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Inkassoverfahren durch Stromanbieter

13.8.2017 Thema abonnieren
 Von 
Jens72
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Inkassoverfahren durch Stromanbieter

Liebe Community,

igentlich bin ich kein streitsüchtiger Mensch und versuche alles friedlich zu klären und allem aus dem Weg zu gehen. Jedoch irgendwann glaubt man auch nicht mehr an gute im Menschen - leider !

Vielleicht hat der eine oder andere einen Tipp wie ich mich verhalten soll, denn ich bin mit meinem Latain am Ende. Wäre wirklich super - Danke im Voraus.

Stellen wir uns mal vor, es wird bei einem Stromanbieter ein Vertrag zum 11.09.16 abgeschlossen. Dieser bekommt auch per Post ein unterschriebenes SEPA-Mandat zugeschickt. Die Mandatsnummer ist gleich die Kundennummer.

Alles läuft normal, die Abschläge werden zum 15. jeden Monats abgebucht. Es gibt eine Preiserhöhung zum Oktober 2017 und der Kunde kündigt fristgerdcht und ordnetlich zum 21.08.2017. Da die Kündigungsmöglichkeit und Frist vor der Erhöhung,iegt, verzichtet dieser auf das Sonderkündigungsrecht.

Dann bekommt der Kunde am 10.07.2017 eine Information, dass er zukünftig die Abschläge überweisen soll, da kein SEPA vorliegen würde.

Zitat:
"... mit dieser E-Mail möchten wir Sie über eine bevorstehende Änderung in Ihrem Kundenkonto informieren. "

Die Mail hatte den Betreff "Bitte überweisen" und der Kunde muss zugeben, er hatte es nicht wirklich registriert, da nach seinem Wissen ein SEPA Mandat vorliegt. Es wurde kein Zahlungszeitpunkt festgelegt

Zitat:
"... Die bis zum Vertragsende noch anstehende(n) Abschlagszahlung(en) leisten Sie daher bitte rechtzeitig bei Fälligkeit per Überweisung. "

Am 24.07.2017 bekommt der Kunde eine "freundliche Zahlungerinnerung" mit Fristsetzung zum 29.07.17, da der Abschlag vom Juli offen ist. Diser wurde wie vorab geschrieben immer zum 15. des Monats also normalerwiese 15.07.2017 eingezogen. Die Zahlungserinnerung hätte wohl einen Anhang der jedoch nicht vorhanden war. Also habe ich nur die Mail gesehen

Zitat:
"... wir möchten Sie daran erinnern, dass Zahlungen in Höhe von derzeit .... EUR ausstehen. Bitte beachten Sie hierzu unser in der Anlage befindliches Schreiben an Sie. Mit ......."
Darauf hin hat der Kunde gebeten das Schreiben per Post oder in das im Onlineportal unter Dokumete abzulegen, da er bei den heutigen SPAM nicht einfach mal eine Zahlung leisten möchte. Es kam nichts und Onlineportal war auch nichts ersichtlich, Ausser Kunde wirbt Kunde und die Preisanpassung.

Am 12.08.2017 kam ein Brief vom Inkasso ( datier und vorher per Mail am 08.08.2017 ) , dass trotz zweier Mahnungen der Abschlag vom Juli 2017 nicht oder nicht in voller Höhe gezahlt wurde und sie nun beauftragt sind dieseseinzutreiben mit einer Fristsetzung zum 21.08.2017.

Diesem Inkasso hat der Kunde ersteinmal per Mail am 08.08.2017 widersprochen, da er keine zwei Mahnungen erhalten habe und ein gültiges SEPA vorliegt und lt. den AGB bei einer Überweisung 2 EUR Bearbeitungsgebühr fällig werden und es dann zu einer Benachteiligung führen würde. Der Anhang fehlte und er sie drum gebeten habe, diesen nachzureichen.

Es gibt im Netz genug Fälle von diesem Anbieter und auch die Verbraucherzentrale hatte schon geklagt und gewonnen, da der Anbeiter das mit dem SEPA in den AGB drin stehen hatte. Dieses ist inzwischen entfernt worden jedoch stehe die Gebühren noch drin.

Am gleiche Tag hat der Kunde beim Anbeiter angerufen und hatte es erklärt und bat um nochmalige Zusendung der Mail mit Anhang ( dieser wäre bei ersten Versand wohl schon mit dabei gewesen ) und im Gegenzug überweis er den Abschlag sofort. Die Mail kam Abends und er hatte auch gleich überwiesen. Dann sollte er am nächsten Tag zur Klärung kontiert werden, dieses ist jedoch nicht geschehen. Also bat er nochmals um Kontaktaufnahme. Dann kam nur eine Mail, es muss alles mit dem Inkasso geklärt werden.

.... so entschuldigt, dass es so lang ist aber ich denke zum Verständnis ist es ausführlich besser.

