aus, dass die Kuendigung unzulässig ist, und er auf Unterlassung klagen muss.
Vielleicht habe ich mich nicht klar genug geäußert: Ob eine Räumungsklage des Vermieters in einem solchen Fall durchgehen würde, bezweifle ich. Eine einzige Wohnungskatze auf 90m^2 ist meiner Meinung nach in aller Regel absolut vertragsgemäß. Aber die Gefahr der Kündigung ist nunmal da und ich wollte sie nicht unterschlagen.

Zitat (von AltesHaus):
Bei ungültiger Klausel kann er klagen, bis ihm die §§ um die Ohren fliegen, hilft nix.
Irrtum. Auch ohne gültige Mietvertragsklausel kann eine Katzenhaltung nicht vertragsgemäß sein. Genauer sind solche Tierhaltungsklausel im Mietvertrag meiner Meinung nach mehr oder weniger nutzlios. Am Ende gehts so oder so um eine individuelle Interessenabwägung zwischen den Interessen des Mieters und denen des Vermieters. Ganz egal, ob im Mietvertrag dazu nun eine Klausel steht oder nicht.

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#30
 Von 
Akkarin
Status:
Lehrling
(1679 Beiträge, 261x hilfreich)

Zitat (von cauchy):
Zitat (von Akkarin):
Cauchy: es ist umstritten ob er wirklich kuendigen darf. Sehr viele beachtliche Meinungen gehen davon aus, dass die Kuendigung unzulässig ist, und er auf Unterlassung klagen muss.
Vielleicht habe ich mich nicht klar genug geäußert: Ob eine Räumungsklage des Vermieters in einem solchen Fall durchgehen würde, bezweifle ich. Eine einzige Wohnungskatze auf 90m^2 ist meiner Meinung nach in aller Regel absolut vertragsgemäß. Aber die Gefahr der Kündigung ist nunmal da und ich wollte sie nicht unterschlagen.

Was meinst du damit? Eine Kündigung wegen der Katze ist unwirksam, also warnst du vor einer unberechtigten Kündigung?

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