Gesetzesänderung des Sonderausgabenabzuges bei Stiftungen

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– Steuerliche Förderung von Stiftungsneugründungen

Gesetzesänderung des Sonderausgabenabzuges bei Stiftungen

Die Bundesregierung plant neue steuerliche Anreize für die Gründung von Stiftungen zu schaffen. Der Bundestag hat bereits einen Entwurf für ein Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements verabschiedet. Das Gesetz wird den Bundestag voraussichtlich Ende September 2007 passieren und soll rückwirkend zum 1. Januar 2007 in Kraft treten.

Somit können zukünftig Stifter noch mehr Steuern sparen.

Michael Wieck
seit 2003 bei
123recht.net
Rechtsanwalt
Lavesstrasse 79
30159 Hannover
Tel: (0511) 3577106
Web: www.wieck-hoelscher.de
E-Mail:
Erbrecht, Bankrecht, Steuerrecht, Stiftungsrecht, Immobilienrecht

Dieses Gesetz beinhaltet eine für Stiftungsgründungen bedeutsame Änderung des Einkommenssteuergesetzes.

Der Entwurf sieht eine Änderung des § 10 b Abs. 1 a EStG vor, wonach der Sonderausgabenabzug für Stiftungen von bisher 307.000,00 Euro auf 750.000,00 Euro angehoben wird. Dies bedeutet, dass bei der Gründung einer Stiftung ab dem 01.01.2007 bis zu 750.000,00 Euro im Jahr der Zuwendung und in den folgenden neun Jahren als Sonderausgabe zusätzlich zu den absetzbaren Höchstbeträgen abgezogen werden können. Außerdem soll der Sonderausgabenabzug auch für Zustiftungen gelten, die erst nach Ablauf des Gründungsjahres erfolgen.

Durch die Gründung einer Stiftung kann die persönliche Steuerlast über Jahre gesenkt oder gar ganz aufgehoben werden. Bei der Gründung einer Stiftung profitiert der Stifter insofern unmittelbar. Der Staat hat bewusst ein „Steuersparmodell“ entwickelt, um die Gründung von Stiftungen und das damit einhergehende Allgemeinwohlinteresse zu fördern.

Weiter enthält der Gesetzesentwurf eine Vereinheitlichung und Anhebung des Spendenabzugs auf 20 %. Bisher waren Spenden lediglich in Höhe von 5 % bzw. 10 % von der Einkommenssteuer abzugsfähig. Die Differenzierung der Stiftungszwecke hinsichtlich des unterschiedlichen Spendenabzuges von 5 % für gemeinnützige Zwecke und 10 % für mildtätige Zwecke wird damit aufgehoben und auf einheitliche 20 % angehoben.

Insgesamt dürften diese vom Bundestag beschlossenen Änderungen steuerliche Anreize sein, damit das Grundstockvermögen bereits bestehender Stiftungen weiter gestärkt wird und Gründungen von Stiftungen mit einem höheren Vermögen vorgenommen werden.

Der Gesetzgeber hat somit die Rahmenbedingungen, sich sozial und gesellschaftlich durch die Gründung einer Stiftung zu engagieren, massiv durch steuerliche Anreize verbessert, was sicherlich zu einer Vielzahl von Stiftungsneugründungen führt. Bei der Gründung einer Stiftung sollte unbedingt Rat bei einem Rechtsanwalt und einem steuerlichen Berater eingeholt werden.

Verfasser
Ruth-Christin Hölscher, Rechtsanwältin in Hannover
Michael Wieck, Rechtsanwalt in Hannover

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