LG Jens


-- Editier von Jens72 am 13.08.2017 11:58

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5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17893 Beiträge, 11912x hilfreich)

Der Kunde hat doch sicherlich seine Kontoauszüge überprüft und festgestellt, dass der Abschlag nicht mehr abgebucht wurde. Wieso also verkünstelt sich der Kunde hier in irgendeiner Formalität? Ich hätte den Abschlag (und nur den) einfach direkt am Anfang bezahlt, zweckgebunden. Auf das Konto, das man ggf. vom SEPA-Mandat her kennt.

Wenn ein gültiges SEPA-Mandat vorliegt, liegt ohnehin Annahmeverzug des Anbieters vor.

Ich würde hier gar nichts mit dem Inkasso klären. Ich würde dem Inkasso schreiben, dass man die Forderung zurückweist, da Annahmeverzug vorliegt, wenn der Anbieter die Abbuchung trotz gültigem SEPA-Mandat verweigert. Dass man sich weder einschüchtern lässt noch sonst wie vom Gegenteil überzeugen lässt.

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#2
 Von 
Jens72
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

@mepeisen, danke für Deine schnelle Antwort.

Klar aber der Kunde schaut ja nicht immer auf seinen Auzug. Nur einmal im Monat ob alles abgebucht wurde und was noch drauf ist ( zur Zeit hat der Kunde Urlaub ). Da das SEPA mit der Post ging und auch kein Nachweis existiert und der Anbeiter nun behauptet es nie erhalten zu haben ist es schwer nachzuweisen. Auch das die SEPA-Mandatsnummer gleich der Kundennummer ist, ist nicht hilfreich dabei.

Die Frage ist nun , 60 EUR Inkassogebühr und Ruhe ist oder versuchen. Normalerweise würde ich sagen, habe daraus gelernt jedoch finde ich das alles schon sehr dreist auch die Fristsetzungen und nur eine Zahlungserinnerung und alles beim letzten Abschlag ( Stichwort : Boni )

-- Editiert von Jens72 am 13.08.2017 12:08

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#3
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17893 Beiträge, 11912x hilfreich)

Zitat:
Klar aber der Kunde schaut ja nicht immer auf seinen Auzug

Aber spätestens bei der Mahnung und vor dem Einschalten des Inkassos hätte er es gekonnt. Zwischen 24.7. und 12.8. waren genug Wochen Zeit.

Zitat:
Da das SEPA mit der Post ging und auch kein Nachweis existiert und der Anbeiter nun behauptet es nie erhalten zu haben ist es schwer nachzuweisen

Das ist doch völliger wirrer Quatsch, wenn der Anbieter das behauptet. Der Anbieter hat Monatelang abgebucht ohne SEPA-Mandat? Glaubt doch niemand.

Die Inkassogebühren würde ich aus den o.g. Gründen nicht bezahlen.

-- Editiert von mepeisen am 13.08.2017 18:58

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
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#4
 Von 
Jens72
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für Deine Antwort. Inkasso kam am 08.08. und der Kunde hat sich gleich an den Stromanbieter gewendet und auch am selben Tag den Abschlag bezahlt. Der Kunde wird mal schauen, ob er eine Einigung z.B. mit 30 EUR eingehen kann ;-))

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#5
 Von 
arnonym117
Status:
Praktikant
(648 Beiträge, 136x hilfreich)

Zitat (von Jens72):
Der Kunde wird mal schauen, ob er eine Einigung z.B. mit 30 EUR eingehen kann ;-))

Einigung mit dem Inkasso? Würde ich an deiner Stelle aufgrund der bisherigen Schilderungen auf gar keinen Fall versuchen. Das wäre ja fast schon sowas wie ein Schuldanerkenntnis.

Zitat:
der Kunde kündigt fristgerdcht und ordnetlich zum 21.08.2017.

Dann bekommt der Kunde am 10.07.2017 eine Information, dass er zukünftig die Abschläge überweisen soll, da kein SEPA vorliegen würde.

WANN und vor allem wie hast du gekündigt (mittels Onlineformular)? Das liest sich fast so, als wäre mit der Kündigung auch das SEPA Mandat gekündigt worden und zwar zu sofort (also zum Zeitpunkt der Kündigung und nicht zum Ablauf der Kündigungsfrist).

Wenn das hier stimmt:

Zitat:
Da das SEPA mit der Post ging und auch kein Nachweis existiert und der Anbeiter nun behauptet es nie erhalten zu haben ist es schwer nachzuweisen

würde ich mir darüber aber keine Gedanken mehr machen. Der Anbieter hat damit meiner Meinung nach einen sehr guten Grund dafür geliefert, warum er jetzt in Verzug war und nicht du. Die richtige Vorgehensweise in diesem Fall hat dir mepeisen in Antwort #1 bereits genannt.

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