Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
479.629
Registrierte
Nutzer

Gerichtsvollzieher leitet Geld nicht an Gläubiger weiter, es kommt zu einer erneuten Vollstreckung

 Von 
Baghiras
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)
Gerichtsvollzieher leitet Geld nicht an Gläubiger weiter, es kommt zu einer erneuten Vollstreckung

Hallo,

ich vereinbarte eine Ratenzahlung über eine Gerichtsvollzieherin und bezahlte auch regelmäßig.

Zwischen den Jahren erhielt ich wieder einen gelben Brief von einem 2. Gerichtsvollzieher wegen des selben Falles.
Angeblich hätte ich mehr als 3 Monate nicht gezahlt.

Ich schaute sofort meine Kontoauszüge der letzten Monate an, ob eventuell bei den Überweisungen etwas schief gegangen wäre. Die Überweisungen waren raus gegangen, doch die Gerichtsvollzieherin überwies die Raten des 4. Quartals wieder auf mein Konto zurück. Es stellte sich heraus, dass sie im Mutterschutz war und deshalb das Geld nicht an den Gläubiger weiter leitete.

Nun habe ich durch ihr Verschulden erneute Vollstreckungskosten auf dem Hals plus Zinsen. Das wollte ich natürlich nicht bezahlen. Der neue Gerichtsvollzieher meinte immer, er könne die Akten dazu nicht einsehen, das könne nur die 1. Gerichtsvollzieherin. Ich solle warten bis sie aus dem Mutterschutz zurück kommt. Ich fragte dauernd nach, wann das denn sei.
Der Termin wurde immer mehr nach hinter verschoben. Eines Tages erfuhr ich, dass sie nie wieder an das Gericht zurück kommen wird und nach Ende des Mutterschutzes direkt in einen anderen Bezirk wechselt und somit nicht mehr für den Fall zuständig ist.

Während dieser Zeit beauftragte der Gläubiger noch einen 3. Gerichtsvollzieher damit, meine Mietkaution zu pfänden. Wodurch erneut meiner Meinung nach ungerechtfertigte Kosten entstanden.

Was kann ich nun tun?

Liebe Grüße!

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben 248 weitere Fragen zum Thema
Vollstreckung Geld Gerichtsvollzieher


4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
Was kann ich nun tun?

Um sich gegen ggf. ungerechtfertigte Vollstreckungskosten zu wehren, gibt es ggf. das Rechtsmittel der "Vollstreckungserinnerung". Das ist so etwas wie eine Beschwerde.

Ist das alles denn nachweisbar, also gibt es vor allem die Aussage des 2. GV, dass er die Akten nicht einsehen könne und man warten solle, schriftlich?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
2x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Baghiras
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 1x hilfreich)

Das habe ich leider nicht schriftlich und es war auch keine 2. Person anwesend.

Vom Gläubiger habe ich einen Ausdruck des Forderungskontos bekommen. Darauf fehlen die gewissen Zahlungen und die Rückzahlung. Aber auf meinen Kontoauszügen ist alles zu sehen.

Eine weitere Frage ist: Wer führt das Forderungskonto?
Ich dachte immer, das wäre der Gerichtsvollzieher. Wie kommt der Gläubiger ans Forderungskonto, wenn der zuständige GV nicht anwesend ist?

Wenn die Zahlungen aus den echten Kontobewegungen nicht im Forderungskonto auftauchen, ist das sicherlich ein buchhalterisches Konto des Gerichtsvollziehers. Aber wie kommt der Gläubiger da ran, wenn ich das nicht einsehen kann?

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#3
 Von 
mepeisen
Status:
Weiser
(17810 Beiträge, 11883x hilfreich)

Zitat:
Wer führt das Forderungskonto?

Der Gläubiger

Hast du dich im Januar an das Vollstreckungsgericht gewandt, wie empfohlen und dort Erinnerung eingelegt?

Hast du die Raten an den neuen GV überwiesen?

Signatur:Meine Beiträge stellen keine Rechtsberatung dar. Sicherheit gibts nur beim Anwalt.
3x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#4
 Von 
mgrasek100
Status:
Praktikant
(504 Beiträge, 113x hilfreich)

Die Möglichkeiten der Beschwerde, ebenso wie ja auch die Amtshaftung sind sogar im GG (Art 17 und 34) niedergelegt
Ebenso wie die Möglichkeit der Erinnerung ( § 766 ZPO ; gilt für beide Seiten) gibt es auch die Verpflichtung der Staaten an einer effektiven Rechtsverfolgung.
Denkbar wäre für das Eigentum eine Verletzung wegen der Nutzung und auch Art 2 GG wäre verletzt, wenn man nicht frei über sein Eigentum verfügen ksnn.

Hier in dem Fall wäre ggfs der Schaden ersetzbar über Art 34 GG ( ggfs Anwalt fragen)
Weitere mögliche Straftaten die hier evtl in frage kommen stehen in diesem Urteil :VG Karlsruhe ·Urteil vom 1. April 2010 Az. DL 13 K 1892/09

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Denise Gutzeit Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer Richard Claas
Ja, jetzt Anwalt dazuholen